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Büro Dr. Paula

Themenbeiträge

  • Businessrun 2017
    Businessrun 2017
    Mo, 11. September 2017
    PAULA RENNT ...
    Eindrücke vom Business Run 2017
    Beitrag von Susanne Scherübl-Meitz
    Ja, das sind wir! Jung(geblieben), schnell und erfolgreich ;-)
     
    • Businessrun 2017
      © Büro Dr. Paula
     
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    Mi, 06. September 2017
    BAUKULTURLEITLINIEN BESCHLOSSEN
    Was wird sich ändern?
    Beitrag von Susanne Scherübl-Meitz
    Am 22.08.2017 wurden im Ministerrat baukulturelle Leitlinien für Österreich beschlossen. Dieses Bekenntnis des Bundes zu seiner Verantwortung für die heimische Baukultur ist das Resultat einer mehr als zehnjährigen Arbeit des Beirates für Baukultur, in dem sämtliche mit dem Bauen befasste Ministerien sowie Länder und Gemeinden vertreten sind.

    Die wichtigsten Themen der Leitlinien:
    - Stärkung der Stadt- und Ortskerne
    - Reduzierung des Flächenverbrauchs

    Der Handlungsbedarf wäre groß: Jedes Jahr werden in Österreich landwirtschaftliche Böden in der Größe Manhattans verbaut. Damit ist Österreich im EU-Vergleich Spitzenreiter, was den Flächenverbrauch pro Kopf betrifft. Während die Bevölkerung seit Mitte des letzten Jahrhunderts nur geringfügig gewachsen ist, hat sich die bebaute Fläche fast verdreifacht.

    Die verabschiedeten 20 Leitlinien sind nur ein erster Schritt in die richtige Richtung: Sie stellen nur eine freiwillige Selbstbindung des Bundes dar, sollen aber in Zukunft zu Gesetzesänderungen führen. Eine erste konkrete Eingriffsmöglichkeit wäre lt. Robert Temel, Sprecher der Plattform für Baukulturpolitik, der nächste Finanzausgleich, der die Verteilung der öffentlichen Einnahmen auf Bund, Länder und Gemeinden regelt. Dieser sei bisher "raumblind" gewesen.

    Quelle und mehr Infos dazu: http://oe1.orf.at/artikel/636538  von Sabine Oppolzer
     
    Kontakt: www.baukulturpolitik.at/
     
     
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  • Gesetzesnovelle
    Gesetzesnovelle
    Mo, 21. August 2017
    ÄNDERUNG NÖ RAUMORDNUNGSGESETZ
    ... kleine Anpassungen ...
    Beitrag von Esther Böhm
    Der NÖ Landtag hat in seiner Sitzung vom 06.07.2017 eine Änderung des NÖ Raumordnungsgesetz 2014 beschlossen (Rechtskraft 21.08.2017).
    Die Änderungen betreffen:
    §16 in dem klargestellt wurde, dass bestimmte Typen von Hochhäusern im Bauland Industriegebiet zulässig sind,
    §18 in welchem neuerlich Ergänzungen und Adaptierungen zum Thema zentrumsrelevante Handelseinrichtungen vorgenommen wurden,
    §20 in welchem eine Anpassung der Definition von Kleingartenalagen vorgenommen wurde und den
    § 53 in welchem besondere Übergangsbestimmungen zu einem Bauverbot auf Flughäfen angeführt wurden.

    Eine gelb markierte Version der Änderungen kann folgendem Dokument entnommen werden:
    PDF-Dokument NÖROG_LGBl_65/2017_markiert_PAULA 
     
     
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  • Gesetzesnovelle
    Gesetzesnovelle
    Do, 20. Juli 2017
    NÖ Bauordnung 2014 Novelle LGBl. Nr.: 50/2017
    Info ... Novelle der BO 2014 ...
    Beitrag von DI Esther Böhm
    Das Land Niederösterreich hat die NÖ Bauordnung im Mai 2017 abgändert. Das neue Gesetz trat mit 12. Juli 2017 in Rechtskraft.

    Im Zuge der Novellierung wurden einige grundlegende Neuerungen vorgenommen, die wir Ihnen gerne wieder in einer Kurzzusammenfassung aufbereiten wollen.

    Bis diese fertiggestellt ist, dürfen wir Ihnen einen Überblick über alle geänderten Textpassagen in Form eines Dokumentes der neuen Bauordnung zur Verfügung stellen, in dem alle inhaltlichen Änderungen gelb markiert wurden.

    PDF-Dokument NÖBO_LGBl_50/2017_markiert_PAULA 

    Einige Textpassage wurden vollständig gestrichen und durch neue Absätze ersetzt. Dies kann in der aufbereiteten Textversion leider nicht abgebildet werden.
    Die markierte Version der Bauordnung bietet einen Überblick darüber, wo sich textliche Änderungen ergeben haben.

    Für Fragen zu Details der Änderungen in der Bauordnung steht Ihnen unser Team gerne zur Verfügung.
     
     
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    Fr, 05. Mai 2017
    RVS 04.01.11 UMWELTUNTERSUCHUNG NEU
    April 2017
    Beitrag von Susanne Scherübl-Meitz
    Es ist soweit! Nach jahrelanger (ehrenamtlicher) Arbeit wurde die neue RVS 04.01.11 Umweltuntersuchung veröffentlicht. Die Richtlinie wurde vom BMVIT als verbindlich erklärt und ist somit ab sofort bei der Planung von Bundesstraßen anzuwenden. Für die Planung anderer Verkehrssysteme sowie linienbezogener Infrastrukturen wird sie zur Anwendung empfohlen. Die Richtlinie stellt somit ab sofort den Stand der Technik dar und ist im FSV-Shop käuflich zu erwerben.

    DI Susanne Scherübl-Meitz war im Arbeitsausschuss sowie im Expertenkreis vertreten und hat an der inhaltlichen Ausrichtung der RVS betreffend die Schutzgüter Mensch, Landschaft, Sach- und Kulturgüter mitgewirkt.
     
    Kontakt: www.fsv.at
     
     
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  • Gesetzesnovelle
    Gesetzesnovelle
    Mo, 01. Mai 2017
    NÖ Raumordnungsgesetz 2014 Novelle LGBl. Nr.: 35/2017
    Info ... was ist neu im ROG ...
    Beitrag von DI Esther Böhm
    Das Land Niederösterreich hat in einem "Eilverfahren" das NÖ Raumordnungsgesetz im März 2017 abgändert. Das neue Gesetz trat mit 28. April 2017 in Rechtskraft.

    Im Zuge der Novellierung wurden einige Neuerungen vorgenommen:
    * Änderungen zur Definition des Bauland Industriegebietes.
    * Ergänzung der Möglichkeit zur Einschränkung der Anzahl von Wohneinheiten im Bauland Kerngebiet.
    * Kleine Ergänzungen zur Zulässigkeit von Gebäudeteilen auf Verkehrsflächen.
    * Ersatzlose Streichung der Übergangsbestimmung zu vereinfachten Flächenwidmungsplänen.
    * Aufhebung des Zentrale- Orte Raumordnungsprogrammes, des Fremdenverkehr-Raumordnungsprogrammes und des Freizeit- und Erholungsraumordnungsprogrammes.

    Die wichtigsten Infos dazu haben wir in einem Folder kurz zusammengefasst:
    PDF-Dokument NÖROG Infofolder LGBl 35/2017 Büro Dr. Paula ZT-GmbH  

    Um einen genaueren Überblick über alle geänderten Textpassagen zu erhalten haben wir als Service für unsere Kunden ein Dokument des neuen Raumordnungsgesetzes erstellt, in dem alle inhaltlichen Änderungen gelb markiert wurden.

    PDF-Dokument NÖROG_LGBl_35/2017_markiert_PAULA 

    Eine Textpassage wurde vollständig gestrichen und durch einen neuen Absatz ersetzt. Dies kann in der aufbereiteten Textversion leider nicht abgebildet werden.
    Die markierte Version des Raumordnungsgesetzes bietet einen Überblick darüber, wo sich textliche Änderungen ergeben haben.

    Für Fragen zu Details der Änderungen im Raumordnungsgesetz steht Ihnen unser Team gerne zur Verfügung.
     
     
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    Fr, 28. April 2017
    NACH 50 JAHREN: BAUBEGINN FÜR DIE S 3 WEINVIERTLER SCHNELLSTRASSE
    Zur Planungsgeschichte einer Straße
    Beitrag von L. Paula
    VON DER PRAGER- (später) ZNAIMER STRASSE ZUR HEUTIGEN  WEINVIERTLER SCHNELLSTRASSE - EINE LANGE GESCHICHTE

    Historische Reminiszenzen von L. Paula (April 2017)


    Die uralte Straßenverbindung von Wien über Stockerau und Znaim nach Prag hat im Lauf der Jahrhunderte viele Zuständigkeiten gesehen und wies dementsprechend auch viele Ausbauqualitäten und Maßnahmen auf.

    Die erste wesentliche Zäsur stellte ihre Übernahme als Reichsstraße unter Kaiser Karl VI. in der 1. Hälfte des 18. Jhdt. dar. Durch kaiserliches Patent vom 27. Februar 1737 wurden die wichtigsten Fernverbindungen von der Haupt- und Residenzstadt Wien nach Prag, Brünn, Budapest, Graz, Triest, Venedig, Innsbruck, Salzburg und Linz in die Kompetenz des Reiches geholt und damit der Willkür der lokalen Grundherrschaften und Behörden entzogen. Diese Reichsstraßen bilden bis heute das Grundnetz der überregionalen Straßenverbindungen in Österreich (abgesehen von den Autobahnen und Schnellstraßen). Eine Neutrassierung auch der Pragerstraße mit durchgreifenden Begradigungen sowie ein technisch aufwendiger Neubau erfolgte danach (mit dementsprechend langer Bauzeit).

    Diese Straßen wurden nach dem Zerfall der Monarchie von der jungen Republik Anfang des 20. Jhdt. als Bundesstraßen übernommen. Bis zum 2. Weltkrieg erfolgten keine wesentlichen Neutrassierungen und das Netz blieb weitgehend unverändert.

    Mit dem neuen Bundesstraßengesetz 1971 begann die Ära der Neubewertung des hochrangigen Straßennetzes und neben den bereits bestehenden ersten Autobahn-abschnitten (aus deutscher Zeit) wurde eine Netzergänzung durch Schnellstraßen vorgenommen. Der hier behandelte Abschnitt zwischen Stockerau und Hollabrunn war dabei Teil der „Waldviertler Schnellstraße S 3“, die von Stockerau über Hollabrunn weiter nach Horn nach Neunagelberg führen sollte. Die heute bestehenden Umfahrungen von Hollabrunn und Horn sind davon erichtet worden und isoliert übriggeblieben.

    In weiterer Folge wechselten die Bezeichnungen und Zuständigkeiten der nunmehr Znaimer Straße genannten Verbindung mehrmals, bis 2002 mit der Übertragung der Bundesstraßen an die Länder und in der Folge an die ASFINAG ein neues Kapitel der Planungsgeschichte eröffnet wurde und jetzt endlich ein Baubeginn bevorsteht.

    Die folgende Dokumentation soll einen Überblick über die nunmehr 52-jährige (!) Planungsgeschichte der heutigen S 3 im Abschnitt Hollabrunn - Guntersdorf geben.


    1.Bezeichnung und rechtliche Zuständigkeit der Straßenverbindung Wien - Stockerau - Prag bzw. Stockerau - Staatsgrenze bei Klein Haugsdorf

    - bis zum Beginn des 18. Jhdt:
    Straßen und Wege sowie deren Bau und Erhaltung befinden sich in der Zuständigkeit lokaler Grundherrschaften und sind dementsprechend unterschiedlich ausgebaut

    - 2 „Alte Postwege“
    (Oberhollabrunn - Mittergrabern - Pulkau - Fratting - Zlabings -Tabor - Prag);
    bereits 1527 bestand hier eine Postverbindung zwischen Wien und Prag
    (Oberhollabrunn - Wullersdorf - Immendorf - Untermarkersdorf - Mähren) „Griaweg“

    - 1. H. 18. Jhdt:
    Karl VI. holt 1737 die wichtigsten Fernverbindungen in die Kompetenz des Reiches und entzieht sie damit den Grundherren und lokalen Behörden
    - Prager Reichsstraße (Stockerau - Oberhollabrunn - Znaim - Iglau - Prag)

    - 1919 - 1971:
    - Prager-/ Znaimer Bundesstraße (Stockerau - Staatsgrenze bei Klein Haugsdorf)

    - BSt-G 1971, Verzeichnis 2 und 3:
    - S 3 Waldviertler Schnellstraße (Stockerau - Hollabrunn - Horn - Staatsgrenze bei Neunagelberg); davon errichtet Stockerau - Hollabrunn-Nord und UF Horn
    - B 2 Znaimer Bundesstraße (Hollabrunn - Staatsgrenze bei Klein Haugsdorf)

    - BSt-G Novelle 1986:
    - B 303 Waldviertler Straße (Stockerau - Hollabrunn - Horn - Staatsgrenze bei Neunagelberg)
    - B 2 Znaimer Bundesstraße (Hollabrunn - Staatsgrenze bei Klein Haugsdorf)

    - BSt-G Novelle 1999:
    - B 303 Weinviertler Straße (Stockerau - Hollabrunn - Staatsgrenze bei Klein Haugsdorf)
    - B 2 Waldviertler Bundesstraße (Schöngrabern - Horn - Staatsgrenze bei Neunagelberg)

    - April 2002:
    Auflassung der B 303 und der B 2 als Bundesstraßen; Übernahme durch das Land NÖ in das Landesstraßennetz als LB 303 und  LB 2

    - Herbst 2005:
    Strategische Prüfung-Verkehr (SP-V) für den Abschnitt Stockerau - Staatsgrenze bei Klein Haugsdorf als Voraussetzung zur Wiederaufnahme der LB 303 in das Bundesstraßennetz

    - BSt-G Novelle 2006:
    - S 3 Weinviertler Schnellstraße (Knoten Stockerau/West A 22/S 5 - Hollabrunn - Staatsgrenze bei Klein Haugsdorf)

    Damit erfolgte die Übertragung der weiteren Planungsarbeiten an die ASFINAG


    2.Trassierungs- und Planungsgeschichte der B 2 / heutigen S 3 Weinviertler Schnellstraße seit 1965 (Abschnitt Hollabrunn-West - Guntersdorf - Jetzelsdorf - Staatsgrenze bei Klein Haugsdorf)

    - 1965:
    Generelles Projekt Hollabrunn - Grund / Grund - Guntersdorf vom BM für Handel und Wiederaufbau genehmigt (die Trassierung folgte in etwa dem heutigen Verlauf !)

    - 1967:
    Vorstudie Hollabrunn - Guntersdorf (DI Pradler im Auftrag des Amtes der NÖ LReg, Abtlg. B 2), vom BM für Handel und Wiederaufbau am 22. August genehmigt
    > siehe dazu das beiliegende Faksimile

    - 1967:
    Darstellung der genehmigten Trasse im vereinfachten Flächenwidmungsplan der Marktgemeinde Schöngrabern

    - 1970:
    Detailprojekt Hollabrunn - Guntersdorf (DI Pradler im Auftrag des Amtes der NÖ LReg, Abtlg. B2)

    - 04. Juni 1973:
    Genehmigung des Detailprojektes 1970 durch das BM für Bauten und Technik, Zl.: 533129- -12-73

    - 1985:
    Darstellung der genehmigten Trasse im Flächenwidmungsplan der Marktgemeinde Guntersdorf

    - 1994:
    Trassenänderung im Bereich Guntersdorf (geringfügige Begradigung östlich der Ortschaft)

    - ab 1997:
    Überarbeitung bzw. Neubearbeitung der Trassen in den Abschnitten Hollabrunn - Guntersdorf und Umfahrung Jetzelsdorf

    - 2000:
    Variantenuntersuchung und NKU Abschnitt Hollabrunn - Guntersdorf (DI Pejrimovsky/DI Wiesinger und Büro Dr. Paula im Auftrag des Amtes der NÖ LReg, Abtlg. ST7);
    beim Ministerium für Bauten und Technik zur Genehmigung eingereicht - dort jedoch nicht mehr weiter behandelt

    - 2001:
    Variantenuntersuchung Umfahrung Jetzelsdorf (Büro Dr. Paula / Land in Sicht / Büro K2 im Auftrag des Amtes der NÖ LReg, Gruppe Straße, Abteilung Großprojekte, Projektmanagement Weinviertel)

    - ab 2002:
    nach Übertragung der Bundesstraßen an die Länder Ausarbeitung UVE Einreichprojekt mit Variantenuntersuchung und NKU für den Abschnitt B 303 Hollabrunn - Guntersdorf mit Umweltverträglichkeitserklärung (DI Glatt / Büro Dr. Paula im Auftrag des Amtes der NÖ LReg, Gruppe Straße, Abteilung Großprojekte, Projektmanagement Weinviertel)

    - 23.12.2003:
    Einreichung der UVE beim Amt der NÖ LReg, Abtlg. RU4 zur Durchführung der Umweltverträglichkeitsprüfung - Verfahren nicht mehr abgeschlossen

    - Herbst 2005:
    Durchführung einer Strategischen Prüfung-Verkehr (SP-V) für den Abschnitt Stockerau - Staatsgrenze im Raum Klein Haugsdorf zur Wiederaufnahme der LB 303 als Schnellstraße S 3 in das Bundesstraßengesetz (DI Prem / Büro Dr. Paula / Land in Sicht / Pistecky / arealConsult / Snizek im Auftrag des Amtes der NÖ LReg, Gruppe Straße, Abteilung Großprojekte, Projektmanagement Weinviertel)

    - 2005 - 2006:
    Bau der zweistreifigen Umfahrung von Jetzelsdorf durch die NÖ Landesstraßenbauabteilung Hollabrunn mit niveaugleichem Bahnübergang und Straßen-kreuzungen (Kreisverkehren)

    - Juni 2006:
    Neustart der Planungsarbeiten nach Übernahme durch die ASFINAG für den Abschnitt S 3 Hollabrunn - Guntersdorf;
    Variantenuntersuchung und NKU (Teilbearbeitung Büro Dr. Paula / Land in Sicht)

    - ab 2007:
    Vorprojekt, Einreichprojekt, UVE (Teilbearbeitung Büro Dr. Paula / Land in Sicht)

    - 2013 - 2016:
    Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP-Verhandlung 03/2015)
    Trassenbescheid 01/2016

    - 2016 - 2017:
    BVwG Berufungsverhandlung nach 2 Einsprüchen 10/2016
    BVwG Bestätigung Trassenbescheid 01/2017

    - 2017:

    Materienrechtliche Genehmigung Naturschutz/Wasserrecht durch das Amt der NÖ Landesregierung 03/2017

    - Herbst 2017:

    Baubeginn




     
     
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    Mi, 22. März 2017
    VfGH BESTÄTIGT LÄRMSCHUTZVERORDNUNG
    Prüfung Lobautunnel kann fortgesetzt werden
    Beitrag von Susanne Scherübl-Meitz
    Ein Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofs (VfGH) bestätigte nun die Lärmschutzverordnung für Bundesstraßen. Somit kann die aus diesem Grund gestoppte Prüfung des positiven UVP-Bescheides für die geplante S1 Wiener Außenring Schnellstraße im Abschnitt Schwechat - Süßenbrunn durch das BVwG fortgesetzt werden.

    Die Büros Dr. Paula und Land in Sicht haben an der UVE des Projekts mitgewirkt.
     
     
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    Sa, 11. Februar 2017
    UVP, MEDIATION UND SONSTIGES
    Trübe Gedanken zu einem BVwG-Urteil
    Beitrag von L. Paula
    Nach dem überraschenden Ergebnis des BVwG betreffend die Untersagung der 3. Piste des Flughafens Wien (siehe Neuigkeiten) bleiben doch einige Gedanken offen, die auf’s Erste Unbehagen bereiten. Vielleicht legt sich das Unbehagen nach einigem Nachdenken, aber vorerst sind wir verwirrt:

    1. Neu ist der Aspekt, daß bei der Überprüfung eines UVP-Bescheides nicht dieser als solcher an Hand der geltenden Gesetze behandelt wird, sondern eine Abwägung mit globalen politischen Zielen (Klimavereinbarung) erfolgt.

    2. In folgerichtiger Konsequenz könnte dies bedeuten, daß wir uns in Zukunft alle Bemühungen sparen können, ein Projekt im Hinblick auf seine Umweltverträglichkeit hin zu untersuchen und abzuklopfen. Denn wenn nur mehr die Auswirkungen des Projektes mit dem Klimaziel gegengerechnet werden müssen, - adieu UVP!

    3. Ausser einem CO2-neutralen Atomkraftwerk besteht dann kein Infrastrukturprojekt mehr diese Gegenüberstellung.

    4. Jeder Aufwand, der für jahrelange Mediationsverfahren (wie am Flughafen geschehen) getätigt wird, ist ein stranded investment. Denn was denken sich jetzt die Vertreter der Bürger und NGO’s, die mit der Unterzeichnung des Mediationsvertrages viele Verbesserungen (auch gegenüber dem Ist-Zustand) herausgeholt haben?

    Aber - vielleicht sind das nur erste trübe Gedanken, die sich im Laufe der Zeit und mit einigem Abstand von der Veröffentlichung des BVwG-Urteiles in Wohlgefallen auflösen ...
     
     
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    Sa, 07. Januar 2017
    VORBILDLICHE RAUMPLANUNG …
    … durch unsere hohe Politik.
    Beitrag von L. Paula
    Da kann man sich wirklich was abschauen: alle unsere 9 (in Worten: neun) Raumplanungsgesetze postulieren den „sparsamen Umgang mit Grund und Boden“ und forcieren den Vorrang der Nutzung bestehender Bausubstanz in den Orts- und Stadtzentren gegenüber der Neuwidmung von Bauland auf der grünen Wiese.

    Jeder Häuslbauer, der naturgemäß seine Traumhaus möglichst weitab der Ortskerne neu errichten will, weiß davon ein Lied zu singen: wenn zuerst der Ortsplaner und dann die Beamten der raumplanerischen Aufsichtsbehörde seinen Wunsch nach Neuwidmung von Bauland am Ortsrand mit den Worten abschmettern: „des wird ned gehen“.

    Und doch: wieso ist gerade diesem armen Bürger der verständliche und aus seiner Sicht sogar nachvollziehbare Wunsch verwehrt, wenn doch seine gewählten Vorbilder gar anders handeln?

    So gefiel es jüngst unseren Teuren Gewählten in der Wienerstadt das altehrwürdige Parlamentsgebäude von Theophil Hansen am Ring zu sanieren. So weit, so gut. Doch wohin mit alle den Politikern und ihren Mitarbeitern in der Zwischenzeit? Ganz einfach: wir machen einen Neubau (natürlich eh‘ nur provisorisch). Und wo machen wir ihn - auf der grünen Wiese. Am Heldenplatz nämlich, der durch seine prächtige Gartenanlage das Ensemble der Hofburg mit prägt. Da werden mitten hinein 2 neue Bürogebäude gestellt!

    Und dabei gäbe es in unmittelbarer Nähe ein leerstehendes Bürogebäude (das von Harry Glück geplante ehem. Rechenzentrum der Stadt Wien) und etwas weiter weg die leerstehende ehem. Wirtschaftsuniversität über dem Franz-Josefs-Bahnhof. Beides noble Adressen mit guter Erreichbarkeit fürwahr. Aber - bevor man über die Nach- oder Zwischennutzung bestehender Bausubstanz nachdenkt, baut man lieber auf der Wiese neu. Ist doch viel einfacher und man braucht auch weniger Nachdenken.

    Und wir? Wir werden künftig den Häuslbauern in unseren Gemeinden keine Steine mehr in den Weg legen, wenn sie um eine Baulandwidmung am Ortsrand ansuchen, wo sie dann ohne Rücksichtnahme auf vorhandene Bausubstanz neu bauen können. Und die ganzen Ideen zur Ortskernbelebung tragen wir auch gleich feierlich zu Grabe.

    Bei dem guten Beispiel, das uns die hohe Politik vorzeigt …
     
     
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    Di, 03. Januar 2017
    EBENEZER HOWARD LEBT ...
    Neue Gartenstädte in England geplant
    Beitrag von L. Paula
    Die britische Regierung beabsichtigt die Errichtung neuer Gartenstädte auf der grünen Wiese zur Linderung der Wohnungsnot. Sie bezieht sich dabei auf den berühmten Stadtplaner Ebenezer Howard und seine Ideen ("garden-cities for tomorrow"), der mit diesem Konzept um 1900 den dringenden Bedarf an neuen Wohnraum zum Teil decken konnte.

    Geplant ist die Errichtung von 14 Gartendörfern mit jeweils rd. 5.000 bis 10.000 Wohneinheiten und 3 Gartenstädten mit 20.000 bis 40.000 Einheiten. Die neuen Orte werden auf der "grünen Wiese" errichtet und mit Versorgungs- und Kultureinrichtungen ausgestattet. Sie weisen einen hohen Durchgrünungsgrad und mäßige Dichten (die "gegliederte und aufgelockerte Stadt" lässt grüssen) auf und sollen sich langfristig auch selbst verwalten.

    Die Regierung plant derzeit eine Erleichterung bei der Widmung von Bauland für diese neuen Orte im Raumordnungsgesetz. (Anm. des Verf.: ein - in Worten: - eines!)

    Undenkbar, so etwas auch für unsere 9 Raumordnungsgesetze anzudenken ...
     
     
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  • Fulminante Live-Performance
    Fulminante Live-Performance
    Di, 06. Dezember 2016
    FULMINANT
    ERÖFFNUNG GÜTERZENTRUM WIEN SÜD
    Beitrag von Susanne Scherübl-Meitz
    Das Adjektiv fulminant geht auf den lateinischen Begriff für Blitz (fulmen) zurück und bedeutet heute „großartig, imposant, überwältigend“.
    Genau so war die gestrige Eröffnung des neuen Güterzentrums der ÖBB, das ab 11. Dezember 2016 dem regulären Betrieb übergeben wird. Mithilfe der prominenten Gäste BM Leichtfried, LR Wilfing, VBgm. Vassilakou konnte der Vorhang fallen und gab den Blick auf den bunt inszinierten Terminal frei.

    Das Büro Dr. Paula hat an den UVEs für den Terminal und die Anschlussstelle an die S1 Wiener Außenring Schnellstraße, Fachbereiche Raumplanung, Sach- und Kulturgüter, mitgearbeitet. Wir freuen uns, dass der leistungsfähige Terminal nun für den Intermodalverkehr zwischen Schiene und Straße zur Verfügung steht und das Wiener Stadtgebiet entsprechend verkehrsentlastet wird.
     
    Veranstalter: ÖBB INFRA
     
     
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    Do, 24. November 2016
    E-AUTOS LÖSEN ALLE PROBLEME?
    Beitrag von L. Paula
    Ja, wenn man sich auf den Schadstoffausstoß konzentriert. Alle Klimaziele werden vordergründig leicht erreicht (Die Erzeugung des benötigten Stromes wird hier vorerst nicht diskutiert).

    Aber - wie wird die technische Umsetzung aussehen? Derzeit wachsen die Stromtankstellen im öffentlichen Raum langsam, aber stetig an. Manche Bauordnungen schreiben solche bereits vor. Der Erwerb von E-Autos und das stromtanken wird teilweise massiv gefördert. Denkt man an die Preise dieser ökologischen Fahrzeuge, drängt sich der Verdacht auf, daß diese Förderungen eher gut betuchte Erwerber bevorzugt. Wer eine Villa mit eigener Garage besitzt, hat’s also gut.

    Die paar Fahrzeuge werden aber die Klimaziele nicht erreichbar machen. Die große Masse der KFZ wird umzurüsten sein.

    Wie allerdings diese Umrüstung in den Ballungszentren funktioniert, steht noch in den Sternen. Nicht nur ist die Frage zu lösen, wie die Garagen z.B. in der Per Albin Hannsson-Siedlung (14.000 EW) oder im Karl Marx-Hof (6.500 EW) umgebaut werden können, sondern auch wie der viele, dann benötigte Strom dort hin kommt. Eine völlig neue öffentliche Verkabelung zu diesen Großabnehmern wird erforderlich werden. Aber auch die Verkabelung innerhalb dieser Großbauten ist notwendigerweise zu erneuern. Und das gilt für alle große Siedlungen überall anderswo auch …

    Und dann müssen wir erst nachdenken, a) wie der viele Strom ohne Großkraftwerke erzeugt werden soll, oder b) wie er von den in der Nordsee oder sonstwo befindlichen Windkraftanlagen - ohne neue Hochspannungsleitungen - herangeschafft werden kann.

    Aber solange der Strom bei uns aus der Steckdose kommt, braucht man sich darüber keine Sorge zu machen …
     
     
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  • Marktstandlerin
    Marktstandlerin
    Do, 22. September 2016
    FACHEXKURSION INNENSTADT
    Wie belebt man eine Innenstadt? Hard Facts und subjektive Eindrücke von Waidhofen adY
    Beitrag von Susanne Scherübl-Meitz
    Am 20. September fand eine Fachexkursion des Netzwerks Innenstadt des Österreichischen Städtebundes nach Waidhofen an der Ybbs statt.

    Ganz wesentlich für die Innenstadtentwicklung von Waidhofen/Ybbs ist das Bekenntnis „Unser Einkaufszentrum ist die Innenstadt“ und das Abwehren zahlreicher Investorenversuche, ein EKZ am Ortsrand zu errichten - zT auch nach bereits erfolgtem Grunderwerb durch einen Investor!

    Die Gemeinde setzt bewusst Interventionen zur Ortskernbelebung:
    - Die Gemeinde besitzt einzelne Stadthäuser und bespielt diese gezielt, zB Ärztezentrum, Galerie etc. als Frequenzbringer.
    - Es wurde ein Wochenmarkt etabliert (Di und Fr Vormittag). Die Marktstandler wurden tlw. auf benachbarten Märkten persönlich angesprochen, eine Marktordnung regelt, dass zB keine Bekleidung verkauft werden darf. Wichtig ist die Integration von lokalen bzw. regionalen Produzenten.
    - Waidhofen hat eine Art „Begegnungszone“, allerdings nicht nach STVO, da schmale Gehsteige bestehen.
    - Die Stadt bekennt sich zu "Autos in die Stadt" mit der Begründung, die ländliche Bevölkerung sei das so gewohnt. Eine Problemzone ist die Fußgängerzone Freisingerberg (zw. Oberer und Unterer Stadtplatz).
    - Es besteht ein Kindergarten in der Stadt - mit sämtlichen Ausnahmegenehmigungen, da eigentlich viel zu klein lt. NÖ Kindergartengesetz.
    - Förderung der Neuansiedlung von Betrieben in der Innenstadt: 1. Jahr 3 €/m², 2. Jahr 2 €/m², 3. Jahr 1 €/m², gedeckelt mit Miete bis zu 11 €/m² (daher ortsüblicher Preis: 9-11 € m²)
    - Der "Bürgermeistergarten" wurde zum "Bürgergarten" (Selbsterntegarten) umgewandelt.
    - Es werden laufend Gespräche mit Hausbesitzern und Geschäftsleuten geführt.
    - Offenes Rathaus, One-Stop-Shop als Statutarstadt (Gewerbebehörde, Meldewesen, Pässe etc.) im Erdgeschoss, ausgeweitete Öffnungszeiten.
    - Ziel: +500 Einwohner im historischen Stadtkern, derzeit rd. 13 WE in Bau, Aufstockung, Ausbau, Umbau;

    Die Gemeinde legt Wert auf Baukultur:
    - Die gesamte Innenstadt (außer FUZO weil gerade neu mit Betonsteinen gepflastert) wurde in den 90er Jahren mit Natursteinen gepflastert. Die Entwässerung erfolgt seitdem zur Mitte hin anstatt zuvor durch eine plombierte Oberfläche. Daraus folgte eine starke Veränderung der Raumwirkung.
    - Die Stadtgemeinde leistet sich einen Gestaltungsbeirat. Am Oberen Stadtplatz ist der Unterschied mit/ohne Gestaltungsbeirat sichtbar. Die übliche Verkaufsfläche eines filialisierten Bekleidungsgeschäftes wurde auf 3 Stadthäuser aufgeteilt (Men, Women, Kids).

    Die Stadt hat wesentlich von der Landesausstellung 2007 profitiert (Schloss Rothschild von Bund gekauft, Nachnutzung Museum, Veranstaltungsraum, Tourismusinfo statt Forstfachschule, Steg über die Ybbs, 4 Stern Hotel mit Seminarräumen …).

    Handlungsbedarf:
    - Wenig Wohnungsangebot für junge Familien in der Stadt (fehlendes Angebot im Spektrum zwischen kleinen Starterwohnungen und Einfamilienhaus)
    - Gastronomie: Es gibt drei traditionelle, innovative Kaffeehäuser als Frequenzbringer („In Waidhofen geht man auf einen Kaffee“). Das übrige Gastronomie-Angebot ist ausbaufähig.

    Fazit:
    Waidhofen an der Ybbs hat zu den anderen Städten, die nun versuchen, ihre Innenstadt (wieder) zu beleben, den entscheidenden Vorteil, dass sich die Stadt von Anfang an bewusst und konsequent gegen ein Einkaufszentrum am Stadtrand entschieden hat.
    Zwar merkt man auch in Waidhofen, welch ungemein große Anstrengungen es erfordert, eine Innenstadt lebendig zu erhalten. Man sieht und spürt aber auch den Mehrwert im Vergleich zu einem blossen Einkaufszentrum: Die Innenstadt ist ein Ort zum Leben - mit allen Facetten.
     
    • Aufteilung der Verkaufsfläche auf 3 Stadthäuser
      © Büro Dr. Paula
    • OHNE Gestaltungsbeirat
      © Büro Dr. Paula
    • MIT Gestaltungsbeirat
      © Büro Dr. Paula
     
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  • Gesetzesnovelle
    Gesetzesnovelle
    Do, 01. September 2016
    NÖ Raumordnungsrecht NEU
    Stand September 2016
    Beitrag von DI Esther Böhm
    Das Land Niederösterreich hat das NÖ Raumordnungsgesetz und die NÖ Bauordnung, die Ende des Jahr 2014 neu erlassen wurden, wieder novelliert.
    Das NÖ Raumordnungsgesetz ist in der Form der 1. Novelle LGBl. Nr. 63/2016 vom 7. Juli nun seit Mitte August rechtskräftig.
    Die NÖ Bauordnung wurde bereits das dritte mal novelliert und ist nun in Form des LGBl. Nr. 37/2016 seit Juni 2016 in Rechtskraft.

    Im Zuge der Überarbeitung wurden wieder einige relevante Neuerungen vorgenommen.
    • Diese Änderungen haben weitreichende Konsequenzen bei der weiteren Abwicklung von Bauverfahren in NÖ.

    Folder Raumordnungsgesetz: PDF-Dokument Folder NÖ Raumordnungsesetz 2014 
    Folder Bauordnung: PDF-Dokument Folder NÖ Bauordnung 2014 

    Um einen genaueren Überblick über alle geänderten Textpassagen zu erhalten haben wir in altbekannter Form als Service für unsere Kunden ein Dokument des neuen Raumordnungsgesetzes und der neuen Bauordnung erstellt, in denen alle inhaltlichen Änderungen gelb markiert wurden.

    PDF-Dokument NÖ Raumordnungsesetz 2014 markiert 
    PDF-Dokument NÖ Bauordnung 2014 markiert 

    Teilweise wurden Textpassagen vollständig gestrichen oder von einem Paragraphen in einen anderen verschoben. Dies kann in der aufbereiteten Textversion leider nicht abgebildet werden.
    Die markierte Version der Bauordnung und des Raumordnungsgesetzes bietet einen Überblick darüber, wo sich textliche Änderungen ergeben haben.

    Für Fragen zu Details der Änderungen im Raumordnungsgesetz 2014 und der Bauordnung 2014 steht Ihnen unser Team gerne zur Verfügung.
     
     
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    So, 29. Mai 2016
    UVP-PFLICHT FÜR NAVI’S UNBEDINGT ERFORDERLICH
    Beitrag von L. Paula
    Im Zuge einer UVP-Verhandlung für ein hochrangiges Straßenprojekt ist ein völlig neues umweltrelevantes Problem aufgetaucht, deas bisher noch nicht berücksichtigt wurde – und zwar das beliebte Navigationsgerät.

    Und das kam so: Grundlage jedes neuen Straßenprojektes ist die Verkehrsprognose. So weit, so klar und außer Streit. Gestritten wird immer nur über die darin enthaltenen Verkehrszahlen. Denn von ihnen hängt die Lärmbeeinträchtigung, die Luftschadstoffe, die Beeinträchtigung mancher Tierarten und vieles andere ab.

    Streitet man aber über die Grundlagen der Verkehrsprognose, wird auch über die Verkehrserzeugung, die Netzverteilung und die Verlagerungseffekte im untergeordneten Netz gestritten. Weiters über den LKW-Anteil, die Flottenzusammensetzung und zuletzt sogar über den Abgasskandal bei VW und anderen Erzeugern. Bei den prognostizierten Verkehrsverlagerungen ist zusätzlich jetzt das Problem der Navi’s vorgebracht worden.

    Weil warum: durch die Navi’s halten sich die bösen Autofahrer nicht mehr an die zu erwartenden geänderten und der Berechnung zugrunde gelegten Fahrtrouten, sondern werden durch das Navi auf ganz andere Wege geleitet. Diese Bösen! Fahren dann durch Gebiete, wo sie nach der Verkehrsprognose gar nicht sein sollten!  Und schon stimmen die Grundlagen für die UVP nicht mehr! Weil dann die Abgase ganz woanders hinausgeblasen werden und somit die Umweltverträglichkeit des zu beurteilenden Straßenprojektes nicht mehr stimmen kann!

    Was folgt daraus? Auch die Navi’s müssen einer UVP unterzogen werden!
     
     
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    Mi, 13. April 2016
    HAMMA KEINE ZIESEL MEHR, MUSS DIE ZAUNEIDECHSE HER ...
    Beitrag von L. Paula
    Stammersdorf und die unendliche Geschichte:
    zur Erinnerung - das seit Jahrzehnten gewidmete Bauland sollte endlich bebaut werden. Den Anrainern war aber der freie Blick auf das nicht genutzte Grundstück wichtig und daher hat man die dort zwischenzeitlich - no na - eingezogenen Ziesel vorgeschoben, um den geplanten Wohnbau zu verhindern. Einige Jahre später und ein eigenes teures Zieselmanagement danach hat ein renommierter Ziviltechniker festgestellt, dass nunmehr nach erfolgreichem Abzug der Ziesel gebaut werden kann.

    Doch man hat die Rechnung ohne die Anrainer gemacht: die haben jetzt die Zauneidechse (natürlich auch streng geschützt) dort vermutet - und es steht schon wieder alles.

    Denkt man an seinen letzten - natürlich mit einem furchtbar negativen ökologischen Fußabdruck versehenen - Griechenlandurlaub zurück, erinnert man sich daran, daß die lieben Eidechsen sehr wärmeliebende Tiere sind, die sich vorzugsweise zwischen heissen Steinen tummeln.

    Und nicht auf einer kalten Wiese in Stammersdorf ...
     
     
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    Sa, 20. Februar 2016
    VERTIKALE ERSCHLIESSSUNG vs AUFSTOCKUNG
    Beitrag von L. Paula
    Für die Neugestaltung des Historischen Museums der Stadt Wien am Karlsplatz - heute Wien Museum genannt - wurde ein internationaler Wettbewerb durchgeführt. Eine der Bedingungen war es, dass der denkmalgeschützte Bau von Arch. Oswald Haerdtl nicht aufgestockt werden durfte.
    Das Siegerprojekt der Büros Arch. Certov, Winkler + Ruck Architekten sieht nunmehr ein über dem historischen Gebäude quasi "schwebendes" Zusatzstockwerk vor, das durch eine verglaste Zwischenetage vom Haerdtlbau abgehoben werden soll. Ein ästethischer Entwurf, fürwahr.

    Doch was tun mit den Ausschreibungsbedingungen? Man muss sich nur zu helfen wissen: es handelt sich beim Siegerprojekt lt. BDA um "keine Aufstockung, sondern eine vertikale Erweiterung" (sic !).

    Wir werden diese dankenswerte Argumentation gerne in unsere nächsten Ortsbildgutachten aufnehmen.
     
     
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  • Gesetzesnovelle
    Gesetzesnovelle
    Fr, 11. Dezember 2015
    ÄNDERUNG BGLD RPG 2015
    Land gibt mehr Verantwortung an Ortsplaner ab ...
    Beitrag von Susanne Scherübl-Meitz
    Die Änderung vom 30. Oktober 2015 umfasst im Wesentlichen die folgenden Änderungen:
    - Hinweis, dass das "spekulative Horten von Bauland" unterbunden werden soll (§ 1 Abs. 2 Z 7)
    - Öffentliche Auflage der Änderung des Flächenwidmungsplanes durch sechs statt acht Wochen
    - Die bisherige aufsichtsbehördliche Funktion des Raumplanungsbeirates kann nun - unter bestimmten Rahmenbedinungen - teilweise vom Ortsplaner erledigt werden, indem dieser eine Erklärung abgibt, dass die geplante Änderung des Flächenwidmungsplans (FWP) in keinem Widerspruch zum Raumplanungsgesetz oder zu sonstigen überörtlichen Plänen, Programmen und Interessen steht (§ 18 Abs. 2b Z 2). In diesem Fall können die Mitglieder des RO-Beirates auf die Einberufung einer Sitzung verzichten und die Änderung des FWP gilt als zur Genehmigung empfohlen!
    - Die Kategorie "Baugebiete für förderbaren Wohnbau" wird neu geschaffen;
    - Innerhalb oder im Anschluss an ein Ortsgebiet mit zusammenhängender Bebauung ist eine Verkaufsfläche mit bis zu 1000 m² zulässig (Nachweise des Einzugsgebietes erforderlich);
    - Gutachten der Amtssachverständigen müssen binnen 6 Wochen abgegeben werden - wenn eine Erklärung des Ortsplaners gem. § 18 Abs. 2b Z 2 vorliegt!
    - Der Gemeinderatsbeschluss darf frühestens nach Ablauf von zwei Wochen, gerechnet ab dem ersten Tag nach Ablauf der Kundmachungs-frist, gefasst werden (§ 18 Abs. 4).

    Anmerkung: ZiviltechnikerInnen sind ohnehin "mit öffentlichem Glauben versehene Personen gemäß § 292 der Zivilprozeßordnung [...]. Die von ihnen im Rahmen ihrer Befugnis ausgestellten öffentlichen Urkunden werden von den Verwaltungsbehörden in derselben Weise angesehen, als wenn diese Urkunden von Behörden ausgefertigt wären" (siehe § 4 Abs. 3 Ziviltechnikergesetz 1993 - ZTG).

    Wozu also die lt. RPG-Novelle gewünschte Erklärung für ZiviltechnikerInnen? Das ist doch doppelt gemoppelt bzw. werden da ZiviltechnikerInnen mit anderen sogenannten PlanerInnen in einen Topf geworfen, die offenbar ihr Handwerk nicht verstehen ...?
     
     
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    Mo, 07. Dezember 2015
    ENERGIEWENDE WOLLEN WIR ALLE
    Impressionen einer UVP-Verhandlung
    Beitrag von L. Paula
    So einfach ginge es mit dem Klimawandel: erneuerbare Energien forcieren, forcieren und noch einmal forcieren, dann wird die Erderwärmung eingebremst. Mehr Windkraft muss her! Von der Klimakonferenz in Paris ist zu hören, dass zumindest eine Verzehn-fachung der Stromerzeugung aus Windenergie dazu einen wesentlichen Beitrag leisten kann.

    So weit, so gut und alle sind dafür.

    Und dann erlebt man eine öffentliche Verhandlung betreffend die UVP für einen neuen Windpark im südlichen Wiener Umland. Und auf einmal sind alle dagegen! Und vor allem jene der neu hinzugezogenen Bürger, die sonst am lautesten den katastrophalen Klimawandel beklagen und allen anderen die Schuld daran zuweisen.

    Was ist passiert? Da wurde ein neuer Windpark gewidmet - in einer vom Land Niederösterreich per Verordnung dazu festgelegten Eignungzone. Natürlich nach erfolgter positiver Strategischen Umweltprüfung und sonst noch allen erdenklichen Untersuchungen. Die arme Gemeinde fühlte sich also in gutem Glauben mit ihrer Flächenwidmung und völlig im Recht.

    Und dann dies: in der Verhandlung wurden der Bürgermeister und seine Gemeinderäte so ziemlich für alles verantwortlich gemacht, was so ein böser Windpark anstellen kann - Krebs, Lungenasthma, erhöhte Kindersterblichkeit, Vogel- und Fledermaussterben (das sind keine Vögel), Beeinträchtigung von Hörgeräten durch Infraschall, Mauerrisse und sogar noch eine Einsturzgefährdung historischer Bausubstanz u.a. Dummheiten mehr.

    Und das alles trotz einer vom Land verordneten Eignungszone und Einhaltung der wirklich rigiden Abstandsregeln zwischen den Windradln und der nächstgelegenen Bebauung nach dem NÖ ROG.

    Die Energiewende stellt man sich anders vor - und dem Bürgermeister gilt allgemeines Mitleid.
     
     
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    Mi, 28. Oktober 2015
    SIC TRANSIT GLORIA MUNDI ...
    ... und der Biber darf geschossen werden.
    Beitrag von L. Paula
    Das war ja vorauszusehen: vor vielen Jahren wurde nördlich von Wien der bereits ausgerottete Biber aus vorgeblichen Naturschutzüberlegungen heraus - manche argwöhnen, um damit geplante Straßenbauten zu erschweren - wieder angesiedelt.

    Der Jubel war groß und die Freude grenzenlos, als sich die putzigen Tiere rasant über das ihnen zugedachte Quartier hinaus verbreiteten. Einzelne haben bereits Freistadt im Mühlviertel erreicht und legen dort die Kläranlage lahm. Viele andere zernagen im südlichen Wiener Umland die Hochwasserschutzdämme und wieder andere machen Retentionsräume im Wienerwald unbrauchbar.

    Ähnlich gestaltete sich das Wiederansiedelungsprogramm des Fischotters, eines herzigen, aber unersättlichen Räubers. Im Verein mit den wieder eingewanderten Kormoranen werden Fischteiche ratzeputz leergeräumt.

    Dagegen machen konnte man bislang nichts, denn die Tiere sind strengstens geschützt und unantastbar - das einzig gerade noch zulässige Mittel ist, mit ihnen zu sprechen und sie höflich zu ersuchen, ihr Tag- und Nachtwerk möglichst woanderes zu vollbringen. Nützt nur meistens nichts ...

    Doch nun - vide: es geschehen noch Zeichen und Wunder: der NÖ Landtag, dem das Treiben zu bunt geworden ist, hat Biber und Fischotter wieder zur (teilweisen) Bejagung freigegeben! Da die angrenzenden Bundesländer noch nichts dergleichen vorhaben, wird man an den Grenzen halt Zäune errichten müssen ...

     
     
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  • Gesetzesnovelle
    Gesetzesnovelle
    Do, 22. Oktober 2015
    ÄNDERUNG NÖ BAUORDNUNG
    zur Schaffung von Betreuungseinrichtungen für Flüchtlinge
    Beitrag von Susanne Scherübl-Meitz
    Der NÖ Landtag hat in seiner Sitzung vom 24.09.2015 eine Änderung der NÖ Bauordnung 2014 beschlossen (Rechtskraft 01.10.2015). Die wesentlichen Änderungen betreffen § 16a Sonderregelung zur Schaffung von vorübergehenden Betreuungseinrichtungen für Zwecke der Grundversorgung. Voraussetzungen sind: 1. ein vorübergehender Bedarf von höchstens 5 Jahren und 2. ein schriftlicher Vertrag zw. dem Land und einer Betreuungseinrichtung bzw. einer Privatperson. Das Vorhaben muss der Baubehörde bis spätestens 2 Wochen vor Beginn der Ausführung schriftlich gemeldet werden. Festlegungen im Flächenwidmungsplan, Bebauungsplan und Bausperren sind für vorübergehende Betreuungseinrichtungen nicht relevant! Die Einhaltung der baurechtlichen bzw. bautechnischen Rahmenbedingungen soll allein durch den Vertrag und die erforderlichen Beilagen (zB Beurteilung eines bautechn. ASV des Landes) sichergestellt werden. Allfällige Baugebrechen sind im Zivilrechtsweg zw. den Vertragspartnern geltend zu machen (keine baupolizeilichen Maßnahmen). Meldungen vorübergehender Betreuungseinrichtungen sind bis 30.06.2017 möglich, mit 01.01.2023 treten diese Sonderregelungen außer Kraft.
     
