Land.In.Sicht
Büro Dr. Paula
Zurück

UND DIE STRASSENBAHN KOMMT NICHT DAHER ...

Do, 14. Februar 2008
Beitrag von Dr. Luzian Paula
Glaubt man den medial kolportierten Berichten, wollen die Wiener Linien das Angebot im Öffentlichen Verkehr (an der Oberfläche: - sprich Straßenbahn und Autobus) langsam und unauffällig durch Verlängerung der Fahrplanzeiten ausdünnen. Als Grund wird genannt, daß - leider, leider - die schlimmen Fahrgäste ("Beförderungsfälle" hat es früher treffender geheißen) selber daran schuld sind. Weil warum: weil die à priori aufmüpfigen potentiellen Beförderungsfälle die seltener gewordenen Beförderungsangebote der Wiener Linien weniger in Anspruch nehmen und somit seltener zum tatsächlichen Beförderungsfall werden. Seltsame Logik: reduziere ich das Angebot und vergraule die Kunden weiter, habe ich weniger Beförderungsfälle und kann mein Angebot weiter einschränken. Das Defizit steigt und mein Eigentümer muß mehr für mich zahlen. Was will man mehr ... Und als Begründung sage ich: weil ich privatisiert (oder so) wurde, kann ich mich nur mehr nach der wirklichen Nachfrage richten und muß defizitäre Strecken schliessen. So weit, so gut. Aber dann möge man bitte konsequenterweise auch die Zahl und Notwendigkeit der Brücken über die Donau nach der Zahl der täglich festgestellten Schwimmer dimensionieren, die ebendieselbe auf dem Weg zur Arbeit in Wien, Linz, Passau oder anderswo durchqueren. Da könnte man einige teure Brücken einsparen ... So hab’ ich mir den Öffentlichen Verkehr schon immer vorgestellt: die Nachfrage regelt das Angebot und nicht das Angebot die Nachfrage. Nicht genug Nachfrage, weil weniger Angebot vorhanden - rrrrtsch, obidraht - und das verbleibende Angebot wird auch noch eingestellt. Die lieben Kunden, pardon Beförderungsfälle, sind leider selber schuld!