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STEP 2025 – WIEN WOHIN? STADT ENTWICKELN

Mo, 27. Mai 2013
Was Stadtentwicklung und Dancing Stars gemeinsam haben ...
Beitrag von S. Scherübl-Meitz
Am 22. Mai 2013 fand im Odeon im 2. Wr. Bezirk die erste große öffentliche Veranstaltung zum Stadtentwicklungsplan Wien 2025 (STEP 2025) statt. Der Saal platzte aus allen Nähten - mehr Personen als "Digi-Voting"-Geräte im Saal sind gekommen! Maria Vassilakou, Vizebgm. und Stadträtin für Stadtentwicklung, Verkehr, Klimaschutz, Energieplanung und BürgerInnenbeteiligung zeigt sich erleichtert, dass so viele Menschen Interesse zeigten. Anwesend waren Politiker (Bezirks- und Gemeinderäte), Bürgerinitiativen, Stadtplaner, Architekten, Wirtschaftskammer, Wiener Linien  u.v.m. und auch „ganz normale“ Bürgerinnen und Bürger.
Der Abend begann mit vier interessanten Impulsreferaten von Günther Ogris (Sozialwissenschafter SORA), Gabu Heindl (Architektin und Urbanistin), Gerda Schneider (Prof. f. Landschaftsplanung, BOKU Wien) und Christian Kühn (Prof. f. Gebäudelehre, TU Wien).
Die Bürgerinnen wurden eingeladen über Fragen, die an die Wiener Volksbefragung erinnerten, per Digi-Voting abzustimmen:
Frage 1: Wie soll Wien zukünftig wachsen? Antwort 1: Durch Stadterweiterung auf unbebauten Flächen, Antwort 2: Durch Nachverdichtung;
Frage 2: Wien soll in den kommenden Jahren massiv in sozialen Wohnbau, Infrastruktur, Bildung und Soziales investieren. Antwort 1: Ich stimme zu, Antwort 2: Ich stimme nicht zu.
Frage 3: Wachstum der Stadt heißt Wachstum der Lebensqualität. Antwort 1: Ich stimme zu, Antwort 2: Ich stimme nicht zu;
Zahlreiche BürgerInnen im Saal äußerten ihren Unmut über die NO-NA-Fragen bzw. unklare Formulierungen. Ich hatte den Eindruck, dass die Botschaft bei den Veranstaltern (wer auch immer sich die Fragen ausgedacht hat) angekommen ist.
Im Rahmen von Fragerunden kamen die BürgerInnen im Saal schließlich auch noch zu Wort. Der Ton war eher vorwurfsvoll bis feindseelig. Vertreter von Bürgerinitiativen und vom BürgerInnenrat gaben zum Ausdruck, dass sie sich in vergangenen bzw. in diesem Verfahren nicht ernst genommen fühl(t)en. Maria Vassilakou räumte ein, dass sie am Beginn eines Lernprozesses stünden. In Wien gäbe es ja nicht DIE Tradition in Sachen Bürgerbeteiligung ...  Auch Planungsdirektor Thomas Madreiter fand offene Worte und vermittelte den Eindruck, bereits an der Lösung vieler angesprochenen Probleme zu arbeiten.
Sehr deutlich forderte Maria Vassilakou eine Widmungsabgabe – in welcher Form auch immer – für Wien.

FAHRPLAN ZUM STEP 2025:
Nach dem Sammeln von Inputs von BürgerInnen, Initiativen, ExpertInnen soll über den Sommer eine Zusammenfassung dieser Inputs in einer ersten Textversion erfolgen. Diese soll im Herbst 2013 u.a. im Rahmen einer weiteren Veranstaltung diskutiert werden. 2014 ist der Beschluss im Gemeinderat geplant.

FAZIT 1:
Die Veranstaltung war gut gemeint. Auch wir haben die Erfahrung gemacht, dass man es auch mit BürgerInnenbeteiligung nicht immer allen recht machen kann.

FAZIT 2:
Stadtentwicklung is not Dancing Stars.