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HALLSTATT IN CHINA ...

Fr, 22. Juli 2011
Da sage noch Eine/r was gegen die Chinesen!
Beitrag von Dr. Luzian Paula
Treiben sich diese doch ein ganzes Jahr in unserem schönen Hallstatt herum, verkleidet mit Lederhosen, Dirndlkleidern und Gamsbarthüten - damit man sie nicht so leicht erkennt - und spielen friedliche Touristen. Die wackeren heimischen Gastronomen haben den Glitzerfilter in ihren Augen blitzartig von Dollar auf Yuan umgestellt und zur Sicherheit die saftigen Grundzuschläge weiter erhöht. Man wunderte sich zwar über die relativ lange Aufenthaltsdauer der Gäste (man bedenke: bei diiieesen Preisen!), aber man war zufrieden. Zumal auch der heimische Billigtourist damit von der Weltkulturstätte mit einem einfachen Argument: „leider ausgebucht“, leicht zu vertreiben war. Schlaraffia in Hallstatt! Seit den Zeiten des keltischen Salzabbaues hat die Region nicht vergleichbar gut verdient.

Und jetzt das: waren doch unsere gelben Mitbürger auf dieser Erde gar nicht als Touristen in Hallstatt! Nein, beruflich! Sie haben uns schamlos getäuscht! Lederhose und Gamsbart waren keine Verkleidung, sondern berufsmässige Tarnung! Der See droht, sich ob dieser Unverfrorenheit aufzutun und diese bösen Ausländer zu verschlingen! Doch die sind leider nicht mehr da und lediglich einige verkleidete Touristenboote aus Plastik, die so manch gutgläubigem Fremden als Hallstätter Fischereifahrzeuge gezeigt wurden, fielen dem wütenden See zum Opfer.

Und wo sind all diese Touristen aus China hingekommen? Die sind schon längst wieder zu Hause und haben sofort damit begonnen, eine perfekte Kopie von Hallstatt am Li-Fluß aufzubauen. Die notwendigen Pläne hatten sie während ihres touristisch getarnten Besuches akribisch und geheim erstellt, dazu Skizzen und Fotos angefertigt, Aufriße gezeichnet und Sperrmaße abgenommen. Der (Wieder)Aufbau erfolgte allerdings nicht ganz genau im Maßstab 1:1, leichte Verbesserungen erfolgten: so wurden u.a. die winzig kleinen Fensteröffnungen des Originals auf ein in China gültiges menschenwürdiges Maß vergrößert, sodaß auch etwas Licht in die guten, neuen Stuben fallen kann.

Hallstatt (das Original) schäumt und das Weltkulturerbe wankt!

Und doch, man muß der ganzen Aktion einen gänzlich neuen Aspekt abgewinnen - und dann schaut die Sache nicht nur nicht anders aus, sie stellt sich sogar als ein wesentlicher positiver Beitrag zur Nachhaltigkeit dar. Sie wird nämlich globalen Einfluß auf das Weltklima ausüben, - Kyoto und seine schwindligen Ziele dürfen wir getrost vergessen.

Weil warum?
All die vielen reiselustigen Chinesen brauchen nun nicht mehr in enge Flugzeuge gepfercht und über zig-tausende Kilometer hin und her transportiert werden, - allein die gewaltige Reduktion der Treibhausgase, die nicht mehr aus den Aeroplanen herauskommen, wird den ökologischen Fußabdruck des ganzen gelben Volkes auf den eines Federgeistchens sinken lassen. Vorbei die Angst um schmelzende Gletscher, Polkappen und Tiefkühltruhen, vorbei die Angst um steigende Wasserspiegel der Weltmeere und des Hallstätter Sees!

DAS ABKUPFERN VON HALLSTATT IST EIN GENIALER PLAN DER CHINESEN, UM DAS WELTKLIMA WIEDER ABZUKÜHLEN! WIR SOLLTEN ES IHNEN DANKEN!

Und doch, vieles wird dadurch erreicht, aber mehr ist möglich: wenn wir noch den Stephansdom in China nachbauen lassen und Versailles auf Hawaii, Kaprun in Dubai und Ybbs-Persenbeug in der Sahara, ein Stückchen der Namib im Amazonasbecken und die Streif in Khartoum, dann entziehen wir der katastrophalen Klimaerwärmung jede weitere Grundlage! Und wenn dann auch noch die Chinesische Mauer nach Europa kopiert wird, braucht gar niemand mehr zu reisen!

Doch dann wird es schön langsam wieder bedenklich: der klimarelevante Effekt durch den völligen Entfall der Flugreisen könnte so stark werden, daß uns bald eine neue Eiszeit droht …

Aber da wird uns sicher auch wieder was Gescheites einfallen.


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