     
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    Mi, 16. September 2015
    PLÖTZLICH TULLNER !
    Beitrag von L. Paula
    So geht’s aber wirklich nicht: da lebt man in einem schönen Häuschen gleich über der Landesgrenze zu Wien beim Kahlenbergerdorf - ist und/oder fühlt sich als Wiener - und jetzt das! Nur weil es dem fernen Landeshauptmann im noch ferneren St. Pölten gefallen hat, endlich den unsäglichen Politischen Kunstbezirk "Wien-Umgebung" aufzulösen, soll man auf sein geliebtes Autokennzeichen "WU" verzichten müssen! Und als Strafverschärfung noch dazu mit einem "TU" herumfahren müssen! Als ob man wirklich vom Land daherkäme!

    Ganz im Ernst: das scheinen die wichtigsten Probleme der Klosterneuburger zu sein, die sich über diese Verwaltungsvereinfachung maßlos aufregen. Als ob es nicht völlig wurscht wäre, welche Buchstaben auf der Nummerntafel stehen. Nur für die Wiener Polizei wird es etwas schwieriger, denn sie kann jetzt an Hand des Kennzeiches nicht mehr so rasch erkennen, ob es sich um einen mit Vorliebe zu bestrafenden richtigen "Tullner" oder nicht doch um einen "versteckten" Klosterneuburger handelt, den man auch nachsichtiger beamtshandeln kann.

    Für Nicht-Wiener bzw. -Umgebungler zur Erklärung: der nun zur Auflösung anstehende Bezirk "Wien-Umgebung" umfasste mehrere Gemeinden, die direkt an Wien angrenzen und tlw. in keinem räumlichen Zusammenhang miteinander stehen (so z.B. Schwechat im Osten, Klosterneuburg im Westen, Gerasdorf im Norden von Wien). Diese u.a. Gemeinden waren während der deutschen Besetzung als 24. Bezirk nach Wien eingemeindet worden.  Nach dem Krieg wurden sie wieder aus Wien herausgelöst und im Bezirk "Wien-Umgebung" mit Sitz der BH in Klosterneuburg zusammengefasst. Wenn also ein Gerasdorfer auf die BH will, muss er erst nach Wien hineinfahren, die Donau überqueren und dann aus Wien hinaus nach Klosterneuburg reisen. Sehr effizient, das Ganze ...

    Und jetzt, nach Auflösung dieser Skurrilität, soll ein Klosterneuburger plötzlich zum Tullner werden! Also das geht wirklich nicht ...

    (Anm.: d. Verf.): den köstlichen Titel verdanke ich Florian Asamer von der "Presse")
     
     
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    Mi, 16. September 2015
    FILMTIPP: LANDRAUB
    UVP-Nachweis für In-die-EU-exportierende-Betriebe
    Beitrag von Susanne Scherübl-Meitz
    "Ackerland wird immer wertvoller und seltener. Jedes Jahr gehen etwa 12 Mio Hektar Agrarfläche durch Versiegelung verloren. Nach der Finanzkrise 2008 hat das globale Finanzkapital die Äcker der Welt als Geschäftsfeld entdeckt. Mit dem Landraub wollen die Reichsten der Welt sich Zugriff auf die wichtigste Ressource dieser Welt sichern. Statt Bauern bestimmen dann Profitinteressen über die Böden. Wenn wir den Raubzug nicht verhindern, werden unsere Lebensgrundlagen zerstört."

    Der Film von Kurt Langbein erzählt in großen Bildern von den Hintergründen (EU Umwelt- und Agrarpolitik! Entwicklungshilfe!) und den fatalen Folgen für Mensch und Umwelt. Gute Böden sind bei uns nicht viel wert - diesen Eindruck gewinne ich mitunter bei der Interessensabwägung im Zuge der örtlichen Raumplanung!

    Und: Warum führen wir nicht den Nachweis einer Umweltverträglichkeitsprüfung für Betriebe ein, die in die EU exportieren wollen?
    So müsste
    - die Umwandlung von naturnahen Flächen von mind. 70 ha (gem. dem Anhang zum UVP-G, Spalte 2, Z 45) bzw. 35 ha (Spalte 3, Z 45) für Zwecke der intensiven Landwirtschaftsnutzung oder
    - die Rodung einer Fläche von mind. 20 ha (Spalte 2, Z 46) oder Erstaufforstungen mit nicht standortgerechten Holzarten in besonders schutzwürdigen Gebieten (ab mind. 15 ha, Spalte 3, Z 46) oder
    - die Errichtung von Anlagen zur Herstellung oder Raffination von Zucker mit einer Kapazität von mehr als 200.000 t/a (Spalte 2, Z 87) -
    wie in Österreich auch - einer UVP bzw. einer Einzelfallprüfung unterzogen werden.

    Ich freu mich schon auf die vielen Aufträge in Übersee ...
    Mehr Infos zum Film auf www.landraub.com 
     
     
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    Mi, 27. Mai 2015
    NA ENDLICH ...
    Semmering Basistunnel darf gebaut werden
    Beitrag von L. Paula
    Die endgültige Entscheidung ist jetzt gefallen: der Bundesverwaltungsgerichtshof hat die Genehmigungsbescheide für den Bau des Semmering-Basistunnels für rechtens erklärt. Die unterbrochenen Bauarbeiten können fortgesetzt werden. 2027 soll die Fertigstellung erfolgen.
    Die verbliebenen militanten Gegner des Projektes haben schon angekündigt, auch noch den Verwaltungsgerichtshof mit ihren Beschwerden zu beschäftigen. Gott sei Dank ist damit keine aufschiebende Wirkung mehr wie in den vorigen Verfahren verbunden, die - wie man sieht - ausser der sinnlosen Vergeudung von viel Steuergeld und Zeitverlust letztendlich nichts gebracht hat.
     
     
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    Di, 05. Mai 2015
    ES IST MEIN WILLE …
    Die Wiener Ringstraße - ein raumplanerischer Wahnsinn!
    Beitrag von L. Paula
    150 Jahre ist es her, daß die Ringstraße in Wien feierlich eröffnet wurde. Einige wenige Jahre zuvor (1857) hat Kaiser Franz Josef I. mit seiner berühmten Willensäußerung den Bau des Gesamtkunstwerkes „Wiener Ringstraße“ erst ermöglicht. Allerorten und in vielen gescheiten Publikationen wird darüber ausgiebig gejubelt.

    Aber - hat schon einmal jemand darüber nachgedacht, ob die gesamte Aktion raumordnungsrechtlich gedeckt war? Und ob sie überhaupt genehmigungsfähig gewesen wäre?

    Fragen über Fragen!
    Wir haben uns daher die Mühe gemacht, das ganze Projekt einmal gründlich auf seine Übereinstimmung mit den einschlägigen fachlichen und gesetzlichen Vorgaben zu überprüfen. Um methodisch sauber vorzugehen wird angenommen, daß die heute gültigen diesbezüglichen Vorschriften mittels eines Rücküberleitungsgesetzes schon vor mehr als 150 Jahren in Kraft gestanden wären. Und weil damals Wien und Niederösterreich noch nicht getrennt waren, werden die rückübergeleiteten Landesgesetze (von heute) für das Kronland Niederösterreich zur Anwendung gebracht (für einige spezifisch Wienerische Gesetze wird dies ebenfalls angewandt, obwohl methodisch nicht ganz exakt). Die heute geltenden EU-Regeln müssen natürlich auch betrachtet werden, waren doch die damaligen Großreiche fast schon eine Vorstufe zur heutigen EU.


    1.Raumordnungsfachliche Beurteilung des Projektes:

    1.1.Ausgangssituation:

    Der rasante Bevölkerungszuwachs in der Wienerstadt nach der 48er-Revolution drängte zum Handeln. Die Stadt (vlg. Innere Stadt) platzte aus allen Nähten. Die spätmittelalterlichen Befestigungen verhinderten die dringend notwendige Erweiterung der Stadt. Das (militärisch notwendige, daher unverbaute) Glacis bot sich förmlich hiefür an, wenngleich diese Flächen der Naherholung der Bevölkerung und dem Militär als Übungsplatz dienten.

    1.2.Grundlagenforschung:

    Eine solche fehlt vollständig, was einen gravierenden Mangel für das nachfolgende Umwidmungsverfahren bedeutet.

    1.3.Ziele:

    Eine nachvollziehbare Formulierung der angestrebten öffentlich-rechtlichen Ziele für die Umwidmung liegt nicht vor. Die Äußerung des Herrschers „Es ist mein Wille“ kann nur als willkürliche Machtdemonstration angesehen werden und ist allein dadurch ungeeignet, konkretisierbare Leit-, Ober- und Unterziele für die beabsichtigte Stadterweiterung zu bezeichnen.

    1.4.Änderungsanlass:

    Auf Grund der fehlenden Grundlagenforschung (1.2.) und der mangelhaften Ziele (1.3.) kann man keinen Änderungsanlass finden (z.B. wesentliche Änderung der Grundlagen). Ein schwerwiegender Fehler, der jede weitere Bearbeitung eigentlich unmöglich und unzulässig macht!

    1.5.Massnahmen:

    Ein obsoletes Kapitel - siehe oben. Es hätten gar keine Massnahmen ergriffen worden sein!

    1.6.Zusammenfassung:

    Die o.a. Fehler und Mängel reichen aus, dass man bereits im ersten Semester Raumplanung auch ohne Prüfprotokoll erkennen kann, dass die Wiener Ringstrasse eigentlich gar nicht gewidmet hätte werden dürfen. Eine Anfechtung beim Verfassungsgerichtshof hätte grosse Erfolgschancen (wahrscheinlich auch beim Verwaltungsgerichtshof, da den nachgeordneten Behörden mit Sicherheit in den folgenden Bauverfahren Fehler unterlaufen sind).

    Raumordnungsfachlich wäre somit die gewählte Vorgangsweise striktest abzulehnen gewesen!


    2.Raumordnungsrechtliche Beurteilung des Projektes:

    Unzählige gesetzliche Regelungen und Vorschriften sind seit dem kaiserlichen Handschreiben von 1857 ergangen. Hier kann nur versucht werden, einige der wichtigsten raumordnungsrelevanten Festlegungen der heutigen Zeit im Sinne von hypothetisch rückübergeleiteten Gesetzen am Projekt „Wiener Ringstrasse“ anzuwenden.

    2.1.Wasserrecht:

    Der ehemals wassergefüllte Stadtgraben mit seinen in Friedenszeiten stehenden (und dementsprechend stinkenden Wasserlacken) wäre im Sinne der EU-Gewässerschutzrichtlinie jedenfalls zu sanieren und qualitativ zu verbessern gewesen. Eine nachhaltige und dauerhafte Trockenlegung und Verbauung war jedenfalls nicht genehmigungsfähig. Über allfällige wasserwirtschaftliche Rahmenverfügungen oder Grundwasserschongebiete ist nichts überliefert und kann daher nicht beurteilt werden.

    2.2.Forstrecht:

    Auf allen historisch überlieferten Plandarstellungen sind die zahlreichen Alleen, die das Glacis durchkreuzten, mit ihrem Bäumen gut zu erkennen. Wald im Sinne des Forstgesetzes dürfte jedoch nicht bestanden haben, sodaß einer forstrechtlichen Genehmigung nichts entgegen stand.

    2.3.Eisenbahnrecht:

    Die Eisenbahn war in Österreich zum Zeitpunkt des Baubeginns der Ringstrasse schon 20 Jahre lang in Betrieb, für das ggst. Projektsgebiet lagen aber keine diesbezüglichen Planungen vor. Die geplante Pferde- und später elektrische Tramway stellt zwar eine Vollbahn im Sinne des Gesetzes dar, ein Genehmigungsvorbehalt konnte jedoch nicht gefunden werden.

    2.4.Wegerecht:

    Hier wurde durch die Aufrechterhaltung wichtiger Straßenzüge im Zuge des Projektes kein Widerspruch zu überörtlichen Festlegungen festgestellt. Sämtliche radial aus der Stadt führenden Reichsstraßen wurden berücksichtigt, in ihrer Funktion unverändert aufrecht erhalten (Linzer, Triester, Ödenburger, Preßburger, Klosterneuburger Straße) und in das Projekt integriert. Die neu geplante Ringstraße und ihr „Zwilling“ Lastenstraße waren zwar noch nicht im Reichsstrassengesetzblatt vorgesehen, wurden aber nachträglich in das Verzeichnis der hochrangigen Straßen aufgenommen.
    Die nachgeordneten Landes- und Gemeindestraßen wurden anlassbezogen festgelegt. Bestehende alte Wegeverbindungen über das Glacis von der Stadt in die Vorstädte wurden aufrecht erhalten bzw. verlegt.
    Aus straßenrechtlicher Sicht kann somit kein Versagungsgrund erkannt werden.

    2.5.Landesverteidigung:

    Das Projekt entspricht nur bedingt den Zielsetzungen der umfassenden Landesverteidigung, allerdings muß anerkannt werden, daß die defensive Bedeutung der Befestigungsmauern durch den technischen Fortschritt nur mehr marginal war. Somit kann hier nach Abwägung der Fakten kein Widerspruch erkannt und eine Bewilligung erteilt werden.

    2.6.Landwirtschaft:

    Die Glacisflächen wurden landwirtschaftlich gar nicht bzw. nur in geringem Ausmaß gärtnerisch genutzt (z.B. Paradeisgartel). Durch die militärische Verwendung als Exerzierplatz (z.B. Josefstädter Glacis) und die generelle Versumpfung ist eine Verringerung der lw. Produktionsflächen zwar grundsätzlich gegeben, wird jedoch durch die die Stadt umgebenden hochintensiven Gartenbau- und Landwirtschaftsbetriebe bei Weitem kompensiert. Bedenklich aus der Sicht des Bodenschutzes ist allerdings die fast 100%ige Bodenversiegelung, die gegenüber dem vorherigen Zustand festzustellen ist. Ökologisch mehr als verwerflich.

    2.7.Denkmalschutz:

    Die über römischen Ruinen errichteten mittelalterlichen Befestigungen samt barocken Umbauten und Erweiterungen stünden heute mit Sicherheit unter Denkmalschutz. Weiters würde das UNESCO-Weltkulturerbe schon längst seine Tafeln aufgehängt haben. Die unverbauten Glacisflächen wären zumindest archäologische Verdachtsflächen, wenn nicht sogar Bodendenkmale.
    Das gesamte Projekt könnte aus denkmalpflegerischer Sicht keinesfalls bewilligt werden.

    2.8.Naturschutz:

    Die Ruderalflächen des extensiv genutzten Glacis waren mit Sicherheit Lebenraum für zahlreiche geschützte Arten (Ziesel, Schmetterlinge u.ä.). Auch die intensiv genutzten militärischen Übungsflächen hätten - wie man heute weiß - vielen wertvollen Tieren und Pflanzen Ökonischen zum Überleben geboten. Selbst in den übrig gebliebenen  Wassergräben der Befestigung ist reiches aquatisches Leben zu erwarten gewesen. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit hätte es hier Schutzgebietsausweisungen gemäß natura2000 gegeben, sodaß eine Naturverträglichkeitsprüfung unumgänglich gewesen wäre. Die zahlreich vorhandenen Alternativen zum Projekt (z.B. Beibehaltung der Stadtmauern und stattdessen Stadterweiterung jenseits des Linienwalls oder drüber der Donau) hätte zu einem negativen Ergebnis führen müssen!
    Naturschutzrechtlich wäre das Projekt nicht bewilligungsfähig gewesen.

    2.9.Umweltschutz:

    Nach dem Umweltverträglichkeitsprüfungsgesetz wäre jedenfalls eine städtebauliche UVP durchzuführen gewesen. Wie eine solche ausgeht, ist sogar heute oft noch unklar bzw. umstritten. Da erfahrungsgemäß bei UVP-Verfahren jener Projektwerber eine leicht bessere Position hat, wenn seine beabsichtigte Maßnahme mit den Zielen der großen Politik übereinstimmt („Es ist mein Wille“), wäre hier sogar ein positiver Bescheid denkbar gewesen. Allerdings erst nach Berufung und Entscheidung aller höheren Instanzen (letztinstanzlich hier allerdings nur mehr Gott, somit wahrscheinlich etwas rascher als heute).

    2.10.Baumschutz:

    Hätte es damals schon das Wiener Baumschutzgesetz gegeben, wäre das Projekt alleine daran gescheitert. Die unzähligen Bäume auf dem Glacis (obgleich eigentlich verboten), teils in Form von begleitenden Alleen, teils als Solitäre, wären auf Grund ihres Alters und Baumumfanges mit einem grundsätzlichen Rodungsverbot belegt gewesen. Da sie noch dazu auf öffentlichem Grund standen, wären sie bei Fällung im Ausmaß von 1 : 10 zu kompensieren gewesen. Die entlang der Ringstraße neu gepflanzten Bäume erreichen diese Zahl bei Weitem nicht. Daher nicht bewilligungsfähig!

    2.11.Landesplanung:

    Hier sind sinngemäß die Bestimmungen der Wiener Bauordnung und des NÖ Raumordnungsgesetzes in rückübergeleiteter Form („Bau- und Raumordnung für das Kronland Niederösterreich“) anzudenken.

    Landes- und Regionalplanung:

    Es liegen keine überörtlichen Planungsinstrumente vor, die einen so wesentlichen Eingriff in die räumliche Struktur der Haupt- und Residenzstadt rechtfertigen würden. Selbst die großzügigen Planungen von Otto Wagner über Groß-Wien stammen erst aus späterer Zeit nach dem fait accompli. Aus überörtlicher Sicht ist diese Maßnahme daher nicht nachvollziehbar.

    Strategische Umweltprüfung:

    Die zwingend vorgeschriebene SUP wurde nicht einmal ansatzweise versucht. Daß bei einem solchen Großprojekt notwendigerweise erhebliche negative Auswirkungen auf die Umwelt zu erwarten gewesen wären, leuchtet jedem auch nur entfernt an der Raumplanung Interessiertem ein. Insonderheit die nicht durchgeführte Alternativenprüfung zum Projekt (0-Variante, Ausbau der Befestigungen, Stadterweiterung woanders, Schleifung der Innenstadt und stattdessen Errichtung von Hochhäusern, Absiedlung der Wohnbevölkerung etc.) muß zu einem negativen Ergebnis führen.

    Raumverträglichkeitsprüfung:

    Je nach Zuständigkeit der Aufsichtsbehörde (in diesem Fall unklar) und in leichter Abhängigkeit des eingesetzten Amtssachverständigen ist der Ausgang dieses Verfahrens ungewiss. Es wurde daher nicht einmal versucht. Nach der negativen SUP ist hier eine positive Entscheidung allerdings nicht anzunehmen.


    Raumordnungsrechtlich wäre das Projekt „Wiener Ringstrasse“ bei gesamthafter Betrachtung aller relevanten Materiengesetze somit nicht bewilligungsfähig gewesen!

    (Anmerkung des Verf.): dieses Schicksal teilt die Ringstrasse allerdings mit fast allen anderen Großprojekten in Österreich - man denke z.B. nur an den Wr. Stephansdom, das Stift Melk, die Feste Hohensalzburg, den Erzberg, das Kraftwerk Kaprun u.v.a.m. - die wären heute alle nicht mehr zu genehmigen!
     
     
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    Mi, 15. April 2015
    SPASS BEIM SMART CITY SLAM
    Pioniergeist live in der Seestadt Aspern
    Beitrag von Susanne Scherübl-Meitz
    Die MA18 lud zum Smart Slam in die Seestadt Aspern. Was ist das? Kreative Köpfe versuchten eigene Forschungsergebnisse/Ideen mit Bezug zum Thema Smart City in nur 6 Minuten verständlich und pointiert zu vermittelt und stellten sich einem Saalvoting! Ich nahm als Jurymitglied teil und war begeistert, von der Kreativität der vier Slammer (keine Innen!). Die Themen waren: Plusenergiehaus, Resthausbörse, Visualisierung von sozialen Netzwerken und Logistik. Slam-Champion des Abends wurde der Darbieter des Plusenergiehauses.
    • Wussten Sie, dass in Österreich das erste und bisher einzige Plusenergiebürohaus steht? Und zwar am TU-Campus Getreidemarkt in Wien.
    • Wie würden Sie die Wärmedämmung eines Gebäudes anschaulich darstellen? Vorschlag: Ziehen Sie eine Daunenjacke an ;-)

    Mehr Infos: www.wien.gv.at/stadtentwicklung...smart/slam.html 

     
    Ort: Seestadt Aspern
     
     
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  • Visualisierung EOS, Architekten Dürschmid + Dürschmid Ziviltechniker KG
    Visualisierung EOS, Architekten Dürschmid + Dürschmid Ziviltechniker KG
    Do, 26. März 2015
    DIE HAUPTKLÄRANLAGE WIRD ENERGIEAUTARK
    Grundsteinlegung für das Projekt EOS im April 2015
    Beitrag von Susanne Scherübl-Meitz
    Im April 2015 erfolgt die feierliche Grundsteinlegung für die Umsetzung des Projektes „EOS - Energieoptimierung Schlammbehandlung“. Nach Inbetriebnahme der neuen Klärschlammbehandlung kann die Hauptkläranlage mehr Energie aus erneuerbaren Quellen (Klärschlamm) erzeugen, als sie selbst benötigt und wird damit energieautark. Der UVP-Bescheid für das Projekt wurde nur 17 Monate nach Beginn der Bearbeitung der Umweltverträglichkeitserklärung am 13. Mai 2014 erteilt. Das Büro Dr. Paula bearbeitete den Fachbericht Raumplanung (Themenbereiche Siedlungsraum, Freizeit, Erholung und Tourismus, Sach- und Kulturgüter sowie Stadt- und Landschaftsbild).

    Mehr Infos zu diesem SMART-CITY- Projekt:
    http://www.wien.gv.at/umwelt-kl...schutz/eos.html 
    https://www.ebswien.at/ 
     
    Ort: Hauptkläranlage Wien
     
     
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  • Gesetzesnovelle
    Gesetzesnovelle
    So, 15. Februar 2015
    NÖ Raumordnungsgesetz 2014, NÖ Bauordnung 2014, NÖ Bautechnikverordnung 2014
    Info ... was ist neu im Februar 2015 ...
    Beitrag von DI Esther Böhm
    Das Land Niederösterreich hat das NÖ Raumordnungsgesetz ,  die NÖ Bauordnung und die NÖ Bautechnikverordnung im Jahr 2014 neu erlassen. Diese neuen Gesetze traten in Niederösterreich mit 1. Februar 2015 in Rechtskraft.

    Im Zuge der Neuerstellung der Rechtsgrundlagen wurden einige Neuerungen vorgenommen:
    • Wesentliche Änderungen ergeben sich durch die Verlagerung des Bebauungsplanes von der Bauordnung in das Raumordnungsgesetz.
    • Im Raumordnungsgesetz wurden einige neue Festlegungen eingefügt.
    • In der Bauordnung wurde eine Vielzahl an neuen Definitionen und Bestimmungen angeführt und teilweise auch bisher gültige Festlegungen ersatzlos gestrichen.
    • Die Bautechnikverordnung wurde gekürzt und mit den OIB Richtlinien verbunden.
    • Diese umfassenden Änderungen haben weitreichende Konsequenzen bei der weiteren Abwicklung von Bauverfahren in NÖ.

    Die wichtigsten Infos dazu haben wir in Broschüren kurz zusammengefasst:
    PDF-Dokument NÖ ROG 2014 Info Folder Büro Paula ZT GmbH 
    PDF-Dokument NÖ BO 2014 Info Folder Büro Paula ZT GmbH 
    PDF-Dokument NÖ BTVO 2014 Info Folder Büro Paula ZT GmbH 

    Um einen genaueren Überblick über alle geänderten Textpassagen zu erhalten haben wir als Service für unsere Kunden ein Dokument des neuen Raumordnungsgesetzes und der neuen Bauordnung erstellt, in denen alle inhaltlichen Änderungen gelb markiert wurden.

    PDF-Dokument NÖ Raumordnungsgesetz 2014 - Änderungen gelb markiert 
    PDF-Dokument NÖ Bauordnung 2014 - Änderungen gelb markiert 

    Teilweise wurden Textpassagen vollständig gestrichen oder von einem Paragraphen in einen anderen verschoben. Dies kann in der aufbereiteten Textversion leider nicht abgebildet werden.
    Die markierte Version der Bauordnung und des Raumordnungsgesetzes bietet einen Überblick darüber, wo sich textliche Änderungen ergeben haben.

    Für Fragen zu Details der Änderungen im Raumordnungsgesetz 2014, der Bauordnung 2014 und der Bautechnikverordnung 2014 steht Ihnen unser Team gerne zur Verfügung.
     
     
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    So, 11. Januar 2015
    GEGENFINANZIERUNG ...
    Ein Kanditat für das Unwort des Jahres
    Beitrag von L. Paula
    Wenn man das nur schon hört: "Gegenfinanzierung"! Und noch dazu in Zusammenhang mit dem Reizwort "Steuerreform"!

    Wer auch nur über einige Grundschulkenntnisse in Deutsch verfügt, weiß, was das bedeutet: geb’ ich hier dem Einen einen Euro dazu, neh’m ich woanders dem Anderen einen Euro weg und brauche ansonsten nichts am bewährten System zu ändern.

    Auch wenn die Betriebe (wie wir auch), aber genauso die Bürger, unter zunehmenden Auflagen und Hemmnissen stöhnen, Finanz und Krankenkassa immer unerbittlicher werden, ständig neue Vorschriften das Leben erschweren und dadurch verteuern - wir alle haben stolz unser Scherflein zur "Reform" beizutragen. Ob wir denn da wollen oder nicht. Und die Idee, dass der Staat zuerst einmal sein System durchforstet, ob dort nicht genug Spielkapital zur Finanzierung einer wirklichen Steuerreform zu heben wäre, - diese Idee können wir uns abschminken!

    So einfach hat sich Lieschen Müller schon immer eine Steuerreform vorgestellt.

     
     
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    Mi, 19. November 2014
    SMART CITY - EINE ENTHÜLLUNG
    Beitrag von L. Paula
    Der Kurzsprech unserer Zeit birgt so manche Geheimnisse, die einem keiner genau erklären kann, - und doch verwendet jeder die Begriffe.

    Wir rätseln seit langem, was sich in Wahrheit hinter einer "Smart City" tatsächlich versteckt, bzw. was eine solche Stadt ausmacht.
    Werden in den dort installierten Zigarettenautomaten nur die guten alten "Smart Export" verkauft ? Oder dürfen die Einwohner nichts anderes rauchen? Keine "Milde Sorte" (zu weich für eine smarte City), keine "Ägyptischen" (rassistisch - geht auch nicht)? Oder müssen die Burschen und jungen Frauen, die dort einziehen nicht nur möglichst "cool", sondern auch "smart" ausschauen, sein, handeln? Widerspricht die Verwendung von "Pitralon" dem smarten Zeitgeist? Darf man sich am Ende gar nicht mehr waschen, weil nur das "smart" wirkt? Ist das ganze ein Marketinggag der Zeitungsverlage, die ihre Modehefte mit der "smarten Herrenmode" nicht mehr anbringen und sich solcherart eine Umsatzsteigerung erhoffen?

    Rätsel über Rätsel!

    Und doch: nach langwierigen Recherchen hat sich nun von unseren Experten klären lassen, warum "Smart Cities" eigentlich wirklich so heissen. Der Name rührt daher, dass in den neuen Stadtteilen, die allerorten gebaut werden, die Verkehrsversorgung vorrangig auf dem Öffentlichen Verkehr, dem Fahrrad und der Telekommunikation aufbaut. So weit, so gut. Das allein ist aber noch nicht smart. Erst der Zeitablauf macht die neue Siedlung so richtig smart: wenn nämlich die älter gewordenen und nicht mehr so mobilen Bewohner den Schlüssel zum anlässlich des Neubezuges der Wohnung bereits mitbezahlten Smart erhalten und damit eine neue "smarte" Mobilität entsteht.

    Offen ist unter Experten vorläufig nur die Frage, wie viele Jahre nach Erstbezug der Wohnung sich die Garagentore öffen sollen. An der Lösung dieses Problems wird fieberhaft und smart gearbeitet ...
     
     
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  • Die unsichtbaren Städte von Italo Calvino“
    Die unsichtbaren Städte von Italo Calvino“
    Fr, 24. Oktober 2014
    40 Jahre Örtliche Raumplanung TU Wien
    In the Sky...
    Beitrag von DI Esther Böhm
    Am 24. Oktober 2014 fand in der „TU the SKY LOUNGE“ mit phantastischem Weitblick auf den Planungsraum Wien und Niederösterreich eine Feier zum 40 jährigen Bestehen des Departments für Raumplanung Fachbereich Örtliche Raumplanung an der TU Wien statt.
    Dabei konnten die in den letzten 4 Jahrzehnten von den drei für die Lehre prägenden Professoren (Prof. Dr. Friedrich Moser; Prof. Dr. Heiner Hierzegger;
    Prof. Rudolf Scheuvens) gesammelten Erfahrungen reflektiert und die aktuellen und zu erwartenden künftigen Herausforderungen für praxisnahe Forschung und forschungsgeleitete Lehre diskutiert werden.

    Das Ergebnis der Diskussionen in aller Kürze:
    • Bereits bestehendes muss weiter umgesetzt werden.
      Der Informationsfluss zw. allen Akteueren muss weiterentwickelt werden.
      Neue Planungsinstrumentarien und der Planungsprozesse sind notwendig.
     
     
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    Mi, 24. September 2014
    A 5 NORDAUTOBAHN: GEHT DA DOCH WAS WEITER?
    Pröll und Häupl machen Druck
    Beitrag von L. Paula
    Die Nachrichtenmeldungen der jüngsten Zeit machen Hoffnung. Zuerst traf sich LH Pröll (NÖ) in Prag mit den zuständigen tschechischen Ministern (u.a. Verkehr) und vereinbarte eine Fertigstellung der (2-streifigen) Straßenverbindung nach Brno (Brünn) vom derzeitigen Ende der Nordautobahn A5 bei Poysbrunn samt Umfahrung von Drasenhofen und Mikulov (Nikolsburg) bis 2018.

    Und heute wurde berichtet, dass Bgm. und LH Häupl (Wien) sich mit dem Landeshauptmann von Mähren in Brno (Brünn) getroffen hat und dabei der rasche Weiterbau einer "ordentlichen" Autobahn nach Brno vereinbart wurde.

    Die Hoffnung lebt also wieder auf: 25 Jahre nach dem Ende des Eisernen Vorhanges scheint die Verwirklichung einer adäquaten Straßenverbindung zwischen Brünn und Wien ein bisschen wahrscheinlicher zu werden. Jetzt müssen nur mehr die zahlreichen fachlich involvierten Dienststellen (insonderheit der Naturschutz) diesseits und jenseits der Grenze dazu gewonnen werden ...
     
     
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  • 20 Jahre Engelsberggasse
    20 Jahre Engelsberggasse
    Mi, 20. August 2014
    20 JAHRE BÜROGEMEINSCHAFT IN DER ENGELSBERGGASSE
    GRUPPEPLANUNG feiert Jubiläum
    Beitrag von L. Paula
    Vor genau 20 Jahren sind wir an sehr, sehr heißen Augusttagen von unseren dislozierten Bürostandorten in die Engelsberggasse übersiedelt. Wir - das waren die damals in ganz Wien verteilten Büros Land in Sicht, Dr. Paula, DI Leinner und Arch. Zwingl.

    Durch die gemeinsame Nutzung der gesamten Büroetage im 4. Stock der Engelsberggasse Nr. 4 konnten wir unser aller Platzprobleme lösen und endlich halbwegs repräsentative Büroräumlichkeiten beziehen. Die Bildung der GRUPPEPLANUNG an diesem Bürostandort war dann die logische Konsequenz.

    Nunmehr sind 20 Jahre in’s Land gezogen, die GRUPPEPLANUNG besteht immer noch erfolgreich als Kooperation der Büro Dr. Paula ZT-GmbH mit dem Büro Land in Sicht und blickt der Zukunft wohlgerüstet entgegen.

    Eine kleine Feier aus diesem Anlaß zeigte uns, dass manche unserer heutigen MitarbeiterInnen gerade vor 20 Jahren schon einige Dienstjahre hinter sich und andere noch Schul- und Studienjahre vor sich hatten.
     
     
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  • Regionalprogramm Pinzgau Gemeinsam bis zum Gipfel!
    Regionalprogramm Pinzgau Gemeinsam bis zum Gipfel!
    Fr, 18. Juli 2014
    ABSCHLUSSVERANSTALTUNG REGIONALPROGRAMM PINZGAU
    Gemeinsam Gestalten! Gemeinsam bis zum Gipfel!
    Beitrag von DI Esther Böhm
    Nach einem langen Prozess und einer gemeinsamen, intensiven Bearbeitungszeit war es am Mittwoch dem 16. Juli 2014 an der Zeit gemeinsam mit allen Akteueren den Abschluss des Regionalprogramm Pinzgau nach dem Motto "Gemeinsam bis zum Gipfel!" zu feiern.

    Unter dem Titel "REGIONALPROGRAMM PINZGAU - Gemeinsam Gestalten" hat der Bezirk Pinzgau für die Entwicklung der nächsten Jahre an Festlegungen für eine gemeinsame, regionale Entwicklung gearbeitet. Das Kirchturmdenken wurde in der ersten Arbeitssitzung zurückgelassen und die wesentlichen Probleme, Wünsche und Projekte in der Region gemeinsam mit rund 100 Akteueren diskutiert und festgelegt.

    Mit einem Zitat von Franz Kafka (Der Prozess) "Richtiges Auffassen einer Sache und Missverstehen der gleichen Sache schließen einander nicht vollständig aus." beschrieb DI Stocker den Diskussionsprozess in der Region, der uns zu einer gemeinsamen Sichtweise und schließlich zu einem Ergebnis führte.

    Gemeinsam konnte der Weg bis zum Gipfel - der Verordnung des Regionalprogrammes - erklommen werden. Nun geht es an die gemeinsame Umsetzung der Aufgaben.
    Frau Landeshauptmann-Stellvertreterin Dr. Astrid Rössler und die zuständigen Vertreter des Landes HR. Dr. Mair und DI Born haben in Ihren Statements die Bedeutung der Arbeit für die weitere regionale Entwicklung betont und ihre Unterstützung im Umsetzungsprozess zugesagt.

    Auch die Bürgermeister sehen den Prozess als Mehrwert für die Kommunikation und den Umgang Miteinander in der Region.

    Unterlagen zum Regionalprogramm Pinzgau und Regionalprogramm Oberpinzgau können unter folgenden Links downgeloaded werden:

    http://www.regpi.at/de/rv-pinzgau/ 
    http://www.salzburg.gv.at/rp1 _regionalplanung

    Wir wünschen der Region viel Erfolg auf ihrem weiteren Weg und bedanken uns für die engagierte Mitarbeit aller Beteiligter!

     
    Ort: Hinterglemm
     
    • Kirchturmdenken
      © Dr. Luzian Paula
    • Am Gipfel! Regionalprogramm Pinzgau gemeinsam gestaltet!
     
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  • "Land of Giants", Island
    "Land of Giants", Island
    Fr, 04. Juli 2014
    "LAND OF GIANTS" - STROMMASTEN - ABER WO?
    Islands Riesen (Homunkuli), Segel im Strom und Bunte Ringe
    Beitrag von L. Paula / H. Kopitz
    Strom muss fließen, und zwar über Hochspannungsleitungen, aber wo?

    Diese Frage führt häufig zu Protesten in Politik und Bevölkerung, die meist damit begründet werden, dass die erforderlichen Hochspannungsleitungen "schiach" sind und die Landschaft "verschandeln", wenn nicht gar "zerstören".

    Was die Windkraft schon lange versucht: Stell die Frage anders! Und zwar so: "Strommasten ja, aber wie?"

    Müssen Strommasten eigentlich immer so ausschauen, wie wir sie gewohnt sind? Oder gibt es vielleicht andere Lösungen?

    Weil aus dem eigenen Nabel nur eine eingeschränkte Sicht möglich ist (und wir verstehen uns doch als der Nabel der Welt, oder?) schauen wir uns um und vor allem über unsere Staatsgrenzen hinaus. Z.B. nach Island: die setzten (wie auch schon Andere) vor Errichtung von Strommasten auf Wettbewerb und Design. Und das Ergebnis kann sich sehen lassen, wie die Beispiele zeigen (siehe nebenstehende Bilder):

    So schaut die Sache doch gleich ganz anders aus! Wenn man einen Strommasten nicht als technisches Bauwerk ausführt sondern als Landmark gestaltet, kann man dem Ganzen eigentlich auch positive Aspekte abgewinnen: der Strom fließt und die Landschaft wird gestaltet.

    Oder hat nur die berühmte Wachau ein Privileg darauf, mit einer überdimensionalen Nase (ein Kunstwerk, wohlgemerkt!) die Landschaft zu verschönen?
     
    • \"Islands Riesen\"
      © Foto: Choi + Shine Architects
    • \"Segeln im Strom\"
      © Foto: Riba Pylon design
    • \"Ab durch die Mitte\"
      © Bild: Tony Leung
     
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    Fr, 06. Juni 2014
    64. ÖSTERR. STÄDTETAG IN GRAZ
    Arbeitskreis „Smart Urban Living: Meine Stadt – Mein LebensRAUM“
    Beitrag von S. Palfy
    Von 4.6. bis 6.6.2014 wurde der 64. Österreichische Städtetag durch den Städtebund Österreich in Graz abgehalten.
    Aufgeteilt auf insgesamt 5 Arbeitskreise diskutierten am 2. Tag namhafte Experten mit VetreterInnen aus Stadtregionen in ganz Österreich. Im Arbeitskreis 3 stand die Diskussion unter dem Titel "Smart Urban Living: Meine Stadt – Mein LebensRAUM“. Besprochen wurden die Themen Zusammenleben im Quartier,  Erdgeschoßzonen,  Dichte einer Stadt, Mobilitätslösungen, Leerstand und Förderungen.

    Die GRUPPEPLANUNG hatte die Aufgabe, die Thementische "Der öffentliche Raum - Potentiale und Restriktionen" - betreut durch Katharina Stadler - und "Stadt und/oder Umland - stadtregionale Wechselwirkungen zw. Konkurrenz und Symbiose" - betreut durch Stephanie Palfy - zu moderieren. Unterstützung zu den Themen kam von Udo Häberlin, MA18 Stadt Wien, sowie von Oskar Januschke, Standortentwicklung/Stadtmarketing Lienz, und Gerhard Ablasser, Stadtbaudirektion Graz.

    Das Ergebnis der Diskussion Stadt/Umland war einmal mehr, dass künftig kein Weg an regionaler Kooperation vorbeiführen wird. Die (Zusammen)Arbeit von Kommunen darf nicht an der Gemeindegrenze enden, regionale Entwicklung muss über funktionale Räume erfolgen.  Städte sollten als große Schwester aufgrund ihrer Möglichkeiten und Ressourcen federführen in der Kooperation mit den kleineren Umlandgemeinden sein. Einerseits könnte die Stadt den Anstoß zu interkommunaler Betriebsentwicklung (Stichwort Entwicklungsgesellschaft) geben, aber auch in punkto Wissensmanagement (bspw. Lohnverrechnung) und Technische Kooperation (bspw. Bauhof) den kleinen Gemeinden aushelfen.
    Rahmenbedingungen für eine Kooperation sollten
    - die Koppelung an Förderungen
    - Finanzausgleichsschlüssel
    - überregionale Lenkungsmaßnahmen in der Planung
    - die Etablierung einer neuen politischen Kultur des Raumdenkens (!)
    - ein Regionalparlament als Zwischenebene zwischen Land und Kommune sein.
     
     
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    Mo, 05. Mai 2014
    GEMEINDEFUSIONEN ALS CHANCE UND HERAUSFORDERUNG FÜR DIE RAUMPLANUNG
    Beitrag von S. Palfy
    Bis 2015 wird es in der Steiermark statt bisher 542 Gemeinden (Stand 2010) künftig nur mehr 287 Gemeinden geben. Knapp 80 Prozent der Gemeindezusammenlegungen erfolgte bisher auf freiwilliger Basis durch Gemeinderatsbeschlüsse. Der Rest wird per Gesetz „zwangsfusioniert“.
    Welche Chancen die Raumplanung in der steirischen Gemeindestrukturreform sieht und mit welchen Herausforderungen sie dadurch konfrontiert wird, wurde im Rahmen einer Veranstaltung der Kammer der ZiviltechnikerInnen für Steiermark und Kärnten gemeinsam mit dem Land Steiermark im Messecongress Graz diskutiert.

    Die Gemeindestrukturreform hat zum Ziel, die zukünftige Leistungsfähigkeit der Gemeinden zur Erfüllung der eigenen und übertragenen Aufgaben und Funktionen zu stärken, indem die Gemeindegrenzen auf die bestehenden funktionalen Räume angepasst werden. Dadurch soll eine bessere Nutzung der vorhandenen Fläche für den Siedlungsraum und die wirtschaftliche Entwicklung gewährleistet werden.
    Nach der Zusammenlegung haben die neu geformten Gemeinden 5 Jahre Zeit für die Revision des Flächenwidmungsplans und somit zur Erstellung des Flächenwidmungsplans 1.0. Darin sieht das Land Steiermark die Chance, auf Gemeindeebene eine „Tabula Rasa“-Situation herbeizuführen und die Grundlagen der örtlichen Raumplanung wie Örtliche Entwicklungskonzepte (ÖEK) und Flächenwidmungspläne neu und unabhängig von alten Zielvorstellungen festzulegen. Dabei sollen verstärkt Ziele der Innenentwicklung und Einschränkung des Wachstums nach außen als Reaktion auf den demographischen Wandel gesetzt werden.

    Die steirischen Gemeinden stehen somit am Beginn eines Planungsprozesses, der in vielen Gemeinden der Schweiz bereits abgeschlossen ist, wovon (Raum-)Planer aus der Schweiz berichteten. Die nennenswerteste Auswirkung der Gemeindefusionen in der Schweiz ist vor allem eine Verbesserung des Leistungsangebotes einzelner Gemeinden und weniger die Verbesserung der finanziellen Lage. Vorteile wie eine professionellere, spezialisierte Verwaltung, eine bessere Umsetzbarkeit gemeinsamer Entwicklungsabsichten, eine differenziertere, bedarfsorientiertere Planung des Flächenangebots, eine Reduzierung des Wachstumsdrucks kleinerer Gemeinden, eine qualitatives und quantitatives Leistungsangebot vor allem im Bereich Infrastruktur und eine regionale Sichtweise (weniger „Freunderlwirtschaft“) stehen Nachteilen wie hoher Bürokratisierungsaufwand und hohe Anonymisierung sowie weniger Berücksichtigung der regionalen Besonderheiten gegenüber. Fazit in der Schweiz ist, dass jede Fusion anders ist und bezüglich der Raumplanung die Auswirkungen der Zusammenlegung spezifisch zu beurteilen sind. Die Raumplanung ist ein langfristig wirksames Instrument, weshalb sich Fehlplanungen der Vergangenheit auch nicht mit Fusionen aus der Welt schaffen lassen werden können.

    Gefordert wird daher für die Steiermark entsprechend der am 15. Mai 2014 stattfindenden Landtagsenquete „Baukultur“ eine eigene Enquete zum Thema „Raumplanung und Raumordnung“, in der Forderungen wie restriktivere Kriterien für eine weitere Baulandentwicklung, die Erleichterung der Rückwidmung, die Aufwertung des ÖEK und Möglichkeiten der Reaktion auf den demographischen Wandel in der Planung behandelt werden sollen.
     
     
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    Fr, 18. April 2014
    ENDLICH ERFREULICHES AUS KÄRNTEN
    Beitrag von L. Paula
    Na also, geht doch: aus Kärnten kommen nicht nur schlechte Nachrichten! Dem allgemeinen Sparzwang ist es zwar geschuldet, aber für die Raumplanung gibt es durchaus erfreuliche Nachrichten.

    Wie die Ktn. Finanzreferentin Schaunig mitteilte, wird die gute, alte Gießkanne namens Wohnbauförderung neu aufgestellt. Der Soziale Wohnbau wird nur mehr in den Stadt- und Ortskernen gefördert; Fördermittel für Einfamilienhäuser gibt es zweckgebunden für die thermische Sanierung und nicht mehr wahllos für Neubauten auf der grünen Wiese. Wow!

    Wenn wir uns was wünschen dürften, dann wäre es die Ausdehnung des Kärntner Modellansatzes auf alle Bundesländer. Dann würde sich endlich die Sanierung der alten Bausubstanz in den Ortskernen rechnen und nicht nur der Neubau eines Hauses weit draußen. Den ganzen gesichtslosen, wildwuchernden Siedlungserweiterungen in Form der Einfamilienhausweiden (c: F. Kräftner) an den Ortsrändern wäre die wirtschaftliche Basis entzogen. Denn die meisten Leute, die dort bauen können es sich eigentlich nur mit Hilfe der üppigen Wohnbauförderung leisten.

    Daher: lasst uns von Kärnten lernen (c: Mao Tse Tung [leicht verfremdet]).
     
     
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  • Landesausstellung 2017
    Landesausstellung 2017
    Fr, 11. April 2014
    LANDESAUSSTELLUNG 2017 in PÖGGSTALL
    Beitrag von DI Esther Böhm
    Die Landesaussstellung 2017 soll in einer unserer Gemeinden im Waldviertel beheimatet werden.
    Zentrum der Veranstaltung soll das Gelände des historischen Schloss Pöggstall sein.

    Wir gratulieren herzlich und freuen uns schon jetzt auf die Ausstellung im Jahr 2017.


     
     
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  • Gattendorf Nord
    Gattendorf Nord
    Fr, 28. März 2014
    EIN WINDPARK ENTSTEHT ...
    Windpark Gattendorf Nord
    Beitrag von R. Hrdliczka
    Das Ergebnis eines unsererseits bearbeiteten Widmungsverfahrens aus dem Jahr 2010 kann nun auch in Natura bewundert werden. Die vier vorgesehenen Windkraftanlagen befinden sich nach Abschluss der notwendigen Verfahren nun in Bau.
     
     
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    Mo, 03. Februar 2014
    DIE "MAHÜ" WIRD RAUCHFREI!
    Beitrag von L. Paula
    Werbung macht sich doch bezahlt!

    Ohne die 1,2 Mio. € schwere Werbekampagne, mit der einem kleinen Teil der Wiener die ohnehin schon seit längerem umgebaute Mariahilfer Straße schmackhaft gemacht werden soll - denn nur die Hauptwohnsitzer der Bezirke Mariahilf und Neubau werden volksbefragt - , hätten diese nie die Segnungen einer Begegnungszone erfahren.

    Wie den schön teueren Plakaten und Inseraten zu entnehmen ist, bringt (eigentlich brachte) die Umgestaltung der MaHü (wer diese Abkürzung erfunden hat, bleibt im Dunkeln) "ein frisches Gesicht". Weiters "100 neue Bänke zum Ausruhen" und - Achtung, jetzt kommt der Hammer! - "gratis WLAN"!? "Weil freies Surfen einfach dazugehört zum neuen Leben auf der Mariahilfer Straße". Unklar ist, ob dies nur in der Fußgänger-, der Begegnungs- oder einer anderen Zone gilt.

    Was lernen wir daraus? Stadtgestaltung und Verkehrsplanung dienen vorrangig dazu, daß die kids beim Surfen mit dem Smartphone nicht mehr links und rechts schauen müssen, bevor sie die Straße überqueren. Und dafür musste der 13er-Autobus auf eine sinnlose Umleitungsstrecke verlegt werden...

    Aber - man muß die teure Werbung auch genau studieren! Denn dann erst entdeckt man eine weitere Segnung des bereits durchgeführten Umbaues: die ganze MaHü wird rauch-, trink- und essfrei!

    Alle Werbesujets zeigen überwiegend junge, sportliche, schöne Menschen - und keiner raucht! Keiner hält die obligatorische Wasserflasche oder einen herrlich duftenden Döner in Händen! Niemand schleckt ein Eis und patzt damit herum! Kaugummis sind offensichtlich verpönt und keiner dieser guten Menschen spuckt sie gar auf den Boden! Behüte! Herrliche Zeiten werden anbrechen!

