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Neuigkeiten

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    Mi, 25. November 2020
    FESTVERANSTALTUNG 50 JAHRE RAUMPLANUNGSSTUDIUM TU WIEN
    Vor 50 Jahren begann an der (damaligen) TH Wien im Wintersemester 1970/71 die neue Studienrichtung Raumplanung und Raumordnung mit dem Vorlesungs- und Übungsbetrieb.

    Aus diesem Anlaß fand am 19./20.11.2020 eine Festveranstaltung an der (heutigen) TU Wien statt, die allerdings wegen der coronabedingten Einschränkungen nur als digitale Videokonferenz stattfinden konnte.

    Eine beeindruckende Festschrift zu diesem Anlaß wurde dabei präsentiert.

    Unser em. Seniorchef, der dem ersten Jahrgang des nunmehr jubilierten Studiums angehörte und als einer der ersten dieses 1973 absolvierte, hat dazu zwei Beiträge geliefert (siehe unsere Rubrik "Themenbeiträge").
     
     
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  • VCÖ Logistik
    VCÖ Logistik
    Do, 19. November 2020
    Auszeichnung für "Nachhaltige Logistik 2030+"
    VCÖ zeichnet Gemeinschaftsprojekt „Nachhaltige Logistik 2030+“ aus
    Beitrag von Reinhard Hrdliczka
    Im Rahmen des Gemeinschaftsprojektes „Nachhaltige Logistik 2030+“ durfte unser Büro im Auftrag der Bundesländer Wien und Niederösterreich ein Screening aller relevanten Logistikflächen als Pilotprojekt durchführen.

    Link Referenzprojekt 

    Nun wurde das Gesamtprojekt vom VCÖ mit dem Mobilitätspreis ausgezeichnet, worüber wir uns sehr freuen und hoffen, dass wir einen raumplanerischen Beitrag zum Gelingen des Gesamtprojekts beitragen konnten.

    Link Wirtschaftskammer Österreich 

     
     
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Themenbeiträge

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    Do, 26. November 2020
    50 JAHRE RAUMPLANUNGSSTUDIUM TU WIEN
    Ein Bericht über den Anfang
    Beitrag von L. Paula
    Im Wintersemester 1970/71 wurde an der damaligen Technischen Hochschule (TH) Wien die neue Studienrichtung Raumplanung und Raumordnung unter der Ägide von Prof. Rudolf Wurzer als Aufbaustudium eingerichtet. Die reguläre Studiendauer war mit 6 Semestern der Studienabschluß als Dipl.-Ing. vorgesehen. Als Studienvoraussetzung galt ein erfolgreich absolvierter erster Studienabschnitt (1. Staatsprüfung) aus folgenden Studienrichtungen verschiedener Universitäten:

    -Architektur
    -Bauingenieurwesen
    -Vermessungswesen
    -Landwirtschaft
    -Geographie
    -Kulturtechnik
    -Welthandel
    -etc.

    Aber auch fertige Juristen oder Absolventen des Generalstabskurses der Theresianischen Militärakademie (Militärgeographen) waren zum Studium zugelassen.

    Der Beginn dieses neuen Studiums gestaltete sich damals so, daß als einzige Information darüber im 4. Stock der TH Wien am Gang vor dem Institut für Städtebau, Raumplanung und Raumordnung (Lehrkanzel Prof. Wurzer) ein Zettel angeschlagen war, der über das Studium informierte und zur Inskription einlud. Ca. 30 Studenten folgten diesem Aufruf und begannen mit dieser neuen, vielversprechenden Studienrichtung. In den neu adaptierten Räumen des Hauses Karlsgasse 13 erlebten diese Pioniere und auch die folgenden Jahrgänge, in familiärem Rahmen einen intensiven und - von den überwiegend externen, aus der Praxis kommenden Vortragenden - hervorragend betreuten Vorlesungs- und Übungsbetrieb.

    Und planmäßige 6 Semester später - im Sommer 1973 - haben dann die ersten rd. 25 Absolventen das neue Studium erfolgreich abgeschlossen.

