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50 JAHRE EVN IN DER SÜDSTADT

So, 15. September 2013
Städtebau der Frühzeit
Beitrag von L. Paula
1963 also übersiedelte die EVN (Energieversorgung Niederösterreich) ihre Konzernzentrale aus Wien in das neu errichtete Verwaltungsgebäude in der nö Gemeinde Ma. Enzersdorf im Süden Wiens. Das markante Haus prägt auch heute noch die zur Stadtlandschaft gewordene Region.
Die EVN-Zentrale ist zugleich Teil der planmässig angelegten "Südstadt", deren städtebauliches Konzept aus den späten 50er-Jahren des 20.Jhdt. stammt und durch städtebaulichen Ideen von Roland Rainer und Rudolf Wurzer inspiriert wurde.

Sieht man sich Fotos aus der Zeit der Errichtung dieser neuen Stadt auf der grünen Wiese an, kann man sich gar nicht vorstellen, daß aus diesen Betonblöcken die intensiv durchgrünte Südstadt von heute mit ihrer hohen Wohnqualität wurde.

Eigentlich ein Glück, daß es damals noch keine Raumordnung gab. Denn sonst gäbe es diese Stadt vielleicht gar nicht: denn eine Baulandwidmung auf der grünen Wiese ohne Anschluß an bebautes Gebiet ginge ja gar nicht mehr. Und ein heutiges regionales Raumordnungsprogramm würde sicherlich zahlreiche Siedlungsgrenzen und erhaltenswerte Landschaftsteile festgelegt haben, wo jetzt die Stadt ist. Und nach § 54 der Bauordnung fände sich im Radius von 100 m um den Bauplatz keine gleichartige Bebauung (Bebauungsplan hat’s damals nämlich noch keinen gegeben, der ein Abweichen sonst erlaubt hätte). Und erst der berühmte § 56 der Bauordnung, der hätte die EVN-Zentrale ganz sicher verhindert ...

Manchmal gibt es halt glückliche Fügungen ...