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DIE REBLAUS UND DER BIBER

Sa, 19. Mai 2012
Ein fürwahr ungleiches Paar ...
Beitrag von L. Paula
Kennen Sie Klosterneuburg? Und die dortige Weinbauschule? Berühmt und erfolgreich; das önologische Zentrum des österreichischen Weinbaues, dem spirituellen Zentrum Mariazell nicht unübel vergleichbar.

Und doch: auch in Klosterneuburg passieren Fehler. Es ist zwar schon länger her (über hundert Jahre), als man beim Versuch, geeignete Mittel zur Bekämpfung der eingeschleppten Reblaus zu finden, ein paar der possierlichen Tierchen entweichen liess.

Die Folgen für den österreichischen Weinbau waren katastrophal. Der größte Teil der Weinstöcke wurde damals vernichtet.

Und heute? Heute setzt man gezielt andere possierliche Tierchen aus, die bei uns gefürchtet und schon seit längerer Zeit ausgerottet waren: die Biber. Was aus Gründen von Artenvielfalt und -schutz durchaus begrüssenswert ist.

Aber: den Bibern gefällt es hier bei uns so gut, daß sie die zur kontrollierten Besiedelung vorgesehenen (kleinen) Gebiete schon längst verlassen haben und an vielen anderen Flüssen ihr Bauwesen treiben. Und das gefällt nicht mehr allen, vor allem nicht den Betroffenen. Denn z.B. im Piestingtal im südlichen NÖ oder in den Flußläufen des Wiener Beckens erhöht sich die Überflutungsgefahr durch verklaustes Biberschadholz enorm. Und nachdem die Tiere streng geschützt sind und auch keine natürlichen Feinde haben, kann man dem Treiben nur zuschauen.

Und jetzt melden auch noch die Ostbauern aus der Wachau, daß die vor kurzem eingewanderten Nager Geschmack an jungen Obstbäumen gefunden haben und wie weiland die Reblaus ganze Kulturen mit Genuß vernichten.

Vielleicht doch kein so ungleiches Paar, die beiden?