    Zur historischen Einordnung seien einige Daten aus diesem Jahr 1973 dargestellt: der Sommer war sehr schön und warm, der Benzinpreis niedrig (2,30 öS), der Ölschock lag noch in weiter Ferne. Bruno Kreisky führte die Bundesregierung und über Marchegg erfolgte die Auswanderung russischer Juden über Österreich nach Israel. In Wien gab es noch keine U-Bahn, keine Donauinsel (statt dessen ein Inundationsgebiet) und die Kärnterstraße und der Graben waren für den Individualverkehr offen. In Graz gab es weder Murinsel noch Kunsthalle, und Steyr-Daimler-Puch produzierte fleissig auch ohne Magna vor sich hin. Die Mur-Mürz-Furche boomte wie die VOEST in Linz, wenngleich verstaatlicht und mit horrenden Verlusten. In Nieder- und Oberösterreich, Burgenland, Steiermark und Kärnten war der Eiserne Vorhang zum Ostblock dicht und eine wirtschaftliche Entwicklung in den Grenzregionen noch völlig undenkbar. Als Telefon haben wir Festnetz-¼-Anschlüsse benützt, Internet und Handy waren noch lange nicht erfunden. Aber auch ohne GPS und Navi haben wir uns mit Hilfe von analogen Landkarten hervorragend orientieren können. Europäische Ideen waren im Rahmen der EWG erst im Aufbau, die gleichnamige Fernsehsendung (schwarz-weiß) zählte zu den beliebtesten. Und bei jedem Grenzübertritt in den Westen Europas - nach Osten kam man nur sehr beschwerlich und selten - war Geldumtausch zwingend notwendig.

    Und was wurde aus den Absolventen dieses ersten Studienjahrganges (Stand 2013)?

    6 Ziviltechniker, mit der erst 1979 geschaffenen Befugnis „Ingenieurkonsulent für Raumplanung und Raumordnung“
    2 Generäle des österr. Bundesheeres
    2 Abteilungsleiter in Arbeiterkammern (Tirol, Wien)
    2 Hofräte in Landesregierungen (Salzburg, Niederösterreich)
    1 Landesumweltanwalt (Tirol)
    1 Senatsrat (Stadtplanung Salzburg)
    1 Stadtplaner (Innsbruck)
    1 Planungsdirektor (Wien)
    1 Abteilungsleiterin der Wirtschaftskammer, Landtagsabgeordnete und Stadträtin (Wien)
    1 Rektoratsmitarbeiterin (TU Wien)
    1 Stadtplaner (Karlsruhe)
    1 Nationalparkdirektor (Niederösterreich)
    1 Architekturkritiker (Jan Tabor, Wien)
    1 Landschaftsplanerin (Wien)
    1 Ministerialrat (Griechenland)
    1 Ministerialrat (Rechnungshof Wien)

    Fürwahr, ein ansehnliches Ergebnis des ersten Jahrganges.

    Und dabei war der Start in das Berufsleben 1973 für uns alle nicht so einfach. Während des Studiums wurden wir subtil darauf vorbereitet, daß nach uns Raumplanern der Markt ein dringendes Bedürfnis hätte und die Welt nur noch auf uns warten würde. Die Realität sah anders aus: die Öffentlichkeit konnte mit dem Begriff Raumplanung nichts anfangen („ah Raumplaner sind Sie, mein Neffe ist auch beim Umdasch im Ladenbau“), die Verwaltung hatte keinen Bedarf, geschweige denn Planstellen und die wenigen Architekten, die auf diesem Gebiet schon bisher (nebenberuflich) tätig waren, versuchten alles, um unsere Aufnahme in die Ingenieurkammer zu verhindern.

    Aber - wie die obige Liste zeigt - haben sich die Raumplaner dank ihrer guten Ausbildung an der TH (TU) Wien letztendlich doch durchsetzen können.
     
     
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    Do, 26. November 2020
    50 JAHRE RAUMPLANUNGSSTUDIUM TU WIEN, II
    Raumplaner und ihre Expertisen - glaubt man daran?
    Beitrag von L. Paula
    Ein Bericht über Planungserfolge und -niederlagen aus der Praxis


    1.Sine sole sileo

    Die beste Expertise ist jene, die man für sich alleine macht. Man kann völlig unbeeinflußt der hehren Wissenschaft frönen und braucht sich nicht um die praktische Umsetzung, geschweige denn die gesellschaftliche und/oder politische Akzeptanz zu kümmern. Dazu braucht man nur vermögende Eltern gehabt zu haben und kann hervorragend als Privatgelehrter vor sich hin forschen und publizieren. Niemand widerspricht einem und man braucht sich z.B. nicht einer erregten Menge bei einer Bürgerversammlung stellen. Manche haben auch einen schönen Nischenplatz an einer Hohen Schule ergattert und können dort unbehelligt vor sich hinforschen.