    Die Verkehrsberuhigung wird also als Instrument zur Förderung guten Benehmens und zur Hebung der Volksgesundheit eingesetzt - ein neuer, fürwahr gewichtiger Aspekt in der Planung!
     
     
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    So, 05. Januar 2014
    ENDLICH: BIBER IN FREISTADT ANGEKOMMEN
    Einzigartiges Naturschutzprojekt gelungen
    Beitrag von L. Paula
    Man kann nur mit Stolz berichten: nachdem der vorigen Gesellschaften so verhasste Biber in Österreich ausgerottet war, wurde er zu Ende des 20. Jhdt. glücklich wieder ausgesetzt (auch wenn dies vordergründig nur aus Gründen einer beabsichtigten Verhinderung der Wiener Nordostumfahrung geschah).

    Allein, die Biber vermehrten sich prächtig, fühlten sich wohl, bauten ihre Dämme und wurden in Teilen Niederösterreichs sogar schon wieder zum Abschuß freigegeben, weil sie gar so viele Schäden angerichtet haben.

    Ein schlaues Tier hingegen entzog sich und wanderte nach Oberösterreich aus. Und dort - horribile dictu - fällt es jetzt unangenehm im schönen Mühlviertel in Freistadt auf. Weil warum: es baut einen seiner bewunderten Dämme genau unterhalb der örtlichen Kläranlage! Das geht aber gar nicht! Denn wenn die geklärten Abwässer der schönen Stadt nicht mehr ungehindert abfliessen können, stauen sie sich zurück - und dann, dann haben die Braustädter ihre Fäkalien wieder dort, wo sie diese partout nicht mehr haben wollten - auf dem eigenen Grundstück nämlich.

    Dieser bedauerliche Mißstand ist zwar verständlicherweise unangenehm, muss aber im Interesse eines umfassenden Naturschutzes toleriert werden! Wo kämen wir denn hin, wenn menschliche Bequemlichkeit bzw. das Bedürfnis nach geregelter Abwasserentsorgung dazu führt, dass arme, unschuldige Kreaturen, die noch dazu auf irgendeiner Roten Liste stehen, aus trivialen Gründen der Siedlungshygiene geopfert und daran gehindert werden, ihre wertvollen Dämme zu bauen!

    Das bisschen Verständnis für die Natur und ihre armen, putzigen Tiere darf von den Freistädtern schon verlangt werden!!!
     
     
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    Mi, 18. Dezember 2013
    SEKTORALES RAUMORDNUNGSPROGRAMM WINDKRAFT
    in Auflage!!!
    Beitrag von DI Esther Böhm
    Seit Montag dem 16.12.2013 ist die "Verordnung über ein sektorales Raumordnungsprogramm über die Nutzung der Windkraft in Niederösterreich" im Bürgerbegutachtungsverfahren.
    Es können bis zum 14.02.2014 Stellungnahmen zu dem Entwurf des Sektoralen Raumordnungsprogrammes abgegeben werden.

    Im Zuge der letzten Novelle des Niederösterreichischen Raumordnungsgesetzes Mitte dieses Jahres, hat sich das Land Niederösterreich verpflichtet in einem Raumordnungsprogramm Zonen festzulegen, auf denen die Widmung "Grünland-Windkraftanlagen" zulässig ist.
    Dieser Verpflichtung ist das Land Niederösterreich nun durch den in Auflage befindlichen Entwurf eines Sektoralen Raumordnungsprogrammes nachgekommen.

    In dem vorliegenden Raumordnungsprogramm wurden Zonen abgegrenzt, auf welchen keine Ausschlussgründe (Naturschutz, Landschaftsbild, Entfernung zu Wohnnutzungen) für die Nutzung durch Windkraftanlagen vorliegen.

    Für die Zukunft ergeben sich dadurch folgende Neuerungen:
    *Die Widmungsart Grünland Windkraftanlagen darf nur in den abgegrenzten Zonen festgelegt werden,
    *im Nahbereich der abgegrenzten Zonen ist die Neuwidmung von Wohnbauland, Bauland Sondergebiet mit Schutzanspruch und baulandähnlichen Grünlandwidmungsarten nur zulässig, wenn die Errichtung von Windkraftanlagen weder verhindert noch erschwert wird.

    Detaillierte Informationen können der Homepage des Landes unter folgendem Link entnommen werden:
    http://www.noe.gv.at/Politik-Ve...tachtungen.html 
     
     
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    So, 08. Dezember 2013
    Unsere Liebe Post (ULP) und wir
    Beitrag von L. Paula
    So fürsorglich kümmert sich ULP um uns: wir dürfen zunehmend schwierige, sogar amtliche Aufgaben selber übernehmen und selbständige Kunden werden!

    Nach den kürzlich in den Tageszeiten geschalteten Anzeigen wird nämlich für uns alles immer besser und bequemer:

    1. >  wir dürfen am Postamt „ganz bequem“ unsere Sendungen selbst verpacken
    2. >  dann „ermöglichen“ uns Frankierautomaten, die „richtige Briefmarke“ selbst auszudrucken
    3. >   dann dürfen wir selbst die „Sendung in die Versandbox“ legen und uns selber eine „Bestätigung“ ausdrucken
    4. >   Die „Zustellung“ erfolgt altmodischerweise noch durch ULP bis in die „Empfangsbox“ beim Empfänger
    4. >   dort ist dieser dann am Zug und darf die Sendung selbst „empfangen“, indem er sie selber aus der „Empfangsbox“ herausholt.

    Bleibt nur eine Frage:
    Warum dürfen wir eigentlich den kleinen Schritt zwischen Versand- und Empfangsbox nicht auch noch erledigen und unsere Sendung gleich selber hinbringen? Der Frankierautomat wird uns als Belohnung dafür sicher auch die richtige Briefmarke ausdrucken können …
     
     
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  • Bürgerinformation Laxenburg - Gruppenfoto
    Bürgerinformation Laxenburg - Gruppenfoto
    Do, 21. November 2013
    BÜRGERINFO ÖEK LAXENBURG
    Beitrag von L. Paula
    Im mustergültig renovierten ehem. Kaiserbahnhof der Marktgemeinde Laxenburg (NÖ) südlich von Wien fand für die BürgerInnen die zweite öffentliche Informationsveranstaltung zum neuen Örtlichen Entwicklungskonzept (ÖEK) statt.

    Nachdem bem ersten Mal über die Inhalte, Ziele und Maßnahmen sehr intensiv und detailgenau (inkl. Erörterung der Hundekot-Problematik) diskutiert wurde, erfolgte nunmehr eine Planausstellung zur Information der Bevölkerung. Von den beauftragten Büros (Büro Dr. Paula und arealConsult) waren DI Laussegger, Dr. Paula und DI Wurz-Hermann anwesend und konnten zahlreiche Fragen beantworten und wertvolle Anregungen entgegennehmen.

    Das neue ÖEK soll im Dezember vom Gemeinderat beschlossen werden.
     
    Ort: Kaiserbahnhof Laxenburg
     
    • Bürgerinformation Laxenburg
     
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  • 20131003 144706 (Medium)
    20131003 144706 (Medium)
    Do, 14. November 2013
    DISKRIMINIERUNG VON ZT-BÜROS IN WIEN
    ... ein Parkpickerlkrimi
    Beitrag von S. Scherübl-Meitz
    Als ZT-Büro für Raumplanung und Landschaftsplanung betreuen wir mehr als 50 Gemeinden in Niederösterreich und im Burgenland. Die wenigsten sind gut an öffentliche Verkehrsmittel angebunden. Häufig transportieren wir Plandokumente, Beamer, Laptop, Leinwand etc. zu unseren Kunden. Um diese Aufgabe zu bewältigen, haben wir einen Firmen-Pkw. In Wien gibt es die Möglichkeit für Betriebe, eine Ausnahmegenehmigung in Form einer Parkkarte zu beantragen, damit man - so wie jede/r Bewohner/in mit Hauptwohnsitz in Wien - ein Kraftfahrzeug vor dem Haus bzw. Büro abstellen kann. Wie das geht, steht im Internet! Zur Sicherheit haben wir insgesamt 3 Mal telefonisch nachgefragt, wie denn der Antrag zu stellen sei und was man alles beibringen muss. Das ist ganz schön viel - unter anderem ein Nachweis über 6 Wochen, dass im Durchschnitt mind. eine Fahrt pro Tag mit dem Firmenauto erforderlich ist.

    Endlich - mit dem Antrag und sämtlichen Nachweisen bei der zuständigen Magistratsabteilung -, wird mir mitgeteilt, dass diese Ausnahmegenehmigung nur für Gewerbetreibende gelte! Für Ziviltechniker sei das Anmieten einer Parkgarage durchaus zumutbar!?

    Ich bin fassungslos und kann es nicht glauben. Im offiziellen Schreiben werden wir aufgefordert, den Nachweis der erforderlichen Fahrten über 3 Monate zu erbringen sowie Belege, dass die Anmietung eines Garagenplatzes aus außergewöhnlich hart treffenden Gründen  nicht in Betracht komme ... davon war vorher nie die Rede! Wir haben 16 MitarbeiterInnEn. In unserem Büro könnten 4 Familien wohnen, alle 4 einen Pkw haben und - ohne Nachweis der sozialen Bedürftigkeit - ein Parkpickerl für den 3. Bezirk beantragen. Sie würden es ohne Zweifel bekommen.

    Ich - die ZT-GmbH - fühle mich wirtschaftsdiskriminiert.

    Wieso das ein Krimi sein soll? ...
     
     
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    Mo, 11. November 2013
    INNOVATION UND RAUM
    ÖGR Tagung
    Beitrag von DI Esther Böhm
    Am Freitag fand die diesjährige ÖGR Tagung in Linz statt. Der Tag stand unter dem Titel "Was macht eine Region smart?".

    Zu diesem Thema wurden eine Vielzahl an Entwicklungen und Ansätzen zur Verbesserung der Situation der Regionen in Österreich diskutiert.

    MENSCHEN, BRANDING, SMART, NETZWERKE, RESSOURCEN, EFFIZIENZ, QUERDENKEN, SOZIALE INNOVATION,, NACHHALTIGKEIT, STAKEHOLDER, UNTERNEHMER, ROHSTOFFE, RESILIENZ, REGIONAL GOVERNANCE, KLIMAWANDEL, ...

    ... waren die Schlagworte, die den Tag begleiteten. Ergebnis der Diskussion war, dass die Regional- und Raumplanung bisher auf von außen vorgegebene Rahmenbedingungen (Treibstoffe etc.) reagiert. Daten und Informationen über die Bedürfnisse und Wünsche der Region selbst fehlen aber, sodass keine klaren neuen Strategien und Planungsziele aufgebaut werden können. Zusätzlich wird die Planung immer von mehreren Ebenen beeinflusst (Förderungen, Unternehmen, ...), die bei weiteren Entwicklungen ebenso mitberücksichtigt und abgestimmt werden müssen.

    FAZIT: die bestehende Regionalplanung leistet hervorragende Basisarbeit, jedoch sollte eine weitere Unterstützung und Abstimmung auf allen Planungsebenen erfolgen!
     
     
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  • Schöngr05
    Schöngr05
    Di, 05. November 2013
    DOCH KEINE SENSATIONSFUNDE IN SCHÖNGRABERN
    Geophysikalischen Untersuchung nicht verifiziert
    Beitrag von L. Paula
    So berichteten wir im August 2013:

    "... unser Büro beauftragte daher in Abstimmung mit dem Bundesdenkmalamt die ZAMG, eine geophysikalische Untersuchung des gesamten Kirchenareals durchzuführen.

    Und deren Ergebnisse sind ein Hammer, wie die folgende Kurzzusammenfassung zeigt:

    Die von der ZAMG am 18./19. Juni 2013 durchgeführten geophysikalischen Messungen (Magnetik und Georadar) und die daran anschließende archäologische Interpretation haben spektakuläre Ergebnisse gebracht, die möglicherweise alle bisherigen Überlegungen und Interpretationen zur Baugeschichte der Kirche von Schöngrabern in Frage stellen.

    Kirche:
    Nördlich und südlich der bestehenden Kirchenapsis sind massive Steinstrukturen zu erkennen, die auf einen (größeren) Vorgängerbau (?) hinweisen, wobei die nördlich der Apsis gelegene Struktur als Eingangsbereich gedeutet werden kann. Parallel zur Südwand des Langhauses verläuft eine massive Mauer bis etwa in den Bereich des ehem. westlichen Endes des romanischen (?) Kirchengebäudes.
    Direkt an die nordöstliche Fundamentstruktur angrenzend ist eine kreisrunde Mauer mit rd. 6 m Durchmesser erkennbar (Eine Interpretation als Karner scheint nicht schlüssig, da diese Struktur zu wenig tief und massiv ausgeführt ist).

    Kirchenumfeld:
    Nordöstlich der Kirche ist in geringerer Tiefe eine schräg zu den bisherigen Strukturen gelegene Bebauung (?) in der Größe von rd. 8 x 18 m deutbar, die zumindest zwei Innenraumunterteilungen aufweist (Wirtschaftsgebäude ?).
    Besonders auffällig ist, daß diese Struktur die Ausrichtung sämtlicher anderer Bauten des Kirchenumfeldes nicht aufgreift.

    Grundstück ehem. Mesnerhaus:
    Im östlichen Teil des Grundstückes ist in einer Tiefe von 0,3 bis 1,0 m ein möglicher Vorgängerbau (?) der heutigen Kirche erkennbar. Das Gebäude ist Ost-West orientiert, hat eine Größe von rd. 10 x 21 m und weist eine Apsis im Osten von rd. 3 x 5 m auf. Im Westen besteht ein Eingangsbereich (?) von rd. 5 x 5 m, in dessen Ecken zwei kreisrunde Steinstrukturen mit rd. 0,6 m Durchmesser (Säulen ?) erkennbar sind.
    Wenn diese Struktur durch Grabungen als Kirche nachgewiesen werden kann, stellt sich die Frage, warum die sonst übliche Kontinuität von Sakralbauten (Kirchen werden über Kirchen errichtet - der geweihte Ort wird üblicherweise beibehalten) hier unterbrochen wurde.

    Pfarrgarten:
    Auf der vermuteten ehem. Pfarrerhofstelle wurde in der Mitte des Grundstückes eine rd. 20 x 22 m große Verfüllungsfläche in relativ großer Mächtigkeit mit Steinlagen (Fundamente) entdeckt, die auf ein ehem. größeres Gebäude (?) hinweist.

    Historiker und Archäologen raufen sich jedenfalls die Haare, denn alle bisherigen Theorien zur berühmten Kirche sind jetzt Makulatur geworden. Den Kunsthistorikern steht der Schock noch bevor.

    Zur Konkretisierung der Funde werden nunmehr im Zuge der Bauarbeiten am neuen Musikerheim und Parkplatz archäologische Sondierungsgrabungen durchgeführt, um eine Datierung vornehmen zu können. Wir haben im Gestaltungskonzept die unterirdischen Funde vorerst in der Pflasterstruktur sichtbar gemacht (siehe die untenstehende Abb. 16) . ..."


    PDF-Dokument Abbildung 16 - Gesamtkonzept und Maßnahmen 

    Und dann wurde an 2 Stellen archäologisch nachgegraben - und: nix is mit der vermuteten Kirche und den anderen Bauten. Man fand nur das Gräberfeld des ehem. Friedhofes um die Kirche.

    Jetzt müssen alle neu nachdenken
     
     
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  • Aktionstage Nachhaltigkeit
    Aktionstage Nachhaltigkeit
    Di, 17. September 2013
    AKTIONSWOCHE RADFAHREN
    nachhaltige GRUPPEPLANUNG
    Beitrag von DI Esther Böhm
    Aktionswoche Nachhaltigkeit

    Das Thema Nachhaltigkeit wird stark mit dem Thema Mobilität und Verkehr in Verbindung gebracht. Während der österreichweit laufenden Aktionswoche zur Nachhaltigkeit vom 4. bis 10. Oktober 2013 wollen auch wir als kleines Rädchen im Getriebe des Verkehrssystems einen Teil zur Nachhaltigkeit beitragen.

    Wir fahren mit dem FAHRRAD!

    Darüber hinaus soll die Woche dem planerischen Thema Radverkehr, Förderung des Radfahrens udgl. gewidmet werden. Dazu halten wir jede Menge Infos und Ideen für unsere AuftraggeberInnen bereit!
     
    Veranstalter: www.nachhaltiges-oesterreich.at
     
     
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    So, 15. September 2013
    50 JAHRE EVN IN DER SÜDSTADT
    Städtebau der Frühzeit
    Beitrag von L. Paula
    1963 also übersiedelte die EVN (Energieversorgung Niederösterreich) ihre Konzernzentrale aus Wien in das neu errichtete Verwaltungsgebäude in der nö Gemeinde Ma. Enzersdorf im Süden Wiens. Das markante Haus prägt auch heute noch die zur Stadtlandschaft gewordene Region.
    Die EVN-Zentrale ist zugleich Teil der planmässig angelegten "Südstadt", deren städtebauliches Konzept aus den späten 50er-Jahren des 20.Jhdt. stammt und durch städtebaulichen Ideen von Roland Rainer und Rudolf Wurzer inspiriert wurde.

    Sieht man sich Fotos aus der Zeit der Errichtung dieser neuen Stadt auf der grünen Wiese an, kann man sich gar nicht vorstellen, daß aus diesen Betonblöcken die intensiv durchgrünte Südstadt von heute mit ihrer hohen Wohnqualität wurde.

    Eigentlich ein Glück, daß es damals noch keine Raumordnung gab. Denn sonst gäbe es diese Stadt vielleicht gar nicht: denn eine Baulandwidmung auf der grünen Wiese ohne Anschluß an bebautes Gebiet ginge ja gar nicht mehr. Und ein heutiges regionales Raumordnungsprogramm würde sicherlich zahlreiche Siedlungsgrenzen und erhaltenswerte Landschaftsteile festgelegt haben, wo jetzt die Stadt ist. Und nach § 54 der Bauordnung fände sich im Radius von 100 m um den Bauplatz keine gleichartige Bebauung (Bebauungsplan hat’s damals nämlich noch keinen gegeben, der ein Abweichen sonst erlaubt hätte). Und erst der berühmte § 56 der Bauordnung, der hätte die EVN-Zentrale ganz sicher verhindert ...

    Manchmal gibt es halt glückliche Fügungen ...
     
     
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    Do, 05. September 2013
    GASSPEICHER STATT HOCHSPANNUNGSLEITUNGEN?
    Neue Schlüsseltechnologie für die Energiewende in Pilotphase
    Beitrag von S. Scherübl-Meitz
    In Brandenburg (D) wurde Ende August 2013 eine "Power to Gas"-Pilotanlage in Betrieb genommen, die Windenergie in Wasserstoff umwandelt und ins Erdgasnetz einspeist. Durch diese Art der Gasspeicherung könnten Schwankungen beim Aufkommen von Wind- und Solarenergie abgefedert werden. Das ansonsten notwendige Abschalten von Windkraftanlagen bei Netzengpässen wird vermieden und die Ausbeute der Windstromerzeugung erhöht. Nicht zuletzt könnten teure Investitionen in neue Hochspannungsleitungen vermieden werden!
     
    Kontakt: E.ON
     
     
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    Do, 29. August 2013
    GRÖNLAND DROHT GRÜN ZU WERDEN
    Katastrophale Folgen des Klimawandels
    Beitrag von L. Paula
    Das hat uns noch gefehlt:
    auf Grönland, das wir als vergletscherte Insel im halbewigen Eis seit jeher kennen und lieben gelernt haben, hält jetzt der Frühling Einzug! Der eiskalte Felsblock im hohen Norden droht dank des Klimawandels zu einer warmen Mittelmeerinsel zu verkommen! Man bedenke: Ballermann in der Hauptstadt Nuuk! Eine Katastrophe ...

    Und doch - denken hilft, wie immer.
    Den damaligen Ballermann hat wahrscheinlich schon Leif Eriksson, genannt "der Rote", gesucht, als er aus seiner winterkalten Heimat in Skandinavien aufbrach und die Fahrt übers Meer in den warmen Westen antrat. Denn an den Küsten Grön(Grün)lands wuchs damals (im 10. Jhdt. n. Chr.) bereits Wein!. Die Insel war grün, frucht- und besiedelbar. Und so haben sich einige dieser Wikinger auch ein paar (wenige) Generationen dort aufhalten können, während ihr Chef weiter nach Westen fuhr und noch vor Columbus Amerika entdeckte.

    Dann ist es wieder kälter geworden, die Besiedelung musste aufgegeben werden und heute schaut Grönland so aus wie wir es "schon immer" gewohnt sind.

    Und jetzt kommt diese böse Klimaerwärmung ...
     
     
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    Do, 22. August 2013
    NOVELLE WIENER BAUORDNUNG
    Seit Dienstag liegt ein umfassender Entwurf zur Novellierung der Bauordnung für Wien vor.
    Beitrag von DI Scherübl-Meitz
    Wesentliche Eckpunkte sind die Einführung der Widmungskategorie "förderbarer Wohnbau" sowie befristeter Baulandwidmungen. Damit soll künftig Grundstücksspekulationen Einhalt geboten werden.

    Ebenfalls bemerkenswert ist die Möglichkeit privatrechtliche Verträge mit den GrundeigentümerInnen abzuschließen, um Verpflichtungen zur Schaffung von Infrastruktur festzulegen.

    Auch in Hinblick auf die Stellplatzverpflichtung (bisher 1 KFZ-Stellplatz pro Wohneinheit) wird eine Flexibilisierung vorgeschlagen. So soll künftig nur mehr 1 Stellplatz pro 100 m² Wohnnutzfläche errichtet werden müssen. Die Reduktion der Baukosten ist die angestrebte Folge.

    Weitere Inhalte:
    • verpflichtende Gestaltungskonzepte für Grünflächen ab Bauklasse II (statt III) mit Fertigstellungsanzeige durch ZiviltechnikerIn
      Regenwassermanagement
      Einführung des neuen "Wiener Solarstandards" für Dienstleistungsgebäude (solare Energieträger am Gebäude)
      größere Balkone - auch über Verkehrsflächen
      Erleichterung für Aufzugsbauten
      Erhöhung der nachträglich zulässigen Dämmstärke an Gebäuden (20 statt 16 cm)
      Neuregelung betreffend Abbruchreife

    Der Abschluss des Gesetzgebungsverfahrens wird zum Jahreswechsel erwartet. Schauen wir mal, was dann vom ambitionierten Entwurf noch übrig ist ...
     
     
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    Do, 20. Juni 2013
    40 JAHRE RAUMPLANUNGSABSOLVENTEN
    Referat von L. Paula am PlanerInnentag 2013 in Graz
    Im Wintersemester 1970/71 wurde an der TH Wien die Studienrichtung Raumplanung und Raumordnung unter Prof. Wurzer als Aufbaustudium neu eingerichtet. Die Studienvoraussetzung war ein erfolgreich absolvierter 1. Studienabschnitt aus den Studienrichtungen Architektur, Bauingenieurwesen, Vermessungswesen, Landwirtschaft, Geographie, Bodenkultur, Welthandel, Militärakademie u.ä. Die reguläre Studiendauer betrug 6 Semester.

    Als einzige Information über das neue Studium war damals im 4. Stock der TH am Gang vor dem Institut für Städtebau, Raumplanung und Raumordnung (Prof. Wurzer) ein Zettel angeschlagen, der zur Inskription einlud. Ca. 30 Studierende folgten diesem Aufruf und erlebten in den familiären Räumen des Hauses Karlsgasse 13 einen intensiv betreuten Vorlesungs- und Übungsbetrieb.

    Zu damals: der Sommer 1973 war wettermäßig schön, der Benzinpreis niedrig (2,30 öS), der Ölschock noch in weiter Ferne; Kreisky führte eine Bundesregierung und über Marchegg erfolgte die Auswanderung russischer Juden nach Israel. In Wien gab es noch keine U-Bahn, keine Donauinsel und die Kärntnerstraße war noch für den Verkehr offen. In Graz wäre die Murinsel genauso wie die Kunsthalle noch undenkbar gewesen und Steyr-Daimler-Puch produzierte auch ohne Magna fleissig vor sich hin. Die Mur-Mürz-Furche boomte wie die VOEST in Linz, wenngleich verstaatlicht und mit horrenden Verlusten. In Nieder-, Oberösterreich, Burgenland, Steiermark und Kärnten war der Eiserne Vorhang dicht und eine wirtschaftliche Entwicklung der Grenzregionen undenkbar. Als Telefon haben wir ¼-Anschlüsse benutzt, internetz und handy waren noch nicht erfunden. Und ohne GPS haben wir uns mit Hilfe von Landkarten auch ganz gut orientieren können. Europäische Ideen waren in der EWG im Aufbau, die gleichnamige Fernsehsendung zählte zu den beliebtesten.

    Im Sommersemester dieses Jahres 1973 - also vor 40 Jahren - haben dann die ersten rd. 25 Absolventen das neue Studium beendet.
    Und was wurde aus jenen wagemutigen Pionieren?

    5 Ziviltechniker mit der 1979 neugeschaffenen Befugnis „Ingenieurkonsulent für Raumplanung und Raumordnung“ (davon 2 noch immer aktiv),
    2 Generäle des Bundesheeres,
    2 Abteilungsleiter in Arbeiterkammern (Tirol, Wien),
    1 Landesumweltanwalt in Tirol,
    1 Senatsrat in der Stadt Salzburg,
    1 Stadtplaner in Innsbruck,
    2 Hofräte in Landesregierungen (Slzbg., NÖ),
    1 Planungsdirektor in Wien,
    1 Abteilungsleiterin der WKW, Landtagsabgeordnete und
      Stadträtin in Wien,
    1 Rektoratsmitarbeiterin TU Wien,
    1 Stadtplaner in Karlsruhe,
    1 Nationalparkdirektor in NÖ,
    1 Architekturkritiker (Jan Tabor) in Wien,
    1 Landschaftsplanerin in Wien,
    1 Ministerialrat in Griechenland,
    1 Minsterialrat im Rechnungshof in Wien,
      &tc.

    Fürwahr, ein ansehnliches Ergebnis - es wurde damit u.a. auch der Grundstein für den PlanerInnentag von heute gelegt.

    Denn zwei der o.a. Ziviltechniker dieses Absolventenjahrganges haben die langwierigen und mühsamen Vorarbeiten bis zur Einsetzung einer intersektoralen Bundesfachgruppe Raumplanung und Städtebau betrieben, die schließlich im Jahr 1995 glücklich erfolgte. Durch Nichtbeschickung seitens der Sektion Architekten erfolgte bald die Umbenennung in BFG Raumplanung und später in BFG Raumplanung, Landschaftsplanung und Geographie. Und diese Bundesfachgruppe hat den "Planertag" erfunden und 1998 erstmals abgehalten.
     
     
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    Mi, 05. Juni 2013
    SCHON WIEDER HOCHWASSER
    Und doch hat sich viel verändert
    Beitrag von L. Paula
    Jetzt wissen wir es also: das heurige Hochwasser hat doch die Werte von 2002 übertroffen. Es war eine Zitterpartie - und doch ganz anders.
    Nach dem Ereignis von 2002 waren wir an den UVP’s für einen neuen Hochwasserschutz im Machland, in Mauthausen und in Grein (OÖ) sowie im Unteren Kamptal beteiligt (Bearbeitung DI Esther Böhm).

    Und siehe da: die neuen Dämme haben das Schlimmste verhindert.

    Und im Nibelungengau und der Wachau wurden die meisten Städte und Orte, die eine jahrhundertelange Tradition mit regelmäßigen Überflutungen haben, durch die neuen mobilen Schutzwände erstmals trocken gehalten.

    Der Aufwand seit 2002 hat sich also ausgezahlt, auch wenn noch manches zu tun ist.
     
     
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    So, 02. Juni 2013
    UND WIEDER: LADENSCHLUSS
    Niedermeyer, daily und anderes
    Beitrag von L. Paula
    Betrachtet man die beiden gegenüberliegenden Seiten 7 (linke) und 8 (rechte) des KURIER vom 30. Mai fällt folgendes auf:

    Die ganze linke Seite ist ein einziges Inserat eines großen Elektro-Marktes mit dem ein einziges Produkt (ein TV-Schirm), erhältlich nur in einem neuen Markt, auffällig beworben wird.
    Gegenüber auf der rechten Seite finden sich 2 Berichte über den endgültigen Niedergang der Elektrohandelsfirma Niedermeyer und des sog. Nahversorgers daily. Der dritte Artikel dieser Seite gibt die hehre Meinung eines Kammerfunktionärs wieder, der Raumordnung und Politik beschuldigt, nicht genug "Plan, Herz und langfristiges Denken" zu haben, um mit diesem einfachen Rezept wieder Geschäfte in die Ortskerne zu locken.
    Und auf der folgenden Seite 9 desselben KURIER wird ausführlich darüber berichtet, daß ein führender österreichischer Sportartikelhändler von einer britischen Handelskette übernommen wurde, weil er alleine nicht mehr dem internet-Handel gewachsen war.

    Die Konklusio nach blauäugiger Analyse dieser Zeitungsseiten lautet also: Je größer ein Handelsbetrieb ist, desto besser, weil er sich dann der Konkurrenz des internetzes besser entgegenstellen kann, aber er hat auch nur wenige (große) Standorte. Ein Nahversorger in den Ortschaften (und auch Niedermeyer war so etwas) wird durch dumme Raumordner und Politiker umgebracht und die Orte sterben ab.

    So einfach ist das also!

    Daß möglicherweise noch ganz andere Faktoren und Entwicklungen mitspielen, ist für die planerischen Gutmenschen irrelevant und nicht einsehbar. Faktum ist, daß die Orts- und Stadtkerne Bevölkerung verlieren und somit Kundschaft im unmittelbaren Einzugsbereich fehlt. Das macht die Standorte innerhalb unattraktiv. Und wenn man noch bedenkt, daß die ohnehin schon schlechten Standorte von Schlecker nur wegen der geringen Mietkosten gewählt wurden, ist klar, warum daily gescheitert ist. Die Marktnische der Sonntagsöffnung wurde ihm nicht gewährt, die hätte aber auch nichts mehr geholfen ...

    Wer sichert uns daher die Nahversorgung: der Briefträger (Zitat: Kurier vom 1. Juni). Weil warum: es wird immer mehr im internetz gekauft und die Post bringt’s. Ist also der Postler die Ursache für das Aussterben der Ortszentren?

    Wohl auch nicht!

    Wir sollten aber dennoch dringend über den stattfindenden Wandel in den Konsum- und Einkaufsgewohnheiten der Bevölkerung nachdenken und daraus die richtigen Schlüsse ziehen. Die weiterhin starre und gedankenlose Anwendung unserer Planungsinstrumente, die noch dem Ziel der Abschaffung des Schicksals durch administrative Maßnahmen geschuldet sind, wird uns in den Bemühungen gegen das Ausdünnen der Ortskerne nicht weiterbringen.
     
     
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    Mo, 27. Mai 2013
    STEP 2025 – WIEN WOHIN? STADT ENTWICKELN
    Was Stadtentwicklung und Dancing Stars gemeinsam haben ...
    Beitrag von S. Scherübl-Meitz
    Am 22. Mai 2013 fand im Odeon im 2. Wr. Bezirk die erste große öffentliche Veranstaltung zum Stadtentwicklungsplan Wien 2025 (STEP 2025) statt. Der Saal platzte aus allen Nähten - mehr Personen als "Digi-Voting"-Geräte im Saal sind gekommen! Maria Vassilakou, Vizebgm. und Stadträtin für Stadtentwicklung, Verkehr, Klimaschutz, Energieplanung und BürgerInnenbeteiligung zeigt sich erleichtert, dass so viele Menschen Interesse zeigten. Anwesend waren Politiker (Bezirks- und Gemeinderäte), Bürgerinitiativen, Stadtplaner, Architekten, Wirtschaftskammer, Wiener Linien  u.v.m. und auch „ganz normale“ Bürgerinnen und Bürger.
    Der Abend begann mit vier interessanten Impulsreferaten von Günther Ogris (Sozialwissenschafter SORA), Gabu Heindl (Architektin und Urbanistin), Gerda Schneider (Prof. f. Landschaftsplanung, BOKU Wien) und Christian Kühn (Prof. f. Gebäudelehre, TU Wien).
    Die Bürgerinnen wurden eingeladen über Fragen, die an die Wiener Volksbefragung erinnerten, per Digi-Voting abzustimmen:
    Frage 1: Wie soll Wien zukünftig wachsen? Antwort 1: Durch Stadterweiterung auf unbebauten Flächen, Antwort 2: Durch Nachverdichtung;
    Frage 2: Wien soll in den kommenden Jahren massiv in sozialen Wohnbau, Infrastruktur, Bildung und Soziales investieren. Antwort 1: Ich stimme zu, Antwort 2: Ich stimme nicht zu.
    Frage 3: Wachstum der Stadt heißt Wachstum der Lebensqualität. Antwort 1: Ich stimme zu, Antwort 2: Ich stimme nicht zu;
    Zahlreiche BürgerInnen im Saal äußerten ihren Unmut über die NO-NA-Fragen bzw. unklare Formulierungen. Ich hatte den Eindruck, dass die Botschaft bei den Veranstaltern (wer auch immer sich die Fragen ausgedacht hat) angekommen ist.
    Im Rahmen von Fragerunden kamen die BürgerInnen im Saal schließlich auch noch zu Wort. Der Ton war eher vorwurfsvoll bis feindseelig. Vertreter von Bürgerinitiativen und vom BürgerInnenrat gaben zum Ausdruck, dass sie sich in vergangenen bzw. in diesem Verfahren nicht ernst genommen fühl(t)en. Maria Vassilakou räumte ein, dass sie am Beginn eines Lernprozesses stünden. In Wien gäbe es ja nicht DIE Tradition in Sachen Bürgerbeteiligung ...  Auch Planungsdirektor Thomas Madreiter fand offene Worte und vermittelte den Eindruck, bereits an der Lösung vieler angesprochenen Probleme zu arbeiten.
    Sehr deutlich forderte Maria Vassilakou eine Widmungsabgabe – in welcher Form auch immer – für Wien.

    FAHRPLAN ZUM STEP 2025:
    Nach dem Sammeln von Inputs von BürgerInnen, Initiativen, ExpertInnen soll über den Sommer eine Zusammenfassung dieser Inputs in einer ersten Textversion erfolgen. Diese soll im Herbst 2013 u.a. im Rahmen einer weiteren Veranstaltung diskutiert werden. 2014 ist der Beschluss im Gemeinderat geplant.

    FAZIT 1:
    Die Veranstaltung war gut gemeint. Auch wir haben die Erfahrung gemacht, dass man es auch mit BürgerInnenbeteiligung nicht immer allen recht machen kann.

    FAZIT 2:
    Stadtentwicklung is not Dancing Stars.
     
     
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    Mo, 29. April 2013
    BÜRGERINNENRAT
    ... erfahren wie es der Bürger sieht ...
    Beitrag von DI Esther Böhm
    Bürgerbeteiligung ist ein aktuelles Thema in vielen Gemeinden und Regionen.

    Bei vielen Themenstellungen ist es essenziell im Prozess der Entscheidungsfindung - neben der Meinung von Experten - auch die Meinung der Betroffenen - der BürgerInnen - zu hören und in den Entscheidungs- bzw. Planungsprozess einzubinden.

    Eine Möglichkeit dazu stellt der sogenannte "BürgerInnenrat" dar, in welchem 12 nach einem Zufallsprinzip ausgewählte Personen aus der Gemeinde oder Region (6 Männer und 6 Frauern in unterschliedlichen Altersstufen) ihre persönliche Meinung zu einer Frage oder Problemstellung in einem 1 1/2 tägigen Workshop einbringen können.
    Die Ergebnisse der Diskussion werden abschließend in einer gemeinsamen Erklärung von den BürgerInnen zusammengefasst und in einer gesonderten Veranstaltung weiteren Interessierten vorgestellt und mit diesen diskutiert.

    Die Ergebnisse des BürgerInnenrates werden dem Initiator (z. Bsp.: Gemeinde, Region,...) übermittelt. Der Output aus dem Prozess - "wie es der Bürger sieht" - kann in der Folge in der weiteren Bearbeitung in den Entscheidungs- und Planungsprozess einfliessen.



     
     
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    Do, 11. April 2013
    BLITZLICHT ZUM STEP 2025
    Step by Step zur Stadt der Zukunft?
    Beitrag von S. Scherübl-Meitz
    Am 9. April 2013 fand in der Kammer der Architekten und Ingenieurkonsulenten in Wien eine kleine feine Veranstaltung zum neuen Stadtentwicklungsplan für Wien (STEP) statt. Neben dem Kammerpräsidenten Stelzhammer saßen der neue Wiener Planungsdirektor Madreiter, Prof. Scheuvens  (TU Wien) und Arch. Sommer (Ausschuss Stadt-Nachhaltigkeit) am Podium. Das eigentliche Thema Partizipation wurde neben vielen anderen gestreift. Die grundsätzliche Frage ist, wo Wien den erwarteten Bevölkerungszuwachs bis 2025 und darüber unterbringen wird! Hinterfragt wurde, ob die Gründerzeitstruktur überhaupt noch zeitgemäß ist, was wir uns in Zukunft noch leisten können, wie wir Investoren in die Stadtentwicklung einbinden können und welche Planungsinstrumente auf der Ebene zwischen STEP und Flächenwidmung eingesetzt werden können. Da der STEP ein politisches Papier ist, spielt auch die Frage des richtigen Zeitpunkts eine nicht zu unterschätzende Rolle. Sind wir schon reif für eine postfossile Gesellschaft?
     
     
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    Do, 04. April 2013
    UND WIEDER SPRIESSEN DIE IDEEN ...
    Wahlen stehen nämlich bevor
    Beitrag von L. Paula
    So haben wir uns das vorgestellt: im Herbst wird gewählt und die Parteien kommen drauf, daß sie noch rasch was Gutes tun müssten. Und da ist die fehlende Wohnbauleistung gerade recht. Und wo setzt man an - bei der schlechten Raumplanung, natürlich.

    Dabei haben aber genau dieselben Parteien vor 10 Jahren die Zweckbindung der zwangsweise von jedem Arbeitnehmer eingehobenen Wohnbauabgabe aufgehoben und das Geld den Ländern zum Spielen überlassen (1,8 Mrd. jährlich !). Mit den heute bekannten Folgen ...

    Jetzt soll also die Zweckbindung sinnvollerweise wieder eingeführt werden und darüber hinaus auch die schwache Raumplanung verbessert werden.

    Wie das gehen soll? Ganz einfach: Schwarz will günstige Grundstücke dadurch erzwingen, daß bei der Bauland-Widmung "der soziale Wohnbau bevorzugt" wird. Rot geht noch etwas weiter und will eine eigene Widmung für "sozialen Wohnbau" einführen.

    Auf die Grundbesitzverhältnisse wird dabei scheinbar kein Bezug genommen. Sowas nennt man anderswo kalte Enteignung ...
     
     
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    So, 24. März 2013
    KLIMAWANDEL - BITTE MELDEN!
    Aktuelles zur Lage
    Beitrag von L. Paula
    Auf nichts kann man sich mehr verlassen! Da wurde uns der Klimawandel in den grauslichsten Farben, Auswirkungen und Folgen herbeigeredet - und was ist jetzt? Kalt ist es, - und zwar sehr kalt! Am Palmsonntag Schneefall und Minusgrade, wo gibt’s denn sowas? Die kältesten Ostern sind das, wie sie nur alle 50 Jahre vorkommen, sagen die Meteorologen.

    Schöne Wissenschaft! Wenn die Raumplanung nur halb so zuverlässig wäre wie der prognostizierte Klimawandel, dann hätt’ ma’ heute keine Hochhäuser, aber auch keinen neuen Hauptbahnhof in Wien!
     
     
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    Fr, 15. März 2013
    LICHT IM ÖFFENTLICHEN RAUM
    Lichtakzente setzen
    Beitrag von DI Esther Böhm
    Die Beleuchtung des öffentlichen Raums hat zunehmend nicht nur einen funktionalen Aspekt sondern auch eine besondere gestalterische Bedeutung.
    So ist zum Beispiel der Uniqua Tower am Wiener Donaukanal mit seinem auffälligen Beleuchtungskonzept jedem Wiener ein Begriff. Auch der Donaukanal wurde durch ein gesondertes Beleuchtungskonzept attraktiv und sicher gestaltet.
    Maßgebend dafür sind neue Technologien am Beleuchtungssektor, die eine breite Gestaltungsmöglichkeit bieten und im Vergleich zu bisher bestehenden Beleuchtungssystemen besonders energieeffizient sind. Das Einsparpotential in gesamt Österreich pro Jahr entspricht laut LTG etwa 2 Mio t CO2.
    Dementsprechend ist es wichtig bei Erneuerung von Beleuchtungen im öffentlichen Raum rechtzeitig an eine Umstellung an energieeffiziente Systeme zu denken.
     
     
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    Sa, 02. Februar 2013
    BAD BLUMAU VS BIO
    St. Florian und das Dilemma
    Beitrag von L. Paula
    Die südoststeyrische Gemeinde Bad Blumau (das ist die mit der schiefen Hundertwasser-Therme) steckt tief im Dilemma: lässt man den größten österreichischen Obst- und Gemüseverarbeiter eine Glashausplantage (26 ha Glashäuser auf 40 ha Fläche) errichten?  Dort soll für eine österr. Handelskette der gesamte Bedarf an Paradeisern, Paprika und Gurken ohne Spritzmittel produziert werden. Man kann dann auf die Importe aus China, Chile oder sonst von wo verzichten. Damit könnte Blumau zum Zentrum des Bio-Gemüsebaues werden und den Wiener Gärtnern Konkurrenz machen.
    Doch leider ist die riesige, schief betonierte Thermal- und Hotelanlage dagegen, weil sie in "unberührter" Natur sitzen will und ihren zahlenden Gästen die Illusion von heiler Welt auf Kosten der umliegenden Bauern vorspiegeln will. Die Hotelküche kauft natürlich nur handgepflücktes Obst und Gemüse sowie handgestreichelte Fleischwaren ein, die Fische werden zum freiwilligen Verlassen des Wassers überredet und Geflügel kommt nur auf den Tisch, wenn es sein natürliches Ende kommen spürt.

    Das alte Dilemma zeigt sich einmal mehr: wir alle wollen bio, aber zugleich möglichst billig essen, wir wollen naturnahen Urlaub machen, dabei aber viel Wasser verbrauchen und möglichst fein speisen. Nur - erzeugt werden darf das alles nicht in unserer Sichtweite.
    Denn wenn es von weit her kommt, is’ es eh’ bio und solange wir es nicht anschauen müssen ...

    Hl. Florian, verschon’ mein Haus, zünd’s andere an!
     
     
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    Fr, 25. Januar 2013
    WASSER DARF NICHT VERKAUFT WERDEN
    Skurriles zur EU-Diskussion
    Beitrag von L. Paula
    Denken hilft, hat man früher gesagt. Und insbesondere, bevor man spricht. Doch heute schreit man lieber, bevor man spricht und zwar aus Prinzip und grundsätzlich, bevor man denkt. Denken könnte weh tun.

    Was ist passiert? Da will doch die böse EU "unser" Wasser privatisieren und verkaufen! Skandal - das darf doch nicht sein! "Schützen wir", "retten wir" &tc., &tc.

    Bevor wir aber Wasserschützer werden, lohnt es sich nachzudenken (auch wenn es manchmal weh tut):

    1. Die Menge:
    rd. 97 % des gesamten Wasserdargebotes in Österreich ist nur ein mehr oder weniger lange bei uns befindlicher Gast auf der Durchreise - es fällt irgendwann und -wo vom Himmel, durchfließt unser Land ober- oder unterirdisch - und verläßt uns wieder ungenutzt überwiegend nach Osten oder gen Himmel. Rd. 3 % des gesamten Wassers nutzen wir in Österreich selbst - aber auch diese Menge verbleibt nicht hier, sondern entschwindet nach Gebrauch ebenso gen Osten (widerwärtig - kann man nichts gegen diese schreckliche Himmelsrichtung tun?).

    2. Die Besitzverhältnisse:
    Dummerweise gehört bereits bisher jeder Tropfen Wasser in Österreich irgendjemand, darunter vielen Privaten, vieles jedoch davon uns Allen: man denke beispielsweise nur an das Wasser in der Donau oder den anderen öffentlichen Gewässern. Hingegen der schöne Neusiedlersee mit seinem Wasser gehört dem Esterhazy, der Attersee oder so manch andere reizende See und Bach ist seit alters in reinem Privatbesitz. Und gar das Grundwasser: da hat der jeweils darüber an der Erdoberfläche befindliche Grundbesitzer ein Eigentum daran. So what?
    Apropos Grundwasser: da gehört ja nicht nur "unser" Heil- und Thermalwasser sondern auch das Quellwasser dazu: möcht’ ma’ schön schauen, wenn Vöslauer oder Römerquelle ihr Wasser zurückgeben müssten und ihre florienden Betriebe, die Wasser ja "verkaufen" (horribile dictu) in der Folge zusperren. Und die Heilquelle in Oberlaa nicht mehr wirtschaftlich genutzt werden darf, sondern in den Liesingbach geleitet wird, diesen unnützerweise aufwärmend ...

    Was will die EU eigentlich - und vor allem unsere derzeit aufgerüttelten Teuren, die den Ausverkauf des Wassers stante pede verhindern wollen, daran ändern?

    3. Das Recht:
    Bevor man laut zur "Rettung unseres Wassers vor der EU und den Konzernen" trompetet, sollte man in das Wasserrechtsgesetz schauen: dort ist alles bestens auch in Bezug auf das Eigentum am Wasser geregelt (das Wasserrecht ist eine der ältesten raumrelevanten Planungsmaterien): der "Gemeingebrauch" des Wassers ist für uns alle zulässig, wem auch immer es gehört.

    Was soll also die ganze hysterische Aufregung ?
     
     
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    Di, 22. Januar 2013
    STEYRISCHE GEMEINDEZUSAMMENLEGUNGEN IM FINALE
    Beitrag von L. Paula
    Ab 1. Jänner 2015 gibt es in der Steyermark nur mehr 285 Gemeinden statt der bis dahin bestehenden 539. Die Ära der Kleinstgemeinden ist damit Geschichte. Nur mehr 2 Gemeinden haben dann noch unter 500 Einwohner, der Landesdurchschnitt beträgt in Zukunft rd. 3.300 EW/Gemeinde.
    Eine gelungene Reform der Kommunalstruktur! Hut ab!
     
     
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    Sa, 12. Januar 2013
    DOCH KEIN DENKMAL
    Erdberger Brücke wird nicht unter Schutz gestellt
    Beitrag von L. Paula
    In Wien wurde nun vom Bundesdenkmalamt entschieden, für die Erdberger Brücke über den Donaukanal im Verlauf der A 23 Südost Tangente von einer Unterschutzstellung "Abstand zu nehmen".

    Gott sei Dank haben sich nämlich die technischen Richtlinien für den Straßenbau so verschärft, daß eine bautechnische Sanierung der maroden Brücke zwar möglich gewesen wäre, sie aber keine Verkehrsfreigabe mehr bekommen hätte.

    Dabei hätte das Ganze natürlich schon Charme gehabt: man lässt das wertvolle Denkmal stehen, heftet die entsprechende Plakette drauf und - baut halt daneben eine neue Autobahn samt Brücke ...
     
     
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    Sa, 22. Dezember 2012
    UND ES GEHT DOCH WEITER ...
    Maya Weltuntergang, die II.
    Beitrag von L. Paula
    Leider finden angekündigte Katastrophen nicht statt - und wir hatten schon sooo fest damit gerechnet!

    Jetzt müssen wir also doch unsere angefangenen Auträge abarbeiten und versuchen, zu einem positiven Ergebnis zu kommen. Dabei kennen wir einige sehr schöne Baustellen , die wir zur Not den grausamen Maya-Göttern zum Opfer bringen hätten können.

    Aber so - post catastrophem - wird halt leider nix anderes übrigbleiben, als neben vielem Anderem auch das Regionalprogramm für den Pinzgau  fertigzustellen, weiter um die Widmung für ein Einkaufszentrum in Zwettl zu kämpfen, darüber hinaus Windräder im Bgld. zu widmen, auch wenn dorten die Fledermäuse ihre vorgeblichen Flugschneisen haben, - und in Wien Städtebauliche Bestandsaufnahmen trotz behördlichen Server-Problemen irgendwie doch zu einem Ergebnis bringen.
     
