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Büro Dr. Paula
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DOCH KEINE SENSATIONSFUNDE IN SCHÖNGRABERN

Di, 05. November 2013
Geophysikalischen Untersuchung nicht verifiziert
Beitrag von L. Paula
So berichteten wir im August 2013:

"... unser Büro beauftragte daher in Abstimmung mit dem Bundesdenkmalamt die ZAMG, eine geophysikalische Untersuchung des gesamten Kirchenareals durchzuführen.

Und deren Ergebnisse sind ein Hammer, wie die folgende Kurzzusammenfassung zeigt:

Die von der ZAMG am 18./19. Juni 2013 durchgeführten geophysikalischen Messungen (Magnetik und Georadar) und die daran anschließende archäologische Interpretation haben spektakuläre Ergebnisse gebracht, die möglicherweise alle bisherigen Überlegungen und Interpretationen zur Baugeschichte der Kirche von Schöngrabern in Frage stellen.

Kirche:
Nördlich und südlich der bestehenden Kirchenapsis sind massive Steinstrukturen zu erkennen, die auf einen (größeren) Vorgängerbau (?) hinweisen, wobei die nördlich der Apsis gelegene Struktur als Eingangsbereich gedeutet werden kann. Parallel zur Südwand des Langhauses verläuft eine massive Mauer bis etwa in den Bereich des ehem. westlichen Endes des romanischen (?) Kirchengebäudes.
Direkt an die nordöstliche Fundamentstruktur angrenzend ist eine kreisrunde Mauer mit rd. 6 m Durchmesser erkennbar (Eine Interpretation als Karner scheint nicht schlüssig, da diese Struktur zu wenig tief und massiv ausgeführt ist).

Kirchenumfeld:
Nordöstlich der Kirche ist in geringerer Tiefe eine schräg zu den bisherigen Strukturen gelegene Bebauung (?) in der Größe von rd. 8 x 18 m deutbar, die zumindest zwei Innenraumunterteilungen aufweist (Wirtschaftsgebäude ?).
Besonders auffällig ist, daß diese Struktur die Ausrichtung sämtlicher anderer Bauten des Kirchenumfeldes nicht aufgreift.

Grundstück ehem. Mesnerhaus:
Im östlichen Teil des Grundstückes ist in einer Tiefe von 0,3 bis 1,0 m ein möglicher Vorgängerbau (?) der heutigen Kirche erkennbar. Das Gebäude ist Ost-West orientiert, hat eine Größe von rd. 10 x 21 m und weist eine Apsis im Osten von rd. 3 x 5 m auf. Im Westen besteht ein Eingangsbereich (?) von rd. 5 x 5 m, in dessen Ecken zwei kreisrunde Steinstrukturen mit rd. 0,6 m Durchmesser (Säulen ?) erkennbar sind.
Wenn diese Struktur durch Grabungen als Kirche nachgewiesen werden kann, stellt sich die Frage, warum die sonst übliche Kontinuität von Sakralbauten (Kirchen werden über Kirchen errichtet - der geweihte Ort wird üblicherweise beibehalten) hier unterbrochen wurde.

Pfarrgarten:
Auf der vermuteten ehem. Pfarrerhofstelle wurde in der Mitte des Grundstückes eine rd. 20 x 22 m große Verfüllungsfläche in relativ großer Mächtigkeit mit Steinlagen (Fundamente) entdeckt, die auf ein ehem. größeres Gebäude (?) hinweist.

Historiker und Archäologen raufen sich jedenfalls die Haare, denn alle bisherigen Theorien zur berühmten Kirche sind jetzt Makulatur geworden. Den Kunsthistorikern steht der Schock noch bevor.

Zur Konkretisierung der Funde werden nunmehr im Zuge der Bauarbeiten am neuen Musikerheim und Parkplatz archäologische Sondierungsgrabungen durchgeführt, um eine Datierung vornehmen zu können. Wir haben im Gestaltungskonzept die unterirdischen Funde vorerst in der Pflasterstruktur sichtbar gemacht (siehe die untenstehende Abb. 16) . ..."


PDF-Dokument Abbildung 16 - Gesamtkonzept und Maßnahmen 

Und dann wurde an 2 Stellen archäologisch nachgegraben - und: nix is mit der vermuteten Kirche und den anderen Bauten. Man fand nur das Gräberfeld des ehem. Friedhofes um die Kirche.

Jetzt müssen alle neu nachdenken