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FILMTIPP: LANDRAUB

Mi, 16. September 2015
UVP-Nachweis für In-die-EU-exportierende-Betriebe
Beitrag von Susanne Scherübl-Meitz
"Ackerland wird immer wertvoller und seltener. Jedes Jahr gehen etwa 12 Mio Hektar Agrarfläche durch Versiegelung verloren. Nach der Finanzkrise 2008 hat das globale Finanzkapital die Äcker der Welt als Geschäftsfeld entdeckt. Mit dem Landraub wollen die Reichsten der Welt sich Zugriff auf die wichtigste Ressource dieser Welt sichern. Statt Bauern bestimmen dann Profitinteressen über die Böden. Wenn wir den Raubzug nicht verhindern, werden unsere Lebensgrundlagen zerstört."

Der Film von Kurt Langbein erzählt in großen Bildern von den Hintergründen (EU Umwelt- und Agrarpolitik! Entwicklungshilfe!) und den fatalen Folgen für Mensch und Umwelt. Gute Böden sind bei uns nicht viel wert - diesen Eindruck gewinne ich mitunter bei der Interessensabwägung im Zuge der örtlichen Raumplanung!

Und: Warum führen wir nicht den Nachweis einer Umweltverträglichkeitsprüfung für Betriebe ein, die in die EU exportieren wollen?
So müsste
- die Umwandlung von naturnahen Flächen von mind. 70 ha (gem. dem Anhang zum UVP-G, Spalte 2, Z 45) bzw. 35 ha (Spalte 3, Z 45) für Zwecke der intensiven Landwirtschaftsnutzung oder
- die Rodung einer Fläche von mind. 20 ha (Spalte 2, Z 46) oder Erstaufforstungen mit nicht standortgerechten Holzarten in besonders schutzwürdigen Gebieten (ab mind. 15 ha, Spalte 3, Z 46) oder
- die Errichtung von Anlagen zur Herstellung oder Raffination von Zucker mit einer Kapazität von mehr als 200.000 t/a (Spalte 2, Z 87) -
wie in Österreich auch - einer UVP bzw. einer Einzelfallprüfung unterzogen werden.

Ich freu mich schon auf die vielen Aufträge in Übersee ...
Mehr Infos zum Film auf www.landraub.com