     
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    Do, 15. November 2012
    ARCHITEKTURNETZWERK NÖ
    Symposium zu STERBENDE ORTE / VERÖDENDE STÄDTE
    Beitrag von DI Esther Böhm
    Ein klangvoller Name für eine Veranstaltung.

    Unter der Moderation von Reinhard Seiß wurden die Wirkungen des filialisierten Einzelhandels an der Peripherie, auf die Entwicklung unserer Städte diskutiert.
    Kurz zusammengefasst: Der Einzelhandel stellt einen Entwicklungsfaktor für unsere Städte dar, der so gesteuert und genutzt werden sollte, dass der Trend zu den verödenden Städten umgekehrt werden kann (siehe Homepage www.orte-noe.at ).

    Der Faktor Handel stellt jedoch nur einen von vielen Themen dar, die zu der Problematik der STERBENDEN ORTE & VERÖDENDEN STÄDTE führen.
    Auch die Schaffung und Nutzung des Wohnraumes in den Orten und die Verknüpfung verschiedener Nutzungen (Bildung, Dienstleistung, Wohnen, Arbeit, ...) miteinander ist in gleichem Maße von Bedeutung.
    Leider war für diese ebenso wichtigen Themenstellungen keine Zeit und kein Diskussionsraum in der Veranstaltung gegeben.

    Mein Fazit: Für eine langfristige, effektive Belebung der Orte ist ein Imagewandel notwendig, der die Vorteile des Ortskerns gegebenüber den monoton genutzten Einfamilienhausgebieten aufzeigt!
    Raumplanung, Marketing, Stadtplanung, Landesplanung und entsprechende Föderungen sind gefordert!
     
     
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    Mo, 05. November 2012
    CENTROPE DAY IN PAMHAGEN
    Schöne Worte und Hochglanzbroschüren
    Beitrag von S. Scherübl-Meitz
    Mit hohen Erwartungen reiste ich nach Pamhagen (Bgld.), zum „centrope summit4“ am 25.10.2012. Ich lebe in Centrope. Ich arbeite in Centrope. Trotzdem merke ich im Alltag nicht viel davon. Nun, in Pamhagen, würde ich endlich erfahren, was in den vergangenen Jahren in Centrope passiert ist und – vor allem, wie es weiter gehen wird!

    Das Politische Board war gut besetzt – nur LH Pröll ließ sich von LR Wilfing vertreten. Seit 2009 wurde eine gemeinsame Verkehrs- und Infrastrukturstrategie verabschiedet, ein Monitoring der Wirtschaftsentwicklung der Region inkl. Analyse noch nicht ausgeschöpfter Wachstumspotenziale durchgeführt und ein grenzüberschreitendes Tourismusportal installiert: www.tourcentrope.com  - Oops, this page appears broken.

    Eine Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur nördlich der Donau lässt auf sich warten – der Baubeginn für die Marchquerung auf der S 8 Marchfeld Schnellstraße ist erst „nach 2017“ geplant (Quelle: Asfinag). Schneller geht´s nicht, weil ja vorher die S1 Lobauquerung fertig gestellt werden muss, teilt Prof. Zibuschka (NÖ LReg) mit. Über den Zeitpunkt des Lückenschluss der A5 machen die Tschechen gerne Witze (wir auch). Zahlreiche andere Verkehrsvorhaben in der Region wurden neu layoutiert und mit der centropeblauen Hülle versehen. Das ist nun also die Verkehrs- und Infrastrukturstrategie. Die „strategie 2013“ liest sich wie ein Werbeprospekt – diesmal mit weißer Hülle - Hochglanz, versteht sich.

    Gál Körmendy aus Györ bringt die Lage der Region auf den Punkt: „If it turns cold, it will still be cold.“ Die gemeinsame „Decke” der Region hat noch viele Löcher, die gestopft werden wollen …
     
     
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    Mo, 27. August 2012
    HOCHWASSERSCHUTZDAMM MACHLAND ERÖFFNET
    Beitrag von DI Esther Böhm
    5 Jahre früher als geplant hat das Machland (OÖ) einen funktionierenden Hochwasserschutz!

    Das große Ziel ist erreicht: Viel schneller als geplant konnte das Jahrhundertprojekt Machlanddamm seiner Bestimmung übergeben werden. Exakte Vorausplanung und die gute Zusammenarbeit aller Gewerke auf den einzelnen Baustellen machten es möglich. Kaum zu glauben, wenn man sich die Dimensionen dieses Bauprojekts vor Auge führt: So wurden zum Beispiel etwa 175.000 LKW-Ladungen Aushub bzw. Schüttung von und zu den verschiedenen Bauvorhaben gebracht. Ganz zu schweigen von den insgesamt 56.000 m³ Beton, die verbaut wurden und welche, gemeinsam mit 4.100 t Bewehr-Stahl, die besondere Stabilität und Sicherheit des Machlanddammes garantieren. Am 25. August 2012 wurden, nach den bereits eröffneten Bauabschnitten Mauthausen und Grein, auch die Abschnitte Naarn, Mitterkirchen und Baumgartenberg ihrer vollen Funktionsfähigkeit übergeben. Abgesehen von kleineren baulichen Maßnahmen in Saxen und St. Nikola ist damit der gesamte Machlanddamm fertiggestellt.
    Siehe auch http://www.machlanddamm.at/ 

    Als wesentliche Voraussetzung für die Errichtung dieses Projektes ist die erfolgreich durchgeführte Umweltverträglichkeitsprüfung zu sehen, für die unser Büro die Fachgutachten Raumplanung, Wirtschaft und Siedlungswesen sowie Sach- und Kulturgüter erstellt hat.
    Bearbeitung: DI Esther Böhm
     
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    Di, 21. August 2012
    ALLES EIN DENKMAL?
    Denkmalschutz für die Wiener Praterbrücke angedacht
    Beitrag von L. Paula
    Diese Zeitungsmeldung hat Brisanz in sich: das Bundesdenkmalamt prüft, ob nicht die Erdberger Brücke über den Wiener Donaukanal, die als Teil der A 23 Wiener Südosttangente ihre Lebendauer erreicht hat und erneuert werden muß, unter Denkmalschutz gestellt werden soll. Als Grund wird die möglicherweise spezielle Konstruktionsweise angeführt, die der Planer derselben, Alfred Pauser, gewählt hat.

    Nichts gegen Kollegen Pauser, dem dazu zu gratulieren ist!

    Aber hinterfragen wird man das schon dürfen. Denn jeder Zweckbau, der nach dem Wissensstand seiner Zeit genial errichtet wurde, kann doch nicht automatisch zum Denkmal werden? Dürfen wir dann unsere Häuser, Brücken, Gehsteige, Wanderwege &tc. nicht mehr umbauen und den geänderten Anforderungen anpassen? Darf ein prominent entworfener Neubau, der seine Funktion offensichtlich verfehlt, nicht einer besseren Architektur weichen? Muß jeder Baum so stehen bleiben wie er ist und darf nicht mehr weiterwachsen oder ist in Zukunft sogar sein natürliches Wachstumsende (= Tod) verboten? Wird die Klosettmuschel in meiner Wohnung vielleicht auch bald ein Denkmal sein und darf nicht verändert werden? Ist die Verwendung von scharfen Reinigungsmitteln dabei verboten?

    An der Abschaffung des Schicksals durch administrative Maßnahmen sind schon ganz Andere gescheitert.

    Am Beispiel der Praterbrücke ergeben sich aber noch ganz andere lustige Überlegungen: wird das Ding zur Unveränderbarkeit verdammt, muß daneben eine andere Brücke neu gebaut werden. Denn ohne Brücke funktioniert die Tangente (immerhin die meistbefahrene Straße Österreichs) nicht. Allerdings: in den Jahrzehnten seit ihrer erstmaligen Errichtung ist auch der Prater ein höchstgeschütztes Naturschutzdenkmal geworden und in dem darf keinesfalls eine neue Straßenbrücke errichtet werden.

    Was nun?
     
     
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    Mo, 23. Juli 2012
    EIN NEUES AUFGABENGEBIET GEFUNDEN
    Reanalogisierung ein Gebot der Stunde
    Beitrag von L. Paula
    Wie schnell doch die Zeit vergeht: haben wir jetzt ein paar Jahre damit verbracht, die alten analogen Flächenwidmungspläne zu digitalisieren und viel schöner und genauer darzustellen, als es jemals der Fall war bzw. mancher sich gewünscht haben mag - so prägt nunmehr eine gegenläufige Bewegung die Diskussionen der Fachwelt.

    Was ist geschehen?

    Soviel in Kürze: die Welt der Softwareerzeuger hat herausgefunden, daß der österreichische Föderalismus den Markt für raumplanerische Planungssoftware extrem kleinteilig hat zersplittern lassen und daß mit den paar Handvoll Planungsbüros in den jeweiligen Bundesländern, die natürlich über unterschiedliche Programme verfügen müssen, schlicht und einfach kein Geschäft mehr zu machen ist. Die ständigen Anlaßänderungen der Planungsgesetze und Bauordnungen ziehen laufende updates nach sich, die sich mit den üblichen Wartungs- und Pflegekosten, die die Planer zahlen müssen, nicht mehr rechnen. (In Bayern müsste man halt sein: dort reicht ein Planungsgesetz und eine Bauordnung samt Planzeichen für 11 Mio. Einwohner).

    Was ist daher zu tun?

    Wir wissen die Antwort: das "reanalogisieren" der digitalen Pläne! Was bis heute ein schnurgerade exakter digitaler Strich ist, wird wieder zu einer etwas dickeren Linie, die allzu genaue Festlegungen gnädig verdeckt. Und statt einer vollkommen gleichmässig fade getönten Farbfläche einer Widmungsfestlegung tritt das mit Wasserfarben lasierte fleckige Schauspiel, das den papierenen Flächenwidmungsplänen wieder eine künstlerische Anmutung verleiht. Und wenn man mit dem in Baulandfarbe getöntem Pinsel ein bissel über die Grundgrenze kommt, kann neues Bauland leicht und billig geschaffen werden ...

    Unsere Mitarbeiter werden daher ab sofort wieder im Umgang mit Tusche, Transparentpapier und Schminckefarben geschult. Bis zur praktischen Reife derselben müssen halt noch ein paar Pläne elektrisch gezeichnet werden.
     
     
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  • Mehr Grün geht nicht
    Mehr Grün geht nicht
    Mo, 11. Juni 2012
    MEHR GRÜN GEHT NICHT
    Die Engelsberggasse als Ökoparadies
    Beitrag von L. Paula
    Sorgsamer Umgang mit der Natur macht sich bezahlt: durch längeres Nichtbewegen unseres Büroautos konnten wir einer kleinen Ackerwinde einen würdigen Lebensraum schaffen. Die kleine Pflanze - sie heißt Anna - wird von uns täglich mit frischem Wasser gehegt und gepflegt. Das Auto wurde mit Fahrverbot belegt. Böse Hunde die durch Markierungsarbeiten am Reifen die Anna beschädigen wollen, werden unnachsichtlich beim Umweltbundesamt angezeigt.



    Ungelöst bleibt nur die Frage, was wir machen sollen, wenn sich Anna zu einem stattlichen Baum entwickelt hat und das Parkpickerl für das Auto abläuft ...
     
    • Mehr Grün geht nicht 2
     
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    Sa, 19. Mai 2012
    DIE REBLAUS UND DER BIBER
    Ein fürwahr ungleiches Paar ...
    Beitrag von L. Paula
    Kennen Sie Klosterneuburg? Und die dortige Weinbauschule? Berühmt und erfolgreich; das önologische Zentrum des österreichischen Weinbaues, dem spirituellen Zentrum Mariazell nicht unübel vergleichbar.

    Und doch: auch in Klosterneuburg passieren Fehler. Es ist zwar schon länger her (über hundert Jahre), als man beim Versuch, geeignete Mittel zur Bekämpfung der eingeschleppten Reblaus zu finden, ein paar der possierlichen Tierchen entweichen liess.

    Die Folgen für den österreichischen Weinbau waren katastrophal. Der größte Teil der Weinstöcke wurde damals vernichtet.

    Und heute? Heute setzt man gezielt andere possierliche Tierchen aus, die bei uns gefürchtet und schon seit längerer Zeit ausgerottet waren: die Biber. Was aus Gründen von Artenvielfalt und -schutz durchaus begrüssenswert ist.

    Aber: den Bibern gefällt es hier bei uns so gut, daß sie die zur kontrollierten Besiedelung vorgesehenen (kleinen) Gebiete schon längst verlassen haben und an vielen anderen Flüssen ihr Bauwesen treiben. Und das gefällt nicht mehr allen, vor allem nicht den Betroffenen. Denn z.B. im Piestingtal im südlichen NÖ oder in den Flußläufen des Wiener Beckens erhöht sich die Überflutungsgefahr durch verklaustes Biberschadholz enorm. Und nachdem die Tiere streng geschützt sind und auch keine natürlichen Feinde haben, kann man dem Treiben nur zuschauen.

    Und jetzt melden auch noch die Ostbauern aus der Wachau, daß die vor kurzem eingewanderten Nager Geschmack an jungen Obstbäumen gefunden haben und wie weiland die Reblaus ganze Kulturen mit Genuß vernichten.

    Vielleicht doch kein so ungleiches Paar, die beiden?
     
     
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    Di, 08. Mai 2012
    PLANERTAG 2012 ERFOLGREICH
    Thema: Cashcow Bauland?
    Beitrag von L. Paula
    Im Festsaal des Theresianums in Wien befasste sich der Planertag diesmal mit dem Thema der neuen Widmungsabgabe. Von der ÖROK und der Bundesfachgruppe Raumplanung der BAIK blendend organisiert, brachte die gut besuchte Veranstaltung vor allem die Erkenntnis, daß es sich bei der neu eingeführten Besteuerung der Widmungsgewinne ausschliesslich um eine fiskalische Maßnahme handelt, der jeglicher raumplanerische Lenkungseffekt mangelt. Durch Vorträge aus Wissenschaft, Verwaltung und Politik sowie zwei gut geführte Podiumsdiskussionen wurde dies deutlich herausgearbeitet.

    Aus einigen Bundesländern wurden interessante Regelungen vorgestellt, wie die dringend notwendige Baulandmobilisierung durch die Einhebung von Infrastrukturabgaben weit wirksamer erreicht werden kann.

    Es wurde angeregt, die Thematik in weiteren Veranstaltungen zu vertiefen.
     
     
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    Sa, 07. April 2012
    DER WIND HAT SICH GEDREHT ...
    Adler vs Windräder
    Beitrag von L. Paula
    Seit das Burgenland mit seiner Energieautarkie ernst gemacht hat - durch den massiven Ausbau der Windenergie wird man dieses Ziel 2013 erreichen - wachen auch andere Bundesländer auf. Letzten Berichten zufolge steht nun auch die Landespolitik in Niederösterreich neuen Windrädern positiv gegenüber. Der neue "NÖ Energiefahrplan 2030" legt erfreulich klar fest:

    - Bekenntnis zur Nutzung der Windenergie in Wirtschaftswäldern;
    - verstärkte Einbeziehung von Klimaschutzeffekten und ökologischen Vorteilen der Windenergie bei naturschutzrechtlichen Beurteilungen;
    - Bekenntnis zum Netzausbau.


    Seitdem das Burgenland als Vorbild dasteht und die OMV das Weinviertel mit der angedachten Schiefergasproduktion geschockt hat, dürfte sich die Erkenntnis durchgesetzt haben, daß man lieber Wind erntet, statt Gas zu „fracken“. Auch in der Bevölkerung scheint der grundsätzliche Widerstand - ausgenommen natürlich jener der unmittelbaren (mindestens 1.800 m entfernten) Anrainer - abgenommen zu haben. Nachdem man sich auf der Parndorfer Platte im Nordburgenland in natura anschauen kann, wie sich 280 Windräder ausmachen (gar nicht so schlecht nämlich) ist die Angst im Sinken.

    So weit, so gut bzw.schlecht, wenn man dagegen ist. Es müssen also andere „Schützer“ her, um neue Windräder zu verhindern. Das Angebot auf dem diesbezüglichen Markt ist groß, man wird sich rasch handelseins und siehe: keine Kröte, kein Igel, keine Fledermaus - nein, der Seeadler und der Kaiseradler müssen nunmehr von „Vogelschützern“ gerettet werden. Letzten Pressemeldungen zufolge stellen gerade die geplanten Windparks im Weinviertel eine schwere Gefährdung für die majestätischen Vögel dar. Die bei uns seit langer Zeit ausgerotteten Viecher erobern sich nämlich langsam, aber sicher wieder einen Platz auch in unserem Luftraum.

    Ärgerlich ist nur, daß man die intelligenten Tiere für völlig blöde hält. Weil so richtig dumm muß man als Adler schon sein, wenn man aus dem Südosten entlang der Donau sein Revier wieder nach Niederösterreich ausdehnt, dabei die riesigen Windparke im Nordburgenland glücklich umfliegt, den Flughafen Schwechat und die Großstadt Wien unbeschadet übersteht und dann schnurstracks in ein Weinviertler Windrad fliegt.

    Fürwahr, da können nur mehr Vogelschützer helfen …
     
     
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    So, 01. April 2012
    WIDMUNGSABGABE IN KRAFT
    Entwurf in der Begutachtung
    Beitrag von Dr. L. Paula
    Das ganze Sparpaket versteckt sich in einem Gesetz zur Änderung des Einkommensteuer-, des Körperschaftssteuer-, des Umsatzsteuer- und diverser anderen Bundesgesetze. Das EstG 1988 wird in Zukunft über Wohl und Wehe von Widmungsgewinnen entscheiden:

    Jedes Grundstück, das am 31. März 2012 nicht "steuerverfangen" war - weiß jemand, was das heißt? -, liefert bei Veräußerung eine Steuer vom Erlös, der um 40% der Anschaffungskosten verringert wird, ab. Und das ganze gilt rückwirkend ab der erstmaligen Widmung nach dem 31. Dezember 1987 (!).
    Der Steuersatz für die oben angeführte Differenz beträgt in der Regel 25%.
    Und nennen tut sich das ganze "Immobilienertragssteuer".

    "raumplanung.at" hat einen Band 2 der Schriftenreihe erstellt, der Auskunft über die geltende Regelung gibt. Bestellungen bei office@raumplanung.at .
     
     
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    Sa, 14. Januar 2012
    IN DER STMK. WIRD ES JETZT ERNST
    Erste Erfolge bei der Verwaltungsreform
    Beitrag von L. Paula
    Schau dich an, es geht ja doch was voran: seit 1. Jänner gibt es statt den alten BH’s Knittelfeld und Judenburg in der schönen Steiermark nur mehr die neue Bezirkshauptmannschaft "Murtal". Die liebgewordenen Autokennzeichen KF und JU werden durch MT ersetzt. Manche leiden darunter, doch dem Rest der Welt wird dies egal sein.

    Und die Fusionsgespräche zwischen den Gemeinden Leibnitz und Kaindorf an der Sulm in der Südsteiermark stehen vor dem Abschluß. Die größere "rote" und die kleinere "schwarze" Gemeinde wollen in Zukunft kooperieren. Zum Vorteil der Bürger und nicht der jeweiligen Parteien. Möge dieses Beispiel auch in anderen Gegenden Österreichs Schule machen

    Das alles könnte doch eine Anregung für den Rest von Österreich sein ...
     
     
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    So, 04. Dezember 2011
    ZIESEL DURCH SAKERFALKEN GEFÄHRDET
    Stoppt den Sakerfalken
    Beitrag von L. Paula
    Da soll sich noch einer auskennen: Für ein Bauvorhaben muß ein Hochspannungsmast versetzt werden. Auf diesem hochtechnischem Bauwerk horstet mit Vorliebe der - streng geschützte - Sakerfalke. Weil von da oben hat er einen schönen Ausblick und kann sich sein Futter auf der Erde genau ansehen. In der Zeit, wo der Mast an seinen neuen Standort versetzt wird, ist’s mit dem Horsten natürlich vorbei. Danach steht der Mast dem Vogel wieder uneingeschränkt zur Verfügung. Damit er aber den Schock des Umsiedelns besser erträgt - oder als kleine Belohnung -, wird von der Behörde vorgeschrieben, daß für die Widmungsfläche des ursächlichen Bauvorhabens im Verhältnis 1 : 2 Ausgleichsflächen geschaffen werden müssen.
    So weit, so gut. Und diese Ausgleichsflächen müssen so ausgestaltet und andauernd gepflegt werden, daß sich darauf eine möglichst hohe Zieselpopulation ansiedeln und lustig leben kann. Denn die Ziesel sind die Leibspeise des Sakerfalken! Es geht ihm also nach der Versetzung des Mastes weit besser als vorher, denn dann gibt es einen reichlich gedeckten Zieseltisch direkt vor seiner Horsttüre.

    Es gibt bei der ganzen Sache nur noch ein Problem zu lösen: Wie bringt man dem Sakerfalken bei, daß er die armen Ziesel gar nicht fressen darf? Denn die sind natürlich auch streng geschützt! Und nach Rücksprache mit ihren Verwandten in Stammersdorf wissen die lieben Viecher das auch noch!

    Jetzt kann nur noch Nestroy helfen: wer is’ stärker - i oder i?
     
     
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    Sa, 26. November 2011
    MAN NECKT MICH IN ASCH ...
    Euro-Krise und kein Ende
    Beitrag von L. Paula
    ... könnte man sinngemäß mit Karl Kraus sagen, wenn man sich ansieht, was unsere heimischen Politiker nicht und die europäischen verzweifelt tun, um den Euro zu stabilisieren. Jeder dieser hochbezahlten Teuren ist sich selbst und einer kleinen Klientel der Nächste. Gemeinschaft oder Solidarität - und das noch für ganz Europa -, das kann man Ihnen ja wirklich nicht zumuten, das wäre denn doch zuviel verlangt!
    Da mach’ ma’ lieber eine Schuldenbremse bei uns, - nein, herstellt: bei unseren Bürgern, - klingt gut, macht keine weitere Arbeit und die nächsten Wahlen sind gesichert.

    Daß wir - die solcherart geneckten Bürger - das Ganze auszulöffeln, sprich zu bezahlen haben werden, ist so sicher wie das Amen im Gebet.

    Man werd’ doch da seh’n ...
     
     
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  • Terminal Wien Inzersdorf
    Terminal Wien Inzersdorf
    Mi, 23. November 2011
    UVP-VERHANDLUNG TERMINAL WIEN-INZERSDORF
    Im Süden von Wien geht was weiter ...
    Beitrag von L. Paula
    Für die Dauer von 2 Tagen wurde die öffentliche UVP-Verhandlung für den geplanten Terminal anberaumt. Im wohlgefüllten Zentrum der Per Albin Hannsson-Siedlung in Wien X. werden die fachlichen Umweltaspekte diskutiert und verhandelt.

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    Der neue Terminal soll den Güterumschlag von zahlreichen Wiener Bahnhöfen räumlich konzentriert durchführen. Die direkte Anbindung an die neue Hochleistungsstrecke der Pottendorfer Linie nach Süden und an die Westbahn über den neuen Widlschweintunnel gewährleistet optimalen Betriebsablauf. Der Straßenverkehr wird über eine neue Anschlußstelle an die S 1 ohne Belastung von Wohngebieten abgewickelt.

    Optisch wird der neue Terminal vor allem durch die rd. 30 m hohe und rd. 300 m lange Güterumschlaghalle geprägt.
     
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    So, 30. Oktober 2011
    STEINHOF UND DAS WELTKULTURERBE
    Beitrag von L. Paula
    So einfach geht das: Da wurde vor Jahren (2008) in einem demokratisch nach der Wiener Bauordnung durchgeführten Verfahren, das auch die gesamte Öffentlichkeit (durch öffentliche Auflage samt Möglichkeit zur Stellungnahme) mit einbezogen hat, die Flächenwidmung auf den Steinhofgründen in Wien-Penzing geändert. Neben den denkmalgeschützten Gebäuden von Otto Wagner sollte in dem weitläufigen Areal auch die Errichtung von neuen Wohnungen zulässig sein.

    So weit, so gut.

    Doch wenn es dann an’s Bauen geht, kommen auf einmal (neue) Anrainer daher und sind damit gar nicht einverstanden. Sie möchten - wie so oft erlebt - die Letzten gewesen sein, die in dieser zugegeben schönen Lage am Wiener Stadtrand zugezogen sind und dort ihr Häuschen errichtet haben.

    Und wo solcherart gestalteter Wirbel ist, findet sich leichtlich die völlig undemokratisch und an keine politischen Beschlüsse gebundene UNESCO ein und äußert über die ebenso undemokratisch nicht legitimierte ICOMOS ihre massiven Bedenken über die beabsichtigte Verschandelung der Steinhofgründe.

    Und siehe: die Kronen Zeitung ist sogleich dabei und was bedeutet dies? No natürlich: Bürgermeister und Vizebürgermeisterin (immerhin Vertreter der bislang stattgefundenen politischen Entscheidungen) sind ab sofort naturgemäß auch gegen die "Verbauung".

    Eine demokratisch gefundene Festlegung ist somit in Zukunft nichts mehr wert.
    Früher sprach man in Wien oft davon, dass "einer nach Steinhof gehört". Möge uns diese Redensart in Zukunft erspart bleiben ...
     
     
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    Sa, 29. Oktober 2011
    LEIBNITZ UND KAINDORF VOR DEN VORHANG!
    Steyerische Gemeinden machen Ernst
    Ein HOCH den beiden stmk. Gemeinden südlich von Graz: sie verhandeln ernsthaft über eine Zusammenlegung! Wenn dies glückt, sind die beiden reif für einen besonderen Orden! Denn dann hat die kommunale Kirchturmpolitik erstmals ausgedient. Und weitere Strukturverbesserungen warten: gibt es doch in der schönen Steyermark noch zahlreiche Gemeinden, die um/unter/knapp über 100 Einwohner haben. Da wäre noch so manche Synergie zu realisieren.

    Aber auch in anderen Bundesländern gäbe es diesbezüglich noch einiges zu tun ...
     
     
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    Fr, 30. September 2011
    EXKURSION BAUSTELLE HAUPTBAHNHOF WIEN
    Veranstalter ÖGR
    Beitrag von DI Esther Böhm
    Verkehrsstation im WachsenBei einer Führung über und unter die Baustelle des Hauptbahnhofes Wien, organisiert von der ÖGR, konnte eindrucksvoll der laufende Baufortschritt und das wachsen der Verkehrsstation beobachtet werden.
    Bereits einige Baublöcke des neuen Stadtviertels sind final beplant und stehen vor dem Baubeginn. In der Ausstellung im "Bahnorama" wurden die einzelnen Projekte in die Visualisierungen bereits integriert, sodass hier das Abbild des künftigen Statteils Schritt für Schritt mitwächst.
     
     
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    Di, 23. August 2011
    FERNSEHEN BILDET ...
    Veränderungen am Wechsel nach Eröffnung der A 2
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    Sage noch einer, im Fernsehen ist nix Gescheites drin:

    In einer lieblichen Wald- und Wiesensendung über verschiedene Gegenden unserer schönen Heimat wurde auch ein Bericht von der Paßhöhe am Wechsel (NÖ/Stmk) gebracht. Idyllische Ruhe, herrliche Landschaft, Mönichkirchen ist wieder Luftkurort. Die ehemals stark befahrene Wechselbundesstraße als ein heute sinnlos breites Asphaltband, auf dem die Hühner und einige wenige Ausflügler spazieren.

    Was ist geschehen? Nach der Eröffnung der Süd Autobahn A 2 über den Wechsel vor bald 3 Jahrzehnten verlagerte sich der gesamte Verkehr nach Süden auf diese - und am Wechsel war es ruhig!

    Altbürgermeister in Großaufnahme: "Es war herrlich, schlagartig war kein Verkehr mehr bei uns. 15.000 Autos pro Tag waren auf einmal weg".

    (Letzte noch aktive) Gastwirtin in Großaufnahme: "Die 15.000 fehlen uns bitter, an denen haben wir alle gut verdient. Jetzt kann man nur mehr sagen: die Wüste lebt".

    Fazit: Allen recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann.
    Auf gut Planerdeutsch: jede Umfahrung verändert die Raumstruktur.

    Weiteres Fazit am Rande: 15.000 DtV war damals eine Plage!

    © 2011 Dr. Luzian Paula
     
     
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    So, 21. August 2011
    LH BURGSTALLER VOR DEN VORHANG
    ... man sollte die Frau Landeshauptmann zur Ehrenraumplanerin ernennen
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    Das war noch nie da, - das gibts ja gar nicht, - soll man das glauben, - daß wir das noch erleben dürfen ... etc., etc. ...

    Frau LH Burgstaller aus Salzburg hat sich als erste namhafte Politikerin öffentlich dafür ausgesprochen, den Mehrwert, der sich durch Umwidmungen ergibt, teilweise abzuschöpfen! Wow!

    Da müssen wir Raumplaner seit Jahrzehnten ohnmächtig zuschauen, wie durch die Gunst eines einfachen Gemeinderatsbeschlusses unter unserer gütigen Mithilfe ein gewöhnlicher Acker in wertvolles Bauland umgewidmet wird, der Öffentlichkeit damit die Kosten für die Ver- und Entsorgung umgehängt werden - und dieses neugeschaffene Bauland dann "für die Enkerln" gehortet wird.
    Und WIR müssen uns dann mit den gestrengen Amtssachverständigen hinstellen und uns deren Vorwürfe anhören, daß es "viel zu hohe Baulandreserven" in der von uns betreuten Gemeinde gibt - und natürlich wir daran schuld sind. Und WIR müssen uns dann von allerlei Experten - vorrangig der Verkehrsplanung und der Ökologiebewegung, aber auch mancher Hochschulen - vorwerfen lassen, daß wir eine "schlechte" Raumplanung machen würden. Wo es doch so einfach wäre, eine "gute" und vor allem "richtige" zu machen.

    Da kommt uns die Meinung von Frau LH Burgstaller gerade recht: wenn es in der Schweiz möglich ist, einen Planwertausgleich durchzuführen, der einen Teil der vom Eigentümer unbeeinflussten Wertsteigerung abzuschöpfen, sollte das doch auch bei uns möglich sein. Zumindest anstreben sollte man es ...

    © 2011 Dr. Luzian Paula
     
     
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    So, 31. Juli 2011
    FÜR HEUER HABEN WIR ES GESCHAFFT!
    Wir dürfen ab sofort auch was verdienen ...
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    Freude kommt auf: ab sofort gehört der Ertrag unserer beruflichen Anstrengungen uns alleine und nicht mehr ausschließlich dem Staat und seinen segensreichen Folgeeinrichtungen. Der Tax Freedom Day fällt diesmal auf den 31. Juli - bis dahin haben wir nur für den Staat gehackelt. Wir sollten daher dem ersten Euro, den wir ab Anfang August erwirtschaften, eine besondere Hochachtung zollen! Haben wir doch all die schönen Münzen, die wir in den ersten 7 Monaten des Jahres sauer erworben haben, ohne Murren und Widerrede dem Fiskus und anderen Institutionen abgeliefert - mit und oft ohne erkennbare Gegenleistung.
    Nur damit unser schönes Staatswerkel auf Grund der weisen Entschlüsse unserer Teueren so schön dahinschnurrt, wie sie es in ihrer Güte für uns in mühsamer politischer Arbeit befunden haben.

    Aber der nächste Euro, der gehört uns! Daher: dankbar sein und Freude aufkommen lassen!

    Und die jedenfalls fällige Lohn- und Einkommenssteuer von dem nun uns allein gehörigen Euro rechtzeitig auf die Seite legen! Sonst fehlt wieder was am Jahresende ...

    © 2011 Dr. Luzian Paula
     
     
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    Fr, 22. Juli 2011
    HALLSTATT IN CHINA ...
    Da sage noch Eine/r was gegen die Chinesen!
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    Treiben sich diese doch ein ganzes Jahr in unserem schönen Hallstatt herum, verkleidet mit Lederhosen, Dirndlkleidern und Gamsbarthüten - damit man sie nicht so leicht erkennt - und spielen friedliche Touristen. Die wackeren heimischen Gastronomen haben den Glitzerfilter in ihren Augen blitzartig von Dollar auf Yuan umgestellt und zur Sicherheit die saftigen Grundzuschläge weiter erhöht. Man wunderte sich zwar über die relativ lange Aufenthaltsdauer der Gäste (man bedenke: bei diiieesen Preisen!), aber man war zufrieden. Zumal auch der heimische Billigtourist damit von der Weltkulturstätte mit einem einfachen Argument: „leider ausgebucht“, leicht zu vertreiben war. Schlaraffia in Hallstatt! Seit den Zeiten des keltischen Salzabbaues hat die Region nicht vergleichbar gut verdient.

    Und jetzt das: waren doch unsere gelben Mitbürger auf dieser Erde gar nicht als Touristen in Hallstatt! Nein, beruflich! Sie haben uns schamlos getäuscht! Lederhose und Gamsbart waren keine Verkleidung, sondern berufsmässige Tarnung! Der See droht, sich ob dieser Unverfrorenheit aufzutun und diese bösen Ausländer zu verschlingen! Doch die sind leider nicht mehr da und lediglich einige verkleidete Touristenboote aus Plastik, die so manch gutgläubigem Fremden als Hallstätter Fischereifahrzeuge gezeigt wurden, fielen dem wütenden See zum Opfer.

    Und wo sind all diese Touristen aus China hingekommen? Die sind schon längst wieder zu Hause und haben sofort damit begonnen, eine perfekte Kopie von Hallstatt am Li-Fluß aufzubauen. Die notwendigen Pläne hatten sie während ihres touristisch getarnten Besuches akribisch und geheim erstellt, dazu Skizzen und Fotos angefertigt, Aufriße gezeichnet und Sperrmaße abgenommen. Der (Wieder)Aufbau erfolgte allerdings nicht ganz genau im Maßstab 1:1, leichte Verbesserungen erfolgten: so wurden u.a. die winzig kleinen Fensteröffnungen des Originals auf ein in China gültiges menschenwürdiges Maß vergrößert, sodaß auch etwas Licht in die guten, neuen Stuben fallen kann.

    Hallstatt (das Original) schäumt und das Weltkulturerbe wankt!

    Und doch, man muß der ganzen Aktion einen gänzlich neuen Aspekt abgewinnen - und dann schaut die Sache nicht nur nicht anders aus, sie stellt sich sogar als ein wesentlicher positiver Beitrag zur Nachhaltigkeit dar. Sie wird nämlich globalen Einfluß auf das Weltklima ausüben, - Kyoto und seine schwindligen Ziele dürfen wir getrost vergessen.

    Weil warum?
    All die vielen reiselustigen Chinesen brauchen nun nicht mehr in enge Flugzeuge gepfercht und über zig-tausende Kilometer hin und her transportiert werden, - allein die gewaltige Reduktion der Treibhausgase, die nicht mehr aus den Aeroplanen herauskommen, wird den ökologischen Fußabdruck des ganzen gelben Volkes auf den eines Federgeistchens sinken lassen. Vorbei die Angst um schmelzende Gletscher, Polkappen und Tiefkühltruhen, vorbei die Angst um steigende Wasserspiegel der Weltmeere und des Hallstätter Sees!

    DAS ABKUPFERN VON HALLSTATT IST EIN GENIALER PLAN DER CHINESEN, UM DAS WELTKLIMA WIEDER ABZUKÜHLEN! WIR SOLLTEN ES IHNEN DANKEN!

    Und doch, vieles wird dadurch erreicht, aber mehr ist möglich: wenn wir noch den Stephansdom in China nachbauen lassen und Versailles auf Hawaii, Kaprun in Dubai und Ybbs-Persenbeug in der Sahara, ein Stückchen der Namib im Amazonasbecken und die Streif in Khartoum, dann entziehen wir der katastrophalen Klimaerwärmung jede weitere Grundlage! Und wenn dann auch noch die Chinesische Mauer nach Europa kopiert wird, braucht gar niemand mehr zu reisen!

    Doch dann wird es schön langsam wieder bedenklich: der klimarelevante Effekt durch den völligen Entfall der Flugreisen könnte so stark werden, daß uns bald eine neue Eiszeit droht …

    Aber da wird uns sicher auch wieder was Gescheites einfallen.


    © 2011 GRUPPEPLANUNG
     
     
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    Mi, 06. Juli 2011
    SEHEN, SCHAUEN UND BETRACHTEN ...
    Was so ein Ortsbildgutachten alles hergeben kann.
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    Aus einem Ortsbildgutachten nach § 56 NÖ BO:
    (Orthografie und Interpunktion aus dem Original)

    … Als Maßstab für die Erscheinung der Dinge, ist das Auge heranzuziehen. „Die Tätigkeit des Auges scheidet man in Sehen und Betrachten. Das Sehen dient zunächst unserer körperlichen Sicherheit, das Betrachten beginnt da, wo das Sehen aufhört; es führt zum Genuss der durch das Sehen gefundenen Bilder“ …

    Wir haben auf diese fundamentalen Sätze reagiert und folgende Dienstanweisung Nr. 4711/3 für alle Mitarbeiter der GRUPPEPLANUNG in Kraft gesetzt:

    Ab sofort ist in Gutachten anzugeben, welche Augentätigkeitsart dem Befund und welche dem Gutachten zugrunde gelegt wurde! Weiters ist offenzulegen, welche Art von Genuss bei der Betrachtung der gefundenen Bilder entstanden ist und ob dadurch die Unbefangenheit des Gutachters allenfalls eingeschränkt wurde.
     
     
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    Mo, 06. Juni 2011
    SEMMERING VERLIERT 400 l/sec ...
    ... und das ist ganz schön viel Wasser
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    Sage noch einer, daß sich die Gegner des neuen Semmering-Basis-Tunnels nicht den Kopf über die Umweltverträglichkeit zerbrechen. Die gewaltige Wassermenge reinsten Trinkwassers, die allein durch den Sondierstollen in die Mürz abgeleitet wird, spricht doch einer möglichen Genehmigung dieses Bauvorhabens entgegen. Und die Frau Bundesminister hat trotzdem einen positiven Bescheid erstellt!

    Trotz dieses Wasserverlustes!


    Man ist auf Grund dieser Fakten doch durchaus geneigt, der Meinung der Gegner beizutreten. Allerdings - Denken hilft - wie immer: was ist denn bisher mit diesen 400 Sekundenlitern geschehen? Sind die im Berg verblieben? Haben sich die im Verlauf der Jahrhunderte heimlich aufgestaut? Ist hier eine von den Zwergen sorgsam gehütete gigantische Wasserblase entstanden? Und droht uns demnächst eine wasserbedingte Vulkanexplosion des Semmerings?

    Rätsel über Rätsel!

    Und doch teilen wir die Bedenken der BI: es kann nicht sein, daß das Herausrinnen des von oben eingefüllten Wassers aus dem Berg ohne Sanktionen bleibt! Und wenn es auch nur in Flaschen abgefüllt und zu überhöhten Preisen verkauft wird!

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    So, 29. Mai 2011
    ES LEBE BIO ...
    ... denn dann hat man mit Sicherheit ein gutes Gewissen.
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    Erfreuliche Nachrichten für echte Bio-Verfechter: unsere heimischen garantiert-Bio-Händler rufen Gurken und Paradeiser (pardon: Tomaten) wegen möglicher Verseuchung zurück und warnen vor deren Verzehr. Man möge das auf Verdacht hin inkriminierte Gemüse entsorgen. Wohin, wie und vor allem wie bio, wird zwar nicht gesagt, aber wir sind doch bio-correct glücklich über diese vorsorgliche message unserer garantierten Bio-Lieferanten.

    Bleibt nur eine blöde Frage:
    warum kaufen ausgerechnet unsere chicen Bio-Läden mit ihren überhöhten Preisen bei deutschen Großhändlern aus dem fernen Norden Gemüse in großen Mengen aus noch weiter entfernten Gegenden ein, das - etwas Allgemeinbildung vorausgesetzt - an Stellen gezogen wird, wo es unter natürlichen Bedingungen gar nicht vorkommt, daher riesige Plastikfolienfarmen und hohen Wassereinsatz braucht, das es dort nebenbei bemerkt, auch nicht gibt? Von der erforderlichen Chemie wollen wir gar nicht sprechen ...

    Rätsel über Rätsel!

    Wo doch zur Zeit von den heimischen Betrieben hervorragende Gurken und Paradeiser in großer Zahl zu wohlfeilen Preisen auf dem Markt sind? Und die Transportwege einer Gurke aus dem Marchfeld oder dem Burgenland in die große Stadt vermutlich kürzer sind, als aus einer spanischen Privinz? Und daß die größte Wiener landwirtschaftliche Genossenschaft zur Zeit hunderttausende von tadellosen Gurken der Kompostierung zuführen muß, nehmen unsere bio-Freunde achselzuckend als Kollateralschaden hin.

    Vielleicht hängt es damit zusammen, daß wir dem hoch beworbenen Modeetikett BIO so ziemlich alles durchgehen lassen, was Gott verboten hat, nur weil es von soweit herkommt, daß wir uns von den wirklichen Produktionsbedingungen an Ort und Stelle gar nicht überzeugen können. Aber der Glaube versetzt bekanntlich Berge ...

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    Do, 26. Mai 2011
    RAUMPLANER UND IHRE EXPERTISEN - WER GLAUBT DARAN?
    Vermeintlicher Erfolg und seine historischen Parameter
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    1. SINE SOLE SILEO:

    Die beste Expertise ist jene, die man für sich alleine macht. Man kann völlig unbeeinflusst der hehren Wissenschaft frönen und braucht sich nicht um die praktische Umsetzung, geschweige denn politische Akzeptanz kümmern. Dazu braucht man nur vermögende Eltern gehabt zu haben und kann herrvorragend als Privatgelehrter leben. Es widerspricht einem auch niemand. An manchen Hohen Schulen soll es vereinzelt solche Forscher geben, die in ihren Nischen unbehelligt hausen und statt der reichen Eltern uns Steuerzahler als Finanziers haben.

    Wir gewöhnlichen Raumplaner brauchen hingegen die Sonne zum Leben.
    Und wenn man Glück hat, geht sie einem schon am Beginn der Berufstätigkeit auf. Es müssen z.B. zusammentreffen:

    - ein hoher Beamter
    - ein aufstrebender Politiker
    - eine von diesem gerade „umgedrehte“ Gemeinde.

    Der Politiker braucht einen spektakulären Paukenschlag in der Ortsentwicklung - ein neues Gemeindezentrum muß her, der Beamte ist an einer Vertiefung der Kontakte interessiert, um eine Gesetzesänderung voranzutreiben, wozu er die Unterstützung des Politikers braucht - und ein Experte ist schnell gefunden, der in beider Auftrag ein Konzept entwickeln soll. Unter diesen günstigen Auspizien entsteht eine schlaue Planung, wird präsentiert und diskutiert - und dann schlußendlich schubladisiert.

    Aber: es haben alle drei Beteiligten ihren Erfolg zu verbuchen gehabt und für den Planer war es der Beginn seiner Karriere. Die Sache selbst - die Expertise - war nur das Mittel zum Zweck für Alle.

    Daß 25 Jahre später eine neue Studie über dasselbe Projekt mit anderen handelnden Personen sinngemäß dasselbe fachliche Ergebnis brachte und bereits umgesetzt wurde, spricht nicht für die Qualität der ersten Expertise, sondern nur für die Strahlkraft der späteren Sonne.


    2. VERITAS FILIA TEMPORIS:


    2.1.
    Manche Experten, Gutachter oder sonstige Verständige sind überzeugt, daß sie die wahre Lösung für ein Problem haben und die einzig wahre Raumordnung vertreten. Sie lehnen es ab, Raumplanung als Bestandteil der jeweiligen gesellschaftlichen Gegebenheiten anzusehen und vertreten eine absolut richtige Fachmeinung. « Darüber darf man nicht die Mehrheit bestimmen lassen », lautet ihr Credo, « denn wir wissen es besser ». Diese Geisteshaltung kommt häufig auch auf unseren Hochschulen vor. Dagegen hilft, wie so oft, Karl Kraus, und weist den Weg zur planerischen Demut.

    Ein Beispiel dazu gefällig? Bitte sehr - man nehme:

    - ein großes Flußkraftwerk
    - die öffentliche Meinung hiezu (natürlich dagegen)
    - ein neues UVP-Gesetz ante portas
    - Politiker auf Tauchstation
    - Gutachter in ungewohnten Aufgaben und Rollen

    In den damals erstellten Expertisen über den ökologischen Wahnsinn dieses allerletzten Kraftwerkes an der Donau fanden sich auch ein paar kleine positive Aspekte. Daraus sei ein kurzer Auszug zitiert:
    … das Projekt ist deshalb umweltverträglich, weil durch die 6-wöchige Sperre der Praterbrücke die Autofahrer gezwungen werden, auf den öffentlichen Verkehr umzusteigen und damit eine Verhaltensänderung herbeigeführt werden kann …

    Mehr als 20 Jahre später wird das Kraftwerk als ein Musterbeispiel ökologisch abgestimmter Planung gepriesen, weitere Kraftwerke werden im Sinne der Nachhaltigkeit der Stromerzeugung gefordert und gefördert, die Donaubrücke wurde während der Bauarbeiten nicht gesperrt und der modal split hat sich trotzdem weiter zugunsten des Öffentlichen Verkehrs verlagert. Allerdings nicht durch das Kraftwerk, sondern den forcierten U-Bahn-Ausbau.

    Zwei Dezennien und eine Atomkatastrophe in Fukoshima haben genügt, um ehemals falsche in heute richtige Weltanschauungen, Expertisen und Planungen zu drehen.


    2.2.
    Aber auch der Gesetzgeber ist nicht vor sich ändernden Wahrheiten gefeit. Nehmen wir nur die lustige Geschichte von Ortsbildparagraphen einer Bauordnung in Österreich:

    Gute 10 Jahre hindurch galt die gesetzliche Regelung, wonach in Gebieten ohne Bebauungsplan zur Beurteilung eines Bauwerkes und seiner … harmonischen Einfügung … ein umgebender Bezugsbereich desselben zur Beurteilung heranzuziehen wäre. So weit, so gut. 90 % der Bauvorhaben wurden eh ohne diese lästige Beurteilung abgeführt, für den Rest mussten teilweise aufwendige Expertisen erbracht werden (natürlich überwiegend dort, wo böse Nachbarn Einspruch erhoben). Dies traf vor allem die Wohnbauträger, deren Bauten sich üblicherweise von der umgebenden dörflichen Bebauung deutlich unterschied. Die Kosten für diese Gutachten fielen vor allem den Politikern unangenehm auf, sind diese doch manchmal den Wohnbauträgern sehr verbunden, wie man hört.
    So wurde es der Politik zu bunt und der Bezugsbereich wurde auf die Grundstücke im Umkreis von 100 m um das Bauwerk begrenzt. Leider vergaß man Ausnahmeregelungen für Industriegebiete, die üblicherweise keine angrenzende Bebauung haben. Eine neuerliche Gesetzesänderung war die Folge: jetzt gelten nur mehr jene Grundstücke als Bezugsbereich, die zur Gänze innerhalb einer Entfernung von 100 m liegen - als fast keine mehr.

    So kam es, daß auf Grund geänderter Wahrheiten die Bauordnung innerhalb von wenigen Monaten zweimal geändert wurde. Und die Richtigkeit der Expertisen fällt je nach dem Einreichdatum des zu beurteilenden Bauvorhabens gänzlich unterschiedlich aus.

    2.3.
    Ein weiteres schönes Beispiel für mehrere unterschiedliche Wahrheiten, die noch dazu zeitgleich nebeneinander bestehen können, sind unsere geliebten Einkaufszentren. Wir sind zwar alle froh, daß die Hausfrau und Mutter nicht mehr täglich mit der Milchkanne zu der um’s Eck befindlichen Milchfrau pilgern muß, um die offene Milch nach Hause zu tragen. Zugleich sind wir aber pflichtschuldigst erbitterte Gegener der Konsumtempel auf der grünen Wiese, die die Ortskerne veröden. Und je nachdem, wo wir wohnen, gelten andere Wahrheiten zur Regelung bzw. Steuerung und/oder Verhinderung derselben.

