Land.In.Sicht
Büro Dr. Paula
Zurück

STEINHOF UND DAS WELTKULTURERBE

So, 30. Oktober 2011
Beitrag von L. Paula
So einfach geht das: Da wurde vor Jahren (2008) in einem demokratisch nach der Wiener Bauordnung durchgeführten Verfahren, das auch die gesamte Öffentlichkeit (durch öffentliche Auflage samt Möglichkeit zur Stellungnahme) mit einbezogen hat, die Flächenwidmung auf den Steinhofgründen in Wien-Penzing geändert. Neben den denkmalgeschützten Gebäuden von Otto Wagner sollte in dem weitläufigen Areal auch die Errichtung von neuen Wohnungen zulässig sein.

So weit, so gut.

Doch wenn es dann an’s Bauen geht, kommen auf einmal (neue) Anrainer daher und sind damit gar nicht einverstanden. Sie möchten - wie so oft erlebt - die Letzten gewesen sein, die in dieser zugegeben schönen Lage am Wiener Stadtrand zugezogen sind und dort ihr Häuschen errichtet haben.

Und wo solcherart gestalteter Wirbel ist, findet sich leichtlich die völlig undemokratisch und an keine politischen Beschlüsse gebundene UNESCO ein und äußert über die ebenso undemokratisch nicht legitimierte ICOMOS ihre massiven Bedenken über die beabsichtigte Verschandelung der Steinhofgründe.

Und siehe: die Kronen Zeitung ist sogleich dabei und was bedeutet dies? No natürlich: Bürgermeister und Vizebürgermeisterin (immerhin Vertreter der bislang stattgefundenen politischen Entscheidungen) sind ab sofort naturgemäß auch gegen die "Verbauung".

Eine demokratisch gefundene Festlegung ist somit in Zukunft nichts mehr wert.
Früher sprach man in Wien oft davon, dass "einer nach Steinhof gehört". Möge uns diese Redensart in Zukunft erspart bleiben ...