Land.In.Sicht
Büro Dr. Paula
Zurück

SENSATION: TRIEL DOCH NÜTZLICH

Sa, 10. Oktober 2009
Beitrag von Dr. Luzian Paula
Galt der geheimnisvolle und daher umso wertvollere Vogel Triel bisher als Schrecken aller Straßenbauer und Projektentwickler, gilt es nunmehr das bisher von der Vogelwissenschaft gezeichnete Bild zu relativieren bzw. sogar zurechtzurücken!

Dem schönen Tier, das noch kein gewöhnlich Sterblicher je gesehen hat, wurde bisher von einer einseitig beeinflussten Wissenschaft kein anderer Nutzen zuerkannt, als jener, sich trefflich gegen neue Bauprojekte einsetzen zu lassen. Dieses negative Image des Vogels muß nun gründlich revidiert werden!

Einem unserer Mitarbeiter ist nämlich jene sensationelle Entdeckung zu verdanken, die den Vogel bei der - Arbeit (sic !) - zeigt. Und das kam so: im Rahmen einer Felderhebung für die UVE der Sach- und Kulturgüter, die dem Bau der S 8 Marchfeld Schnellstraße (Anm. d. Red.: von Wien nach Bratislava) im Wege stehen, sollte auch ein Marterl dokumentiert werden, das leider als Opfer des neuen Verkehrsweges geschleift werden muß. Wie staunte aber unser wackerer Kollege, als er von zwei grimmigen, gefiederten Wachtposten an der näheren Erhebungsarbeit gehindert wurde! Mit der fiepsend vorgetragenen Begründung: "wenn man uns schützt, dann schützen wir im Gegenzug andere gefährdete Arten" wurde er unter Androhung tierischer Gewalt vom Feld verjagt. Geistesgegenwärtig konnte unser Mitarbeiter auf der Flucht durch ein hastig angefertigtes Foto die unheimliche Begegnung dokumentieren. (siehe unten)

Als Raumplaner muß man zwar keinen Triel kennen, aber nachdem der Kollege zwar heil, wenngleich geschockt, das rettende Büro wieder erreicht hatte, holte er Rat und Hilfe bei den Kollegen von der Landschaftsökologie ein. Und das Ergebnis verblüffte: denn siehe - es waren Triele, die sich den Schutz des Marterls angelegen sein ließen! Und damit war der Beweis erbracht, daß - auch wenn die reine Wissenschaft das nicht wahrhaben will - der Triel eigentlich ein Nutztier ist! Einschränkend ist anzumerken, daß sein Nutzen als Wachttier vorerst der einzige ist, der hiermit wissenschaftlich nachgewiesen werden konnte. Ob der Vogel auch einen Beitrag zur Verbesserung der Ernährungslage zu leisten im Stande sein wird oder gar zur Nachrichtenübermittlung (vgl. Brieftaube) taugt, werden weitergehende Forschungen noch nachzuweisen haben. Wir stehen jedoch nicht an, unsere bisherigen, von schierer Unwissenheit getragenen und daher leicht negativen Vorurteile gegenüber dem Vogel Triel grundsätzlich zu revidieren!

Wer jetzt noch weiterhin abfällig vom Triel spricht, bekommt es nach dieser sensationellen Entdeckung mit uns zu tun!