    Sind wir z.B. in Wien zu Hause, regelt der Bebauungsplan auf Grund einer Raumverträglichkeitserklärung Art und Größe eines EKZ. Im Burgenland gibt’s eine raumverträglichkeitsgeprüfte Einzelgenehmigung für Handeslbetriebe durch das Land im Betriebsgebiet, Einkaufszentren kennt das Gesetz nicht. In NÖ hatten wir jahrelang eine eigene Widmung B-EZ, die ersatzlos verschwunden ist. Jetzt darf man nur mehr in festzulegenden Zentrumszonen unbeschränkt die gewachsenen Strukturen zerstören. Salzburg hat ein eigenes Raumordnungsprogramm dazu und die Steiermark verfügt über schlaue Ausnahmemöglichkeiten. Und in jedem Land wird die jeweils eigene Regelung als die einzig wahre angesehen …


    3. USUS TYRANNUS

    … dient jedoch zugleich dem Selbstschutz des Menschen. Wir sollten uns daher hüten, eine Expertise zu verurteilen, wenn sie uns nicht in den Kram paßt, unserer vorgefertigten Meinung widerspricht oder aus sonstigen Gründen unbequem ist. Die Beurteilung gut, schlecht oder falsch ist leicht gefällt, wenn man über die Erzeugnisse anderer spricht. Und bei Anwendung eines Schwarz-Weiß-Rasters ist sie jedenfalls falsch.

    Genauso schwer hat es aber auch der Expertisenersteller selber. Er sollte nie aus den Augen verlieren, daß es zu einer ganz bestimmten Fragestellung oder einem Problem nicht nur eine Vielzahl von Lösungen, sondern auch ebensoviele unterschiedliche Beurteilungen gibt. Aus eben diesen anderen möglichen Meinungen einen persönlichen Angriff auf die eigene Expertenpersönlichkeit abzuleiten, entspricht leider der dem Menschen innewohnenden Macht der Gewohnheit …


    4. ERGREIF’ DIESEN TAG, NIMMER TRAUE DEM NÄCHSTEN

    Horaz’ sei Dank wollen wir daher in Zukunft

    1. unsere eigenen Expertisen grundsätzlich hoch schätzen,
    2. sie aber trotzdem immer nur als relativ wahr ansehen,
    3. fremde Gutachten nicht immer sofort verteufeln
    4. und immer daran denken, daß deren aller Ablaufdatum mit dem auf ihre Kundmachung folgenden Tag beginnt.


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    So, 22. Mai 2011
    PLASTIKMÜLL IN DER FISCHA
    Naturschutzrecht vs Sanierung
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    Das hat uns jetzt noch gefehlt:
    in der Fischa (ein nö. Fluß, der aus den Kalkvoralpen durch das Wiener Becken hin zur Donau entwässert) wurde festgestellt, daß sich bei einer Verklausung große Mengen von Plastikmüll angesammelt haben. Diese Plastiksackerln und -flaschen stellen nicht nur eine Gefahr bei allfälligen Hochwasserereignissen dar, sondern sind auch eine akute Umweltgefährdung.

    Was tut Gott bzw. engagierte Menschen? Sie erkundigen sich bei der zuständigen Bezirkshauptmannschaft, ob man den Müll beseitigen darf. Und was tut die hohe Behörde: sie weist auf den Status der Fischa als schützenswertes Gewässer hin (natura 2000 schau oba) und untersagt daher jeden Eingriff!

    Allen Gesetzen und Verordnungen ist Genüge getan, der Behörde ist nichts vorzuwerfen, alle können beruhigt schlafen gehen, das Gewässer ist seinem Schutzstatus nach behandelt worden - und die paar Sackeln, die werden ja wohl irgendwann von selber verschwinden ...
     
     
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    Fr, 20. Mai 2011
    GLORREICHER FÖDERALISMUS LEBT
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    Bruck a.d.Leitha und Bruckneudorf werden Gott sei Dank durch eine Landesgrenze getrennt

    Schön ist eine Landesgrenze! Schön ist das föderalistische Prinzip! Schön ist es, wenn man aus diesem Titel viel Geld sinnlos zur höheren Ehre lokaler Politiker verbraten kann!

    Kennen Sie Bruckneudorf?
    Eine nette Bgld. Gemeinde, die erst durch die Ansiedlung eines Bahnhofes der Ostbahn und die Einrichtung eines großen Truppenübungsplatzes samt Kasernen in der Monarchie entstand. Das nur durch die Leitha davon getrennte nö. Bruck a.d.Leitha war immerhin schon früher eine Grenzstadt (... noja, auch erst seit der Festlegung der Leitha als Reichsgrenze unter den Nachfolgern von Karl dem Großen). Heute sind die beiden Orte untrennbar miteinander verbunden - eine funktionale Einheit, würden die Niederösterreicher lt. ihrem Raumordnungsgesetz sagen - und doch getrennt.

    Weil warum: sowohl die Freiwillige Feuerwehr im nö. Bruck/Leitha als auch diejenige im blgd. Bruckneudorf brauchen neue Löschfahrzeuge. Diese werden mit nicht unbeträchtlichen Mitteln aus den jeweiligen Landesbudgets angeschafft. Und stehen dann wenige 100 m voneinander entfernt in der jeweils nö. und bgld. Garage.

    Und wenns dann irgendwo in der untrennbaren Großsiedlung Bruck/Bruckneudorf brennt, beginnt der Streit um die Zuständigkeit, wer jetzt wohin zum Löschen fahren dar.

    Es lebe der teure Förderalismus ...
     
     
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    So, 20. März 2011
    JUNKTIME MÜSSEN SEIN
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    ... Angst war und ist immer ein schlechter Ratgeber - vor allem, wenn man über keine gesicherten Informationen verfügt! Und was in Japan wirklich los ist, weiß bis heute niemand, außer den Experten. Die treten gehäuft in direkter Korrelation zum fehlenden Wissensstand im Fernsehen auf und malen uns immer grässlichere Szenarien als Menetekel an die Wand. Und wenn sie dann auch noch ausschauen wie Wurzelsepp und Waldschrat zugleich, erdige Tracht tragen und als Berufsbezeichnung Konfliktforscher angeben, ist die ökologische Rettung nahe: sofortiger Ausstieg aus der Atomkraft! So einfach ist das also - da hätten wir fast von alleine draufkommen können.

    Wir Österreicher zeigen aber jetzt der Welt, wie es richtig gemacht wird: ohne eigene atomare Stromerzeugung und -verwendung (die läppischen 11% Atomstrom, die wir importieren und mit Genuß verbrauchen, haben Gott sei Dank kein Mascherl) können wir guten Gewissens ein weltweites Volksbegehren dagegen organisieren.

    Hohe Zustimmung wird uns sicher sein. Und die herzige Idee vom Umweltminister können wir auch noch exportieren: jedes andere Land, aus dem Atomstaub zu uns kommt - Atomstrom bleibt davon ausgenommen - hat uns Schadenersatz zu leisten.
    So einfach geht das! Schreiten wir also wacker zur Unterschriftsleistung! Allerdings ist damit ein Junktim verbunden: jede Unterschrift gilt doppelt! Und zwar GEGEN Atomstrom und zugleich FÜR den Ausbau der Wasserkraft, FÜR das Aufstellen von Windrädern und FÜR die Errichtung von neuen Hochspannungsleitungen!

    Und die oberösterreichische Initiative gegen das Aufstellen von landschaftsverschandelnden Fotovoltaikanlagen ist damit auch endgültig vom Tisch! Nach erfolgtem weltweiten Wegzaubern aller Atomkraftwerke werden uns dann leider keine Trachtenträger mehr auf unseren Plasmabreitbildschirmen erfreuen - eigentlich schade!
     
     
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  • STARTSCHUSS ZUM REGIONALPROGRAMM PINZGAU
    STARTSCHUSS ZUM REGIONALPROGRAMM PINZGAU
    Di, 01. März 2011
    STARTSCHUSS ZUM REGIONALPROGRAMM PINZGAU
    Beitrag von Büro Dr. Paula
    Die ARGE Büro Dr. Paula ZT-GmbH - Büro Snizek+Partner Verkehrsplanung GmbH in Zusammenarbeit mit Emrich Consulting wurde mit der Erstellung eines Regionalen Entwicklungsprogrammes für den insgesamt 28 Gemeinden umfassenden Pinzgau (Bezirk Zell/See, Salzburg) beauftragt.

    Am 28. Jänner 2011 fand die Startsitzung der Steuerungsgruppe mit dem Projektteam in Schüttdorf (Zell/See) statt. Die Gesamtprojektleitung und das Projektmanagement innerhalb des Planungsteams wird von DI Gunter Stocker, die raumordnungsfachliche Projektleitung von DI Esther Böhm wahrgenommen. Eine professionelle begleitende Kommunikationsarbeit erfolgt durch DI Hans Emrich.

    STARTSCHUSS ZUM REGIONALPROGRAMM PINZGAU
     
     
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    Sa, 19. Februar 2011
    BEMERKUNGEN ZUR BEVÖLKERUNGSENTWICKLUNG
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    Guat schau ma aus - könnte gesagt werden, wenn man die Daten über die Bevölkerungsentwicklung zwischen 2010 und 2011 vergleicht. Österreich hat wieder um 0,3 % zugelegt und am 01.01.2011 rd. 8,4 Mio Einwohner als Einwohner registriert.

    Diese, seit 2006 gesetzlich geregelte jährliche Registerdatenzählung - die statt der früher alle 10 Jahre stattgefundenen ehem. Volkszählung eingeführt wurde - , liefert nunmehr jährlich aktuelle Daten (leider nicht mehr über die Pendlerbewegungen). Und leider (?) haben sich die bereits bisher bekannten Trends in der Bevölkerungsentwicklung weiter fortgesetzt: Wien und Tirol haben über dem Bundesschnitt (+ 0,3 %) weiter zugelegt, Kärnten hat mit - 0,2 % weiter an Bevölkerung verloren. Schlimmer noch ist die negative Entwicklung in den Bezirken im nördlichen Waldviertel, der Mur-Mürz-Furche in der Steiermark und in den Grenzbezirken von Kärnten. Das Wiener Umland hat wieder überdurchschnittlich gewonnen.

    Und was heißt das für die Raumplanung - insonderheit für die aufsichtsbehördlich geübte? Wir werden in manchen Regionen umdenken müssen ...
     
     
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    Do, 17. Februar 2011
    DAS ORTSBILD KANN EIN HUND SEIN ...
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    So schnell kann es gehen:
    Da haben die Kärntner mit einem rasch beschlossenem Ortsbildschutzgesetz die Verhinderung von Minaretten im Auge gehabt - und jetzt widerspricht das geplante Gaskraftwerk in Klagenfurt nicht diesen Bestimmungen. Der ferne Wiener Umweltsenat hat nämlich im Berufungsverfahren gegen die UVP befunden, dass die hohen Kühltürme und der noch höhere Kamin des Kraftwerkes der "örtlichen Bautradition" (fairerweise zurecht) widerspräche und daher noch der Entscheidung einer Sonderkommission unterworfen werden müsse.

    Wenn man bedenkt, dass ein Großkraftwerk niemals und nirgendwo einer örtlichen Bautradition entsprechen KANN, zeigt sich hier klar und deutlich die Achillesferse einer Anlassgesetzgebung: gemeint hat man die bösen Minarette - und getroffen hat man Industrieanlagen (und wird damit in Zukunft auch noch die Kirchtürme treffen). Aber auch anderen Bundesländern geht es mit der ihnen noch verbleibenden föderalen Regelungswut nicht besser: im schönen Niederösterreich hat man die Bauordnung so novelliert, dass ein Bauplatz u.a. nur mehr so hoch bebaut werden darf, als es im Umfeld von 100 m erkennbar ist (sofern in einem Bebauungsplan nichts anders festgelegt wurde).

    So weit, so gut. In der Praxis bedeutet dies, dass z. B. innerhalb eines grossen Industrieareals oder eines Sondergebietes für spezielle Nutzungen, die sinnvollerweise abseits jeder Bebauung situiert sind, keine weitere Bebauung in der vorherrschenden Gebäudehöhe mehr zulässig ist, weil rund um diese Gebiete innerhalb einer Entfernung von 100 m üblicherweise keine vergleichbaren Gebäude stehen. Eine gesetzliche Lösung, den Kärntner Minaretten nicht unübel vergleichbar ...
     
     
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    Di, 01. Februar 2011
    ENTHÜLLT: RAUMPLANUNG IST SCHULD !
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    Wer hätte das gedacht? Wir sind wieder einmal schuld. Bei der öffentlichen UVP-Verhandlung zur Spange Götzendorf hat ein Behördengutachter die Ursache der zu hohen Lärmbelastung in den an den Flughafen Wien-Schwechat angrenzenden Gemeinden glasklar erkannt: die falsche Raumplanung!

    So weit , so gut. Wir übernehmen ja aus dem Weltbild so mancher Sachverständiger gerne die Schuld an allem möglichen: der fehlenden Tragfähigkeit des Untergrundes (was immer das bedeuten mag), dem hohen Grundwasserstand, der fehlenden Wasserversorgung, den zu hohen Baulandreserven, der ungenügenden Begründung des Änderungsanlasses (als ob es je eine Änderung ohne Anlass gegeben hätte!), dem Hoch- oder Niederwasser der Donau, dem Wetter, dem Klimawandel oder überhaupt an Allem. Aber beim Flughafen auch ...? Dabei hilft, wie immer, ein Blick in die Geschichte. Als vor geraumer Zeit - damals gab es noch keine Raumplanungsgesetze samt diese penibel exekutierenden Ministerialen - unsere Vorgänger in der Raumplanung die neuen Siedlungen planmässig anlegten, war eigentlich alles in Ordnung. Dies zeigt auch der Franziszeische Kataster eindrucksvoll:

    ENTHÜLLT: RAUMPLANUNG IST SCHULD !

    Wie man sieht: hübsch angeordnete Ortschaften OHNE Lärmbelastung durch einen Flughafen, eine Eisenbahn oder eine Bundesstraße. Das Fliegen war noch nicht erfunden und die Eisenbahn begann erst einmal in England die ersten Meilen zaghaft zu überwinden. Daß in Schwechat einmal ein großer Flughafen sein würde, an dem heute die Raumplaner schuld sind, war wirklich nicht abzusehen! Hätten wir bzw. unsere raumplanerischen Vorgänger diese Entwicklung abschätzen können, wären die Orte natürlich woanders angelegt worden. Aber so ...

    ... müssen wir pflichtschuldigst die Verantwortung dafür übernehmen und uns in öffentlichen Verhandlungen der Unfähigkeit zeihen lassen. Und dürfen uns nur insgeheim wundern, daß es noch immer eine rege Nachfrage nach Bauplätzen in diesen Gemeinden gibt, wo die Flieger zum Greifen nahe drüberdonnern und die Bauwerber sehenden Auges ihr gutes Geld freiwillig investieren, um dann später Beschwerde nach Beschwerde über den unerträglichen Fluglärm einzubringen ... Aber wahrscheinlich sind wir Raumplaner auch daran schuld. (Abbildung: Franziszeischer Kataster, Katastralmappenarchiv BEV)
     
     
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    Mi, 19. Januar 2011
    SCHWARZFAHREN UND KLIMAWANDEL ...
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    Wer hätte das gedacht: in Australien regnet es einmal stärker als sonst und in Brasilien rutschen die Hänge wie immer bei Regen. Und unsere berufsmässigen Kassandren haben wieder einmal einen billigen Beweis für den Klimawandel geliefert bekommen.

    Haben doch unzählige Augenzeugen glaubhaft berichtet, dass sie sich "an sowas" seit "Menschengedenken" nicht erinnern können. Und unsere schreibende Intelligentia findet aus dem Archiv bestätigt, dass dieses "seit Beginn der Aufzeichnungen" noch nicht vorgekommen sei. Dazu passt die Schlagzeile der Wiener Zeitung vom 14.01.2011: "Das Wetter wird immer extremer". Blöd nur, dass auf derselben Seite dieser Zeitung ein Klimaexperte der BoKu sich zu dem Thema mehr als vorsichtig äußert und einen direkten Zusammenhang zwischen diesen Wetterextremen und dem behaupteten Klimawandel nicht bestätigen kann oder will. Und sagt dann etwas ganz Wichtiges: ein Hundertjähriges oder gar Tausendjähriges Hochwasser MUSS ganz einfach in hundert oder tausend Jahren einmal auftreten, sonst wäre es ja kein solches, Klimawandel hin oder her. Und wenn dann so wie damals im Jahr 2002 eine Zweitausendjährige Flutkatastrophe im Kamptal hereinbricht, dann ist das halt eben so. Wir können diese streng wissenschaftliche Sicht der Dinge - für die allerdings viel spricht - nur bedingt nachvollziehen, denn siehe: wundersame Dinge geschehen. Von den Wiener Linien (für Menschen mit Migrationshintergund aus Tyrol oder Steyermark sei es übersetzt: die BIM und der Autobus) sind 2010 mehr Schwarzfahrer zur Strafkassa gebeten worden als je zuvor (seit Beginn der Aufzeichnungen !).

    Dieses Phänomen ist nur durch den Klimawandel erklärbar. Denn die milderen Temperaturen seit Beginn der Aufzeichnungen ermöglichen es offensichtlich den Schwarzkapplern (übersetzt wird jetzt nicht mehr für die Ausländer) vermehrt, ihre Kontrollen durchzuführen, ohne Kältezulagen oder Unbillprämien einzustreifen. Sage Keiner mehr, der Klimawandel hätte nicht auch was Gutes für sich ...
     
     
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    Sa, 08. Januar 2011
    PRIVATISIERUNG UND REGIONALPOLITIK - ZWEI UNGLEICHE BRÜDER/SCHWESTERN
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    Mehr privat und weniger Staat hat es geheissen, und jeder von uns hat das begrüßt. Vorbei die Zeit unwürdig langen Wartens auf die Gnade eines zugeteilten Telefonanschlusses durch staatsbeamtete Amtsorgane der Post; vorbei die Zeit einer auf dem Amtsweg mittels Gnadenerlaß durchgeführten Beauskunftung aus dem Strafregister, vorbei das lange Warten auf einen neuen Reisepaß, dessen einfache Verlängerung jedes Mal die neuerliche Vorlage beglaubigter Abschriften der Geburtsurkunde der mütterlichseitigen Großmutter sowie des väterlicherseitigen Großstiefneffen samt eigener Unbescholtenheitserklärung erforderte.

    Und vorbei die Zeit, wo unsere Bundesbahn mit ihren beamteten Bediensteten sich vornehmlich mit der Aufrechterhaltung des Verkehrs auf Geisterstrecken selbst beschäftigte und auf Kundenwünsche - was ist ein Kunde ? - nicht eingehen musste. Um bei der Bahn zu bleiben: mit dem ziemlich flächendeckenden Betrieb und den Zugförderungsstellen und Heizhäusern und sonstigen Diensstellen in allen möglichen Gegenden Österreichs war zugegebener Maßen auch ein regionaler arbeitsmarktpolitischer Effekt in den peripheren Gebieten des Landes verbunden. Und mit der - nach umfassenden Ansuchen gewährten - Bereitstellung von Güterwagen an den kleinsten ländlichen Verladestellen und Rampen war auch ein gewisser standortpolitischer Effekt gegeben. Ein teuerer natürlich, aber immerhin. Daß die Bedienung der Ladegeleise zu den Lagerhäusern viele Strecken vor der endgültigen Stillegung bewahrte, sei erwähnt. Und dass auf diesem Logistikangebot zahlreiche Standortentscheidungen für Betriebsansiedlungen beruhten, ebenso. Und was hören wir heute? Die Bahn, die es ja nicht mehr gibt, sondern nur mehr eine per Gesetz zur Gewinnorientierung verpflichtete Rail Cargo Austria, schließt natürlich alle nicht gewinnbringenden Dienste, Strecken und Ladegeleise. Wer einen Waggon haben will, muß dafür zahlen. Weit mehr als bisher (grundsätzlich zu Recht), und wenn, dann muß er/sie gegen saftige Bereitstellungsgebühr gleich mindestens vier Stück davon bestellen und beladen. Sunsten foar ma ned. So weit, so gut. Der RCA ist wirtschaftlich daraus kein Vorwurf zu machen. Regionalpolitik ist wirklich nicht die Aufgabe eines Eisenbahnunternehmens.

    Der Vorwurf ist der Politik als Eigentümervertreter zu machen: denn zuerst das alleinige Heil in der Privatisierung der Bahn zu sehen, um diese endlich zum wirtschaftlichen Denken und Handeln zu zwingen ist grundsätzlich gut. Für die bisher unterbezahlt erbrachten gemeinwirtschaftlichen Leistungen aber dann nicht aufkommen zu wollen, sondern auch diese zu externalisieren, ist kühn. Übrig bleiben zu guter Letzt alleine die peripheren Regionen und ihre Betriebe, die auf die Bahn angewiesen sind - oder waren. Denn wirklich alles kann nicht mit dem LKW transportiert werden, so mancher Betrieb wird sich um einen neuen Standort umschauen müssen.

    Und die Schrumpfung des ländlichen Raumes geht weiter ...
     
     
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    Fr, 07. Januar 2011
    ES LEBE DAS ARCHIV ...
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    So schnell kann es gehen: da war vor bald 14 Jahren (sic !) durch unser Büro ein größeres Widmungsverfahren in NÖ durchzuführen, das damals relativ viel Staub aufgewirbelt hat. Projektwerber, Raumplaner der Gemeinde und die Aufsichtsbehörde waren ziemlich gefordert, weil völliges Neuland für alle aus fachlicher Sicht zu betreten war.

    Von der hohen Politik wurde tiefdunkelgrünes Licht für das Projekt angedeutet. Daß dann aus allerlei Gründen nichts daraus wurde, steht auf einem anderen Stern der Wunderwelt. Und heute, 14 Jahre danach, ist auf einmal Feuer am Dach, weil sich die damaligen Protagonisten nicht mehr so grün wie ehedem sind. Und es daher doppelt wichtig ist, sich gegenseitig nachweisen zu können, wer damals die wahre Schuld am letztendlichen Flop des Riesenprojektes zu verantworten gehabt hätte. In solchen Fällen macht es sich bezahlt, unser gutes, teures Archiv!
    Denn vieles, was im Lauf der Zeit dem gnädigen Vergessen mancher Beteiligter anheimfällt, bleibt dort schwarz auf weiß unverändert noch längere Zeit erhalten. (Dies sei vor allem jüngeren Mitarbeitern in das Stammbuch geschrieben!).
     
     
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    So, 19. Dezember 2010
    DIE KONZENTRATION GEHT WEITER
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    Die jüngst vorgelegten Zahlen für die Bevölkerungsentwicklung 2001 bis 2010 bestätigen den Trend: Österreich wächst konzentriert - und verliert dispers.

    Unter den Landeshauptstädten - die alle ein Wachstum aufwiesen - liegt Graz mit + 13,7 % voran, gefolgt von Eisenstadt (+ 13,4 %) und Wien (+ 9,6 %). Selbst in St. Pölten war man über + 5,2 % froh. Bei den mittleren Gemeinden (ab 10.000 EW) haben Brunn/G. in NÖ (+ 17,8 %) und Wörgl in Tyrol (+ 14,0 %) die höchsten Zuwachsraten.

    Schlecht schaut es abseits der Ballungszentren aus: die Verlierer dieser Gruppe (Gemenden mit mehr als 10.000 EW) liegen vorrangig in der Steiermark (Kapfenberg, Bruck/M., Leoben, Knittelfeld in der Mur-Mürz-Furche), in Kärnten (St. Andrä/L.) und in Randlagen Niederösterreichs (Zwettl, Waidhofen/Y., Ternitz).

    Die Bevölkerungsverluste in diesen Gemeinden liegen alle zwischen - 1,2 und - 7,7 %. Bei den kleineren Gemeinden abseits der Stadtregionen ist dieser negative Trend verstärkt zu beobachten.
     
     
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    Fr, 17. Dezember 2010
    SO VIEL ZEIT IST NOCH IMMER ...
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    Auftragsstreß und Weihnachtshektik hin oder her: wir haben auch noch für die Erzeugung von Kunstwerken Kapazität und Lust. Kreativ sind wir sowieso. Eines der jüngsten Werke aus unserer Produktion dürfen wir Ihnen/Euch hiermit vorstellen:

    Wenngleich die (fast peinlich positive) Kritik eines anerkannten Kulturpapstes unser Herz zwar erfreut - indes, wir verstehen sie ganz einfach nicht. Wo wir doch das Werk auf geschöpftem Bütten applizierten - und deshalb nennt man uns "Schöpfkünstler"? Was lernen wir aber generell daraus? GRUPPEPLANUNG muß in Zukunft nicht nur Zeit für grandiose neue Kunst haben, sondern auch vor der Vernissage des nächsten Werkes einen Sprachkurs besuchen. Sonst hamma beim nächsten PISA-Test wieder ein Problem!

    Ganz nebenbei bemerkt: sollten Sie an der bereits auf e-bay laufenden Auktion (so ein Bild schmückt jeden weihnachtlichen Gabentisch) mitmachen wollen, - derzeit sind Sie ab € 8.500.- noch mit dabei.
     
     
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    Mi, 20. Oktober 2010
    RICHTER MÜSSTE MAN SEIN ...
    Beitrag von Büro Dr. Paula
    So ein Richter hats gut: er ist weisungsfrei und kann vollkommen unabhängig arbeiten, so unabhängig, dass er sich sogar seine Arbeitszeit frei einteilen kann.
    Er ist nur an die Gesetze gebunden und sonst an gar nichts. Er produziert Urteile und spricht Recht "im Namen des Volkes". Und da wir, das Volk, ja nicht unfehlbar sind, muß er sich - vielleicht sogar gegen seinen Willen - dieser Gegebenheit unterwerfen und seinerseits ein paar kleine Fehler in seine Urteile einbauen. Und je komplizierter das Verfahren oder der zu richtende Gegenstand ist, desto mehr kleine Fehler muß er einbauen - er spricht ja in unserem, des fehlerhaften Volkes Namen. Verständlich, oder? Gott sein Dank muß ein Richter aber ein fehlerhaftes Urteil nicht auch noch verantworten. Denn über ihm gibt es höhere Instanzen, die darauf schauen, dass nichts passiert. Und ganz oben sitzt die General-prokuratur, die im Ernstfall ein solches Urteil kurzerhand wieder an die erste Instanz zurückverweist oder sonstwie strafverschärfend oder -mildernd eingreift. Und was macht der Richter: er lacht und sagt, dass bei einem so komplizierten Verfahren schon Fehler vorkommen "müssen". Und deswegen gäbe es ja auch die höhere Instanz, damit alles wieder korrigiert werden könnte. Da denkt man sich als kleiner Ziviltechniker schon seinen Teil: wenn unsereinem ein Fehler passiert, sind wir nicht nur haftbar, sondern müssen auch den Schaden ersetzen. Um unseren Job bei diesem Auftraggeber brauchen wir uns keine Sorgen mehr zu machen, den sind wir nämlich los. Und weil sich so was rasch herumspricht, verzichten gleich noch ein paar weitere Auftraggeber auf unsere Dienste.
    So einfach ist das bei uns Nichtrichtern, wenn wir fehlerhaft arbeiten.

    Als Richter hingegen bringt man es sogar zum Minister ...
     
     
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    Do, 07. Oktober 2010
    KAMPF DER BODENVERSIEGELUNG!
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    Mit jedem neuen Haus erfolgt eine weitere Versiegelung des Bodens.

    In den vergangenen Jahrtausenden menschlicher Siedlungstätigkeit war das kein Problem. Die erforderliche Wohnfläche pro Individuum betrug nur wenige Quadratdezimeter und durch das Strohdach konnte der Regen auch den Boden erreichen. Durch Mehrfachnutzung des Wohnungsinventars (z.B. durch Bettgeher) konnte sogar in der bauwütigen Gründerzeit die versiegelte Fläche gering gehalten werden. Aber heute, wo es leider keine flächensparenden Gemeinschaftstoiletten am Gang mehr gibt und jeder ein eigenes Badezimmer statt einer Bassena pro Stockwerk braucht und zwei bis drei befestigte Autoabstellplätze sein Eigen nennt, schaut die Sache schon anders aus.
    Auch die Dachdeckungsmaterialien werden immer dichter. Und da wir auch nicht mehr auf unbefestigten Straßen im Schlamm waten wollen, müssen diese ganz unökologisch gepflastert werden. So entsteht ein neues Problem: wohin mit dem Wasser? Was macht man, wenn es ein neues Problem gibt? Man denkt nach und setzt dann administrative Massnahmen! Und so werden jetzt Gesetze und Bauordnungen geändert, damit das Wasser nicht so schnell vom Grundstück weggeleitet wird. Es sollte nach Möglichkeit gar nicht vom Himmel fallen und wenn es sich nicht daran hält, auf eigenem Grund und Bodern versickern. Tut es das auch nicht, soll es erst in ein Rückhaltebecken kommen und erst später, wenn es noch immer nicht verdunstet ist, in den Vorfluter dürfen. Was natürlich bedeutet, dass wir jetzt die Kapazität des Vorfluters nachweisen müssen. Ein neuer Gutachterhimmel hat sich aufgetan! Und wir von der Raumplanung können auch unseren Beitrag dazu leisten! Neben innovativen technischen Massnahmen, wie Erhöhung der Saug- und Wasserhaltefähigkeit der Dachhaut (ein S/Wh-Faktor von 2/24 bedeutet z.B., dass ein Dachziegel das doppelte seines Volumens an Wasser aufnehmen und über 24 Stunden halten können muß), schlagen wir vor, das Bauen ohne Baugrund zu forcieren. Dadurch entfällt die weitere Versiegelung des Bodens und das Gebäude ist nicht an einen fixen Platz gebunden. Ganz nebenbei wird erfreulicherweise auch der Bodenverbauch auf das unumgänglich notwendige Ausmaß beschränkt.

    Ein Beispiel für diese neuzeitliche Methode kann der folgenden Annonce entnommen werden:
     
     
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    Di, 28. September 2010
    DER SCHIEFE TURM VON PISA ...
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    Sie haben eine Gemeinsamkeit: sie stehen alle schief.

    Gut - in Pisa kann der Architekt, bzw. Baumeister, wie das früher hieß, nichts dafür, weil der schlechte Baugrund ganz einfach nachgegeben hat. Sumpfiges Land halt, so wie in der Leopoldstadt in Wien. Und doch stehen alle anderen alten und neuen, kleinen und großen Häuser hier gerade und lotrecht in den Himmel. Offensichtlich hat man seit den Zeiten von Pisa gelernt, ordentliche Fundamente, die das Gewicht ihrer daraufstehenden Häuser tragen können, auch in schwierigem Untergrund ausreichend zu dimensionieren. Warum stehen dann die beiden Hochhäuser schief? Noch dazu wo sie von den beiden berühmten Architekten Hans Hollein und Jean Nouvel entworfen wurden? Hat man keine Bodenerkundung vorgenommen oder auf Bohrpfahlfundamente aus Sparsamkeitsgründen verzichtet? Hat man einen schlechten Statiker gewählt? Hat die Festigkeit des Fundament-betons nicht das gehalten, was die Lieferfirma versprach? War der Zement aus Kuba? Oder hat der Polier sein Senkblei ins Dorotheum getragen und die Senkrechte nur mit freiem Auge - nach drei bis vier Flaschen Gösser - ermittelt? Oder hat sich gar der Computer bei der Erstellung der Schalungspläne geirrt?

    Wir wissen es nicht. Wir wissen nur, dass sich die Architekturkritiker freudig des Themas angenommen haben und in ihrem unverständlichen Sprech (Deutsch kann man dazu nicht sagen) die hintergründigsten Gestaltungsprinzipien ("presque rien") herbeischreiben und in lauten Jubel ausbrechen. Und dabei hat der Polier nur sein Senkblei versetzt ...
     
     
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    Mo, 13. September 2010
    EISENBAHN ZU VERKAUFEN
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    Dem Amtsblatt der Wiener Zeitung ist zu entnehmen, dass die NÖVOG (NÖ Verkehrsorganisationsgesellschaft) eine öffentliche Interessentensuche für den Infrastrukturbetrieb von Eisenbahnstrecken durchführt. Und zwar für (!) den Eigentümer dieser Strecken, nämlich unsere liebe ÖBB. Eigenartig, oder?

    Das ist ja fast so, wie wenn ich meine Schwester bitte, einen Kaugummi zu kaufen und für mich zu kauen, weil er mir eh nicht schmeckt. Das wäre ziemlich blöd, also muß was anderes dahinterstecken. Und tatsächlich, des Rätsels Lösung liegt einmal mehr in der Geschichte des Eisenbahnwesens, dem Beharrungsvermögen alter Gesetze samt zugehöriger moderner Verwaltung und dem Föderalismus. Zu den Fakten: die ÖBB wollen Nebenstrecken, die sie teilweise seit Jahren nicht mehr betreiben und deren Betrieb wirtschaftlich unrentabel war bzw. ist, loswerden; das Land Niederösterreich seinerseits möchte diese Strecken gerne haben. So weit, so einfach. Unter erwachsenen Menschen würde man einen Kaufvertrag abschliessen und die Sache wäre erledigt. Nicht so bei der Eisenbahn! Denn wer eine Eisenbahnstrecke kaufen will, muß eine Konzession mit allerlei Auflagen haben. Und die hat in Österreich nur die ÖBB. Und so einfach verkaufen darf die ÖBB ihre Strecken auch nicht, denn davor muß eine öffentliche Interessentensuche gemacht werden, ob nicht wer anderer (mit entsprechender Konzession natürlich) den Betrieb auf dieser Strecke übernehmen will.

    Diese Bestimmungen stammen aus der Frühzeit des Eisenbahnzeitalters und waren damals sicher sinnvoll und notwendig. Die privaten Bahnerrichter Sina oder Rothschild sollten ihre Strecken, nachdem das investierte Kapital wieder zurückverdient worden war, nicht einfach rekultivieren und als Acker verkaufen dürfen. Anderen (bzw. der öffentlichen Hand) sollten die Strecken für ihren eigenen Betrieb zugänglich bleiben. Aber heute ...? Deswegen muß in diesem Fall, wo sich ÖBB und Niederösterreich über den Handel mit den defizitären Reststrecken einig sind, vor dem endgültigen Zuschlag eine öffentliche Interessentensuche durchgeführt werden. Vielleicht will jemand auf der Strecke von Retz nach Drosendorf oder von Mank nach Ober Grafendorf einen Schnellbahnverkehr im 30-Minuten-Takt einführen oder die Schmalspurstrecke von Gstadt nach Lunz/See elektrifizieren und auf Vollspur umspuren? Wer weiß ...? Unklar bleibt nur, warum diese Suche der Käufer für den Eigentümer und Verkäufer durchführt.

    Geht es hier möglicherweise nur darum, dass nicht der Bund politisch als Initiator von endgültigen Streckenstillegungen übrig bleiben will?
     
     
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    Mo, 06. September 2010
    DONAUSTADT IN STEYERMARK
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    Kennen Sie den Wiener 22. Bezirk, die "Donaustadt"? Nordöstlich von Wien (City natürlich) gelegen, wird hier zur Zeit eine echte "boomtown" entwickelt.

    Dort gibt es alles: riesige Gärtnereien, Äcker, Obstplantagen, ein ehemaliges Flugfeld auf dem jetzt Motoren erzeugt werden und gleich daneben eine riesige "Seestadt" im Entstehen, das höchste Bevölkerungswachstum in Wien, großflächige Einfamilienhaussiedlungen neben Wolkenkratzern, Hochhauskonzentrationen, Einkaufszentren, zwei U-Bahnlinien, einen traumhaften Nationalpark, die Lobau, einen künftigen Autobahntunnel unter diesem, Nacktbadestrände, die Alte Donau, ein Donauinsel genanntes Hochwasserentlastungsgerinne, Plattenbauten aus den 60er-Jahren, naturnahe Refugien und Erholungsgebiete und vieles mehr. Der einzige Nachteil (je nach persönlichem Gusto) der Donaustadt ist: sie ist völlig eben. Kein Hügel, kein romantischer Gebirgszug, keine Felsenklippen, keine Gletscher - nichts. Und dann verschlägt es einen auf eine fact-finding-mission in die schöne Steyermark - und siehe: die haben das alles (die Berge und so). Und im Raum Schladming haben sie sogar eine veritable Stadt inmitten der Berge! Und wie sieht die aus? Wie die Donaustadt - wenn man diese aus ihrer Ebene heraus aufklappen könnte und dann auf die Hänge um Schladming herum anklatschen würde.
    Nur U-Bahn hams dorten keine, dafür aber Schilifte und Sesselbahnen, derer wieder die Donaustadt gebricht. Es gleicht sich somit alles wieder aus.

    Die steyrische Raumordnung kann daher durchaus der Wiener Stadtplanung das Gebirgswasser reichen ...
     
     
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    Sa, 04. September 2010
    DIE MARCH FÜHRT HOCHWASSER ...
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    Eine unscheinbare Meldung im Verkehrsfunk über das übliche Hochwasser an der March und die damit verbundenen Sperren der Grenzübergänge bei Angern und Hohenau (jeweils: "a.d.March") tangiert uns alle eigentlich nicht sehr. Und doch - was sich hinter dieser Meldung verbirgt, sollte uns nicht kalt lassen. Zu den Fakten: der "Grenzübergang" Angern/March besteht aus einer wackeligen Fähre, die neben Fußgängern und Radfahrern gerade noch zwei PKW über den hier relativ bescheiden wirkenden Fluß bringen kann. Natürlich nur bei Tageslicht und wenn nicht gerade ein hoher Feiertag, Eistreiben oder Hochwasser diese Magistrale unterbinden.

    Der weiter nördlich gelegene "Grenzübergang" Hohenau/March erfolgt über eine schwimmende Pontonbrücke, die naturgemäß den üblichen Naturgewalten unterworfen ist. Die früher hier - neben anderen - bestehenden Brücken über die March (Drösing, Dürnkrut, Schloß Hof u.a.) sind den Ereignissen des 2. Weltkrieges zum Opfer gefallen. Dann geschah lange nichts. Bis zum Jahre 1989 musste man warten, als sich die isolierte Lage unseres Nachbarlandes Slowakei in Luft auflöste und die nachbarlichen Beziehungen neu gestaltet werden konnten. Die alten Verkehrswege hätten längst reaktiviert werden können und ein reger Austausch über die Grenze wäre wieder möglich gewesen ... Aber 21 Jahre (!) danach ruft uns eine unscheinbare Verkehrsmeldung über ein patschertes Hochwasser an der March zurück in die Realität: der einzige (!) dauernd benützbare Grenzübergang vom EU-Mitglied Österreich in das EU-Mitglied Slowakei führt nach wie vor nur über Berg (südlich der Donau, wers nicht so genau kennt) nach Bratislava! Entlang der ganzen Staatsgrenze zur Slowakei nördlich der Donau (dieser Staat liegt bekanntlich dort) gibt es keine einzige dauerhaft benützbare Straßenverbindung über die March! Na gut - aber es gibt immerhin noch den Öffentlichen Verkehr. Na ja, so gut ist der auch wieder nicht. Von den 2 Eisenbahngeleisen der ehem. so stolzen Ostbahn liegt zwischen Wien und Bratislava nur mehr eines und beim Grenzübergang Marchegg (nur für Züge) stehen die Pfeiler des zweiten Richtungsgeleises sinnlos in der March herum. Oberleitung gibts natürlich auch keine. Und die schnellbahnmäßige Anbindung über die heutige Ostbahn endet in Petrzalka, von wo man dann eine halbe Stunde zu Fuß über die Donaubrücke nach Bratislava gehen kann. So gesehen bedeutet die Meldung über ein Hochwasser an der March schon eine mittlere raumstrukturelle Katastrophe für die Vienna Region oder CENTROPE oder wie die wohlklingenden Bezeichnungen für unseren mitteleuropäischen Raum alle heißen mögen ...
     
     
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    Mo, 16. August 2010
    \\\\"WIR BAUEN IHRE STRASSE\\\\" ...
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    ... seht es nett und freundlich auf großen Tafeln der Steyerischen Landesregierung entlang der Ennstal Straße bei Weißenbach i.E. Vorfreude kommt beim geplagten Autofahrer auf, der sich kilometerlang auf dieser stark befahrenen Straße mitten durch die schöne Steyermark hindurchquält, hinter unzähligen Lastwagen, Traktoren, holländischen Urlaubsgespannen und sonstigen Urlaubern mit Reiseziel im Migrationshintergrundursprungsland herzuckelt und auf eine nicht und nicht daherkommende Überholmöglichkeit hofft. Die Ortsdurchfahrt in Liezen mit ihren zahllosen Ampeln und dem starkem Einkaufsverkehr verschärft noch das Problem.

    Und da kommt die Tafel "Wir bauen Ihre Straße" ... gerade recht - endlich, sie tun was, es kann nur besser werden. Und dann steht man auf einmal in einem endlosen Stau und weiß nicht warum. Erst nach einer dreiviertel Stunde stop and go wird eine erste Baustellentafel erreicht und dann kommt eine Ampel. Und wenn man auch diese endlich überwunden hat sieht man bewundernd eine ca. 300 m lange Baustelle (natürlich ohne Arbeiter), die als Endergebnis der Bauarbeiten eine leichte Kurvenbegradigung erkennen lässt. Und hier muß sich der gesamte Berufs-, Freizeit- und Urlauberverkehr in der Hochsaison durchquälen ... Ohne großräumige Vorankündigung, ohne Hinweis auf Wartezeiten, ohne lokale Umleitung - sogar die Einheimischen müssen warten. Bei dem Bautempo wird das ja noch länger andauern ... Und dann erinnert man sich an die geplante Ennstal Schnellstraße, von der man sich die Lösung des Verkehrsproblems entlang dieser wichtigen Verbindung versprach.
    Sie wurde vor einigen Jahrzehnten bereits als bald fertig angekündigt und unter dem Namen "Ennsnahe Trasse" berühmt-berüchtigt.

    Jetzt kann man sich aber vorstellen, warum da bisher nichts weiterging: "Wir bauen Ihre Straße" ...
     
     
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    Mo, 09. August 2010
    FLEDERMÄUSE - WO SIND DIE KLEINEN VAMPIRE?
    Beitrag von Dipl. Ing. Thomas Proksch
    Bei Straßen- und sonstigen Infrastrukturprojekten stellt sich vermehrt die Frage nach den Auswirkungen der unterschiedlichen Vorhaben auf die Fledermauspopulationen im jeweiligen Bearbeitungsgebiet.

    Auf Grund der mangelnden Datenlage über die nachtaktiven, fliegenden Säuger kommt der fundierten Erhebung des Ist-Zustandes erhöhte Bedeutung zu. Für die Kartierung von Fledermäusen verfügt das Büro Land in Sicht seit heuer über einen hochwertigen batcorder für Echtzeitaufnahmen, der automatisch und autonom akustische Erfassungen von Fledermausaktivitäten durchführt.

    Ab den Dämmerungsstunden wird der batcorder entweder stationär die gesamte Nacht über oder wechselnd entlang potenzieller Fledermausrouten aufgestellt. Die so gewonnenen Daten werden mittels Spezialsoftware ausgewertet, um ein vorläufiges Artenspektrum zu erhalten. Gleichzeitig werden mit dem Mischdetektor zusätzliche Artnachweise erbracht, wobei dieser vor allem für Transekte zum Einsatz kommt. Nach weiterer Analyse und Korrektur der Daten unter Einbeziehung der Habitatansprüche der einzelnen Arten, Literaturauswertungen und Suche nach potenziellen Wochenstubenquartieren kann so ein gutes Abbild des Fledermausvorkommens in einem abgegrenzten
    Untersuchungsraum gegeben werden.

    Voraussetzung für eine fundierte Auswertung stellt die Auswahl der Aufstellungsstandorte des batcorders dar. Unter Berücksichtigung der Biologie der Fledermäuse werden die Standorte im Vorfeld abgeklärt und bei günstigem Wetter (warme, windstille, weitgehend trockene Nächte) abgehört. Ergänzend finden mit dem Mischdetektor Begehungen bzw. Befahrungen von Transekten mit unterschiedlichen Längen statt.

    Ansprechpersonen im Büro Land in Sicht sind DI Petra CERMAK, DI Alexandra JANETSCHEK-BORST und Dr. Verena KOWARC
     
     
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    So, 08. August 2010
    PARADIGMENWECHSEL IN DER RAUMPLANUNG NOTWENDIG
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    Die neue regionalisierte Bevölkerungsprognose der Statistik Austria verdeutlicht uns ein Problemfeld, das von der öffentlichen Raumordnung bisher negiert wurde: das Umland der Kernstädte wird weiter wachsen und die peripheren Regionen werden weiter schrumpfen. Die "Speckgürtel" werden dicker werden, ob wir wollen oder nicht. In der Politik nennt man das die "Abstimmung mit den Füssen",  egal welch hehre Ziele das gerade geltende Raumplanungsgesetz halt so vorschreibt.

    Die Utopie der Sicherstellung gleicher Lebensqualitäten allüberall im Lande bricht ebenso donnernd in sich zusammen, wie der Glaube, mit dem Instrumentenkamm der Raumordnung über alle Landesteile gleich hinwegscheren zu können. Was wäre zu tun: weg von der Raumverwaltung hin zu einer aktiven Raumgestaltung! An der Spitze einer Bewegung kann man noch deren Richtung mitbestimmen. Inmitten des Feldes oder am Ende der Kolonne kann zwar trefflich bewiesen werden, wie man es hätte anders machen sollen und müssen. Wenn man schon weiß, dass das Umland unserer Kernstädte wachsen wird, wäre es höchst an der Zeit, die bisher gehandhabten (allemal bequemeren) Verhinderungsstrategien in aktive Planungsstrategien umzuwandeln. Das Erstellen schöner Atlanten mit umfangreichen Zahlenspielereien (= Datenschaufeln im Bestand) löst das Problem jedenfalls nicht. Wir verharren in Raum- und Verwaltungsstrukturen des späten 18. und frühen 19. Jhdts. und in Planungsvorstellungen der frühen 60er Jahre des 20. Jhdts. Was heißt denn das: der Verkehr im Umland der Städte erstickt uns und daher darf dort kein neues Bauland mehr gewidmet und kein neuer Verkehrserreger (Häuselbauer, Gewerbebetrieb, Supermarkt) angesiedelt werden? Sollen wir die Leute und Betriebe alle wie weiland Maria Theresia als Wehrbauern an die südöstliche oder nördliche Staatsgrenze schicken? Der Grüngürtel um eine Stadt muß von Bebauung freigehalten werden (um die daran angrenzenden Bodenpreise ins Unermessliche zu treiben)? Die örtliche Raumplanung muß unantastbarer Kompetenztatbestand jeder einzelnen Gemeinde bleiben? Und es muß möglichst viele, unterschiedlichste Raumplanungsgesetze und Bauordnungen geben, weil nur das ein Beweis für den gelebten Föderalismus ist? Die heilige Kuh Verwaltungsreform muß endlich am Altar einer effizienten Raumstruktur aufgeopfert werden.

    Kleinstgemeinden mit Planungskompetenz an der Grenze zu Großstädten oder Länder mit Planungskompetenz nur bis zur nächsten Landesgrenze werden die Herausforderungen, die uns die neue Bevölkerungsprognose ankündigt, nicht lösen können.
     
     
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    Sa, 07. August 2010
    DER ANALPHABET AUS DEM BERGDORF ...
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    Jetzt liegt sie also vor, die neue regionalisierte Bevölkerungsprognose der Statistik Austria, des ehem. ÖSTAT. Und was zeigt sie uns?

