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ENERGIEWENDE WOLLEN WIR ALLE

Mo, 07. Dezember 2015
Impressionen einer UVP-Verhandlung
Beitrag von L. Paula
So einfach ginge es mit dem Klimawandel: erneuerbare Energien forcieren, forcieren und noch einmal forcieren, dann wird die Erderwärmung eingebremst. Mehr Windkraft muss her! Von der Klimakonferenz in Paris ist zu hören, dass zumindest eine Verzehn-fachung der Stromerzeugung aus Windenergie dazu einen wesentlichen Beitrag leisten kann.

So weit, so gut und alle sind dafür.

Und dann erlebt man eine öffentliche Verhandlung betreffend die UVP für einen neuen Windpark im südlichen Wiener Umland. Und auf einmal sind alle dagegen! Und vor allem jene der neu hinzugezogenen Bürger, die sonst am lautesten den katastrophalen Klimawandel beklagen und allen anderen die Schuld daran zuweisen.

Was ist passiert? Da wurde ein neuer Windpark gewidmet - in einer vom Land Niederösterreich per Verordnung dazu festgelegten Eignungzone. Natürlich nach erfolgter positiver Strategischen Umweltprüfung und sonst noch allen erdenklichen Untersuchungen. Die arme Gemeinde fühlte sich also in gutem Glauben mit ihrer Flächenwidmung und völlig im Recht.

Und dann dies: in der Verhandlung wurden der Bürgermeister und seine Gemeinderäte so ziemlich für alles verantwortlich gemacht, was so ein böser Windpark anstellen kann - Krebs, Lungenasthma, erhöhte Kindersterblichkeit, Vogel- und Fledermaussterben (das sind keine Vögel), Beeinträchtigung von Hörgeräten durch Infraschall, Mauerrisse und sogar noch eine Einsturzgefährdung historischer Bausubstanz u.a. Dummheiten mehr.

Und das alles trotz einer vom Land verordneten Eignungszone und Einhaltung der wirklich rigiden Abstandsregeln zwischen den Windradln und der nächstgelegenen Bebauung nach dem NÖ ROG.

Die Energiewende stellt man sich anders vor - und dem Bürgermeister gilt allgemeines Mitleid.