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Büro Dr. Paula
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RICHTER MÜSSTE MAN SEIN ...

Mi, 20. Oktober 2010
Beitrag von Büro Dr. Paula
So ein Richter hats gut: er ist weisungsfrei und kann vollkommen unabhängig arbeiten, so unabhängig, dass er sich sogar seine Arbeitszeit frei einteilen kann.
Er ist nur an die Gesetze gebunden und sonst an gar nichts. Er produziert Urteile und spricht Recht "im Namen des Volkes". Und da wir, das Volk, ja nicht unfehlbar sind, muß er sich - vielleicht sogar gegen seinen Willen - dieser Gegebenheit unterwerfen und seinerseits ein paar kleine Fehler in seine Urteile einbauen. Und je komplizierter das Verfahren oder der zu richtende Gegenstand ist, desto mehr kleine Fehler muß er einbauen - er spricht ja in unserem, des fehlerhaften Volkes Namen. Verständlich, oder? Gott sein Dank muß ein Richter aber ein fehlerhaftes Urteil nicht auch noch verantworten. Denn über ihm gibt es höhere Instanzen, die darauf schauen, dass nichts passiert. Und ganz oben sitzt die General-prokuratur, die im Ernstfall ein solches Urteil kurzerhand wieder an die erste Instanz zurückverweist oder sonstwie strafverschärfend oder -mildernd eingreift. Und was macht der Richter: er lacht und sagt, dass bei einem so komplizierten Verfahren schon Fehler vorkommen "müssen". Und deswegen gäbe es ja auch die höhere Instanz, damit alles wieder korrigiert werden könnte. Da denkt man sich als kleiner Ziviltechniker schon seinen Teil: wenn unsereinem ein Fehler passiert, sind wir nicht nur haftbar, sondern müssen auch den Schaden ersetzen. Um unseren Job bei diesem Auftraggeber brauchen wir uns keine Sorgen mehr zu machen, den sind wir nämlich los. Und weil sich so was rasch herumspricht, verzichten gleich noch ein paar weitere Auftraggeber auf unsere Dienste.
So einfach ist das bei uns Nichtrichtern, wenn wir fehlerhaft arbeiten.

Als Richter hingegen bringt man es sogar zum Minister ...