    Im Westen nichts Neues, könnte man sagen: die Stadtregionen Wien, Linz und Graz werden deutlich wachsen und die peripheren Regionen wie das Waldviertel oder die Obersteiermark werden noch stärker schrumpfen, als bisher angenommen. Und innerhalb der Stadtregionen wird die Binnenwanderung von den Kernstädten in ihr Umland - den vielgelästerten "Speckgürtel" - weiter zunehmen. Die räumliche Entwicklung wird also in verstärktem Maße so weitergehen, wie wir sie schon seit Jahrzehnten beobachten können. Die einzige Änderung österreichweit gesehen besteht darin, dass nunmehr die Metropolen des Ostens die früheren Wachstumspole in Westösterreich (Salzburg, Innsbruck) überflügeln werden. Die Aufhebung des Eisernen Vorhanges zeigt nach 20 Jahren ihre Wirkung ... Lieb war nur die, anlässlich der Präsentation der neuen Prognose im Radio verbreitete "Expertenempfehlung", wonach sich die Bürgermeister im Waldviertel oder der Obersteiermark dringend um die Aufnahme und Einbürgerung von Zuwanderern bemühen sollten, um das völlige Aussterben dieser Regionen in Zukunft vermeiden zu können. Da kenn" ich mich aber jetzt nicht aus: andere "Experten" raten uns, nur groß gewachsene, gesunde und junge Zuwanderer mit zumindest einem akademischen Grad, am besten Dipl.-Ing. mult., alleinstehend, ohne familiären Anhang und exzellent burgtheaterdeutschsprechend, zur Einwanderung nach Österreich zu bewegen. Die sollen aber nach anderer Meinung von Sachverständigen nicht in den "Speckgürtel" ziehen dürfen, da dort ja die Verkehrsprobleme schon heute unlösbar sind! Die Lösung scheint einfach, aber unrealistisch: wir schicken sie in’s nördliche Waldviertel, weil dort brauchen wir dringend Zuwanderer! Und wenn sie dort nicht bleiben wollen, dann nehmen wir halt auch an deren Stelle den berühmten Analphabeten aus dem Bergdorf der Mizzi Fekter!

    Nur - was macht der dann dort ... ?
     
     
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    Fr, 30. Juli 2010
    DER HAUPTBAHNHOF RÜCKT AN DIE U 1
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    Jetzt macht sich also nach langem Zögern der gute, alte Bahnhof endlich auf die Socken, packt seinen Ranzen und rückt ein Stückerl näher an die eisern daliegende U-Bahnlinie 1. Aus lauter Faulheit (oder Boshaftigkeit ?) bleibt der neue Hauptbahnhof aber zum Trotz 335 m vor der U 1-Station Südtiroler Platz entfernt stehen und rührt sich nicht mehr weiter. Sowas von Unbeweglichkeit ...

    Dabei kann man dem neuen Hauptbahnhof gar keinen so großen Vorwurf machen, waren doch seine zahlreichen Vorgängerbauten noch viel weiter von der modernen U-Bahn entfernt. Die hätten das damals doch schon berücksichtigen können! Vorausschauende Verkehrsplanung sieht doch wirklich anders aus! Aber nennen wir die Schuldigen doch beim Namen: Da wären erstens Raaber und Gloggnitzer Bahnhof, die von 1841 - 46 von den beiden Eisenbahngesellschaften unter Frh. v. Sina an der Stelle des späteren Ost- bzw. Südbahnhofes errichtet wurden. Schon die beiden haben sogar aufeinander nicht Rücksicht genommen, warum sollte das heute besser sein? Um etwa 1860 wurde die Raaberbahn von der Staats-Eisenbahngesellschaft (StEG) übernommen, der zugehörige Bahnhof hieß folgerichtig Staatsbahnhof und wurde von Schönerer neu errichtet. 1867 erfolgte seine Umbenennung in Centralbahnhof, 1910 wieder Staatsbahnhof und seit 1914 hieß die endgültige Bezeichnung Ostbahnhof.

    Die Gloggnitzerbahn wurde vom Bankhaus Rothschild 1860 gekauft und in Südbahn umbenannt. 1867 - 70 erfolgte ein prächtiger Neubau des Südbahnhofes. Und auch dieser blieb hochnäsig weiter an seinem ursprünglichen Platz weitab der künftigen U-Bahn stehen! Nach den schweren Zerstörungen des Jahres 1945 dauerte es bis 1954, als man sich soweit von den Kriegsfolgen erholt hatte, um den Süd- und Ostbahnhof als gemeinsame bauliche Anlage völlig neu errichten zu können. Und wieder hat man die städtebauliche Jahrhundertchance nicht ergriffen und den neuen Bahnhof nicht an die künftige U-Bahn herangelegt! Fairerweise muß man zugestehen, dass damals in Wien U-Bahnen noch gar nicht angedacht waren, geschweige denn daran geplant wurde. Wenngleich die Bahnhöfe schon vorher fast 60 Jahre auf eine Anbindung im öffentlichen Verkehr warten mussten (die erste Straßenbahnlinie, die die Kopfbahnhöfe untereinander verband, wurde erst in den letzten Jahren des 19. Jhdt. verwirklicht), hätten sie daraus schon klüger werden können und ihre Neubauten an künftige U-Bahnen heranlegen!

    Dem neuen Hauptbahnhof bleibt im 21. Jhdt. das Verdienst vorbehalten, endlich die richtigen Konsequenzen zu ziehen und einer U-Bahn nachzuwandern ...
     
     
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    Do, 22. Juli 2010
    SCHAU, SCHAU, DIE GRUNDSTEUER ...
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    ... ist auf einmal angesichts leerer Staatskassen in’s Gerede gekommen. War auch schon höchste Zeit, darüber nachzudenken, ob man wirklich eine auf lächerlich niedrigen Einheitswerten basierende Steuer mehr als 30 Jahre lang unverändert marginal belassen soll.

    Nicht einmal die Inflationsrate hat man berücksichtigt, sodaß diese Steuer als einzige an realem Wert eingebüßt hat, sozusagen laufend "billiger" geworden ist. Das täten sich die Lohn- und Einkommensteuerpflichtigen auch gerne wünschen! Aber wenn so ausgeklügelte (und ausgewogene) ideologische Werthaltungen hinter dieser Steuer stehen, ist’s halt mit dem Hausverstand schwer. Die vielen, vielen Häuser der Gemeinde Wien und die vielen, vielen Äcker der wenigen Bauern wiegen halt gleichschwer. Da braucht man dann nur mehr proforma den Schutz des "kleinen Häuselbauers" als politischen Vorwand, um eine Anpassung, geschweige denn Erhöhung dieser Bagatellsteuer überhaupt nur anzudiskutieren.

    Dabei wäre eine sinnvolle Grundsteuer eines der wirksamsten Instrumente der Raumplanung (Siegfried Sitte, schau’ oba!), solange nicht ein Planwertausgleich für mehr Gerechtigkeit sorgt. Wenn voll aufgeschlossene Parzellen im Bauland jahrzehntelang unbebaut liegen bleiben dürfen ("des Enkerl kennt’s amoi brauchen") und dann als Belohnung nur mit der Grundsteuer A für landwirtschaftlich genutzte Grundstücke "belastet" werden, braucht man sich um die geordnete Entwicklung des Raumes keine Sorgen mehr zu machen.

    Und all die Schlauen, die ständig von der Zersiedelung und dem Versagen der dafür verantwortlichen Raumplanung daherfaseln, mögen bitte schweigen ...
     
     
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    Do, 27. Mai 2010
    TORNADO ÜBER WR. NEUSTADT
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    Eine Katastrophenmeldung jagt die andere: war der Mai 2010 schon der bisher niederschlagreichste Monat seit Bestehen der Wetteraufzeichnungen (= sicherer Beweis des Klimawandels!) und darüberhinaus auch noch zu kalt im langjährigen Durchschnitt (= weiterer Beweis!), deutet das jüngst beobachtete katastrophale Wetterphänomen eines Tornados (= ultimativer und eineindeutiger Beweis!) auf die endgültige Krise hin: der Klimawandel ist ENDLICH WIRKLICH DA!!

    Blöd ist nur, daß der letzte Mai (2009) fast genau diesselbe Amplitude zeigen ließ, allerdings in die andere Richtung: zu trocken, zu warm. Na gut, denkt sich der professionelle Katastrophenguru - hab ich noch immer den jüngst gemeldeten Tornado als Beweis! Schnecken, wie man so sagt: der letzte wirklich schlimme Tornado hat bereits 1916 (!) Wr. Neustadt verwüstet - und sogar in den letzten 50 Jahren hat es in Österreich fast 100 Tornados (oder Windhosen, wie man früher gesagt hat) mit massiven Schäden gegeben!

    Saublöd, die Geschichte - is wieder nix mit dem Klimawandel ...
     
     
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    Mo, 03. Mai 2010
    FLEDERMAUSFREUNDLICHE S 7
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    So macht man das richtig: Um lästige Beschädigungen von Fahrzeugen auf der neuen S 7 durch nächtens tieffliegende feindliche Fledermäuse zu vermeiden, wird ein eigener Tunnel für die herzallerliebsten Tiere errichtet.

    Denselben durchfliegend, werden somit Kollisionen zwischen Vogerl und Fahrzeug vermieden. Hoffentlich werden die Hinweistafeln zum rettenden Tunnel für die Fledermäuse auch ultraschalltauglich lesbar beschriftet, sonst wirds finster für die zu Rettenden. Finster kann es aber auch aus anderen Gründen werden.

    Eine dem Verfasser persönlich bekannte Maus erklärte: Wos moch i in an Erdloch, wo i sunsten nua in Dochbodn lebn tua?

    Fürwahr, eine nicht ganz unrichtige Frage.
     
     
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    So, 02. Mai 2010
    AUS FÜR FLOPPY DISC
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    So rasch vergeht die Zeit: kaum hatten wir PC-Neulinge uns gefreut, dass die mühsame Zeit der großen 5¼-Disketten (von denen jedes Mal beim Hochfahren auch das Betriebssystem geladen werden musste!) vorbei war, schon ist auch die "neue" Technologie wieder zu Ende.

    Sony, der Erfinder des legendären Speichermediums, wird 30 Jahre nach der Markteinführung 1971 die handliche, kleine Diskette im Plastikgehäuse 2011 vom Markt nehmen. ... hab’ ich gerade 30 Jahre gesagt?

    Tatsächlich schon wieder sooo lange her? Das gibt’s doch gar nicht! Doch wenn man dann am eigenen PC nachschaut und dort gar kein floppy-Laufwerk mehr findet und dann drauf kommt, dass man es schon längere Zeit gar nicht vermisst hat - dann, ja dann ist es wirklich schon sehr lange her.
    Dabei war die kleine Diskette so praktisch: Man konnte sie nicht mehr verbiegen, wie die großen schwarzen 5 ¼-ler, man konnte sie schön mit Filzschrift beschreiben und vor allem - man konnte darauf ganze 1,44 MB (!) speichern. Für uns damals ein unvorstellbares Datenvolumen, wo doch Festplatten mit 40 MB als purer Luxus galten (und finanziell auch waren).

    Ganze Erläuterungsberichte, die Korrespondenz und alles andere wurden auf den fast unerschöpflich scheinenden Disketten abgespeichert, außen beschriftet und gesichert. Und vor allem: man konnte erstmals relativ leicht Daten von einem Computer auf einen anderen übertragen (zur Erläuterung für heutige User: mail und internet gab es noch nicht). Wenn man neue software einkaufte (z.B. das legendäre framework), so bestand die ganze Lieferung aus nur 3 oder 4 Disketten (das Programm konnte ungefähr soviel wie heute word, excel und das restliche office-Paket zusammen - nur halt nicht in 750 Schriftarten und 3.500 Farben).

    Heutigen Ansprüchen würde unsere liebe, kleine Diskette schon deshalb nicht mehr genügen, da sich ja niemand mehr um das von ihm produzierte Datenvolumen kümmert und sogar schon Hobby-Fotografen ihre unbetamten Schnappschüsse nicht unter 3 MB abspeichern zu müssen glauben. Na gut, haben wir diesen Abschnitt der technischen Entwicklung auch überstanden. Und man wird sehen, was nach der gängigen DVD noch alles daherkommt.
     
     
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    Di, 27. April 2010
    ABC DER RAUMPLANUNG
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    In der Schriftenreihe des Vereines "raumplanung.at", Kooperation für Forschung, Planung und Entwicklung, ist soeben Band 1 erschienen: "Grundlagen der Raumplanung und Raumordnung".

    Darin wird ein methodischer Überblick über die vielfältigen Aufgaben der Raumplanung in Österreich samt einer Zusammenstellung aller relevanter Gesetze und Verordnungen geboten.

    Preis: 22.- zuzügl. Versandspesen Bestellung bei: DI Regine Wessig, mail: office@raumplanung.at 
     
     
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    Mo, 26. April 2010
    UNFAIRES VERHALTEN DER ERDE, TEIL II
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    Fahren wir doch wieder auf die Malediven, bevor dort das Wasser kalt wird?

    Dürfen wir den Großglockner wieder besteigen, bevor die zunehmende Vergletscherung dies verhindert?

    Rauchen wir nur mehr kubanische Zigarren, um durch den erforderlichen Schiffsverkehr wieder mehr Wärme und Abgase in die Luft zu blasen, damit der Klimawandel (diesmal nach unten) verlangsamt wird?

    Oder sollen wir gar zur schärfsten Waffe greifen und die Abschaffung von Naturkatastrophen durch administrative Maßnahmen in Erwägung ziehen?

    Fragen über Fragen - am besten, wir lassen die Natur das ihre tun!
     
     
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    Mo, 26. April 2010
    UNFAIRES VERHALTEN DER ERDE
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    Jetzt hört sich aber alles auf: da wurden wir von den ökonomisch Klimabewegten schön langsam so weit gebracht, daß wir an den Klimawandel auch wirklich glaubten - und uns auch noch dafür verantwortlich zu fühlen. Und dann bricht dieser blöde Vulkan auf Island aus - und alles ist anders. Man traute sich ja gar nicht mehr, das Haus zu verlassen, um nur ja keinen ökologischen Fußabdruck, den vielleicht Greenpeace dokumentiert und dann gegen einen veröffentlicht hätte, zu hinterlassen: - statt Tauchurlaub auf den Malediven nahm man ein kühles Bad in der heimischen Badewanne (mit handgeschöpftem Wasser natürlich); - statt auf den Knien um einen Heiligen Berg in Nepal herumzurutschen, wanderte man bloßfüssig (Vermeidung chinesischer Schuherzeugnisse mit hohem Transportaufwand) nach Mariazell und wieder zurück (Vermeidung des Stromverbrauches auf der Mariazellerbahn samt Hintanhaltung des Bremsabriebes von Gösing hinunter nach Laubenbachmühle); - sogar die Besteigung heimischer Berge mit einer Gipfelhöhe von mehr als 1.000 m ü.A. wurde unterlassen (Verhinderung des Eintrages von [möglicherweise sogar übelriechendem] Wasserdampf in die Atmosphäre durch keuchendes Ausatmen der Bergsteiger beim Bergaufgehen); - durch den Verzicht auf den Genuß von gekauften importierten (Verkehrserzeugung!) Zigaretten und Ersatz derselben durch energieautark Selbstgewuzelte aus recycelbaren Tabakresten, wie sie so oft von unökologisch Denkenden leichtfertig als sog. Tschik’s auf die Straße geworfen werden, konnte der Schadstoffeintrag unter die Irrelevanzschwelle des IG-Luft gedrückt werden. (Natürlich wäre der Verzicht auf das Rauchen ökologischer, allerdings muß dem die [schlechte] Energiebilanz des Nikotinkaugummis gegenübergestellt werden, dessen Reste leider kaum wiederverwertet werden, hat er doch nach erstmaliger Benützung seinen guten Geschmack verloren); Noch zahllose weitere Beispiele vorbildhaften klimarelevanten Verhaltens wären hier dokumentierbar gewesen, wenn - ja, wenn nicht der böse isländische Vulkan unsere Bemühungen so schnöde unterlaufen hätte. Und jetzt - was tun, wenn es die vulkanische Asche in der Atmosphäre endlich wieder kälter werden lässt?
     
     
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    Fr, 16. April 2010
    NÖ STRASSENGESETZ 1999 NEU
    Beitrag von Büro Dr. Paula
    Eine Änderung des NÖ Straßengesetzes (Änderung, Ltg.-464/L-3-2010) erwächst demnächst in Rechtskraft.

    Nach dieser Änderung entfällt § 6 (Erklärung/Auflassung einer Gemeindestraße durch VO des Gemeinderates) und die Erklärung öffentlicher Straßen zu Gemeindestraßen wird künftig durch § 4 Z. 3 geregelt: 3. Öffentliche Straßen: Straßen, die für den Gemeingebrauch zur Verfügung stehen. Das sind: (...) b) Gemeindestraßen. Eine öffentliche Straße liegt jedenfalls mit der ersten nachweislichen Information der Öffentlichkeit über ein konkretes Straßenbauvorhaben vor. Als erste nachweisliche Information der Öffentlichkeit über ein konkretes Straßenbauvorhaben gilt jedenfalls: (...) - bei bestehenden Straßen oder Straßenbauvorhaben einer Gemeinde die Widmung als öffentliche Verkehrsfläche im Flächenwidmungsplan ausgenommen Privatstraßen mit Öffentlichkeitscharakter (§ 7) Die Frage stellt sich, welche Rolle künftig die Flächenwidmung einer Gemeinde durch diese Änderung spielen wird.

    Ungeklärt sind bisher die Details der Umsetzung:

    - Verfahrenslängen ?
    - Aufwertung der Flächenwidmung ?
    - Unterschiedliche Genauigkeit der Planunterlagen (analog vs. digital)
    - Auswirkungen auf Bebauungspläne ?
    - Mehrkosten für Gemeinden ? - ....
     
     
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    Fr, 05. März 2010
    PROGNOSEN UND IHR EINTRETEN
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    Ein Amtssachverständiger (ohne Nennung des Bundeslandes!) findet in einem Gutachten über eine Verkehrsprognose, die als Grundlage für eine Änderung des Flächenwidmungsplanes erstellt wurde, die folgenden lichtvolle Worte: "Diese Prognose, basierend auf Annahmen, erfolgte im Lichte fehlender detaillierter Angaben zu den zukünftigen Nutzern.

    Die Richtigkeit einer Prognose und damit ... die Gewährung der Leistungsfähigkeit, kann jedenfalls immer erst nach der Gegenüberstellung der prognostizierten Ereignisse mit den eintretenden Ereignissen festgestellt werden".

    Die elemantare Wucht dieser Erkenntnis bringt uns wirklich weiter und dient der Sache. Eine gute, alte selffullfilling prophecy wird durch das selfprophecying fullfilling als neue wissenschaftliche Methode übertroffen.

    Nur Karl Valentin fiele hier noch etwas Schlaueres ein... Was machen wir aber bei den geplanten neuen Eisenbahnen, Straßen und Brücken, die zur Erklärung ihrer Umweltverträglichkeit zwingend eine Verkehrsprognose brauchen? Zählen wir dort die Zahl der die Donau durchquerenden Schwimmer, um den Bedarf an einer Donaubrücke nachweisen zu können? Oder müssen wir auf die tatsächlich "eingetretenen, statt prognostizierten Ereignisse" warten, um von jenem ASV ein positives Gutachten zu erlangen, das über Wohl oder Wehe einer Planung richtet? Faierweise ist anzumerken, dass auch in diesem Fall die Zahl der registrierten "eintretenden Ereignisse" nicht immer zuverlässig über den tatsächlichen Bedarf Auskunft gibt - müssen doch angesichts der starken Strömung in der Donau unweigerlich Verluste bei den Schwimmern befürchtet werden - solcherart "eintretende Ereignisse" an einem Ufer des Stromes nicht zwangsläufig den wieder "austretenden Ereignissen" am anderen Ufer entsprechen müssen!?

    Wie dann die "Gegenüberstellung" - und Bewertung - dieser realiter "eingetretenen Ereignisse" methodisch zu behandeln sein wird, muß vorerst dahingestellt bleiben - aber dafür gibt es ja dann den Amtssachverständigen ...
     
     
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    Do, 04. März 2010
    ABBRUCHARBEITEN SÜD-OSTBAHNHOF WIEN
    Beitrag von Administrator
    Das alte Bahnhofsgebäude des Süd- Ostbahnhofes wurde mit Fahrplanwechsel am 13. Dezember geschlossen und weicht im Rahmen des Gesamtprojektes Hauptbahnhof Wien neuen, modernen Gebäuden des Stadtviertels. Das Bahnhofsareal und WIPARK Garage wurden am 04. Jänner 2010 einer Abbruchfirma übergeben, die hier bis Mitte 2010 rund 225.000 m³ Material abtragen wird.

    Die Abbrucharbeiten sind derzeit voll im Gange. Aktulle Informationen über den Fortschritt der Bauarbeiten können jederzeit über die Homepage www.hauptbahnhof-wien.at  abgerufen bzw. auf der Panoramacam http://www.hauptbahnhof-wien.at /de/Service/Bildergalerien/Panoramacam/index.jsp verfolgt werden.
     
     
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    Do, 04. Februar 2010
    FILMTIPP FÜR AUTOBAHNPLANER
    Beitrag von Büro Dr. Paula
    Inmitten einer ruhigen und verlassenen Landschaft erstreckt sich " so weit das Auge reicht " eine leere Autobahn.

    Seit ihrem Bau vor mehreren Jahren ist sie unbenutzt geblieben und verfällt langsam. Am Rande des Asphalts, nur wenige Meter von der Einzäunung entfernt, befindet sich ein einsames Haus mit einem kleinen Garten. In diesem Haus wohnt eine Familie. Der Sommer beginnt, und die Bauarbeiten werden wieder aufgenommen. Die Autobahn soll eröffnet werden… Wir haben den Film für Sie getestet: Umweltverträglichkeit:
    (Lärm, Erschütterung, Feinstaub, Trennwirkung!)

    Spassfaktor: ++- (zum Schluss is nimmer lustig) Empfehlung: anschaun, aber vorher nicht zu schwer essen!

    Das Kritikerteam: E. Böhm, S. Laussegger, G. Seebacher und S. Scherübl
     
     
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    Fr, 29. Januar 2010
    REGIONENRING UM WIEN FAST FERTIG
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    Mit der heutigen Eröffnung und der am Montag erfolgenden Verkehrsfreigabe der A 5 Nord Autobahn (Abschnitt Eibesbrunn bis Schrick) und der S 1 Wiener Außenring Schnellstraße (Abschnitt Korneuburg bis Eibesbrunn) ist der Regionenring um Wien (fast) fertig.

    Dieser Ring soll neben der schon länger bestehenden Südumfahrung von Wien (A 1 West Autobahn bei Steinhäusel über die A 21 Wiener Außenringautobahn zur A 2 Süd Autobahn und weiter über die S 1 Wiener Außenring Schnellstraße zur A 4 Ost Autobahn bei Schwechat) auch eine großräumige Nordumfahrung ermöglichen: von der A 1 bei St. Pölten über die S 33 Traisental Schnellstraße zur S 5 Stockerauer Schnellstraße und die A 22 Donauufer Autobahn zum Knoten Korneuburg und dann über die neueröffnete S 1 Wiener Außenring Schnellstraße bis zur A 4 Ost Autobahn bei Schwechat (siehe Abbildung 1).

    Der böse Ost-West Transit braucht sich dann nicht mehr über die A 23, die berühmt-berüchtigte Wiener Südosttangente quälen, die dadurch eine wesentliche Entlastung erfahren soll. Allerdings wird eine Auffüllung durch innerstädtischen Verkehr erwartet. In natura fehlt jetzt noch der vollständige Lückenschluß im Zuge der S 1, nämlich die Strecke zwischen dem Knoten Süßenbrunn (B 8/S 2) und dem Knoten Schwechat (A 4) mit dem teuren und ökologisch sensiblen Lobau- und Donautunnel (siehe Abb. 2).

    Für diesen Streckenabschnitt ist derzeit das UVP-Verfahren im Gange: die UVE mit dem Einreichprojekt wird derzeit von den Behördengutachtern geprüft und anschließend das UVP-Gutachten von diesen erstellt. Die Verkehrsfreigabe für den ersten Abschnitt soll 2014 erfolgen. Als besondere bautechnische Herausforderung gilt der über 8 km lange zwei-röhrige Tunnel zwischen Groß Enzersdorf und Albern, der tief unter dem Nationalpark Lobau und der Donau hindurchgeführt wird (siehe Abb. 3).

    Die Bearbeitung der von unserem Büro erstellten UVE Fachgutachten Raumplanung, Siedlungs- und Wirtschaftsraum sowie Sach- und Kulturgüter erfolgte durch DI Susanne Scherübl.
     
     
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    Mi, 27. Januar 2010
    TRIEL VOM KLIMAWANDEL BEDROHT
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    Der Triel, das unbekannte Wesen! Wer hätte gedacht, daß die scheuen Tiere die Menschennähe suchen und sich in unvorstellbarer Zahl zusammenrotten?

    Scheinbar bringt der Klimawandel das Federvieh so unter Streß, daß sie ihr angeborenes Verhalten radikal ändern und ohne jede Scheu menschliche Bauwerke aufsuchen. Ja mehr noch, sie okkupieren diese auch und - wir müssen der Wahrheit leider die Ehre geben - beschädigen diese auf recht unangenehme Weise, wie dies sonst nur die Tauben tun. Bei künftigen Umweltverträglichkeitsprüfungen ist diesem geänderten Verhaltensmuster der Vögel Rechnung zu tragen.

    Insbesondere das Schutzgut "Sach- und Kulturgüter" ist im Hinblick auf seine Sensibilität neu zu bewerten und es werden geeignete Schutzmaßnahmen von Seiten der Behörde in einen UVP-Bescheid aufzunehmen sein. Unserem Mitarbeiter gelang anlässlich einer Felderhebung dieser sensationelle Schnappschuß, der sehr deutlich das Zerstörungswerk der Tiere an einem harmlosen Bildstock erkennen lässt.
     
     
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    Do, 07. Januar 2010
    AUF NIX IS’ MEHR VERLASS ...
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    Was soll das? Alle haben wir auf einen schönen, milden Pseudowinter dank des Klimawandels gesetzt und die Engelländer ("... sie gutt es haben, auf feuchter Insel sitzen, Tee sie trinken ...") schlossen darauf auch schon ihre Wetten ab - und was ist jetzt: England versinkt im Schneechaos und uns steht ein solches laut ZAMG auch bevor.

    Also wenn der Klimawandel so aussieht, dann können wir aber gerne darauf verzichten.

    Oder haben unsere professionellen Gurus deswegen derzeit Redeverbot?
     
     
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    So, 03. Januar 2010
    BÜRO DR. PAULA ZT-GmbH STARTET NEU DURCH
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    Seit 35 Jahren ist das Büro Dr. Paula in der Raumplanung erfolgreich tätig.

    Um auf neue Aufgabenstellungen personell und organisatorisch besser reagieren zu können, erfolgte seit Mitte 2008 die Umwandlung in eine ZT-GmbH mit erweiterter Befugnis und Mitarbeiterbeteiligung. Die Umstrukturierung ist nunmehr abgeschlossen und wurde mit der Schaffung eines neuen Logos, das auch das neue Briefpapier und den Bürofolder ziert, beendet (siehe Bild 1).

    In personeller Hinsicht ist die ZT-GmbH wie folgt organisiert: - DI Dr. Luzian Paula (Mehrheitsgesellschafter und 1. Geschäftsführer) - DI Thomas Proksch (Gesellschafter und 2. Geschäftsführer) - DI Esther Böhm (Gesellschafterin und Stellvertreterin) - DI Susanne Scherübl (Gesellschafterin und Stellvertreterin) - DI Reinhard Hrdliczka (Gesellschafter) - Ing. Helmut Kopitz (Gesellschafter) Unsere Mitarbeiter stehen ebenso wie die Projektleiter auch weiterhin für alle fachlichen Fragen zur Verfügung (siehe Bild 2)

    Einen aktuellen Bürofolder (siehe Bild 3) übersenden wir Ihnen gerne auf Anforderung.

    Wir hoffen auch weiterhin auf eine gute Zusammenarbeit!
     
     
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    Mo, 07. Dezember 2009
    MINARETTE UND DIE RAUMPLANUNG
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    Die Entscheidung, inwieweit Minarette ins Landschaftsbild passen, obliegt der Raumplanung - also sprach unsere Mizzi nach der unsäglichen Volksabstimmung in der Schweiz, die mit ihrer mehrheitlichen Ablehnung von Minaretten so was von daneben gegangen ist. Abgesehen von der Peinlichkeit für die Schweiz - noch viel peinlicher ist es, wenn sich unsere Teueren gleich auf das Thema draufsetzen und unterschwellig ihre unverhohlene Zustimmung durchschimmern lassen.

    Abgesehen von der gesellschaftspolitischen Bewertung dieser Volksentscheidung und der Grundsatzfrage der freien Religionsausübung - was jetzt hier nicht diskutiert werden soll - hat die Ministerin mit ihrem lustigen Sager uns Raumplaner aber tief ins Mark getroffen. Da werden wir mit unserer Arbeit jahraus jahrein nicht beachtet und vielmehr als unnötige Quälgeister betrachtet, die nur Wahlen verlieren helfen. Aber kaum geht’s darum, für’s Hochwasser oder die Zuwanderung einen Schuldigen zu finden - dann samma’ g’fragt! Und dann werden wir auf einmal dafür verantwortlich gemacht, ob ein Minarett neben einer Kirchturmspitze, einem Hochhaus, einem Lagerhausturm oder einem Strommasten in’s Landschaftsbild passt! Das Ortsbild hat die Mizzi sicherheitshalber eh aus dem Spiel gelassen, obgleich man nicht weiß, was sie genau gemeint hat ... Aber gut, wir sind’s gewohnt, undankbare Aufträge trotzdem wissenschaftlich exakt und unter weitgehender Einhaltung der relevanten Gesetze durchzuführen, sodaß wir den Auftrag der Frau Minister ausnahmsweise ernst nehmen und die Probe auf’s Exempel machen. Die Aufgabenstellung sei wie folgt definiert: In der nö. Kleinstadt Melk soll ein prächtiges Stift auf dem Felsen über der Stadt an der Donau errichtet werden. Der Gebirgsrücken überragt die Stadt und bildet die weithin sichtbare Eingangspforte in die Wachau.

    Vorerst sind die rechtlichen Rahmenbedingungen zu überprüfen:

    a) NÖ Raumordnungsgesetz: Eine Wohnbaulandwidmung kommt für das geplante Stift nicht in Frage, da es in isolierter Lage gelegen wäre und kein Anschluß an bebautes Gebiet vorhanden bzw. herstellbar ist. Eine Betriebs- oder Industriegebietswidmung schließt sich von selbst aus. Bliebe nur ein Bauland-Sondergebiet. Aber auch das wäre rechtlich unzulässig, weil nicht der Nachweis geführt werden kann, dass das Stift an dieser Stelle - und nur an dieser - errichtet werden MUSS! Von einer Überprüfung der ausreichenden Tragfähigkeit des Untergrundes können wir daher bereits Abstand nehmen ...

    b) NÖ Bauordnung: Hier ergibt bereits eine Vorprüfung des Projektes nach § 54, dass dieses in seiner Gebäudehöhe und der Anordnung auf dem Bauplatz von der umgebenden Bebauung ganz wesentlich abweicht und somit die Erlassung eines Bebauungsplanes erfordert, der dem Projekt entspricht. Das ist aber wieder aus anderen Gründen, weil anlassbezogen, unzulässig. Eine Überprüfung auf harmonische Einfügung des geplanten Bauwerkes in seine Umgebung gemäß § 56 kann unterbleiben, da ja bereits § 54 keine Bewilligungsfähigkeit ergeben hat.

    c) NÖ Naturschutzgesetz: Der beabsichtigte Bauplatz liegt im Landschaftsschutzgebiet Wachau und Umgebung, somit wäre eine allfällige Baulandwidmung nur dann bewilligungspflichtig, "wenn dadurch die Schönheit und Eigenart der Landschaft nicht beeinträchtigt wird". Das geplante Bauvorhaben würde sicherlich die "Eigenart" der Landschaft nachhaltig verändern - somit gibt’s auch keine Bewilligung für die Widmungsänderung.

    d) natura 2000: Erschwerend ist noch anzuführen, dass unser gewünschter Bauplatz im FFH-Gebiet Wachau und strafverschärfend auch noch im Vogelschutzgebiet Wachau-Jauerling liegt. D.h., auf unserem schönen Felsen tummeln sich sicherlich zahlreiche seltene und nicht seltene, aber doch geschützte Viecherln und Pflanzen. Ein normaler Bürger kann sich hier das Bauen bereits abschminken ...

    e) Weltkulturerbe: Bevor wir weitere - und es gäbe noch einige - Versagungstatbestände anführen, sei auf die gestrengen Herren von UNESCO und ICOMOS verwiesen, die beim Bauen im Weltkulturerbe Wachau gar sehr darauf achten, dass nichts Neues geschieht und das Alte bewahrt wird. Wer kein Hochhaus in der Stadt zulässt, bewilligt auch kein Stift auf einem hohen Felsen ...

    Mit einem Wort, wenn wir den Auftrag der Ministerin schon früher erhalten hätten, dann gäbe es heute kein Stift Melk, keinen Stephansturm in Wien, keinen Uhrturm in Graz, keinen Pöstlingberg in Linz und keinen Lindwurm in Klagenfurt.

    Es gäbe keine Lagerhaustürme und keine 380 kV-Leitungen, kein Kaprun, kein Innkraftwerk und bei der Semmeringbahn bin ich mir auch nicht ganz sicher ... Es gäbe aber jede Menge Minarette, weil diese meist anstandslos baubehördlich verhandelt und bewilligt hätten werden können.
     
     
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    Do, 26. November 2009
    BÜRGERMEISTER BEGEHT AMTSMISSBRAUCH?
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    Der Bürgermeister der Marktgemeinde Neuhofen (OÖ) wurde von der mobilkom wegen Amtsmißbrauch angezeigt, weil er für einen handy-Mast keine Baubewilligung erteilt hat.

    Als Begründung für die Ablehnung wurde durch einen "Ortsbildbeirat" eine Störung des Ortsbildes angegeben. Die mobilkom beruft sich darauf, daß sie einen Rechtsanspruch auf eine Bewilligung habe.

    Man wird sehen, wie die Sache weitergeht. Wenn allerdings alle engagierten Gegner von handy-Masten ihre eigenen Mobiltelefone abgeben würden, bräuchte man vielleicht keine Masten mehr, die die Gesundheit schädigen und das Ortsbild stören ...
     
     
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    Sa, 10. Oktober 2009
    SENSATION: TRIEL DOCH NÜTZLICH
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    Galt der geheimnisvolle und daher umso wertvollere Vogel Triel bisher als Schrecken aller Straßenbauer und Projektentwickler, gilt es nunmehr das bisher von der Vogelwissenschaft gezeichnete Bild zu relativieren bzw. sogar zurechtzurücken!

    Dem schönen Tier, das noch kein gewöhnlich Sterblicher je gesehen hat, wurde bisher von einer einseitig beeinflussten Wissenschaft kein anderer Nutzen zuerkannt, als jener, sich trefflich gegen neue Bauprojekte einsetzen zu lassen. Dieses negative Image des Vogels muß nun gründlich revidiert werden!

    Einem unserer Mitarbeiter ist nämlich jene sensationelle Entdeckung zu verdanken, die den Vogel bei der - Arbeit (sic !) - zeigt. Und das kam so: im Rahmen einer Felderhebung für die UVE der Sach- und Kulturgüter, die dem Bau der S 8 Marchfeld Schnellstraße (Anm. d. Red.: von Wien nach Bratislava) im Wege stehen, sollte auch ein Marterl dokumentiert werden, das leider als Opfer des neuen Verkehrsweges geschleift werden muß. Wie staunte aber unser wackerer Kollege, als er von zwei grimmigen, gefiederten Wachtposten an der näheren Erhebungsarbeit gehindert wurde! Mit der fiepsend vorgetragenen Begründung: "wenn man uns schützt, dann schützen wir im Gegenzug andere gefährdete Arten" wurde er unter Androhung tierischer Gewalt vom Feld verjagt. Geistesgegenwärtig konnte unser Mitarbeiter auf der Flucht durch ein hastig angefertigtes Foto die unheimliche Begegnung dokumentieren. (siehe unten)

    Als Raumplaner muß man zwar keinen Triel kennen, aber nachdem der Kollege zwar heil, wenngleich geschockt, das rettende Büro wieder erreicht hatte, holte er Rat und Hilfe bei den Kollegen von der Landschaftsökologie ein. Und das Ergebnis verblüffte: denn siehe - es waren Triele, die sich den Schutz des Marterls angelegen sein ließen! Und damit war der Beweis erbracht, daß - auch wenn die reine Wissenschaft das nicht wahrhaben will - der Triel eigentlich ein Nutztier ist! Einschränkend ist anzumerken, daß sein Nutzen als Wachttier vorerst der einzige ist, der hiermit wissenschaftlich nachgewiesen werden konnte. Ob der Vogel auch einen Beitrag zur Verbesserung der Ernährungslage zu leisten im Stande sein wird oder gar zur Nachrichtenübermittlung (vgl. Brieftaube) taugt, werden weitergehende Forschungen noch nachzuweisen haben. Wir stehen jedoch nicht an, unsere bisherigen, von schierer Unwissenheit getragenen und daher leicht negativen Vorurteile gegenüber dem Vogel Triel grundsätzlich zu revidieren!

    Wer jetzt noch weiterhin abfällig vom Triel spricht, bekommt es nach dieser sensationellen Entdeckung mit uns zu tun!
     
     
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    Di, 06. Oktober 2009
    WOS IS’ MIDN KLIMAWANDEL?
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    Blöd gelaufen: da fahren unsere Klimaexperten aus den Ministerien und unsere noch teureren ÜPolitiker von einer Klimakonferenz zur anderen kreuz und quer über den Globus - und wos is’? Nix is’, - weil warum: die blöden Thermometer auf der Welt spielen einfach nicht mit und wollen und wollen nicht steigen. In den letzten zehn Jahren hätte sich nach allen bisher anerkannten und die Reisetätigkeit der beamteten Klimaschützer verursachenden Katastrophenszenarien die Erdtemperatur global um mindestens 0,2° erhöhen MÜSSEN!

    Und was tut Gott? ER lässt es nicht einmal um 1/100° wärmer werden. Wenn sich das Gejammere nicht bald aufhört und durch neue Katastrophenszenarien nicht neue Geldquellen angezapft werden, wird sich demnächst die Frage stellen, wer die Tickets für alle unsere Teueren nach Kopenhagen zahlen wird?

    Wobei - Ehre wem Ehre gebührt - sie wenigstens einen Beitrag zum Klimawandel leisten!
     
     
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    Fr, 04. September 2009
    UMWELT UND RAUMENTWICKLUNG - verfreundete Brüder? - oder - Die Wahrheit ist immer eine Tochter der Zeit!
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    - Definitionen und Begriffe o Naturschutz (ab 1970, Bgld. 1990) o

    Umwelt und ihr Schutz - ein moderner Begriff (1993 UVP-G) o

    Ökologie und ökologisch - noch moderner (E 20. Jhdt.) o

    Nachhaltigkeit - der letzte Schrei (A 21. Jhdt.) - aber, ist nicht auch d
     
     
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    Mi, 02. September 2009
    BETEN FÜR BZW. GEGEN DEN KLIMAWANDEL
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    Der Aletschgletscher im Schweizer Wallis wuchs und wuchs. Solange bis er nahe an die Siedlung Fliersch herangekommen war und diese gefährlich bedrohte.

    Da griffen die Flierscher zu einer wirksamen Waffe und leisteten ein feierliches Gelöbnis: sollte der Gletscher sein Wachstum einstellen und die Ortschaft nicht mehr bedrohen, würden sie jährlich als Dank an Gott regelmäßige Gebetsstunden und Wallfahrten abhalten. Beten für den Klimawandel würden wir aus heutiger Sicht sagen. Seine Heiligkeit in Rom genehmigte diese Übereinkunft - und der Gletscher hörte zu wachsen auf! Das war vor rund 300 Jahren. Jetzt geht der Gletscher zurück - und das ist den Flierschern auch wieder nicht recht. Denn der gewaltige Gletscher hat in den letzten 150 Jahren ganz schön zum volkswirtschaftlichen Einkommen durch den Fremdenverkehr beigetragen. Und ohne Gletscher kommen keine Fremden und ohne Fremde gibts kein Einkommen mehr.

    Was tun? Da erinnerten sich die listigen Flierscher an ihr altes Gelübde und wollten es - jetzt unter umgekehrtem Vorzeichen natürlich - erneuern. Also beten gegen den Klimawandel, der den schönen Gletscher davonrinnen läßt! Leider hat man die Rechnung ohne Rom gemacht, denn das Gelübde muß natürlich wieder genehmigt werden - und das geht nicht so einfach. (Wo ist der Änderungsanlaß, würden wir sagen).

    Egal wie die geistliche Sache ausgeht, die Kernbotschaft bleibt: man kann gegen das jeweilige Wetter anbeten und wir schlagen das als Lösung gegen den derzeit strapazierten Klimawandel vor. Neben Bittgängen der radikalen Klimaschützer in Begleitung von Flagellanten bieten sich moderate Wallfahrten der Regierung mit dem Autobus nach Mariazell an, um das Klima günstig in die eine oder andere Richtung zu beeinflussen.

    Es wird allerdings befürchtet, daß wärmeliebende Personengruppen, die bisher gezwungen waren, ökologisch bedenkliche Flugreisen in den Süden unternehmen zu müssen, zu gewaltsamen Gegendemonstrationen, ja sogar Kreuzzügen in das Heilige Land aufrufen - die Exekutive ist hier gefordert. Wir hingegen, die wir über die Kapriolen des Klimas aus simplen Geschichtsbüchern wissen, daß sich das Klima im Lauf der Vergangenheit auch ohne Treibhausgase immer schon verändert hat - und der Mensch Eiszeiten und Hitzeperioden heil überstand - wir freuen uns auf den nächsten Sommer, wie immer er auch sein mag.
     
     
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    Fr, 21. August 2009
    NÖ UND SEINE WOHNDICHTE
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    Gedanken zur Anwendbarkeit der Wohndichte bei konkreten Bauverfahren in NÖ: Die im Flächenwidmungsplan eingetragene Wohndichte im Wohnbauland führt immer wieder zu Fragestellungen, inwieweit diese im Zuge konkreter Bauführungen zu berücksichtigen sei.

    Auf Grund der geltenden Gesetzeslage gilt folgender Sachverhalt: 1. Festlegung der Wohndichte: Gemäß § 14 Abs.2 Z 4 NÖ ROG i.d.g.F. ist im "...Wohnbauland...die Siedlungsstruktur durch Wohndichteklassen näher zubestimmen.". Allein aus dieser Gesetzesstelle ergibt sich, dass die Wohndichte zur "Bestimmung" der Siedlungsstruktur in einem größeren Gebiet (Baublock, Ortsteil, Ortsgebiet) dient und nicht zur Beurteilung eines konkreten Bauvorhabens auf einem Bauplatz bestimmt ist. 2. Nachbarrechte: Die NÖ BO i.d.g.F. definiert in ihrem § 6, Abs. 2 die subjektiv - öffentlichen Rechte der Nachbarn bzw. Parteien und Beteiligten. Neben technischen Parametern, wie der Standsicherheit, der Trockenheit und dem Brandschutz der Bauwerke der Nachbarn sowie dem Schutz vor Immissionen gelten als planungstechnische Nachbarrechte, nur jene über "... die Bebauungsweise, die Bebauungshöhe, den Bauwich, die Abstände zwischen den Bauwerken oder deren zulässige Höhe ..."sowie Fragen der ausreichenden Belichtung der Hauptfenster. Ein Hinweis auf die Wohndichte findet sich hier nicht und stellt diese daher kein Nachbarrecht dar. 3. Vorprüfung: Im Zuge der Vorprüfung eines Antrages nach § 14 (Baubewilligung) hat gemäß § 20, Abs. 1 NÖ BO i.d.g.F. die Behörde zu überprüfen, ob "...die im Flächenwidmungsplan festgelegte Widmungsart des Baugrundstückes...." dem Bauvorhaben entgegensteht. Es wird hier ausschließlich auf die Widmungsart (Wohngebiet, Kerngebiet, etc.) verwiesen.

    Andere Inhalte des Flächenwidmungsplanes, wie z.B. die Wohndichte sind nicht Gegenstand der Vorprüfung. 4. Fachliche Aspekte: Die Festlegung der Wohndichte im Flächenwidmungsplan erfolgt nach Wohndichteklassen für nicht näher bezeichnete, größere zusammenhängende Gebiete (z.B. Baublöcke, Ortsteile, etc.). Diese Dichte, die in Einwohner pro Hektar festgelegt wird, kann daher von einem größeren Gebiet nicht auf einen einzelnen Bauplatz und ein konkretes Bauvorhaben umgelegt werden. Einzelgrundstücke, bzw. Bauplätze, mit völlig verschiedenen Größenausdehnungen sind daher niemals Gegenstand einer Berechnung der Wohndichtklassen.

    Umgekehrt folgert daraus, dass einzelne Bauvorhaben niemals im Hinblick auf die Wohndichte überprüft werden können, da diese einen durchschnittlichen Wert für ein größeres zusammenhängendes Gebiet angibt.
     
     
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    Do, 13. August 2009
    KNOFLACHER IM RADIO
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    So beginnt ein schöner Tag:

    Knoflachers sonore Stimme ertönt um 06 57 Uhr und erklärt uns die verkehrte Welt. Noch knapper und verkürzter als sonst - 3 Minuten sind ja nicht lang - werden uns die Wahrheiten zu den Themen Verkehr und Sonstigem verkündet. Heute war das Sonstige die Raumordnung (wie immer bei den Verkehrsplanern ist die Raumordnung schuld, wenn sie selber anstehen - aber das ist bei den Hochwasserexperten ähnlich). Und wie immer kann man dabei was lernen: die alten Städte ohne Auto hatten eine Dichte von 300 Einwohnern pro ha sagte der Meister, dann kam das Auto und die neuen Siedlungen haben nur mehr 8 EW/ha. Wahre Urbanität findet man hingegen bei den indischen Städten und Slums, wo die Dichte 2.000 EW/ha beträgt.

    Diese Leute brauchen keine Autos! Abgesehen davon, daß diese Armen ja übereinander leben müssen und allein schon aus diesem Grund keinen Verkehr (im technischen Sinn, ich weiß schon ...) brauchen, hätten sie aber wahrscheinlich doch gern alle ein Auto. Weil das der Nachweis eines wirtschaftlichen Erfolges für sie wäre, sie hätten es geschafft und könnten das Slum verlassen. Sie müssen ja nicht in eine Siedlung mit 8 EW/ha ziehen ...
     
     
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    So, 09. August 2009
    GLÜCK KOMMT NICHT WIE GERUFEN
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    GRUPPEPLANUNG schaut wie immer über den eigenen Tellerrand hinaus. Und stößt dabei auf einen Kommentar von H. A. Gansterer im trend 8/2009, in dem über das vermehrte Auftreten esoterischer Anleitungen zum Glücklichsein in Zeiten der Wirtschaftskrise treffend räsoniert wird.

    Und uns, die wir uns niemals esoterischem Geklingel, sondern nur harter Arbeit verpflichtet fühlen, klingt folgendes Zitat von Gansterer gar wohlig im Ohr: "Privates Glück kommt so wie beruflicher Erfolg nicht geschenkt. Es verlangt Disziplin, Anstrengung und eine gewisse Schärfe des Geistes.

    Blöd, faul und glücklich mag in Einzelfällen vorkommen, ist aber die Ausnahme von der Regel". Dem ist nichts hinzuzufügen ...
     
     
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    Di, 21. Juli 2009
    GUAT SCHAU’ MA’ AUS ...
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    Das letzte (kostenfreie) Heft der "disP" (Dokumente und Informationen zur Schweizerischen Planung), seit 1964 herausgegeben vom ORL-Institut der ETH Zürich, und unser einziger verläßlicher Draht zu (west)europäischen Planungsinformationen, zeigt uns schön unsere planerische Bedeutung auf: Als besonderen Service enthält das letzte Heft eine Liste mit links zu landesspezifischen Institutionen in den europäischen Staaten, bei denen Informationen über die Raumplanung erhältlich sind. Nicht nur die Schweiz (natürlich), sondern auch Deutschland, Großbritannien, Frankreich etc. sind mit einer langen Liste vertreten, wo raumrelevante Informationen und Daten erhältlich sind.

    So auch wir. Nur - bei uns reduziert sich die gesamte Raumplanung auf ganze zwei (in Worten 2!) Adressen: die Statistik Austria (Daten) und das BMFLUFUW (BM für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft; Rufname Lebensministerium) mit seinen Kartensammlungen. Guat schau’ ma’ aus ...
     
