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NÖ GEOTAGE

Fr, 14. September 2018
Hohlräume im Boden/Untergrund und ihre Auswirkung auf die Oberfläche
Beitrag von L. Paula
In Schloß Haindorf bei Langenlois wurden am 13./14. September die NÖ Geotage abgehalten, organisiert von der Geologischen Bundesanstalt, dem Forum Rohstoffe und der Raumordnungsabteilung des Amtes der NÖ Landesregierung.

Thema waren neben den geologischen Aspekten der unterirdischen "Hohlräume" (Höhlen, Bergbaue, Stollen, Erdställe, Weinkeller) auch die raumplanerischen Fragestellungen, insbesondere im Zusammenhang mit der Baulandwidmung und der Verkehrserschliessung.  

An Hand praktischer Beispiele aus Gemeinden wurde die Problematik aufgezeigt und rege diskutiert. So hat sich z.B. bei den im Weinviertel zahlreich vorhandenen Weinkellern, die bereits überwiegend aus der Nutzung gefallen sind, eine Umkehr des jahrhundertelang gültigen Prinzips: "der Unterlieger schützt den Oberlieger" ergeben. Geänderte Umstände wie Baulandwidmung, Baustellenverkehr, schwerere Landmaschinen etc., die sich über alte, bestehende Keller legen, führen zu einer Umkehr dieses Gewohnheitsrechtes. Wobei jedoch dem einzelnen Kellerbesitzer eine Sorgfaltspflicht auch bei Nichtnutzung des Kellers verbleibt.

Dies bedeutet eine erhöhte Wachsamkeit bei neuen Widmungen (Tragfähigkeit erkunden) und deren funktioneller Verkehrserschließung: denn ein alter Hintausweg, der über Kellerröhren verläuft und nie zu Problemen geführt hat, wird mit Baustellenverkehr zur akuten Gefährdung. Und ein Acker über einem Keller wird erst dann zum Problem, wenn er umgewidmet wird und durch die Bauführungen geänderte Abflußverhältnisse entstehen.

Sinngemäß ähnliche Probleme ergeben sich bei Bergbauen (aktiv oder aufgelassen), wobei vor allem die Gipsbergbaue im südlichen Wienerwald ein besonders hohes Gefährdungspotential aufweisen.

Die gut besuchte Veranstaltung, an der auch zahlreiche Ortsplaner teilgenommen haben, war ein voller Erfolg.