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DER WIND, DER WIND ...

Mi, 15. April 2009
Beitrag von Dr. Luzian Paula
... und wirft so Manchen um. Am liebsten bewirkt er dies in unseren neuen Stadtteilen mit ihren so modernen Hochhausarchitekturzitaten. Und ganz besonders in der neuen Donau City in Wien-Kagran. Erschreckende Fernsehbilder zeigen Personen, die sich mit Müh und Not durch Anklammern an festem Halt bemühen, nicht davongeweht zu werden.

Erste Verletzte gab es auch schon. "Starke Fallwinde und Böen" machen den Bewohnern der Donaucity zu schaffen - und auch am Wienerberg zwischen den neuen Hochhäusern verursachen "Starkwinde" den Bewohnern dieser Gegend Probleme (lt. Pressemeldungen). Was ist da los? Sind solche Schwierigkeiten auch in neu geplanten Hochhausvierteln zu erwarten? Und warum wird das nicht vorher untersucht? Interessanterweise besteht seit einigen Jahren auch für städtebauliche Projekte ab einer gewissen Größenordnung die Pflicht, eine UVP (Umweltverträglichkeitsprüfung) durchzuführen. Und da werden alle Schutzgüter akribisch untersucht und analysiert und zahlreiche strenge Auflagen festgelegt, damit nur ja nichts passiert. Alle Käfer, Lurche und Singvögel, Boden- und Nichtbodenwürmer, Sing- und Nichtsingvögel sowie Urzeit-, marinierte und Quartärkrebse, schutzwürdige und sonstige Bäume, Sträucher und Himmelschlüssel, Hühner, Enten und Gänse (gemästet oder gestopft), Ruderalpflanzen oder nicht, Unkraut und elektromagnetische Felder, Fische in Oberflächengewässern oder, wenn es solche nicht geben sollte, jene im Grundwasser oder in der Tiefsee werden im Rahmen einer solchen UVP wissenschaftlich unter die Lupe genommen und Maßnahmen zu ihrem Schutz formuliert.

Vielleicht findet sich glücklicherweise auch noch ein Triel-Vogerl, das man vor allzu viel verderblichem Lärm zwischen 18 20 und 21 15 Uhr (MEZ) schützen könnte ... Danach haben wir ganz einfach keine Kapazitäten mehr, um auch noch auf den Menschenschutz zu achten!

Schlußendlich wird der dort wohnhafte Mensch vom Wind und seinen Fallböen betroffen und nicht der Storch, der sich schon längst über alle Winde hinweg davongemacht hat. Vielleicht sollte man bei den Umweltverträglichkeitsprüfungen in Zukunft mehr das Schutzgut "Mensch" in den Vordergrund stellen, damit es unsere Spezies nicht so verbläst ...