     
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    Fr, 03. Juli 2009
    EIN EXKURSIONSBERICHT AUS DEM WEINVIERTEL
    Beitrag von Büro Dr. Paula
    Die jährliche Fachexkursion von "raumplanung.at" mit zahlreichen Gästen und Freunden aus der Verwaltung sowie dem Büro Land in Sicht (GRUPPEPLANUNG) konnte am 02.07.2009 erfolgreich und mit Wetterglück durchgeführt werden. Sie führte diesmal über die in Bau befindliche S 1 West (vom Knoten mit der A 22 zur A 5 Nord Autobahn), dann weiter über die in Ausbau bzw. Planung befindliche S 3 Weinviertler Schnellstraße bis nach Schöngrabern, wo ein kultureller Zwischenstop eingelegt wurde. In Wullersdorf wurde die Problematik der Eingriffe in das Landschaftsbild durch die Überführung der S 3 über die Nordwestbahn diskutiert.

    Weiter ging es über den Weinviertel Korridor nach Grafenegg mit dem Wolkenturm im revitalisierten Schloßpark und danach weiter nach Krems, wo die Problematik der SUP an Hand eines geplanten P&R-Parkplatzes ausführlich diskutiert werden konnte. Danach wurde die Baustelle der neuen Donaubrücke in Traismauer (S 33 - S 5) besichtigt.

    Abschließend ging es über Zwentendorf samt obligatem Heurigenbesuch wieder zurück nach Wien. 36 Teilnehmer folgten diesmal der Einladung von raumplanung.at. Höhepunkte dieser Exkursion waren dabei die spontan organisierte Fahrt durch die in Bau befindlichen Tunnelstrecken an der S 1 West, die Führung im Grafenegger Schloßpark sowie die ausführliche Begehung der Baustelle der Donaubrücke in Traismauer. Hofrat Schwarz (ST 3), DI Benes (LAND IN SICHT) und DI Stöckl (ASFINAG) sei hiermit besonderer Dank ausgesprochen.
     
     
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    Mo, 29. Juni 2009
    WER IST SCHULD AM HOCHWASSER ?
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    Diese Herausforderung ließ uns, die GRUPPEPLANUNG - die sich schon immer für die Abschaffung des Schicksals durch administrative Maßnahmen ausgesprochen hat - nicht ruhen. Und so haben wir sofort unseren wissenschaftlichen Apparat angeworfen und mit Daten gefüttert.

    Wesentliche Parameter waren das persönliche Feuchtegefühl nach einem 44 l/m²-Regen, die Zahl der nassen Haarsträhnen im Gesicht, die Schimmelpilzbildung an Schuhen, der Wahrscheinlichkeitsgrad der Absage des Donauinselfestes je nach politischer Einstellung, der Durchweikungsgrad von Endlospapier im Vergleich zu 110 g Plotterpapier u.v.a.m. Als mögliche Verursacher des Starkregens wurden der Klimawandel nach oben und nach unten, die Wolken, die modernen Zeiten, eine unchristliche Lebensweise, eine zu christliche Lebensweise, unmäßiger Bierkonsum, die Atombombe, der Komet und auch die Expansion des Weltalls vermutet und kritisch analysiert - alles negativ!

    Wir sind jedoch erst nach langen Recherchen wirklich fündig geworden und können nunmehr als Ergebnis die o.a. Fragestellung schlüssig beantworten: Schuld am Hochwasser ist eindeutig PETRUS !
     
     
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    So, 28. Juni 2009
    20 JAHRE IST ES SCHON HER ...
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    Man glaubt es kaum: bereits vor 20 (sic !) Jahren gab es auf einmal keinen Eisernene Vorhang mehr (Übersetzung für Spätgeborene: die Grenze zu unseren östlichen und nördlichen Nachbarn war unüberwindlich und konnte nur an ganz wenigen Stellen unter vielen Schikanen passiert werden). Und heute: gut, wir könnten ohne jede Kontrolle zu unseren Nachbarn reisen und es gibt sogar eine grenzüberschreitende Niederösterreichische Landesausstellung - aber die Verkehrsverbindungen sind wie früher.

    Es hat sich nicht viel getan in diesen 20 Jahren.

    In die Slowakei fährt man (ohne Grenzkontrolle) nach wie vor nur über eine kleine Fähre (1 PKW) bei Angern an der March, in Hohenau geht’s über eine (hochwassergefährdete) Pontonbrücke - und das war’s dann auch schon.

    Der alte Grenzübergang bei Berg ist nach wie vor zwei-streifig und mühsam zu erreichen. Lediglich die Bahnverbindungen zwischen Wien und Preßburg sind besser geworden und grenzüberschreitend gibt es jetzt auch (nach hinhaltendem Widerstand unserer lieben Post) Busverbindungen (im Verkehrsverbund) zwischen Hainburg und Bratislava. Es ist noch einiges zu tun, nach diesen 20 Jahren ...
     
     
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    So, 28. Juni 2009
    KOPF HOCH, DRESDEN!
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    So schnell kann’s gehen: da wird endlich eine zur Bewältigung des Verkehrs notwendige Brücke (wer’s nicht weiß: die seit Jahrzehnten geplante Waldschlößchenbrücke) gebaut, die eine Entlastung der wunderbaren Innenstadt von Dresden vom Autoverkehr ermöglicht - und bumsti: weg ist die Anerkennung als Weltkulturerbe von seiten des UNESCO-Vereines!

    Denn mehr als eine Vereinsmitgliedschaft ist es nicht, das berühmte Weltkulturerbe. Man kann dabei sein oder auch nicht. Ist man dabei, ist es nett; ist man nicht dabei, geht die Welt auch nicht unter und die landschaftlichen, architektonischen oder sonstigen Schönheiten einer Gegend oder Stadt bleiben nach wie vor schön und bewundernswert. Der einzige Unterschied ist: wenn man Vereinsmitglied sein will, muß man akzeptieren, daß ortsnahe oder -fremde Experten (jeder politischen oder fachlichen Legitimation entbehrend) darüber entscheiden, was in’s Weltkulturerbe paßt oder was nicht.

    So gesehen: mach Dir nicht’s draus, Dresden, Du warst, bist und wirst das traumhafte Elbflorenz bleiben - mit Waldschlößchenbrücke und auch ohne Anerkennung als Weltkulturerbe! Eine wunderschöne Stadt ist und bleibt schön: never mind!
     
     
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    Fr, 19. Juni 2009
    ZUM NEUEN SCHWEIZER RAUMENTWICKLUNGSGESETZ
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    Jakob Maurer, der legendäre Raumplanungspionier der Schweiz und langjährige Leiter des ORL-Institutes der ETH-Zürich hat zum Entwurf des neuen Schweizer REG einen kritischen Kommentar in Form von 14 Thesen verfaßt, der im Heft "disP 176 - I/2009" erschienen ist.

    Einige dieser Thesen haben auch für unsere Raumordnungsgesetze (nur zur Erinnerung: wir haben neun (!), statt eines wie in der Schweiz) Gültigkeit, sodaß wir sie hier auszugsweise zitieren: "These 1: Es fehlt eine systematische Erfolgskontrolle des bestehenden RPG, sodaß zu notwendigen Änderungen lediglich Meinungen gegen Meinungen stehen. ... These 4: Erbringt ein RPG die erwünschten Wirkungen nicht, wird darauf verzichtet, Wirkungskontrollen durchzuführen. ... These 5: Ist der Vollzug des geltenden Gesetzes unzulänglich und wird das Heil in einem neuen Gesetz gesucht, dann werden in der Regel die Vorschriften vermehrt und die Bürokratie wächst; die alten Mängel aber bleiben und es kommen neue hinzu. Zu komplizierte Raumplanungsgesetze blockieren notwendige Entscheide. Dann werden Gesetze umgangen oder gebrochen.

    Um dem entgegen zutreten, werden neue Paragrafen erlassen. Ein Teufelskreis beginnt. Die gesamte Raumplanung gerät in Verruf. ... These 14: ’Wenn es nicht notwendig ist, ein Gesetz zu machen, dann ist es notwendig, kein Gesetz zu machen’ (Montesquieu)".

    Wir haben dem nichts hinzuzufügen und empfehlen allen Verantwortlichen, das Heft 176 der disP zu lesen ...
     
     
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    Mi, 17. Juni 2009
    NEUE ARBEIT FÜR PLANER IN STEYERMARK
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    Da ging ein interessanter Entwurf für eine Novelle zum Stmk. RPG in die Anhörung: wesentlicher Inhalt ist u.A. das vereinfachte Auffüllen von Baulücken und die Regelung der Intensivtierhaltung.

    Besonders die Idee mit dem "Auffüllen" ist kreativ: zeichnete sich bisher die Steiermark schon durch unzählige Widmungsmöglichkeiten zur "Schließung", "Sanierung", "Auffüllung" und was immer es für Kreationen zur legalen Zersiedlung gibt, aus, so waren diese Gebiete bislang immer noch Bestandteil eines Flächenwidmungsplanes und somit eines ordentlichen Verfahrens. Das neue "Auffüllen" soll leichter werden: wenn zumindest zwei oder drei Häuser beieinander oder in einer Reihe stehen, kann der Bürgermeister ein "Auffüllen" ohne weitere Formalitäten zulassen.

    Diese neuen Gebiete sind nicht Gegenstand eines Widmungsverfahrens und somit auch nicht Bestandteil des Flächenwidmungsplanes, brauchen keine Genehmigung durch die Landesregierung &tc. Wer die Steiermark kennt, kann sich vorstellen, wie es dann in ein paar Jahren dort aussieht ... Andererseits, nichts Schlechtes was nicht nebenher auch nützen möcht (H.C.Artmann): für uns Planer, die ja dann arbeitslos werden, wenns keine Flächenwidmungspläne mehr zu ändern gibt, tut sich ein ungeahnter neuer Markt auf. Weil warum: die österreichische Verwaltungskultur wird es nicht verwinden, daß irgendeine Festlegung ohne die Anlage eines Aktes vonstatten geht und in diesem Fall daher die Nachreichung von Gutachten fordern, daß es sich bei der bereits durchgeführten Auffüllung tatsächlich um eine solche gehandelt hat.

    Wir werden unsere Tätigkeit darum auf die andere Seite des Schreibtisches verlegen müssen, um blumig den Nachweis zu führen, warum es in diesem und jenem berücksichtigungswürdigen Fall zu einer echten und keiner vorgetäuschten Auffüllung gekommen ist. Wir werden neue Gebiete ausfindig machen, die nach Auffüllung geradezu schreien. Und irgendwann werden wir dann vielleicht die zig-tausen Hektar Auffüllungen sogar in einem - wenngleich bereits sinnlos gewordenen - Flächenwidmungsplan darstellen dürfen ...
     
     
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    Mo, 15. Juni 2009
    SCHWEIZ BEKOMMT NEUES RAUMPLANUNGSGESETZ
    Beitrag von Büro Dr. Paula
    Wer erinnert sich nicht an die Anfänge der Raumplanung in Österreich? Man war geistig noch nicht so extrem föderalistisch engstirnig wie heute und hat Raumplanung als österreichweite, wenngleich föderal geregelte Aufgabe gesehen, die im wesentlichen aber dieselben Ziele verfolgte. Manche (z.B. Prof. Wurzer) verfolgten noch die Absicht, eine Bundesraumplanung einzuführen oder die Planzeichen für Flächenwidmungspläne zu vereinheitlichen und blickten dazu auch über die Staatsgrenzen hinaus.

    Und da war die Schweiz ein leuchtendes Vorbild. Mit der Einführung des berühmten Artikels 22quater über die Raumplanung in die Helvetische Bundesverfassung wurde am 14.09.1969 die Grundlage für eine einheitlich geregelte Raumplanung geschaffen und im Juni 1979 dann das Schweizer Raumplanungsgesetz erlassen. In Lehre, Forschung, Verwaltung und Praxis sind wir damals alle in die Schweiz gepilgert, haben Seminare besucht und die Publikationen des ORL-Institutes der ETH Zürich verschlungen ... (heute kümmern wir uns nur mehr um die exakte gesetzliche Regelung innerhalb unserer Gemeinde oder unseres Politischen Bezirkes und hüten uns, von einem anderen Bezirk oder gar von einem anderen Bundesland oder - noch schlimmer - vom Ausland (horribile dictu!) etwas lernen zu wollen) ...

    Doch time goes by und in der Schweiz geht was weiter: eine Totalrevision des in die Jahre gekommenen Raumplanungsgesetzes (RPG) wurde in das "Vernehmlassungsverfahren" gebracht. Eine geänderte Zielsetzung soll neuen Herausforderungen entsprechen und auch in der Bezeichnung Platz greifen: die völlige Neufassung wird den Titel "Bundesgesetz über die Raumentwicklung" (REG) tragen. Als wesentliches Ziel gilt es, u.a. die Zersiedelung zu stoppen (?), die Innenverdichtung zu fördern und die grenzüberschreitende Kooperation zwischen den Gemeinden zu verstärken.
     
     
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    Mi, 03. Juni 2009
    UVP-G NOVELLE 2009 - ENTWURF
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    nderungen zum UVP-G 2000: Mitwirkende Behörden § 2 (1) Z.2 Die mitwirkenden Behörden werden um jene ergänzt, die für die Überwachung oder die Erlassung von Verordnungen zur Ausführung des Vorhabens zuständig sind Inhalt der UVE § 6 (1) Z.8 Die UVE hat Angaben über die durchgeführte SUP zu enthalten Öffentliche Verhandlung § 16 (1) Die mündliche Verhandlung kann unterbleiben, wenn das Vorhaben gemäß § 44a AVG (Edikt) kundgemacht wurde, keine Einwendungen abgegeben wurden und die Behörde eine mündliche Verhandlung zur Erhebung des Sachverhaltes als nicht erforderlich ansieht Genehmigung § 17 (2) Z.1a (Genehmigungsvoraussetzungen) Energie ist effizient einzusetzen und zu verwenden, die Emission klimarelevanter Treibhausgase ist möglichst gering zu halten § 17 (9) Der Genehmigungsbescheid hat dingliche Wirkung Nachkontrolle § 22 (3) Die zuständigen Behörden haben die Beseitigung von Mängeln und Abweichungen vom Genehmigungsbescheid zu veranlassen Entscheidung § 24f (1) Z.1a Energie ist effizient einzusetzen und zu verwenden § 24f (1a) Zustimmung Dritter ist keine Genehmigungsvoraussetzung, wenn in der jeweiligen Verwaltungsvorschrift Zwangsrechte vorgesehen sind § 24f (6) Verfassungsbestimmung ????? mit unverständlichem Inhalt (nur für Juristen durchschaubar) Fertigstellung § 24h (3) Mit Verkehrsfreigabe des Vorhabens geht die Zuständigkeit der (Genehmigungs-) Behörden an die Vollziehungsbehörden über ... Behörden und Zuständigkeit / Öffentlichkeitsarbeit § 39 (5) Verfassungsbestimmung ????

    Öffentlichkeitsarbeit betreffend Vorhaben im Ausland mit möglichen Auswirkungen auf alle Bundesländer nur mehr durch das Umweltministerium Ansonsten enthält die vorgeschlagene Novelle zahlreiche Präzisierungen und Ergänzungen über Verfahrenszuständigkeiten, -abläufe, den Umweltsenat u.dgl. Ausgewählte Änderungen im Anhang 1 1. Ergänzung der Schutzgebiete Kategorie A: Weltkulturerbe 2. UVP-Pflicht bei Erweiterung von Flugplätzen um > 10 bzw. > 5 Flugsteigen (Spalte 1 bzw. Spalte 3) 3. Geringere (ca. ½) Kapazitäten führen zur UVP-Pflicht nach Spalte 3 bei Deponien, Anlagen, Maßnahmen an Gewässern und Grundwasser, Chemie-, Arzneimittel-, Papierfabriken, Brauereien etc. 4. Parkplätze nur mehr "auf Dauer errichtet", Grenzwerte unverändert Die Bestimmungen der für die Raumplanung interessanten Industrie- und Gewerbeparks sowie für Städtebauvorhaben sollen trotz ihrer Mängel unverändert bleiben.
     
     
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    So, 03. Mai 2009
    ES IST UNERTRÄGLICH GEWORDEN ...
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    ... mit dieser, in gellendem Ton vorgebrachten Anklage eröffnete unsere aktionistische Redaktrice, Frau Paula L., den "Tag des Protestes" in Herrnbaumgarten im Weinviertel, und trug eine flammende Philippika gegen das überbordende sowie himmelschreiend ungerechte Verwaltungs- und Regulierungswesen bei uns in Österreich vor. Der kleine Häuselbauer beispielsweise - so führte sie weiter aus - werde mit einer Unzahl von Vorschriften und Bewilligungen schikaniert, bevor er überhaupt dran denken können, sich den ersten Ziegel zu kaufen. Und wenn er das Haus dann glücklicherweise doch hat errichten dürfen, dann braucht er wieder viele und teure Kommissionen, Bewilligungen, Stempel, Marken und so fort, bevor er überhaupt erst einziehen darf.

    Und wenn dann später einmal ein Fenster oder ein Dachziegel getauscht werden muß, beginnt das Bewilligungstheater von vorne bzw. ist es dann wegen der zunehmenden Gesetzesverschärfungen vielleicht gar unmöglich geworden ...

    Deshalb - fuhr sie mit erhobener Stimme fort - sei es völlig unerträglich und könne nicht mehr länger hingenommen werden, daß sich einzelne Ereignisse bei uns fernab jeder Genehmigung abspielen und auch niemals verhandelt werden. Weder die Mitsprache der Öffentlichkeit, noch die Parteienstellung der Nachbarn und schon gar nicht die strategischen und ökologischen Auswirkungen auf die Umwelt würden berücksichtigt, wenn ein - GEWITTER niedergeht!

    Hier müsse man ansetzen, rief sie, und wurde vom Publikum für diese Aussage heftig akklamiert. Die aufgeheizte Stimmung nutzte unsere Mitarbeiterin geschickt dazu aus, für den Beitritt zum "Verein zur Abschaffung des Schicksals durch administrative Maßnahmen e.V. zu werben und die Anwesenden zur Unterstützung der zentralen Forderung des Vereines: "GEWITTER DÜRFEN NUR NACH EINER UMWELTVERTRÄGLICHKEITSPRÜFUNG (im Sinne des § 24 (6) lit. c, UVP-G i.d.g.F.) UND NUR MIT BEHÖRDLICHER BEWILLIGUNG NIEDERGEHEN!" zu motivieren. Auf der vorbereiteten Unterschriftsliste, die anschließend von Aktivisten des Vereines herumgereicht wurde, fanden sich bereits zahlreiche Unterstützer dieses berechtigten Anliegens, aber auch einige wenige Gegner (wie z.B. ein Herr Zeus (?) aus dem Olymp). Der anschließende, vom Verein zur Verwertung von Gedankenüberschüssen in Herrnbaumgarten blendend organisierte Protestumzug fand unsere Mitarbeiterin an der Spitze der Demonstranten. (red).
     
     
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    Sa, 18. April 2009
    VERKEHRSAUFKOMMEN ZURÜCKGEGANGEN
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    Wer öfters auf den Autobahnen unterwegs ist, hat es schon bemerkt: die geschlossenen LKW-Kolonnen auf der ersten Fahrspur und die quälenden Überholmanöver im dreistreifigen Abschnitt sind weniger geworden.

    Zwischen den LKW’s sieht man jetzt manchesmal wieder in die Landschaft - wenn nicht segensreiche Lärmschutzwände dies unterbinden. Die Zahlen sprechen ein klares Bild: im ersten Quartal 2009 ist lt. Asfinag der LKW-Verkehr um 16 % und jener der PKW’s um 6 % zurückgegangen! Aber auch die ÖBB und der Flugverkehr verzeichnen geringere Fracht- und Passagierzahlen. Am Flughafen Wien-Schwechat verzeichnete man im 1. Quartal um 15 % weniger Passagiere, in Preßburg waren es gar 30 %! H.C.Artmann prägte den schönen Satz "Nichts Schädliches, was nicht nebenher auch nützen möcht". So auch ich - allerdings, hoffentlich passiert jetzt nichts Nützliches, was nicht nebenher auch schadet! Denn vor lauter Freude über die positiven Folgen des geringeren Verkehrs auf die Umwelt sollte man nicht in den Fehler verfallen, die derzeit laufenden Infrastrukturvorhaben zu redimensionieren oder gar einzustellen. Nach dem Motto: weniger Verkehr - mach’ ma’ die Spuren gleich ein bissel weniger breit oder den Semmeringtunnel ein paar cm kleiner. Und neue Autobahnen brauch’ ma’ schon gar nicht mehr ... Und wem verdanken wir das alles?

    Ein paar smarten amerikanischen Börsen-Yuppies mit ihren laptops (Anm.d.Red.: vereinfachte Darstellung, es gilt die Unschuldsvermutung).
     
     
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    Mi, 15. April 2009
    DER WIND, DER WIND ...
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    ... und wirft so Manchen um. Am liebsten bewirkt er dies in unseren neuen Stadtteilen mit ihren so modernen Hochhausarchitekturzitaten. Und ganz besonders in der neuen Donau City in Wien-Kagran. Erschreckende Fernsehbilder zeigen Personen, die sich mit Müh und Not durch Anklammern an festem Halt bemühen, nicht davongeweht zu werden.

    Erste Verletzte gab es auch schon. "Starke Fallwinde und Böen" machen den Bewohnern der Donaucity zu schaffen - und auch am Wienerberg zwischen den neuen Hochhäusern verursachen "Starkwinde" den Bewohnern dieser Gegend Probleme (lt. Pressemeldungen). Was ist da los? Sind solche Schwierigkeiten auch in neu geplanten Hochhausvierteln zu erwarten? Und warum wird das nicht vorher untersucht? Interessanterweise besteht seit einigen Jahren auch für städtebauliche Projekte ab einer gewissen Größenordnung die Pflicht, eine UVP (Umweltverträglichkeitsprüfung) durchzuführen. Und da werden alle Schutzgüter akribisch untersucht und analysiert und zahlreiche strenge Auflagen festgelegt, damit nur ja nichts passiert. Alle Käfer, Lurche und Singvögel, Boden- und Nichtbodenwürmer, Sing- und Nichtsingvögel sowie Urzeit-, marinierte und Quartärkrebse, schutzwürdige und sonstige Bäume, Sträucher und Himmelschlüssel, Hühner, Enten und Gänse (gemästet oder gestopft), Ruderalpflanzen oder nicht, Unkraut und elektromagnetische Felder, Fische in Oberflächengewässern oder, wenn es solche nicht geben sollte, jene im Grundwasser oder in der Tiefsee werden im Rahmen einer solchen UVP wissenschaftlich unter die Lupe genommen und Maßnahmen zu ihrem Schutz formuliert.

    Vielleicht findet sich glücklicherweise auch noch ein Triel-Vogerl, das man vor allzu viel verderblichem Lärm zwischen 18 20 und 21 15 Uhr (MEZ) schützen könnte ... Danach haben wir ganz einfach keine Kapazitäten mehr, um auch noch auf den Menschenschutz zu achten!

    Schlußendlich wird der dort wohnhafte Mensch vom Wind und seinen Fallböen betroffen und nicht der Storch, der sich schon längst über alle Winde hinweg davongemacht hat. Vielleicht sollte man bei den Umweltverträglichkeitsprüfungen in Zukunft mehr das Schutzgut "Mensch" in den Vordergrund stellen, damit es unsere Spezies nicht so verbläst ...
     
     
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    Fr, 20. März 2009
    ÖSTERREICHS WELTKULTURERBE
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    Das Weltkulturerbe in Österreich, wen’s interesssiert: Falls es jemand noch nicht weiß, oder wen es nur so interessiert, dem bietet unsere GRUPPPPEPLANUNG wie immer das aktuelle Service. Folgende Gebiete in Österreich zählen aktuell zum Weltkulturerbe:
    - Historisches Zentrum Stadt Salzburg
    - Schloß und Schlossgärten Schönbrunn
    - Kulturlandschaft Hallstadt-Dachstein Salzkammergut
    - Semmeringbahn
    - Historisches Zentrum Stadt Graz
    - Kulturlandschaft Wachau
    - Historisches Zentrum Wien
    - Kulturlandschaft Fertö-Neusiedlersee (gemeinsam mit Ungarn)

    Dabei geht es nicht nur um die Schönheit für’s Auge oder die freiwillige Mitgliedschaft in einem Verein (UNESCO), sondern diese Einstufung hat demnächst klare rechtliche und fachliche Konsequenzen.

    Wenn die derzeit in Begutachtung befindliche Novelle 2009 zum UVP-Gesetz beschlossen wird, sind die o.a. Gebiete als Schutzgebiet der Kat. A gemäß Anhang 2 des UVP-G zu betrachten. D.h., dass für die im Anhang angeführten Anlagen auch in diesen Gebieten eine UVP bzw. ein Feststellungantrag durchgeführt werden muß.
     
     
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    So, 15. März 2009
    30 JAHRE ALT UND FAST NEU ...
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    Nach Jahren harter Arbeit auf Zeichenbrettern und ausrangierten Küchensesseln konnten wir uns 1979 erstmals eine neue Büroausstattung (auf Kredit natürlich) leisten.

    Unser Jubilar war auch darunter und hat alle Übersiedlungen und zahlreiche Mitarbeiter ertragen. Damals lagen die Kreditzinsen bei 14,5 % (sic !) und die Inflationsrate betrug 9 % (die Werte unserer heutigen Wirtschaftskrise hätten wir damals mit Handkuß genommen) - wir haben es aber trotzdem geschafft. Alle konnten zu jenen legendären Zeiten noch (persönlich) mit Tusche auf Transparentpapier (Übersetzung bzw. Erläuterung dieser Begriffe auf Anfrage) zeichnen, gerechnet hat man mit einem kleinen japanischen Taschenrechner und der PC war noch unbekannt. Dafür hatten wir bereits eine - sündteure - elektronische Schreibmaschine von Olivetti mit Typenrädern (für verschiedene Schriftarten und natürlich auch auf Kredit), statt der damals noch allgegenwärtigen Kugelkopfmaschine von IBM.

    Und weiße Arbeitsmäntel (gar nicht so unpraktisch) hat man damals auch noch getragen! Und heute?

    Die technische und sonstige Entwicklung entnehmen Sie bitte unserer homepage!
     
     
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    So, 01. Februar 2009
    WIEDER WAS GELERNT ...
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    Die NÖ Bauordnung hat so ihre Feinheiten: befindet man sich im "ungeregelten" Bauland, - d.h. übersetzt: es gibt keinen Bebauungsplan - muß man für die Bauverhandlung eines Gebäudes nachweisen, daß dieses nach § 54 NÖ BO nicht in auffallendem Widerspruch zur Umgebung steht.

    D.h. auch hier übersetzt: seine Höhe und Anordnung (Situierung) auf dem Grundstück muß in etwa ähnlich wie die der Gebäude in der Umgebung sein. So weit, so gut. Überall (also im geregelten und im ungeregelten Bauland) gilt zusätzlich, daß sich Gebäude "harmonisch" - wie dies der § 56 NÖ BO so schön beschreibt - einzufügen haben.

    Auch hier ist streng genommen bei jeder Bauverhandlung ein diesbezügliches Gutachten notwendig. Insbesondere bei "von der Umgebung deutlich abweichenden" Bauvorhaben und/oder lästigen Nachbarn ist es ratsam, wenn der Bürgermeister über entsprechende Gutachten verfügt. Die fachliche und rechtliche Qualität dieser Gutachten entscheidet im Streitfall oft über Bauen oder Nichtbauen.

    Und wie nennt man im Sachverständigenjargon der Insider die BEIDEN Gutachten? EIN § 110"-Gutachten!
     
     
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    Mi, 21. Januar 2009
    ES KOMMT IMMER ALLES WIEDER ...
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    Da kommt doch wirklich Freude auf: wer lange genug in der Planung tätig ist und auch noch über ein halbwegs gutes Gedächtnis verfügt, wundert sich nicht mehr. Denn wenn man die neueste EU-Richtlinie ansieht, die eine betriebliche Nutzung auf allen Grundstücken verbietet, die innerhalb eines 100 m breiten Streifens beidseits von Hochleistungsstraßen liegen, erinnert man sich: da war doch was, das hatten wir doch schon einmal!

    Und zwar in den frühen 70er-Jahren des vorigen Jahrhunderts!

    Damals galt es als state of the art, beidseits von Schnellstraßen einen Streifen von je 200 m Breite auszuweisen, in dem keine landwirtschaftliche Nutzung stattfinden sollte: die Blei- und Asbestbelastung im Boden war dort nämlich zu hoch (wer das auch nicht mehr mehr weiß: Blei war früher im Benzin drin und Asbest auf den Bremsbelägen der Autos. Und als dann die Belastung zu hoch wurde, hat man das Blei und das Asbest weggelassen, durch andere Werkstoffe ersetzt und innerhalb weniger Jahre ist der Boden wieder clean gewesen).

    Als brave Raumplaner haben wir daher in den regionalen Entwicklungsprogrammen dementsprechende Verbotszonen ausgewiesen, in komplizierten Verordnungstexten festgelegt - und glaubten die Welt gerettet zu haben. Leider hat es an der Umsetzung gemangelt, weil weder die örtliche Raumplanung Instrumente dazu besaß und auf der anderen Seite auch die Bauern und schon gar nicht die Häuselbauer sich davon beeindruckt zeigten (ich sehe noch den Fernsehbeitrag vor mir, als junge Leute stolz die wohnbaugeförderten Rohbauten ihrer neuen Einfamilienhäuser zeigten - genau unter der Europabrücke in Tyrol). Aber auch sie haben den Blei- und Asbesteintrag überstanden. Jetzt ham’s halt demnächst ein Problem mit dem neuen Feinstaubgesetz, das unsere Teueren sicher rascher als andere EU-Staaten (wir sind ja Musterschüler) beschließen werden.

    Weil wenn man schon nicht in dem Streifen 100 m neben der Autobahn bauen darf, was macht man dann 150 m genau darunter? Und überhaupt: wie soll dieser neue Schutzstreifen denn genutzt werden?
    Häuser bzw. Betriebe hineinbauen geht nicht - gut, Landwirtschaft betreiben und Kühe grasen lassen geht sicher auch nicht - sonst werden die Kühe und die Milch staubig, Freizeit- und Erholungseinrichtungen wären nur im Freien möglich (kein Gebäude!) - auch nicht so gut, was bleibt dann noch übrig? Am besten, man Überlässt den Streifen sich selbst und entschädigt die Besitzer - ein idealer Ausweg.

    In Wahrheit ist das aber auch keine Lösung, weil warum: Überlässt man ein Grundstück sich selbst, dann verwildert es und dann wird es zum idealen Lebensraum für seltene Tiere, die vorher nicht dort waren und denen der Feinstaub schnurzegal ist, die aber ihrerseits sicher einen hohen Schutzstatus aufweisen und möglicherweise lärmempfindlich sind (ohne dass es die meisten jedoch wissen dürften). Somit können später entlang der Autobahnen hochökologische natura 2000-Gebiete festgelegt werden, die dann aber auch keine Nutzung der angrenzenden Gebiete (außerhalb der 100 m) erlauben. Und so wird langsam, aber sicher die Ökologisierung der österreichischen Landschaft erreicht.

    Dem Feinstaub sei Dank ...
     
     
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    Mi, 07. Januar 2009
    JETZT GEHTS LOS IN JOIS
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    Jezt geht es zügig voran: der Gestaltungsbeirat des Weltkulturerbes Neusiedlersee hat sich wohlwollend mit dem Projekt der Konzernzentrale Hillinger in Jois befasst. Die im Dezember 2008 vom Gemeinderat beschlossene Flächenwidmung für das Projekt kann daher genehmigt werden.

    Zaha Hadid hat das ihre geleistet und mit dem kühnen Entwurf für das neue Gebäude eines kleinen Weinbauern einen Meilenstein in der Gestaltung profaner Nutzbauten gesetzt. Und wir durften dabei sein und die unbedeutenden Voraussetzungen zur Flächenwidmung beitragen ...

    Und unser Partnerbüro LAND IN SICHT hat die Grüngestaltung der Umgebung gefühlvoll ausgerichtet ...
     
     
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    So, 04. Januar 2009
    SIC TRANSIT GLORIA MUNDI ...
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    Da soll sich noch jemand auskennen! Galt es seit einigen Jahrzehnten als unumstössliches Gebot für einen Schottergrubenbetreiber, dass die verwüstete Landschaft nach erfolgter Auskiesung auf seine Kosten wieder zu rekultivieren sei, ist auf einmal alles anders.

    Nix is’ mehr mit einer bescheidmäßig genau festgelegten Wiederherstellung der Landschaft in den vorigen Zustand - wenn oft auch einige Meter tiefer -, mit der die optischen Wunden an der "Schönheit des Landschaftsbildes" für den Menschen wieder ungeschehen zu machen waren. Keine G’stetten und Verwüstung durfte zurückbleiben, nicht die kleinste Zerstörung der Natur wurde geduldet.

    Wo einst wogende Felder waren, hatte es "danach" wieder zu wogen und wo grüne Wiesen das Auge und die Schmetterlinge erfreuten, waren wieder solche zu schaffen. Aber schmeck’s - wofür macht der Mensch Gesetze zur Erhaltung von schöner Natur und netter Landschaft? Weil derselbe Mensch auch Gesetze zum Schutz seltener Tiere macht, die vorher gar nicht da waren und erst durch die Verwüstungen des Schotterabbaues angelockt wurden. Und weil diese Viecherln so selten sind, stehen sie auf irgendeiner roten, grünen oder gelben Liste, die Naturschützer im Ruhrgebiet erfunden haben - und schon kann sich der Mensch sein gesetzmässig zugesichertes Interesse am schönen Landschaftsbild abschminken. Weil warum: die Landschaft darf jetzt nicht mehr rekultiviert sein, sondern muß gezielt als G’stetten erhalten bleiben bzw. neu gebaut werden. Damit die Viecherln, die vorher nicht da waren, nicht wieder weggehen, sondern dableiben und sich vermehren.

    Und die Viecherln die vorher schon da waren müssen halt schauen, wo sie bleiben, wenn später einmal die ganze Landschaft für die neuen Viecherln umgebaut worden ist. Das Landschaftsbild ist halt dann endgültig perdu. Wäre schön, wenn man bei dem ganzen Theater zum guten alten Grundsatz der Abwägung einzelner Schutzgüter untereinander zurückkehren könnte - aber das geht ja Gott sei Dank nicht, weil eine bunte Liste im Ruhrgebiet gefährdeter Arten ja alles schlägt!
     
     
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    Do, 18. Dezember 2008
    LAND IN SICHT MACHT SCHULE
    Beitrag von Administrator
    In Kleingruppen mit unterschiedlichen Themenschwerpunkten hatten die Volksschüler Gelegenheit, spielerisch in die vielfältigen Aufgabenbereichen der Landschaftsplanung hineinzuschnuppern:
    - Welche Tiere leben im Gewerbegebiet?
    - Wie schaut eine tier- und lebensraumverträgliche Autobahn aus? - Wir planen den "Park der Zukunft"!

    Damit wir als Senioren auch im hohen Alter noch ein Parkbankerl zum Sitzen vorfinden ...
     
     
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    So, 19. Oktober 2008
    EKZ - HOFFNUNG UND ERFÜLLUNG ?
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    Im jüngst wieder durchgeführten "rp.at-Kulinarium" wurde das Thema EKZ beleuchtet. DI Emrich zeigte in seinem Referat den Wandel in den Einkaufsgewohnheiten und künftige Trends in der Gestaltung von Einkaufszentren auf. Beispiele aus der Golfregion und Ostasien relativierten wegen ihrer Größe unsere lächerliche Diskussion um die Zulässigkeit einiger weniger hundert m² Verkaufsflächen mehr oder weniger. Dr. Paula stellte einen Vergleich der im kleinen Österreich gleich 9-fach unterschiedlichen Regelwerke der Raumplanung vor und zeigte an Hand einiger Beispiele die Bemühungen der Bundesländer, das EKZ zu regeln, zu be- oder zu verhindern oder gar zu ermöglichen. In der anschließenden Diskussion wurde Übereinstimmung erzielt, daß starre Regeln nicht zielführend sind, weil dadurch auf spezifische Probleme (z.B. Grenzgebiete vs Ballungsraum) nicht reagiert werden kann.
     
     
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    So, 05. Oktober 2008
    TRAURIG, ABER WAHR ...
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    In manchen der rd. 600 Wiener Parkanlagen mehren sich die Probleme: Vandalismus, Drogenhandel und -gebrauch, Müllablagerung und Sicherheitsprobleme. So berichtet die Wiener Zeitung vom 3. Oktober 2008, daß einige Parkanlagen oder Spielplätze in Gebieten mit hohem Ausländeranteil von einheimischen Kindern nur mehr gegen Schutzgeldzahlung betreten werden dürfen. Die Stadt Wien will dem nun gegensteuern und bildet derzeit 80 Beamte der MA 42 (Stadtgartenamt) zu "Parkwächtern" aus, die für mehr Sicherheit und Ordnung sorgen sollen. Neben der erschreckenden Grundproblematik hat die Sache möglicherweise auch was Gutes: vielleicht kommt es wieder dazu, daß die legendäre und in den 70er-Jahren leider zuletzt erschienene "Illustrierte Parkwächter-Zeitung" wieder auf den Markt kommt.
     
     
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    Mi, 24. September 2008
    WAS ES NICHT ALLES GIBT ...
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    In der guten alten Zeit vor Bill Gates (v.G.) war ein Naturdenkmal ein Naturdenkmal und als solches ein "N" in einem Kreis mit einem Stricherl, das punktgenau den berühmten schützenswerten Baum oder mit mehreren Stricherln die Allee oder was auch immer im Flächenwidmungsplan bezeichnete. Und ein Denkmal war ein Denkmal (wieder ein Kreis mit "D" und einem Stricherl) - und man hat sich ausgekannt. Doch nach der Zeitenwende (n.G.) ist es nicht mehr ganz so einfach und klar. Ein Beispiel: In der schönen Waldviertler Gemeinde Raabs an der Thaya (Besuch empfehlenswert) gibt es eine schöne Landesstraße, die den schönen Ort Speisendorf mit dem schönen Hauptort Raabs verbindet. Und entlang dieser schönen Straße gibt es eine noch viel schönere Allee, die aus lauter schönen Winterlinden besteht. Und die natürlich unter Naturdenkmalschutz steht. Bisher hat das im (analogen) Flächenwidmungsplan so ausgesehen:

    Bei der digitalen Neudarstellung des Flächenwidmungsplanes war daher diese schöne Allee auch zu berücksichtigen. Ein entsprechender Eintrag in die Datenbank sollte eigentlich genügen. Aber was tut Bill Gates, pardon Gott? Er lässt uns die Allee nicht mehr punktgenau räumlich verorten, sondern braucht dazu eine Grundstücksnummer. Eine solche hat die Straße und damit ist die ganze Fläche der Landesstraße ein Naturdenkmal geworden. Und nicht die straßenbegleitende Allee alleine. Zur Strafverschärfung kreuzt unsere Landesstraße leider auch noch ein Grundstück, auf dem sich ein verordnetes Bodendenkmal befindet. Wir sind hier schließlich in einem Raum, wo die Ungarn bereits im Jahr 940 eine um 910 gegründete Siedlung mit einem Pfeilhagel niedermachten (die Pfeilspitzen hat man gefunden, die Siedlung gibt’s seither nicht mehr). Ein Bodendenkmal braucht eine Grundstücksnummer in der Datenbank - und damit ist unsere Straße in ihrer ganzen Länge zum Denkmal geworden. Heilige Planzeichenverordnung, bitte für uns! Weil warum: die Landesstraße per se ist ja auch noch mit einem Planzeichen versehen und als solche kenntlich zu machen! Und voilà: so schaut das heute, im Jahr 25 n.G. aus:

    Eine bessere Lesbarkeit kann hier niemand erkennen - oder?
     
     
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    So, 21. September 2008
    WOHNBAUFÖRDERUNG BURGENLAND
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    Mit der letzten Novelle des Bgld. Wohnbauförderungsgesetzes wurde ein wichtiger Schritt zur geordneten Raumentwicklung gesetzt:

    Eine höhere Wohnbauförderung wird dann gewährt, wenn das Bauvorhaben innerhalb eines "Ortszentrums" gelegen ist. Die Abgrenzung muß im Flächenwidmungsplan festgelegt werden (Änderungsverfahren) und darf nur auf der Grundlage eines Gutachtens von Ziviltechnikern und Sachverständigen der Raumplanung und Raumordnung erfolgen. Wenn das kein Schritt in die richtige Richtung ist ...

    Und jetzt noch die Lage im Einzugsbereich eines öffentlichen Verkehrsmittels mit einem weiteren Bonus belohnen (wie es in der Steiermark schon vor einigen Jahren praktiziert - und dann wieder eingestellt worden ist), dann spielts für die Raumplanung Weihnachten und Ostern zugleich ...
     
     
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    Fr, 19. September 2008
    OZONBELASTUNG 2008 AUSSERORDENTLICH GERING
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    Jetzt stehen wir schön petschiert da:
     
     
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    Di, 02. September 2008
    ARBEITEN MIT ZAHA HADID
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    Wer hätte das gedacht? Wir, die kleine GRUPPEPLANUNG und die berühmte Zaha Hadid arbeiten an einem Projekt! Und das für den großen Leo Hillinger! Was wir anfangs gar nicht glauben konnten ist wahr geworden! Gut, wir können eigentlich nichts dafür, aber doch ist es so. Leo Hillinger aus Jois braucht nämlich für die logistische Führung seiner Weingesellschaften ein repräsentatives headquarter (1,2 Mio. Flaschen im Jahr wollen schließlich verwaltet werden). Und das ganze soll in Jois am Hang zum Neusiedlersee und damit im Weltkulturerbe gelegen sein. Ziemlich heikel, also ... Uns für die Bearbeitung der Flächenwidmung und der ganzen sonstigen Belange zu gewinnen war nicht schwer, schließlich lösen wir gegen Einwurf kleiner Münzen auch große Probleme. Aber die Götter des Weltkulturerbes zu überzeugen - das ist eine andere Liga, dazu reichts nicht bei uns. Also wurde die große Architektin gegen Einwurf größerer Münzen engagiert und der Beginn einer wundervollen Zusammenarbeit begann ... Im Ernst, es funktioniert die Zusammenarbeit mit dem Londoner Büro wirklich problemlos und professionell. Wir sind ihnen nicht zu klein und sie uns nicht zu groß. Und wenn alles gut gegangen ist, steht im Frühjahr einer Eröffnung der neuen spektakulären Architektur für Leo Hillinger auf einer ebenso spektakulären Flächenwidmungs- und Bebauungsplanung nichts im Wege.
     
     
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    So, 10. August 2008
    BÜRO DR. PAULA ZT-GmbH
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    Neue Zeiten und neue Aufgaben erfordern neue Lösungen bei gleichzeitiger Aufrechterhaltung der bisher angebotenen Betreuungsqualität unserer Kunden und Auftraggeber. 35 Jahre lang wurde das ZT-Büro Dr. Paula in der Form eines Einzelunternehmens betrieben und - wie wir meinen - erfolgreich zur Zufriedenheit unserer Kunden geführt.

    Die Zunahme der Aufgabengebiete und die Verbreiterung des Arbeitsspektrums einerseits sowie die wünschenswerte und sinnvolle Einbindung qualifizierter Mitarbeiter andererseits hat uns veranlasst, die gesellschaftsrechtliche Form unserer Firma den neuen Gegebenheiten anzupassen.

    Die seit Juni 2008 bestehende Büro Dr. Paula ZT-GmbH trägt dem Rechnung. Eine Verbreiterung des Leistungsangebotes auf das Gebiet der Landschaftsplanung und -pflege wurde durch die Beteiligung des geschäftsführenden Gesellschafters und zugleich Geschäftsführers DI Thomas Proksch (Büro Land in Sicht) ermöglicht; durch die Beteiligung der aus dem Büro Dr. Paula kommenden bisherigen Projektleiter DI Böhm, DI Scherübl, DI Hrdlizcka als Gesellschafter der neuen Büro Dr. Paula ZT-GmbH wird für die Zukunft eine Sicherstellung des bewährten Dienstleistungsangebotes für unsere Kunden und Auftraggeber auf Dauer sichergestellt.

    Die Zukunft kann weitergehen ...
     
     
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    Mo, 04. August 2008
    RADIO ERIWAN UND DIE EDV ...
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    Das unterscheidet uns halt von den Praktiken des alten Radio Eriwan: wir sind lernfähig und fair. Unser damaliger Stoßseufzer über die Probleme mit so mancher GIS-software wurde von der Fa. Synergis als einzige ausführlich beantwortet.

    Wir dürfen dieses Schreiben in der Folge zitieren: Wien, 18.06.2008 Homepage GRUPPEPLANUNG Sehr geehrter Herr Dr. Paula Diese Woche wurde ich auf Ihren Artikel auf der GRUPPEPLANUNG Homepage (www.gpl.at ) hingewiesen. Ich nehme mit Bedauern zur Kenntnis, dass sämtliche Bemühungen, unser neues Produkt GeoOffice raumplanung auch den Anforderungen des Büros Dr. Paula entsprechend auszubauen, dadurch einseitig als gescheitert erklärt werden. Ihr Beitrag "Anfrage an Radio Eriwan" vom 24-04-2008 auf der Homepage der Gruppe Planung diskreditiert jedenfalls unsere Produkte, unsere Mitarbeiter und unser Unternehmen in einer nicht akzeptablen Art und Weise. Stilfragen der Formulierung und die dahinter liegende Motivation möchte ich nicht weiter erörtern.

    Ich erwarte eine umgehende Entfernung des Beitrags von Ihrer Homepage. Zu Ihren Fragen, die ich, bzw. meine Mitarbeiter jederzeit gerne direkt beantwortet hätten: 1. Warum können "GemGIS-easy" Projekte nicht vollständig in das neue Produkt desselben Herstellers namens "GeoOffice" übernommen werden? Nach dem erfolgreichen 10-jährigen Lebenszyklus von GemGIS Easy ist GeoOffice express die nächste Produktgeneration auf modernster ArcGIS 9 Basistechnologie. Die Kunden profitieren neben einer Vielzahl von Erweiterungen und Verbesserungen insbesondere von den neuen Möglichkeiten wie datenbankorientierter Datenhaltung, Einbringen von CAD Daten, Nutzung von Webdiensten, umfangreicher Symbologie, einheitliche Projekte durch die Durchgängigkeit der GeoOffice Produktfamilie.

    Nicht zuletzt auch durch die vollwertige, planzeichenkonforme Darstellung und Funktionalität der Raumplanungsinhalte im Zusammenspiel mit GeoOffice raumplanung. Um diese neuen Möglichkeiten auch nutzen zu können, müssen die Projektdateien einmal mit einem Aufwand von ca. 1 Stunde neu eingerichtet werden. Dieser Vorgang kann bei mehreren umzustellenden Projekten durch die Nutzung von Layerdateien auch wesentlich beschleunigt werden. Eine Datenkonvertierung ist nicht notwendig, die Übernahme in das modernere Geodatabase Format jedoch angeraten.

    Zu den angesprochenen Kosten sei ergänzend angemerkt, dass SynerGIS keine Softwareprodukte an Gemeinden verkauft. Der Verkauf und die Preisbildung liegt bei der Fa. gemdat NÖ, bzw. den K.I.M. Partnern. Die Fa. gemdat wird sich bez. ihrer Preiskritik eigenständig äußern. 2. Wie ist es möglich, dass "GeoOffice-Projekte" die mit ArcGIS 9.1. erzeugt wurden, unvollständig bzw. falsch dargestellt in ArcGIS 9.2. ankommen? Hierbei handelt es sich um einen dokumentierten Bug in ArcGIS 9.2 der mit dem letzten Service Pack behoben wurde.

    Das wurde auch so an ihre Mitarbeiter kommuniziert. 3. Und wieso können "PKV-Projekte" nicht vollständig bzw. nur fehlerhaft in "GeoOffice" übernommen werden? Die Konvertierung von Datenbeständen aus einer CAD Datenstruktur in ein höherwertiges, strukturiertes Datenmodell eines GIS Systems ist sehr aufwendig. SynerGIS hat für die Datenübernahme von PKV nach GeoOffice raumplanung umfangreiche Werkzeuge geschaffen, die es unseren Anwendern erlauben, bestehende Projekte automatisiert zu übernehmen. Ausgenommen von diesem automatisierten Prozess sind inkonsistente Datenstrukturen in Altprojekten und Dateninhalte, die nicht Bestandteil der in PKV umgesetzten Planzeichenverordnung waren. Zusätzlich wurde seitens SynerGIS immer auf diese Problematik hingewiesen und nie von einer hundertprozentigen Datenübernahem auf Knopfdruck gesprochen. Vorerst gehe ich weiter von einer konstruktiven, zumindest auf gegenseitiger Wertschätzung basierenden Zusammenarbeit aus und erwarte Ihre Mitteilung sowie der Artikel von der Homepage gelöscht wurde.