    Der gewöhnliche Raumplaner braucht hingegen auch die Sonne zum Leben. Und wenn er Glück hat, geht sie ihm schon zu Beginn seines Berufslebens auf. Dazu sind etwa mehrere Zufälle hilfreich, die zeitlich aufeinander abgestimmt vorkommen müssen:

    -ein hoher Planungsbeamter
    -ein aufstrebender Kommunalpolitiker
    -eine von diesem „politisch umgedrehte“ Gemeinde
    -ein ehrgeiziger, junger Raumplaner

    Folgende Interessen treffen hier aufeinander: der Politiker braucht rasch einen spektakulären Erfolg in der Ortsentwicklung - ein neues „Gemeindezentrum“ muß her. Der Beamte verfügt über die Fördertöpfe dazu und will seinerseits eine Änderung der Bauordnung durchsetzen. Daher ist er an einer Vertiefung der Kontakte zum Politiker bemüht, sitzt jener doch in dem dafür zuständigen Landtagsausschuß. Ein junger Planer ist schnell gefunden und soll in beider Auftrag ein Konzept für das neue Gemeindezentrum entwickeln.

    Unter diesen günstigen Voraussetzungen entsteht eine schlaue Planung, sie wird ausgiebig und öffentlich präsentiert, diskutiert, akzeptiert - und dann, nach diesem Erfolg, schlußendlich schubladisiert.
    ABER: es haben alle Beteiligten den von ihnen angestrebten Triumph zu verbuchen gehabt und für den jungen Planer war es der Beginn seiner Karriere. Die Sache selbst - die Expertise - war offensichtlich nur das Mittel zum Zweck für alle Interessenten und daher nicht per se gut oder schlecht bzw. auch nicht richtig oder falsch.

    Daß 25 Jahre später in derselben Gemeinde eine neue Studie über dasselbe Projekt „Gemeindezentrum“ mit anderen handelnden Politikern und anderen Experten sinngemäß dasselbe fachliche Ergebnis wie ursprünglich brachte, spricht nicht für die fehlende Qualität der ersten Expertise, sondern nur für die Strahlkraft der späteren Sonne.


    2.Veritas filia temporis

    Manche Experten, Gutachter und Sachverständige sind zutiefst überzeugt davon, daß nur sie die wahre Lösung für ein Problem wüssten und somit die einzig mögliche Raumordnung vertreten würden. Sie lehnen es ab, Raumplanung als Bestandteil der jeweiligen gesellschaftlichen Gegebenheiten zu verstehen. Ihre Fachmeinung ist für alle Zeiten die absolut richtige Wahrheit und ihr Credo lautet: „Darüber darf man nicht die Mehrheit bestimmen lassen, denn wir wissen es besser“.

    Doch schon Karl Kraus hat gewußt, daß die Wahrheit eine Tochter der Zeit ist. Dem Raumplaner verlangt diese Weisheit eine gehörige Portion planerischer Demut ab.

    Ein Beispiel a) „Kraftwerk I“ diene zur Erläuterung dessen. Man nehme:

    -ein geplantes Flußkraftwerk
    -die veröffentliche Meinung dazu (damals natürlich dagegen)
    -ein neues UVP-Gesetz ante portas
    -Politiker auf Tauchstation bzw. sicherheitshalber ohne Meinung
    -Gutachter in neuen, noch ungewohnten Aufgaben und Rollen

    In den damals erstellten Expertisen zum beabsichtigten Projekt wurde mehrheitlich der „ökologische Wahnsinn“  dieses Kraftwerkes verteufelt, die Zerstörung der „letzten“ heilen Landschaft beklagt und überhaupt die Notwendigkeit desselben in Zweifel gezogen. ABER:  unter den vielen Expertisen fand ein Gutachter auch positive Aspekte des geplanten Projektes, wie folgendes Zitat zeigt:
    „… das Projekt ist deshalb umweltverträglich, weil durch die 6-wöchige Sperre der Praterbrücke die Autofahrer gezwungen werden, auf den öffentlichen Verkehr umzusteigen und damit eine Verhaltensänderung herbeigeführt werden kann …“

    Und heute? Das Donaukraftwerk Freudenau gilt auch international als Musterbeispiel ökologisch optimierter Planung und als nachhaltiges Projekt, das die Energiewende mit erneuerbarer Energiegewinnung unterstützt.
    Nur nebenbei: die Praterbrücke wurde nicht gesperrt wie begutachtet, weil neue Baumethoden zum Einsatz kamen. Der Modal-split hat sich trotzdem weiter zugunsten des Öffentlichen Verkehrs entwickelt, - allerdings nicht wegen des damals angefeindeten Kraftwerks, sondern wegen des U-Bahn-Ausbaues und der in Wien eingeführten Parkraumbewirtschaftung.

