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DER WIND HAT SICH GEDREHT ...

Sa, 07. April 2012
Adler vs Windräder
Beitrag von L. Paula
Seit das Burgenland mit seiner Energieautarkie ernst gemacht hat - durch den massiven Ausbau der Windenergie wird man dieses Ziel 2013 erreichen - wachen auch andere Bundesländer auf. Letzten Berichten zufolge steht nun auch die Landespolitik in Niederösterreich neuen Windrädern positiv gegenüber. Der neue "NÖ Energiefahrplan 2030" legt erfreulich klar fest:

- Bekenntnis zur Nutzung der Windenergie in Wirtschaftswäldern;
- verstärkte Einbeziehung von Klimaschutzeffekten und ökologischen Vorteilen der Windenergie bei naturschutzrechtlichen Beurteilungen;
- Bekenntnis zum Netzausbau.


Seitdem das Burgenland als Vorbild dasteht und die OMV das Weinviertel mit der angedachten Schiefergasproduktion geschockt hat, dürfte sich die Erkenntnis durchgesetzt haben, daß man lieber Wind erntet, statt Gas zu „fracken“. Auch in der Bevölkerung scheint der grundsätzliche Widerstand - ausgenommen natürlich jener der unmittelbaren (mindestens 1.800 m entfernten) Anrainer - abgenommen zu haben. Nachdem man sich auf der Parndorfer Platte im Nordburgenland in natura anschauen kann, wie sich 280 Windräder ausmachen (gar nicht so schlecht nämlich) ist die Angst im Sinken.

So weit, so gut bzw.schlecht, wenn man dagegen ist. Es müssen also andere „Schützer“ her, um neue Windräder zu verhindern. Das Angebot auf dem diesbezüglichen Markt ist groß, man wird sich rasch handelseins und siehe: keine Kröte, kein Igel, keine Fledermaus - nein, der Seeadler und der Kaiseradler müssen nunmehr von „Vogelschützern“ gerettet werden. Letzten Pressemeldungen zufolge stellen gerade die geplanten Windparks im Weinviertel eine schwere Gefährdung für die majestätischen Vögel dar. Die bei uns seit langer Zeit ausgerotteten Viecher erobern sich nämlich langsam, aber sicher wieder einen Platz auch in unserem Luftraum.

Ärgerlich ist nur, daß man die intelligenten Tiere für völlig blöde hält. Weil so richtig dumm muß man als Adler schon sein, wenn man aus dem Südosten entlang der Donau sein Revier wieder nach Niederösterreich ausdehnt, dabei die riesigen Windparke im Nordburgenland glücklich umfliegt, den Flughafen Schwechat und die Großstadt Wien unbeschadet übersteht und dann schnurstracks in ein Weinviertler Windrad fliegt.

Fürwahr, da können nur mehr Vogelschützer helfen …