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ZAHA HADID KANN NICHTS DAFÜR

Mo, 05. November 2007
Beitrag von Dr. Luzian Paula
Das kommt davon: wenn Stadtpolitiker sich einbilden, daß ein berühmter Name aus der Architektenszene ausreicht, um ein falsches Projekt am falschen Standort mit hohen Fördermitteln aus dem Boden zu stampfen und sich damit zu rechtfertigen - dann geht das meistens schief! Was war geschehen? In theoretisch verkehrsgünstiger Lage (die U-Bahn fährt unten durch, hat aber weit und breit keine Haltestelle; eine Schnellstraße ohne Abfahrt tangiert das Areal und auf der anderen Seite fließt der Donaukanal, hat aber keine Schiffsanlegestelle dort) wurde über der seit Jahrzehnten brach liegenden, weil denkmalgeschützten ehemaligen Stadtbahntrasse auf komplizierten Stelzen ein Wohnbau drübergestülpt. Über die schiefen Wände und Grundriße in den Wohnungen soll hier nicht berichtet werden. Von außen schaut das Ding der Stararchitektin Zaha Hadid jedenfalls hervorragend und äußerst interessant aus: Architektur vom Feinsten eben. Nur leider - die Lage! Man kommt fast nicht hin, hat eine Verkehrshölle direkt vor den Fenstern und die unmittelbare Nachbarschaft zur Müllverbrennungsanlage Spittelau ist dem Image auch nicht förderlich. Daß die beantragte Wohnbauförderung im zuständigen Beirat der Stadt Wien zweimal abgelehnt wurde, gibt ein bezeichnendes Bild der Lage ... Und heute? Wie den Wochenendzeitungen zu entnehmen war, hat nunmehr auch der letzte Mieter das Handtuch geworfen und ist ausgezogen. Und jetzt weiß man nicht, was man mit dem teuren Architekturdenkmal anfangen soll ...