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Büro Dr. Paula
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NEUE ARBEIT FÜR PLANER IN STEYERMARK

Mi, 17. Juni 2009
Beitrag von Dr. Luzian Paula
Da ging ein interessanter Entwurf für eine Novelle zum Stmk. RPG in die Anhörung: wesentlicher Inhalt ist u.A. das vereinfachte Auffüllen von Baulücken und die Regelung der Intensivtierhaltung.

Besonders die Idee mit dem "Auffüllen" ist kreativ: zeichnete sich bisher die Steiermark schon durch unzählige Widmungsmöglichkeiten zur "Schließung", "Sanierung", "Auffüllung" und was immer es für Kreationen zur legalen Zersiedlung gibt, aus, so waren diese Gebiete bislang immer noch Bestandteil eines Flächenwidmungsplanes und somit eines ordentlichen Verfahrens. Das neue "Auffüllen" soll leichter werden: wenn zumindest zwei oder drei Häuser beieinander oder in einer Reihe stehen, kann der Bürgermeister ein "Auffüllen" ohne weitere Formalitäten zulassen.

Diese neuen Gebiete sind nicht Gegenstand eines Widmungsverfahrens und somit auch nicht Bestandteil des Flächenwidmungsplanes, brauchen keine Genehmigung durch die Landesregierung &tc. Wer die Steiermark kennt, kann sich vorstellen, wie es dann in ein paar Jahren dort aussieht ... Andererseits, nichts Schlechtes was nicht nebenher auch nützen möcht (H.C.Artmann): für uns Planer, die ja dann arbeitslos werden, wenns keine Flächenwidmungspläne mehr zu ändern gibt, tut sich ein ungeahnter neuer Markt auf. Weil warum: die österreichische Verwaltungskultur wird es nicht verwinden, daß irgendeine Festlegung ohne die Anlage eines Aktes vonstatten geht und in diesem Fall daher die Nachreichung von Gutachten fordern, daß es sich bei der bereits durchgeführten Auffüllung tatsächlich um eine solche gehandelt hat.

Wir werden unsere Tätigkeit darum auf die andere Seite des Schreibtisches verlegen müssen, um blumig den Nachweis zu führen, warum es in diesem und jenem berücksichtigungswürdigen Fall zu einer echten und keiner vorgetäuschten Auffüllung gekommen ist. Wir werden neue Gebiete ausfindig machen, die nach Auffüllung geradezu schreien. Und irgendwann werden wir dann vielleicht die zig-tausen Hektar Auffüllungen sogar in einem - wenngleich bereits sinnlos gewordenen - Flächenwidmungsplan darstellen dürfen ...