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Büro Dr. Paula
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FLEDERMÄUSE - WO SIND DIE KLEINEN VAMPIRE?

Mo, 09. August 2010
Beitrag von Dipl. Ing. Thomas Proksch
Bei Straßen- und sonstigen Infrastrukturprojekten stellt sich vermehrt die Frage nach den Auswirkungen der unterschiedlichen Vorhaben auf die Fledermauspopulationen im jeweiligen Bearbeitungsgebiet.

Auf Grund der mangelnden Datenlage über die nachtaktiven, fliegenden Säuger kommt der fundierten Erhebung des Ist-Zustandes erhöhte Bedeutung zu. Für die Kartierung von Fledermäusen verfügt das Büro Land in Sicht seit heuer über einen hochwertigen batcorder für Echtzeitaufnahmen, der automatisch und autonom akustische Erfassungen von Fledermausaktivitäten durchführt.

Ab den Dämmerungsstunden wird der batcorder entweder stationär die gesamte Nacht über oder wechselnd entlang potenzieller Fledermausrouten aufgestellt. Die so gewonnenen Daten werden mittels Spezialsoftware ausgewertet, um ein vorläufiges Artenspektrum zu erhalten. Gleichzeitig werden mit dem Mischdetektor zusätzliche Artnachweise erbracht, wobei dieser vor allem für Transekte zum Einsatz kommt. Nach weiterer Analyse und Korrektur der Daten unter Einbeziehung der Habitatansprüche der einzelnen Arten, Literaturauswertungen und Suche nach potenziellen Wochenstubenquartieren kann so ein gutes Abbild des Fledermausvorkommens in einem abgegrenzten
Untersuchungsraum gegeben werden.

Voraussetzung für eine fundierte Auswertung stellt die Auswahl der Aufstellungsstandorte des batcorders dar. Unter Berücksichtigung der Biologie der Fledermäuse werden die Standorte im Vorfeld abgeklärt und bei günstigem Wetter (warme, windstille, weitgehend trockene Nächte) abgehört. Ergänzend finden mit dem Mischdetektor Begehungen bzw. Befahrungen von Transekten mit unterschiedlichen Längen statt.

Ansprechpersonen im Büro Land in Sicht sind DI Petra CERMAK, DI Alexandra JANETSCHEK-BORST und Dr. Verena KOWARC