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DER SCHIEFE TURM VON PISA ...

Di, 28. September 2010
Beitrag von Dr. Luzian Paula
Sie haben eine Gemeinsamkeit: sie stehen alle schief.

Gut - in Pisa kann der Architekt, bzw. Baumeister, wie das früher hieß, nichts dafür, weil der schlechte Baugrund ganz einfach nachgegeben hat. Sumpfiges Land halt, so wie in der Leopoldstadt in Wien. Und doch stehen alle anderen alten und neuen, kleinen und großen Häuser hier gerade und lotrecht in den Himmel. Offensichtlich hat man seit den Zeiten von Pisa gelernt, ordentliche Fundamente, die das Gewicht ihrer daraufstehenden Häuser tragen können, auch in schwierigem Untergrund ausreichend zu dimensionieren. Warum stehen dann die beiden Hochhäuser schief? Noch dazu wo sie von den beiden berühmten Architekten Hans Hollein und Jean Nouvel entworfen wurden? Hat man keine Bodenerkundung vorgenommen oder auf Bohrpfahlfundamente aus Sparsamkeitsgründen verzichtet? Hat man einen schlechten Statiker gewählt? Hat die Festigkeit des Fundament-betons nicht das gehalten, was die Lieferfirma versprach? War der Zement aus Kuba? Oder hat der Polier sein Senkblei ins Dorotheum getragen und die Senkrechte nur mit freiem Auge - nach drei bis vier Flaschen Gösser - ermittelt? Oder hat sich gar der Computer bei der Erstellung der Schalungspläne geirrt?

Wir wissen es nicht. Wir wissen nur, dass sich die Architekturkritiker freudig des Themas angenommen haben und in ihrem unverständlichen Sprech (Deutsch kann man dazu nicht sagen) die hintergründigsten Gestaltungsprinzipien ("presque rien") herbeischreiben und in lauten Jubel ausbrechen. Und dabei hat der Polier nur sein Senkblei versetzt ...