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INDUSTRIEKLETTERER und so ...

Di, 27. November 2007
Beitrag von Dr. Luzian Paula
Jetzt hamma’s amtlich: der neue Berufszweig des "Industriekletterers" ist geschaffen. Der "Presse" vom 20. 11. 2007 kann man entnehmen, daß die neue Architektur auch neue Herausforderungen an das bei Gebäuden nunmehr so genannte faciltiy management (ehemals: Hausmeister) stellt: und zwar weil warum? Weil die künstlerisch gestalteten Fassaden mit ihren schiefen, schrägen oder sonstwie angeordneten Glasflächen von normalen Putzbrigaden nicht mehr gereinigt werden können, - außer von schwindelfreien Spezialisten, die, einem James Bond nicht übel vergleichbar, unter Mißachtung von Schwerkraft und Reibung, das Unmögliche möglich machen: nämlich ganz einfach die Fenster zu putzen. Ja früher, da war das einfach: eine Leiter oder ein von oben herabgelassener Putzkorb reichten aus, das notwendige Geschäft zu erledigen. Aber heute: wenn die Scheiben aus künstlerischen Gründen schräg nach oben geneigt sind und die ganze Verglasung wie bei der berühmten Sprungschanze am Bergisel in Innsbruck in luftiger Höhe angeordnet ist, - da is’ es mit billiger Reinigung oha. Aber, Hauptsache ist, einen guten Ruf bei den Architekturkritikern zu haben, weil putzen tun die eh’ nie und verstehen tun die davon auch nix ... Gespannt darf man sein, welche neue Berufe sich in Wien beim Zaha Hadid’schen Stelzenhaus über den Stadtbahnbögen noch finden werden: etwa Einrichtungsberater für schräg nach oben geneigte und im Grundriß schiefe Wandflächen mit senkrecht eingeschnittenen Fenstern darin ... Möglicherweise werden auch Lebensberater dort noch ihr Brot verdienen, wenn sie ihren Klienten nach mehreren Therapiesitzungen nahe bringen können, keine Bilder mehr an den schräg nach innen geneigten Wänden anbringen zu wollen ... Irgendwas haben wir bei unserer Berufsausbildung scheinbar falsch gemacht?!