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BAD BLUMAU VS BIO

Sa, 02. Februar 2013
St. Florian und das Dilemma
Beitrag von L. Paula
Die südoststeyrische Gemeinde Bad Blumau (das ist die mit der schiefen Hundertwasser-Therme) steckt tief im Dilemma: lässt man den größten österreichischen Obst- und Gemüseverarbeiter eine Glashausplantage (26 ha Glashäuser auf 40 ha Fläche) errichten?  Dort soll für eine österr. Handelskette der gesamte Bedarf an Paradeisern, Paprika und Gurken ohne Spritzmittel produziert werden. Man kann dann auf die Importe aus China, Chile oder sonst von wo verzichten. Damit könnte Blumau zum Zentrum des Bio-Gemüsebaues werden und den Wiener Gärtnern Konkurrenz machen.
Doch leider ist die riesige, schief betonierte Thermal- und Hotelanlage dagegen, weil sie in "unberührter" Natur sitzen will und ihren zahlenden Gästen die Illusion von heiler Welt auf Kosten der umliegenden Bauern vorspiegeln will. Die Hotelküche kauft natürlich nur handgepflücktes Obst und Gemüse sowie handgestreichelte Fleischwaren ein, die Fische werden zum freiwilligen Verlassen des Wassers überredet und Geflügel kommt nur auf den Tisch, wenn es sein natürliches Ende kommen spürt.

Das alte Dilemma zeigt sich einmal mehr: wir alle wollen bio, aber zugleich möglichst billig essen, wir wollen naturnahen Urlaub machen, dabei aber viel Wasser verbrauchen und möglichst fein speisen. Nur - erzeugt werden darf das alles nicht in unserer Sichtweite.
Denn wenn es von weit her kommt, is’ es eh’ bio und solange wir es nicht anschauen müssen ...

Hl. Florian, verschon’ mein Haus, zünd’s andere an!