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NEUBAU BEWILLIGT, ABBRUCH ALTBESTAND VERSAGT

Do, 04. April 2019
... ein Schildbürgerstreich?
Beitrag von Susanne Scherübl-Meitz
Was anmutet wie ein Schildbürgerstreich passiert derzeit tatsächlich in Wien.

Konkret geht es um den Abbruch von Gebäuden, die vor dem 1. Jänner 1945 errichtet wurden. Sie durften bisher abgerissen werden, wenn sie nicht in einer Schutzzone standen. Jetzt, seit Inkraft treten der Novelle der Wiener Bauordnung mit Stichtag 29. Juni 2018, muss die Zulässigkeit des Abbruchs von der MA 19 (Architektur und Stadtgestaltung) bestätigt werden. Zu prüfen ist, ob an der Erhaltung des Gebäudes aufgrund seiner Wirkung auf das örtliche Stadtbild ein öffentliches Interesse besteht.

Diese Regelung ist prinzipiell begrüßenswert. Schließlich soll nicht jedes alte Haus mir nichts, dir nichts von Immobilienhaien abgerissen werden können. Problematisch wird es allerdings dann, wenn das Abrissverbot rückwirkend bereits rechtsgültige Baubescheide aushebelt!

Als Entscheidungsgrundlage für die zuständige Behörde (MA 37), die schlussendlich den Abbruch bewilligen muss, ist ein fundiertes Ortsbildgutachten hilfreich, welches sachlich fachlich prüft, ob das Gebäude tatsächlich aus Gründen des Stadtbildes erhaltenswert ist.
Kontakt: Büro Dr. Paula ZT-GmbH