    Die Wahrheit ist eben immer eine Tochter der Zeit …

    Ein weiteres Beispiel b) „Kraftwerk II“ möge dies an Hand geänderter Wertvorstellungen bei der Flächenwidmung zeigen:

    In Österreich waren in den 60er/70er-Jahren des 20. Jhdt. zwei Standorte für die Errichtung von Atomkraftwerken an der Donau vorgesehen. Auf Grund des allgemein akzeptierten Standes der damaligen Raumplanung wurden die entsprechenden Flächenwidmungen in den Orten Stein (bei St. Pantaleon, NÖ) und Zwentendorf (NÖ) vorgenommen. Beide Widmungen wurden rechtskräftig und waren auch nach der Abstimmung gegen die Inbetriebnahme des fertiggebauten Atomkraftwerkes Zwentendorf 1978 noch einige Zeit weiter in Kraft.

    Einige Dezennien später und nach den Atomkatastrophen von Tschernobyl und Fukushima zeigte sich, daß damals als richtig akzeptierte Planungsansätze heute allgemein als falsche Weltanschauungen, Planungen und Expertisen gesehen werden.

    Die Wahrheit ist eben immer eine Tochter der Zeit …, aber damit muß ein Raumplaner auch erst einmal umgehen können.

    Beispiel c) „Ortsbild“ zeigt schön, daß auch der Gesetzgeber nicht vor sich ändernden Wahrheiten gefeit ist:

    In der Bauordnung eines österreichischen Bundeslandes waren Regelungen zur Ortsbildgestaltung enthalten, die auf eine „harmonische Einfügung eines neuen Bauwerkes in den Umgebungsbereich“ abzielten. Nachvollziehbare und exakte Kriterien zur Anwendung dieser Gesetzesbestimmung fehlten jedoch. Rd. 80 % aller Bauvorhaben wurden ohne besondere Beachtung dieser Bestimmung durchgeführt, aber - vor allem, wenn böse Nachbarn Einspruch erhoben - musste vom Raumplaner in einem aufwendigen Gutachten diese „harmonische Einfügung“ schlüssig und meist sehr kreativ für die Baubehörde nachgewiesen werden. Die Kosten hiefür trafen insbesondere die Wohnbauträger, da diese meist höher und dichter als die dörfliche Umgebung bauen wollten und somit auf entsprechende Gutachten angewiesen waren. Dies fiel wiederum den Politikern unangenehm auf, sind diese doch manchmal den Wohnbauträgern verbunden. Der Politik wurde es daher mit ihrem eigenen Gesetz zu bunt und es folgten mehrere Novellen des Ortsbildparagraphen, sodaß heute kaum mehr Widersprüche zum Ortsbild gefunden werden können.

    So kam es dazu, daß innerhalb weniger Monate die Bauordnung dieses Bundeslandes zweimal geändert wurde. Und die Richtigkeit, der Erfolg oder das Versagen der raumplanerischen Expertise hing somit ausschließlich vom Einreichdatum des zu beurteilenden Bauvorhabens ab.

    Die Wahrheit ist eben immer eine Tochter der Zeit, die sich hier innerhalb weniger Wochen fundamental verändern konnte …


    Einen weiteren trefflichen Nachweis für geänderte und unterschiedliche Wahrheiten in der Raumplanung, die davon abhängen, wo man sich mit einem Projekt auseinander zu setzen hat,  liefert das  Beispiel d) „Einkaufszentren“:

    Wir sind zwar alle heilfroh, daß die Hausfrau und Mutter nicht mehr täglich mit der Milchkanne zur Milchfrau pilgern muß, um frische Milch zu holen. Sinngemäß gilt dies für den Bäcker, den Fleischer und den Gemüsehändler. Zugleich sind wir aber alle erbitterte Gegner von Konsumtempeln auf der grünen Wiese, die zwar die Ortskerne veröden, wie behauptet wird, aber doch den täglichen Einkauf wesentlich erleichtern. Allerdings gelten in Abhängigkeit davon, wo wir wohnen bzw. arbeiten jeweils andere Wahrheiten zur Regelung bzw. Steuerung und/oder Verhinderung dieser Einkaufszentren (EKZ) durch die Raumplanung.  

    Abgesehen von den unterschiedlichen Bestimmungen der Bundesländer über die max. zulässigen Verkaufs-, Handels- oder Geschäftsflächen wird auch die Genehmigungspflicht jeweils anders geregelt. In Wien beispielsweise legt der Bebauungsplan auf Grund einer Raumverträglichkeitserklärung Art und Größe eines EKZ fest. Im Burgenland gibt es Einzelgenehmigungen der Landesregierung für größere Handelsbetriebe, in Niederösterreich ist die Widmung B-EZ aus dem Raumordnungsgesetz verschwunden. Dafür darf man jetzt in sogenannten Zentrumszonen, die im Flächenwidmungsplan ausgewiesen werden müssen, die gewachsenen Strukturen ohne Flächenbeschränkung zerstören. Salzburg hat ein eigenes Raumordnungsprogramm für die EKZ und die Steiermark verfügt im Raumordnungsgesetz über schlaue Ausnahmemöglichkeiten dazu.

    Und im jedem Bundesland wird die eigene Regelung als die einzig wahre angesehen …

    Wie bereits erwähnt, die Wahrheit ist eben immer eine Tochter der Zeit.


    3.Usus tyrannus

    Die Macht der Gewohnheit entbindet einen Planer nicht der Selbstkritik. Man sollte sich hüten, fremde Expertisen vorab zu verurteilen, auch wenn sie einem nicht in den Kram passen, den eigenen vorgefertigten Meinungen widersprechen oder aus sonstigen Gründen unbequem sind. Die Beurteilung gut, schlecht, falsch bzw. Planungserfolg oder Planungsversagen wird insonderheit dann zu leicht gefällt, wenn es sich um Expertisen des jeweils Anderen handelt. Noch dazu, wo die oben angeführten Kriterien nichts über die Richtigkeit oder Wahrheit (siehe Karl Kraus) der jeweiligen Planung aussagen …

    Schwer genug hat es aber auch der Expertisenersteller selbst. Er sollte nie aus den Augen verlieren, daß es zu einer bestimmten Fragestellung oder einem Problem nicht nur eine Vielzahl von Lösungen, sondern auch ebenso viele unterschiedliche Beurteilungs-möglichkeiten gibt.

    Jedoch: aus diesen anderen Meinungen einen persönlichen Angriff auf die eigene Expertenpersönlichkeit abzuleiten, entspricht leider der dem Menschen innewohnenden Macht der Gewohnheit. „Erfolgreiche“ Planer berücksichtigen dies.


    4.Ergreif‘ diesen Tag, nimmer traue dem Nächsten …

    … sagte Horaz.

    Und daher sollten sich Raumplaner nicht in Spekulationen über Planungserfolge oder Planungsversagen ergehen, sondern stets dessen eingedenk sein:

    -die eigenen Expertisen grundsätzlich so hoch als möglich antragen,
    -sie aber gerade deshalb nur als relativ wahr ansehen,
    -fremde Expertisen nicht immer schon auf Verdacht geringschätzen,
    -und immer dessen gewahr sein, daß das Ablaufdatum jeder Expertise „mit dem auf ihre Kundmachung folgenden Tag“  bereits begonnen hat.
     
     
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Termine & Veranstaltungen

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    Do, 22. Oktober 2020
    ORTE-SYMPOSIUM ZUR RAUMPLANUNG
    Öffentlich versus privat
    Beitrag von Susanne Scherübl-Meitz
    ORTE stellt in der nächsten Veranstaltung in NÖ ganz wesentliche Fragen unserer Zeit zur Diskussion:

    - Sollen wir (als Gesellschaft) der freien Verfügbarkeit von privatem Eigentum Schranken setzen, wenn es zB um gewollten Leerstand trotz Wohnungknappheit geht?

    - Soll knapper Grund und Boden bedingungslos der Spekulation unterliegen?

    - Darf Bauland weiterhin gehortet werden und sollen Widmungsgewinne allein beim Liegenschaftseigentümer bleiben?

    (frei zitiert aus dem Programmfolder)

    Gefragt ist hier - neben uns allen als Gesellschaft - vor allem die Politik. Ich hoffe auf zahlreiches Erscheinen, auch von politischen Vertreterinnen und Vertretern und freue mich auf spannende Denkansätze und Diskussionen!
     
    Ort: St. Pölten
    Veranstalter: www.orte-noe.at
     
     
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    Mi, 30. September 2020
    ÖREK 2030 - RAUM FÜR WANDEL
    Konferenz
    Beitrag von Susanne Scherübl-Meitz
    Transformation braucht Kristallisationspunkte - save the date!

    Ein wesentlicher Teil der geplanten breiten Beteiligung in der Erarbeitung des ÖREK 2030 ist eine zweitägige Konferenz am 30. September 2020 und 1. Oktober 2020.
    Die Konferenz „Raum für Wandel“ ist der inhaltliche Höhepunkt, der eine Gesamtperspektive auf die Raumentwicklung der nächsten 10 Jahre leisten soll.
     
    Veranstalter: ÖROK
     
     
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