    Mit freundlichen Grüßen Ing. Mag Peter Remesch GF SynerGIS Informationssysteme SynerGIS Wien +43-1-87806-73 SynerGIS Innsbruck +43-512-262060-73 Mobil +43 664-1321490 p.remesch@mysynergis.com  http://www.mysynergis.com   

    Der Vollständigkeit halber hat dazu unsere Abtlg. EDV Stellung genommen wie folgt: ad Pkt. 1: "...die vollwertige, planzeichenkonforme Darstellung und Funktionalität der Raumplanungsinhalte.."
    wird sehr begrüßt, sobald sie tatsächlich vollständig verfügbar ist. Wir bauen daher auch künftig auf weitere Entwicklungen seitens SynerGIS und ESRI. Umstellung von GemGIS Easy auf GeoOffice: "...müssen die Projektdateien einmal mit einem Aufwand von ca. 1 Stunde neu eingerichtet werden..."

    Ergänzend muß hier erwähnt werden, daß damit die Umstellung der "Ausgangsdaten" (PKV) nicht erspart bleibt und somit erhebliche Mehrkosten - VOR jeder weiteren BEARBEITUNG (zB. Änderungen) - anfallen. [siehe auch Pkt 3] ad Pkt. 2: Die Information über weitere Fehler und "dokumentierte Bug’s" bzw deren Behebung erfolgte nachdem die entsprechenden Fehler durch unsere Mitarbeiter erkannt und an Synergis gemeldet wurden - also erst NACH INSTALLATION der - von SynerGIS empfohlenen - UPDATES. ad Pkt. 3: Datenübernahmen aus PKVX-Projekten: Ergänzend muß hier erwähnt werden, daß nicht nur "...seitens SynerGIS immer auf diese Problematik hingewiesen wurde...", sondern auch die Planer immer auf die besondere Bedeutung einer vollständigen und fehlerfreien Datenübernahme - aus aktuellen PKVX-Projekten - hingewiesen haben. Da (nicht nur in "Altprojekten", sondern auch in aktuellen PKVX-Projekten) die Übernahmefehler wahrscheinlich auch mit Fehlern in PKVX zusammenhängen, bauen wir auch weiterhin auf tatkräftige Unterstützung der SynerGIS bei der Datenübernahme. In diesem Sinne gehen auch wir von einer weiteren konstruktiven Zusammenarbeit aus.
     
     
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    Mo, 28. Juli 2008
    JULIUS MEINL UND DIE GEMEINDEN
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    Was wir alle wissen: schnell reich kann man nur durch eine geschickte Heirat werden oder indem man andere hineinlegt. Deshalb hält sich mein Mitgefühl mit jenen Oberschlauen in Grenzen, die glaubten, mit dem Namen Julius Meinl und seinen Aktien das schnelle Geld machen zu können. Selber schuld, wer smarten Gesellschaftstigern auf den Leim geht und sein eigenes Geld verliert. Leider gibts aber auch solche, die mit dem Geld anderer spekuliert und dabei verloren haben: die Gemeinden Oberschützen im Bgld. oder Hartberg in der Stmk. oder das NÖ Bad Vöslau z.B. haben viele schöne Meinl-Wertpapiere, die kaum mehr was wert sind. Und auf den Krediten, die man damit oberschlau bedienen wollte, sitzen sie jetzt auch noch ... Ja, ja, auf Jersey müsste man sein!
     
     
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    Do, 24. Juli 2008
    IN JOIS GEHT WAS WEITER ...
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    Für die Errichtung der neuen Konzernzentrale des expandierenden Weingutes Hillinger aus Jois im Bgld. hat die berühmte Zaha Hadid (oder ein Mitarbeiter) ein kühnes Gestaltungskonzept entwickelt. Nunmehr geht es darum, diese Idee in eine simple Änderungen des Flächenwidmungsplanes umzusetzen. Ohne Änderung des Flächenwidmungsplanes kann nämlich auch ein großer Wurf nicht einer Bauverhandlung unterzogen werden (... immer diese ärgerlichen Formalismen ...) Kleinigkeiten, wie z.B. die Durchführung einer Strategischen Umweltprüfung (SUP) oder die Vereinbarkeit mit den Ägiden des Landschaftsschutzes oder gar die Vereinbarkeit mit dem Weltkulturerbe Neusiedlersee nachzuweisen, ist nicht Sache der großen Künstler. Wer spricht da, nebenbei bemerkt, noch von einem Änderungsanlaß? Da müssen dann die Profis her - und die (wir) werden das schon machen. Bearbeitung: DI Reinhard Hrdlizcka
     
     
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    Mi, 09. Juli 2008
    FLEDERMÄUSE UND DER LÄRM ...
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    In der öffentlichen UVP-Verhandlung zum neuen Hauptbahnhof sind interessante Aspekte behandelt worden: eine zwingende Auflage des Amtssachverständigen zum Schutzgut Tiere besagt, daß im Zuge der notwendigen Abbrucharbeiten beim Auffinden von (natürlich geschützten) Fledermäusen diese zu bergen und an einen anderen, geeigneten Ort zu "verbringen" seien. Daraufhin stellte ein besorgter Bürger die Frage, wie denn diese wertvollen Tiere die Lärmbelastung des Abbruchs überstehen würden - seiner Ansicht nach gar nicht - und stellte alleine aus diesem Grund die Umweltverträglichkeit des gesamten Projektes in Frage. Es folgte ein längerer fachlicher Disput, der mit der Feststellung des ASV endete, daß man über die Lärmempfindlichkeit von Tieren eigentlich noch nicht genügend wisse, ausgenommen ein paar wenige Vogelarten, die allerdings ihr Singverhalten anpassen und in lärmarme Zeiten verlegen. Und abends im Universum sah man dann Horden von Fledermäusen im Stephansturm, direkt neben der Pummerin hängen ...
     
     
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    Di, 01. Juli 2008
    VON DRESDEN KANN MAN LERNEN ...
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    "Sieh da, sieh da, Timotheus, die Kraniche des Ibikus" könnte man fast sinngemäß rufen, nachdem die letzten Meldungen aus Dresden bekannt wurden. Die schöne sächsische Hauptstadt hat sich nach Beseitigung der gräßlichen Kriegsschäden um Aufnahme in das Weltkulturerbe der Unesco bemüht und wurde 2004 auch erfolgreich gelistet. Das schon seit fast 200 Jahren bestehende Ensemble aus Barock- und Landschaftsarchitektur gilt (erst) seither als erhaltenswert. Doch was tut Gott bzw. die Zeitläufte? Sie lassen Dresden nach Jahrzehnten der (ostdeutschen) Stagnation endlich wieder wachsen, blühen und gedeihen - und was passiert?

    Richtig: neuer Verkehr entsteht! Und der braucht eine neue Brücke über die nunmehr weltkulturerbegeschützte Elbe. Die Verwalter des Weltkulturerbes machen daraufhin das ihre und setzen das Elbtal auf ihre "Rote Liste". Und jetzt beginnt die Aufregung ... Doch die Dresdner Bürger blieben cool, haben sich in einer Volksabstimmung für die neue Brücke ausgesprochen und 2007 wurde mit dem Bau begonnen. Die Unesco hätte als Kompromiß nur einen sündteuren Tunnel akzeptiert, was sich wiederum Dresden nicht leisten konnte und so kam, was kommen muß: Dresden wird sich in aller Gelassenheit vom Weltkulturerbe verabschieden. Und wird weiterhin das Elbflorenz genannt werden und eine wunderschöne Stadt in einer wunderschönen Landschaft sein und von vielen Touristen besucht werden ...

    Was lernen wir daraus? Es ist wie mit dem ÖAMTC, dem Alpenverein oder dem Verkehrsclub: wenn ich Mitglied in einem Verein sein will, bin ich auch zur Einhaltung seiner Spielregeln bereit. Wenn ich aber dann von Seiten Dritter oder sonstiger, selbsternannter Tugendwächter mit Hilfe der öffentlichen Meinung in meiner Entwicklung gehemmt oder eingeschränkt werden soll, muß ich die Notbremse ziehen. Denn durch die bloße Auflistung in einem Vereinsregister (ob Weltkulturerbe der Unesco oder Nationalpark nach IUCN-Richtlinien) wurde noch kein Cent bewegt und kein Baum gerettet und kein Beitrag zur Sanierung eines alten Gebäudes geleistet.
     
     
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    Di, 27. Mai 2008
    MVA PFAFFENAU IM PROBEBETRIEB
    Beitrag von Administrator
    für deren Umsetzung wir einen kleinen Beitrag in Form der Bearbeitung der UVE Stadt- und Landschaftsbild, Siedlungs- und Wirtschaftsraum und Sach- und Kulturgüter geleistet haben, fertiggestellt und befindet sich seit April 2008 im Probebetrieb. Der reguläre Betrieb soll noch im Herbst dieses Jahres aufgenommen werden. Die architektonische Gestaltung wurde von den Wiener Architekturbüros Veselinovic/Resetarits/Gmeiner-Haferl geplant, welche mit dem nun verwirklichtem Entwurf als Sieger aus einem eu-weiten Architekturwettbewerb hervorgingen.
     
     
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    So, 25. Mai 2008
    DER SPRITPREIS STEIGT UND STEIGT ...
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    Jetzt wird es erst interessant: Die von jungen Buben in blauen Anzügen an ihren Computerspielautomaten im Auftrag internationaler Fonds hochgetriebenen Ölpreise werden zeigen, was politische Aussagen unserer Hochbezahlten zu diesem Thema wert sind. Was macht z.B. der Finanzminister, dem die von ihm ausnahmsweise nicht verursachte Preissteigerung ein Körberlgeld verschafft, das sich gewaschen hat und nicht einmal mehr in große Körbe hineingeht? Was machen Grünpolitiker, die schon immer eine Verdoppelung der Spritpreise zur Reduktion des Verkehrs gefordert haben und nun völlig überrascht sind, daß auch deren Verdreifachung keine Verlagerung des bösen Transitverkehrs auf das Fahrrad bringt? Was wird ein südlicher Landeshauptmann machen, wenn die von ihm angekündigte amtliche Preisfestsetzung dazu führen wird, daß seine usurpierten Landsleute gar keinen Sprit mehr bekommen werden, weil alle anderen (Ausländer) schon längst günstig vollgetankt haben? Was werden unsere vielen amtlichen (natürlich in klimatisierten Büros bzw. Fliegern sitzenden) Klimaschützer sagen, wenn ihre zahlreichen, aufopfernden Dienstreisen zu fernen Destinationen, wo man dem Klimaschutz frönt, noch teurer werden? (Anm.d.V.: = falscher Gedankengang: 1. sie wissen ja nicht, wie teuer sie und ihre Reisen sind; 2. sie fahren ja nicht zum Vergnügen, sondern in unser aller Interesse, glauben sie) So gesehen, hat die Preisralley noch viele interessante Facetten ...
     
     
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    So, 27. April 2008
    FRAGEN AN RADIO ERIWAN ...
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    Wir alle (vor allem die Planer) kennen die freundliche ... ... AB HIER BEITRAG ZENSURIERT ... (Die ganze Wahrheit kann man dem Brief an den "Sehr geehrten Herren Herausgeber" entnehmen)
     
     
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    Do, 24. April 2008
    DIE ALPEN UND DER VERKEHR ...
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    Da wurden uns diese Woche die neuesten Zahlen über den Alpentransit vorgestellt: abgesehen von den deutlichen Steigerungen im Güterverkehr insgesamt wurden wir darüber informiert, daß bei uns 5 mal so viele Lastwagen über die Alpenpässe fahren wie in der Schweiz! Und da wir mit der Schweiz nicht nur die Fußball-EM , sondern auch die Alpen gemeinsam haben, sind wir also 5 mal schlechter oder unfähiger oder sonstwas bei der Organisation des bösen Alpentransits. Wer über so ein einfaches Welterklärungsmodell verfügt, der hat es natürlich gut! Dabei hätte ein einfacher Blick auf eine einfache Landkarte von Europa gepaart mit Hauptschulwissen aus Geographie genügt! Über oder durch die hohen schweizerischen Zentralalpen kommt man mit hohem Aufwand von Mitteleuropa aus gerade mal nach Italien (auch nicht ohne, aber dann ist’s aus) bzw. nach Südfrankreich. Über/durch die niedrigeren österreichischen Ostalpen kommt man mit geringerem technischem Aufwand auch nach Italien, aber vor allem auch auf den Balkan, die Türkei und weiter in den Nahen Osten. Man muß also mit Verlaub schon auch die räumlichen Beziehungen und die Höhe der Berge mit ins Kalkül ziehen, bevor man Zahlenvergleiche anstellt. Schon die alten Römer nahmen lieber weite Umwege in Kauf, um die Alpen (im Osten) möglichst zu um- statt über sie drüberzugehen.
     
     
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    Sa, 08. März 2008
    RAUMPLANER ZUNEHMEND GEFÄHRDET
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    Das kann ja heiter werden: war die Raumplanung jahrzehntelang in der Öffentlichkeit nicht vorhanden oder wurde bestenfalls den Einrichtungshäusern zugeordnet, haben uns die jüngsten Anschläge von Spitz und Weißkirchen aus der dunklen Anonymität ins grelle Tageslicht gezerrt. Die feigen Mordanschläge haben der veröffentlichten Meinung zufolge alle damit zu tun, daß ein böser Mensch mit einer Funktion (Politiker, Raumplaner) einem anderen bösen Menschen mit nur einer Funktion (Wähler) die gewünschte Umwidmung eines Grundstückes (Regelfall: Grünland in Bauland) verweigert und damit letzterem bösen wirtschaftlichen Schaden zufügt. Wie soll das weitergehen? Werden wir ungeschützt willkürlichen Tätern ausgeliefert, wenn wir uns auf den Paragraphen eines Raumplanungsgesetzes berufen, der es uns leider nicht erlaubt, jede schöne Alpenwiese in gewinnträchtiges Bauland umzuwidmen? Oder wahllos Hochhäuser in kleinen Dörfern zu planen? Oder möglichst viele Thermen, Einkaufszentren und andere böse Dinge nicht im Flächenwidmungsplan nach Lust und Laune zu verteilen? Wir fordern daher von der Justiz aktive Hilfestellung. Ein Tatbestandskatalog wäre zu erarbeiten und von Gesetzes wegen den p.t. rachsüchtigen Grundbesitzern vorzuschreiben, wonach welche Strafe ihrerseits bei Nichterfüllung von Widmungswünschen gerade noch angemessen ist, wie z.B.: - Verweigerung einer Baulanderweiterung bis 1.000 m² > 1 Stockstreich - dasselbe zwischen 1.000 und 5.000 m² > 3 Stockstreiche - Verweigerung neuen Baulandes bis 1.000 m² > 1 Peitschenhieb - dasselbe zwischen 1.000 und 5.000 m² > 3 Peitschenhiebe - dasselbe über 5.000 m² > 3 Peitschenhiebe verschärft mit 3 Fasttagen - Verweigerung einer EKZ-Widmung > 10 Peitschenhiebe und lebenslanges Einkaufsverbot in Geschäften mit über 10 m² Verkaufsfläche - Rückwidmung von Bauland > 20 Peitschenhiebe und danach Steinigung Die Verwendung von mon chérie, Hieb-, Stich- und Schußwaffen sowie Sprengstoffgürteln und Tretminen ist aus menschenrechtlichen Gründen grundsätzlich verboten. Als Empfehlung der zuständigen Interessensvertretung der Planer wird zur Erhöhung der Überlebenschancen in diesem gefährlichen Beruf noch angeraten, daß Pläne mit den o.a. Missetaten tunlichst als Planverfasser einen mißliebigen Kollegen enthalten sollen. Für Politiker wird geraten, nicht das eigene Gemeindesiegel zu verwenden, sondern möglichst die Gemeinderäte der nächstgelegen Bezirksstadt oder bei schwereren Vergehen solche einer Gemeinde aus dem EU-Ausland anzugeben (Georgien oder Weißrußland bieten sich beispielsweise an) ... (Anm. d. Hrsg.: Verfasser des o.a. Textes der Red. bekannt, will jedoch auf eigenen Wunsch anonym bleiben)
     
     
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    Fr, 29. Februar 2008
    ZAHA HADID NUN AUCH AUCH IM BGLD. TÄTIG
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    Besondere Winzer brauchen besondere Architekten: das sog. "Weltkulturerbe" rund um den Neusiedlersee ist Herausforderung genug, um die Planung einer neuen Konzernzentrale an sensibler Stelle des Landschaftsschutzgebietes Neusiedlersee-Leithagebirge in die richtigen Hände zu legen und damit auch die notwendigen Bewilligungen erlangen zu können. Wir als kleine Ortsplaner beugen uns selbstverständlich dem großen Geist und werden alles tun, um auch die raumplanungsfachlichen Voraussetzungen für die notwendige Umwidmung schaffen zu können. Man wird doch da sehen ...
     
     
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    Do, 14. Februar 2008
    UND DIE STRASSENBAHN KOMMT NICHT DAHER ...
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    Glaubt man den medial kolportierten Berichten, wollen die Wiener Linien das Angebot im Öffentlichen Verkehr (an der Oberfläche: - sprich Straßenbahn und Autobus) langsam und unauffällig durch Verlängerung der Fahrplanzeiten ausdünnen. Als Grund wird genannt, daß - leider, leider - die schlimmen Fahrgäste ("Beförderungsfälle" hat es früher treffender geheißen) selber daran schuld sind. Weil warum: weil die à priori aufmüpfigen potentiellen Beförderungsfälle die seltener gewordenen Beförderungsangebote der Wiener Linien weniger in Anspruch nehmen und somit seltener zum tatsächlichen Beförderungsfall werden. Seltsame Logik: reduziere ich das Angebot und vergraule die Kunden weiter, habe ich weniger Beförderungsfälle und kann mein Angebot weiter einschränken. Das Defizit steigt und mein Eigentümer muß mehr für mich zahlen. Was will man mehr ... Und als Begründung sage ich: weil ich privatisiert (oder so) wurde, kann ich mich nur mehr nach der wirklichen Nachfrage richten und muß defizitäre Strecken schliessen. So weit, so gut. Aber dann möge man bitte konsequenterweise auch die Zahl und Notwendigkeit der Brücken über die Donau nach der Zahl der täglich festgestellten Schwimmer dimensionieren, die ebendieselbe auf dem Weg zur Arbeit in Wien, Linz, Passau oder anderswo durchqueren. Da könnte man einige teure Brücken einsparen ... So hab’ ich mir den Öffentlichen Verkehr schon immer vorgestellt: die Nachfrage regelt das Angebot und nicht das Angebot die Nachfrage. Nicht genug Nachfrage, weil weniger Angebot vorhanden - rrrrtsch, obidraht - und das verbleibende Angebot wird auch noch eingestellt. Die lieben Kunden, pardon Beförderungsfälle, sind leider selber schuld!
     
     
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    Do, 07. Februar 2008
    DAS IST SCHADE ...
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    Da haben sich die Obdachlosen des "Vinzibettes" zu früh gefreut: machten sie sich doch Hoffnung, in den seit Oktober 2007 leer stehenden Prestigebau in der Wiener Spittelau einziehen zu können. Sogar die schiefen Wände hätten sie gerne in Kauf genommen, haben sie doch eh’ keine Gemälde zum Aufhängen. Und daß kein Anschluß an den öffentlichen Verkehr dort ist, hätte auch nichts gemacht. Jetzt hört man, daß das in Architekturkreisen bejubelte Stelzenhaus aus der Konkursmasse heraus verkauft werden soll. Näheres ist noch nicht bekannt.
     
     
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    Sa, 02. Februar 2008
    DAS DARF DOCH NICHT WAHR WAHR SEIN ...
    Beitrag von Büro Dr. Paula
    Jetzt geht der Klimawandel aber eindeutig zu weit: wie kann man den Sturm der vorigen Woche, der unsere Wälder so angenehm ausgelichtet und somit der ökologisch wünschenswerten Verjüngung reichlich Platz geschaffen hat, nach einem unserer Mitarbeiter benennen? Gut - er hat böse über die Reisetätigkeit der Klimabewegten ins ferne Bali geschrieben, - leider, er hat über gar nicht so ferne Zeiten berichtet, in denen es auch ohne Treibhausgase kälter oder wärmer war auf unserer Erde, - ja, er hat geschrieben, daß wir die ägyptische Hochkultur und den Ackerbau in Mitteleuropa einer Klimakatastrophe verdanken (sic !), gegen die der derzeitige Temperaturanstieg nur ein verwehender Hauch ist, - okay, soll sein, daß ihn seine Kälteempfindlichkeit zu euphorischen Äußerungen über den drastischen Anstieg der Temperaturen am Ende der Eiszeit verleitet hat, - na ja, soll sein, daß er keckerweise den Fund des Ötzi am Similaun einer zufälligerweise gerade eintretenden Warmphase zugeschrieben hat - aber den Namenspatron für das Sturmtief Paula abgeben zu müssen, das hat er sich nicht verdient! Ein ungerechtes Schicksal, fürwahr! Wir protestieren gegen diese vordergründige Rache der Meteorologen, grünbewegten BoBo’s und anderer Trittbrettfahrer und versprechen unserem Mitarbeiter L. Paula auch künftighin unseren Schutz und Schirm (letzteren wird er bei Regen brauchen können!).
     
     
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    So, 09. Dezember 2007
    REISEN FÜR DEN KLIMAWANDEL ...
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    Da kommt Freude auf: 14.000 arme Werktätige haben keine Mühen und (unsere) Kosten gescheut, um auf Bali einen essentiellen Beitrag gegen den Klimawandel zu leisten. Dort wird nämlich beraten, was man tun könnte, um vor allem die Anderen dazu anzuhalten, nicht noch mehr Treibhausgase in die Atmosphäre zu blasen. So hab’ ich mir das immer vorgestellt: man reist möglichst weit in schöne, warme Gegenden, lässt sich das gute Essen schmecken, das im armen Land dringend gebraucht würde und schaut beim romantischen Sonnenuntergang im Meer demselben interessiert zu, wie es weiter steigt. Danach versichert man sich gegenseitig, wie stressig der dauernde Kampf gegen den Klimawandel denn nicht sei und welche persönlichen Opfer dies koste. Und den sundowner trinke man eigentlich nur aus Solidarität mit der Dritten, Vierten oder sonstigen Welt ... Was lernen wir daraus: man muß ein Opfer bringen! Fahren wir daher nicht mehr nur in unseren Schrebergarten oder ins Waldviertel, meiden wir unsere Sommerfrischen und verzichten wir auf die geliebte Bergwanderung! Und schon gar nicht sollten wir uns dort am Gebimmel der Kuhglocken auf den Almen erfreuen, denn jede böse Kuh bläst mehr Methan in den Himmel, als diesem gut tut! Lasst und daher auch auf Milch und Käse verzichten und lieber 5 Minuten das Licht abdrehen, um das Klima zu schützen. Die dabei zur Erhellung angezündeten Kerzen erzeugen zwar Feinstaub, aber wenn’s dem Klima hilft ... Unser Mitgefühl gilt daher jenen Unerschrockenen, die um unser Geld in Bali für uns befinden werden, was jeder Einzelen von uns ab sofort besser zu unterlassen habe, egal ob’s dem Klima hilft oder nicht. PS.: Nur zur Erinnerung: die Besiedelung Europas und die Erfindung der Landwirtschaft oder auch die Gründung der ägyptischen Hochkultur verdanken wir - falsch: wurde verursacht durch - einen/m wahrhaft katastrophalen Klimawandel so ca. um 6.400 v.C. Ohne den - den Klimawandel - gäb’s uns heute gar nicht und wir könnten nicht unsere Besten nach Bali schicken ...
     
     
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    Di, 27. November 2007
    INDUSTRIEKLETTERER und so ...
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    Jetzt hamma’s amtlich: der neue Berufszweig des "Industriekletterers" ist geschaffen. Der "Presse" vom 20. 11. 2007 kann man entnehmen, daß die neue Architektur auch neue Herausforderungen an das bei Gebäuden nunmehr so genannte faciltiy management (ehemals: Hausmeister) stellt: und zwar weil warum? Weil die künstlerisch gestalteten Fassaden mit ihren schiefen, schrägen oder sonstwie angeordneten Glasflächen von normalen Putzbrigaden nicht mehr gereinigt werden können, - außer von schwindelfreien Spezialisten, die, einem James Bond nicht übel vergleichbar, unter Mißachtung von Schwerkraft und Reibung, das Unmögliche möglich machen: nämlich ganz einfach die Fenster zu putzen. Ja früher, da war das einfach: eine Leiter oder ein von oben herabgelassener Putzkorb reichten aus, das notwendige Geschäft zu erledigen. Aber heute: wenn die Scheiben aus künstlerischen Gründen schräg nach oben geneigt sind und die ganze Verglasung wie bei der berühmten Sprungschanze am Bergisel in Innsbruck in luftiger Höhe angeordnet ist, - da is’ es mit billiger Reinigung oha. Aber, Hauptsache ist, einen guten Ruf bei den Architekturkritikern zu haben, weil putzen tun die eh’ nie und verstehen tun die davon auch nix ... Gespannt darf man sein, welche neue Berufe sich in Wien beim Zaha Hadid’schen Stelzenhaus über den Stadtbahnbögen noch finden werden: etwa Einrichtungsberater für schräg nach oben geneigte und im Grundriß schiefe Wandflächen mit senkrecht eingeschnittenen Fenstern darin ... Möglicherweise werden auch Lebensberater dort noch ihr Brot verdienen, wenn sie ihren Klienten nach mehreren Therapiesitzungen nahe bringen können, keine Bilder mehr an den schräg nach innen geneigten Wänden anbringen zu wollen ... Irgendwas haben wir bei unserer Berufsausbildung scheinbar falsch gemacht?!
     
     
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    Mo, 05. November 2007
    ZAHA HADID KANN NICHTS DAFÜR
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    Das kommt davon: wenn Stadtpolitiker sich einbilden, daß ein berühmter Name aus der Architektenszene ausreicht, um ein falsches Projekt am falschen Standort mit hohen Fördermitteln aus dem Boden zu stampfen und sich damit zu rechtfertigen - dann geht das meistens schief! Was war geschehen? In theoretisch verkehrsgünstiger Lage (die U-Bahn fährt unten durch, hat aber weit und breit keine Haltestelle; eine Schnellstraße ohne Abfahrt tangiert das Areal und auf der anderen Seite fließt der Donaukanal, hat aber keine Schiffsanlegestelle dort) wurde über der seit Jahrzehnten brach liegenden, weil denkmalgeschützten ehemaligen Stadtbahntrasse auf komplizierten Stelzen ein Wohnbau drübergestülpt. Über die schiefen Wände und Grundriße in den Wohnungen soll hier nicht berichtet werden. Von außen schaut das Ding der Stararchitektin Zaha Hadid jedenfalls hervorragend und äußerst interessant aus: Architektur vom Feinsten eben. Nur leider - die Lage! Man kommt fast nicht hin, hat eine Verkehrshölle direkt vor den Fenstern und die unmittelbare Nachbarschaft zur Müllverbrennungsanlage Spittelau ist dem Image auch nicht förderlich. Daß die beantragte Wohnbauförderung im zuständigen Beirat der Stadt Wien zweimal abgelehnt wurde, gibt ein bezeichnendes Bild der Lage ... Und heute? Wie den Wochenendzeitungen zu entnehmen war, hat nunmehr auch der letzte Mieter das Handtuch geworfen und ist ausgezogen. Und jetzt weiß man nicht, was man mit dem teuren Architekturdenkmal anfangen soll ...
     
     
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    Do, 01. November 2007
    BOTANICA 2009
    Beitrag von Dipl. Ing. Thomas Proksch
    Auf Basis eines vom Büro LAND IN SICHT bereits im Zuge der gemeinsamen Bewerbung der Gemeinde Bad Schallerbach und der Eurotherme Bad Schallerbach, des größten Tourismusbetriebs des Landes, im Jahr 2003 erstellten generellen Gestaltungskonzeptes, wurde im Rahmen einer Arbeitsgemeinschaft der Landschaftsarchitekturbüros DI Mag. Otmar STÖCKL und des Büros LAND IN SICHT ein überarbeiteter Masterplan für die OÖ Landesgartenschau 2009 erstellt und dieser in Folge bis zur Umsetzungsreife präzisiert. Im Rahmen eines Festakts am 29.10.2007 in Bad Schallerbach wurde das Projekt - in Anwesenheit des Landeshauptmanns - öffentlich präsentiert und der Startschuß für die Bauarbeiten im ca. 15 ha großen Kurpark gegeben.
     
     
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    Sa, 13. Oktober 2007
    FÖDERALISMUS UND AKW
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    Da staunt der Laie, aber der Jurist lächelt: Da fand sich vor kurzem im Amtsblatt zur Wiener Zeitung eine Kundmachung des Amtes der Salzburger Landesregierung, wonach Rumänien eine UVP für die zusätzlichen Blöcke des AKW Cernavoda durchführen würde und man in die entsprechenden Unterlagen während der Amtsstunden in Salzburg Einsicht nehmen und auch eine Stellungnahme abgeben könne. Na gut und sehr fein, denkt man sich als Ostösterreicher, wir sind anscheinend davon eh’ nicht betroffen. Arme Salzburger, dort wird wahrscheinlich der radioaktive Niederschlag hingeblasen und wir brauchen uns nicht aufregen. 4 Tage später überrrascht uns die Wiener Zeitung mit einer Kundmachung der Stadt Wien gleichen Inhalts. Jetzt wirds aber ernst! Scheinbar sind die Strömungsverhältnisse in der Luft so, daß der fall-out aus Rumänien hoch über die Staatsgrenze bei Nickelsdorf hereingeweht wird, sich durch die Thermik von Wien kurz zu Boden wirft, aufgeheizt wird und dadurch nach Salzburg gelangt. Sollte man vielleicht doch zur Sicherheit nach Oberösterreich oder Kärnten übersiedeln? Leider nein, denn weitere 6 Tage später gibt auch das Amt der Kärntner Landesregierung denselben Sachverhalt kund und zu wissen und so wirds wahrscheinlich weitergehen, bis auch die fernen Vorarlberger davon in Kenntnis gesetzt werden. Gut - bevor mich die Juristen belehren - ich weiß schon, daß wir nach der ESPOO-Konvention das kundzumachen haben und daß auf Grund unseres hochgelobten Föderalismus hiefür die Kompetenzen bei den Ländern liegen. Aber - ist ein Atomkraftwerk nicht etwas, das für alle Österreicher einheitlich von Interesse ist? Warum kann man das nicht wenigstens zeitgleich veröffentlichen, wenn wir schon nach Ländern teuer diversifizieren müssen? Oder erzwingt das auch der Föderalismus?
     
     
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    Sa, 13. Oktober 2007
    WELLNESS, HYGIENE & WIR ...
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    Da kann einem schon das Grausen kommen: war früher nur die Therme im Süden von Wien ein sicherer Tip, um sich eine ansteckende Krankheit zu holen, kann man heute nicht einmal in einem teuren Hotel ungestraft baden. Hohe Konzentrationen von Schweiß und Urin, so haben die anonymen Untersuchungen in den Wellnesstempeln gezeigt, entsprechen nicht den strengen Bestimmungen des österreichischen Bäder-Hygienegesetzes.

    Wo wir doch das weltweit strengste Gestz auch noch haben! Und dann das! "Ja, mach nur ein Gesetz", spricht Bert Brecht sinngemäß, "sei nur ein großes Licht, mach noch ein weiteres Gesetz, gehn tun sie beide nicht". Was ist da nur los? Schütten die unverantwortlichen Hoteliers heimlich bei Dunkelheit ihren Nachttopf samt Inhalt in den Pool oder waschen sie die verschwitzten Leiberln ihrer Angestellten darin, um reines Wasser zu sparen? Recht eigenartig, die Sache!

    Aber eigentlich braucht man gar nicht lange nachdenken: dürften doch eher wir Badegäste die wahren Schweinderln sein, die trotz Aufforderung ungeduscht ins Becken steigen und, weil das Wasser so schön warm ist und es eh’ nicht auffällt, uns den Weg zum kühlen WC ersparen ...

    Warum man aber über die Hoteliers klagt, versteh’ ich nicht!
     
     
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    Do, 11. Oktober 2007
    ZU ALTE EINKAUFSZENTREN
    Beitrag von Büro Dr. Paula
    Einer Zeitungsmeldung zufolge liegt das Durschnittsalter eines Einkaufszentrums hierzulande bei 13 Jahren. Ein Drittel der Zentren ist jedoch älter als 16 Jahre. Bei 41 Einkaufszentren sind die letzten Erneuerungen vor mehr als 10 Jahren durchgeführt worden. Da ist es ja gut, dass heuer bereits drei neue Einkaufszentren eröffnet wurden (Wiener Stadion Center, Murpark in Graz, Atrio in Villach)...
     
     
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    Di, 09. Oktober 2007
    TIPP FÜR DIE NEUWIDMUNG VON BAULAND
    Beitrag von Büro Dr. Paula
    Um auf Nummer sicher zu gehen, ob der in Aussicht gestellte Bauplatz auch wirklich strahlungsarm ist, wird für Geduldige empfohlen, die Natur im voraus gratis für sich arbeiten zu lassen. Hierfür müssen Ameisennester auf dem in Aussicht gestellten Bauplatz eingegraben und mindestens einen Sommer lang beobachtet werden. Verlassen die Tiere den Ort, so gilt er als erdstrahlungsarm - und für eine Bebauung geeignet. Na, viel Spass bei der Bauplatzwahl :-)
     
     
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    Fr, 05. Oktober 2007
    17. NOVELLE NÖ RAUMORDNUNGSGESETZ
    Beitrag von Administrator
    Im Zuge der 17. Novellierung des NÖ Raumordnungsgesetzes 8000-23 (2007-09-07) wurden einige wesentliche Neuerungen vorgenommen, die wir für Sie zur Information kurz zusammengefasst haben. THEMA LÄRM (§14 ABS.2 Z. 19): Wohnbaulandwidmungen in lärmbelasteten Gebieten dürfen nur mehr durchgeführt werden, wenn - keine geeigneteren Flächen verfügbar sind und - auf der Grundlage eines Lärmschutzprojektes festgelegte Lärmschutzmaßnahmen bezeichnet und sichergestellt sind. - Lärmschutzwände sind nur zulässig, wenn keine anderen Maßnahmen möglich sind. - Zusätzlich ist die Bebauung durch Festlegungen in einem Bebauungsplan auf das Lärmschutzprojekt abzustimmen. THEMA GERUCH (§16 ABS.7): Im neuen ROG wird festgelegt, dass in einer Verordnung der NÖ Landesregierung jene Geruchszahl festgelegt werden soll, die bei Tierhaltungsbetrieben im Bauland Agrargebiet zulässig ist. Eine derartige Verordnung wurde allerdings bisher noch nicht erlassen. THEMA HOCHHÄUSER (§16 ABS.6): Für die Bewilligung von Hochhäusern (Wohn- oder Bürogebäude über 25m) bedarf es nun der Festlegung einer Hochhauszone im Flächenwidmungsplan. Diese Festlegung ist im Bauland Kerngebiet, Bauland Betriebsgebiet und Bauland Sondergebiet möglich. Die Raumverträglichkeit der Gebäude ist bei der Erteilung der Baubewilligung nachzuweisen. THEMA NEBENGEBÄUDE BEI GEB (§19 ABS.5 Z. 1): Bei der Widmung "erhaltenswerte Gebäude im Grünland" (Geb) wurde die Neuerrichtung von Nebengebäuden definiert. Die Summe der Grundrissflächen aller Nebengebäude darf maximal 50m² umfassen. Bestehende Nebengebäude sind mit ihrer Fläche zu berücksichtigen. Neue Nebengebäude müssen im Nahbereich der Hauptgebäude situiert werden. THEMA KELLERGASSEN (§19 ABS.2 Z. 20): Zur Sicherung und Erhaltung von erhaltenswerten Kellergassen besteht nun auch die Möglichkeit die neue Widmungsart "Grünland Kellergassen" anzuwenden. Es sind in dieser Widmung neben der landwirtschaftlichen auch ähnliche private, touristische und gastronomische Nutzungen (Buschenschank, priv. Keller,...) möglich. Ein Umbau zu Wohngebäuden ist jedoch unzulässig. THEMA ENTSCHÄDIGUNGEN (§24 ABS.5): Für den Anspruch der Grundeigentümer auf einen Ersatz von Aufwendungen bei Widmungsänderungen wurde eine Frist von 5 Jahren eingeführt. THEMA BAULANDMOBILISIERUNG (§16A ABS.2): Die Bestimmungen über den Abschluss von "Baulandverträgen" zwischen Grundstückeigentümer und Gemeinde bei einer Neuwidmung von Bauland wurden um folgende Möglichkeiten ergänzt: - Es kann festgelegt werden, dass nur bestimmte Nutzungen durchzuführen oder zu unterlassen sind. - Maßnahmen zur Verbesserung der Baulandqualität (Lärmschutzmaßnahmen, Infrastrukturmaßnahmen) können in den Vertrag aufgenommen werden. THEMA MAX. ANZAHL AN WOHNEINHEITEN (§16 ABS.5): In der Widmungsart Bauland Wohngebiet kann nun die Anzahl der zulässigen Wohneinheiten durch den Zusatz "maximal zwei Wohneinheiten" ode r"maximal drei Wohneinheiten" beschränkt werden. THEMA FUNKTIONELLE EINHEIT (§17 ABS.4):  Durch die genauere Definition der "funktionellen Einheit" wird festgelegt, dass "eine funktionelle Einheit dann gegeben ist, wenn im umgebenden Bereich die Gebäude ausschließlich oder dominierend für Handelseinrichtungen genutzt werden und mehrheitlich über private Abstelleinrichtungen für die Kraftfahrzeuge der Kunden verfügen." Dies bedeutet verallgemeinert: - ein Stadtzentrum ist keine funktionelle Einheit, - ehemalige Fachmarktzentren bzw. Großmärkte mit privaten Parkplätzen sind als funktionelle Einheit zu sehen. THEMA EKZ/FMZ ÜBERGANGSREGELUNG (§30 ABS.8): Zum Thema EKZ/FMZ (Einkaufszentrum/Fachmarktzentrum) wurden neue Übergangsregelungen mit folgenden Fristen festgelegt: - Bestehende vor 2. März 2005 bewilligte Handelsbetriebe können bis 31.12.2008 eine Erweiterung der baubehördlich bewilligten Verkaufsfläche um 10% (max.500m²) einreichen. - Nichtzentrumsrelevante Handelseinrichtungen dürfen künftig zentrumsrelevante Waren auf max. 80m² anbieten. - "Gemischte Handelseinrichtungen" (zentrumsrelevante und nicht zentrumsrelevante Waren) dürfen künftig das Verhältnis nicht zugunsten der zentrumsrelevanten Waren verändern. - Zentrumsrelevante Handelseinrichtungen ohne Lebensmittel dürfen künftig Lebensmittel auf max. 80m² anbieten. Die oben dargestellte Information bietet eine Übersicht über die wichtigsten Änderungen. Bei Detailfragen, steht Ihnen unser Team jederzeit zur Verfügung.
     
     
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    Fr, 07. September 2007
    NEUER KLIMAWANDEL IN SICHT ?
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    Nach den gewaltigen Regenmengen der letzten Tage und Stunden im Osten Österreichs kommen einem berechtigte Zweifel an der richtigen Orientierung des Klimawandels.

    Ging es zuletzt eineindeutig in Richtung "immer wärmer", scheint die derzeitige Mode eine Präferenz für "immer nasser" zu zeigen. Wie die Orakelaussagen derzeit liegen, dürfte es danach eine neuerliche Richtungswendung geben, die unter dem Namen Winter getarnt dem Motto "immer kälter" folgen soll.

    Wie soll das weitergehen? Wenn schon nicht einmal ein Papstbesuch mehr ausreicht, daß es endlich zu regnen aufhört ...
     
     
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    Mo, 03. September 2007
    FREMDENVERKEHR 2006
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    Die Analyse der 150 nächtigungsstärksten Gemeinden gibt ein interessantes Bild der räumlichen Verteilung: nach Wien (9,3 Mio. Übernachtungen) und Salzburg (2,2 Mio.) folgen ausschließlich 20 Tourismusgemeinden aus dem Westen Österreichs (2,0 bis 0,85 Mio.). Erst auf Platz 23 folgt mit Villach wieder ein Städtetourismus (0,83 Mio.). Graz und Linz liegen auf den Plätzen 28 und 29.

    Der erste Fremdenverkehrsort aus dem flachen Ostösterreich ist Bad Tatzmannsdorf mit 0,5 Mio. Übernachtungen auf Platz 45. Dann folgt wieder ein westösterreichischer Ort nach dem anderen bis auf Platz 72 die nächste Stadt (Klagenfurt), auf Platz 97 Schwechat und auf Platz 116 Vösendorf folgt.

    Die einzige Gemeinde mit ausschliesslich Sommerfremdenverkehr ist Podersdorf am Neusiedlersee im Bgld. auf Rang 84 (!). Hier werden allerdings die meisten Übernachtungen auf dem Campingplatz erzielt.
     
     
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    Do, 30. August 2007
    FORSTRECHT vs BRANDGEFAHR
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    Die jüngsten Waldbrände in Griechenland haben eines aufgezeigt: auch das strengste Forstrecht kann einen Waldbrand nicht verhindern, wenn es eine höhere Naturgewalt so will (Glasscherben, Zigaretten &tc.). Aber wenn, wie in mehreren Mittelmeerländern rechtlich so vorgegeben, die tatsächliche Nutzung einer Grundfläche über deren künftige Flächenwidmung mitentscheidend ist, ist sonnenklar, daß Grundeigentümer und Spekulanten alles daransetzen, eine Bauland behindernde Waldnutzung wegzubekommen.

    Und sei es mit Feuer und Schwert ...

    Da lobt man sich doch unser Forstgesetz: denn wenn eine Fläche als Wald im Kataster eingetragen ist, dann ist und bleibt sie Wald, auch wenn kein Baum darauf steht!
     
     
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    Do, 02. August 2007
    GEMEINDERANKING 2004
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    Interessantes Gemeinderanking Wer sind die reichsten und die ärmsten Gemeinden Österreichs?

    Und welche Gemeinden haben den höchsten Schuldenstand? Kommunalkredit Austria und Statistik Austria haben ausgewertet und so stellen sich die jeweiligen "Sieger" dar:

    1. "Reichste Gemeinden": Von den 10 erstgereihten liegen allein 7 in den westlichen Bundesländern und davon 5 hoch hoch in den Bergen, 1 am See in den Bergen und alle leben vom Tourismus (Tweng, Lech, Fuschl, Ischgl, Untertauern, Warth). Die übrigen 3 Reichsten leben vom Einkaufen - also auch vom Tourismus - und liegen im Osten und Südosten von Österreich ( Schwechat, Vösendorf und Raaba). In dieser Liga bewegt sich das Pro-Kopf-Einkommen zwischen rd. 2.700.- und 1.900.- .

    2. "Ärmste Gemeinden": Die 10 ärmsten der Armen sind allesamt Klein- und Kleinstgemeinden (z.B. 67 EW) und liegen alle in der südöstlichen Steiermark bzw. im Südburgenland.

    3. "Höchste Verschuldung": In dieser Liga spielen vor allem die Landeshauptstädte, aber auch Städte zwischen 20.000 und 50.000 EW, wobei alleine 4 NÖ Städte die Schuldnerliste anführen (Wr. Neustadt, Krems, St. Pölten und Mödling) Hier liegt die Verschuldung jeweils zwischen rd. 4.200.- und 2.700.- ". Und die Moral von der Geschicht"?

    Es dürften sich ungünstige räumliche Standortfaktoren mit Strukturschwächen, wozu auch die Gliederung in Kleinstkommunen gehört, bei den Schwachen überlagern. Bei den Städten fällt auf, dass diese alle in einer größeren, zusammengewachsenen Stadtregion gelegen sind, wo die hohen Ansprüche der Bürger offensichtlich nicht mehr durch die in alte Grenzen eingezwängten Gebietskörperschaften ökonomisch abgedeckt werden können und man sich darüber hinaus viele Mehrgleisigkeiten leistet. Und die Gemeinden in den Bergen?

    Die sind die Einzigen, die wirklich nichts dafür können ...
     
     
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    Di, 03. Juli 2007
    PLANERTAG 2008 - Konzeptidee
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    Planertag 2008 - Konzeptidee Arbeitstitel: Klimaschutz und Raumplanung - zwei Abhängige und Über den Klimawandel sollen andere streiten Arbeitshypothese:

    1. Der Klimawandel ist ein wahrscheinlich nachweisbares Phänomen

    2. Die wahren Ursachen liegen aber offensichtlich im Dunkeln

    3. Vergangenen Klimawandeln verdanken wir wesentliche kulturelle Entwicklungsschübe in der Menschheitsgeschichte (Ackerbau in Europa, das alte Ägypten, die Entdeckung Amerikas, die Besiedelung des Waldviertels ...)

    4. Vergangenen Klimawandeln verdanken wir unsere wirtschaftliche Existenz in der Neuzeit (Erdöllager, Kohlenflöze, Fremdenverkehr ...)

    5. Klimawandel alleine kann also nicht à priori schlecht sein, die subjektive Betroffenheit ist das Problem (wo heute Schilauf möglich ist, muß er immer möglich sein ...)

    6. Trotzdem muß unabhängig davon zum Klimaschutz die CO2 Emission verringert werden

    7. Dazu kann (gute) Raumplanung einen wesentlichen Beitrag leisten (Siedlungsstruktur, Verkehrsvermeidung, - und all das andere, was wir im Repertoire haben)

    8. Der Biospärenpark Wienerwald stellt einen interessanten Ansatz dazu dar - aber nur durch Einschränkung der räumlichen Entwicklungsmöglichkeiten Tagungsziel: - Wir können’s - und zwar effiziente Lösungen zum Klimaschutz durch Raumplanung sicherstellen > praktische Beispiele - In die Hysterie über den Klimawandel wollen und können wir nicht einstimmen
     
     
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    So, 20. Mai 2007
    MAN SOLLTE ÖFTERS 3sat SCHAUEN ...
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    Da gab es neulich eine Sendung in der Nacht, die das Werden der europäischen Landschaften im historischen Kontext darstellt. Erstaunlich kann man nur sagen, welche Randbedingungen das Landschaftsbild seit der Seßhaftwerdung des Menschen veränderten.

    An erster Stelle ganz klar: die Landwirtschaft. Und die aus dem Orient als lebender Proviant mitgebrachten Ziegen, die Rasenmähern gleich, viele Pflanzen auf immer verschwinden ließen.

    Zweitens: die ständigen Klimaschwankungen (noch ganz ohne CO2-Ausstoß), die - wie z.B. die Klimakatastrophe um etwa 6.400 v.Chr., die nach zweimaligem Zusammenbruch des Golfstromes die ersten Ackerbauern überhaupt erst nach Zentraleuropa vorstoßen ließ - unser heutiges Landschaftsbild durch ständige Veränderung der Lebensbedingungen für Mensch und Tier verursacht haben.

    Und drittens: die Straßen - und zwar jene der Römer, die mit leistungsfähigen Verkehrsverbindungen erstmals den rasanten Austausch von Wissen, Informationen und Gütern in der damaligen Welt (ganz Europa) ermöglichten. ("Via est vita", wie der Römer in diesem Beitrag zu sagen pflegte - müsste eigentlich "via vita est" gelautet haben.).

    Diese drei Faktoren prägten Europa bis in die Neuzeit und auch heute noch. Dann kam das Schiff dazu und damit neue Pflanzenarten und neue ökonomische Grundlagen. Und später war es dann die Eisenbahn, die wieder nachhaltig die Landschaft veränderte. Nach diesem (fast unbekannten) Fernsehbeitrag stellt sich die heute geübte Klimahysterie etwas relativiert dar. Man sollte öfter 3sat schauen ...
     
     
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    Mo, 02. April 2007
    GROSS, GRÖSSER, AM GRÖSSTEN - AUF MISSION IN DUBAI
    Beitrag von Büro Dr. Paula
    Uns wurde die Ehre zuteil, gemeinsam mit TINA Vienna Transport Strategies zur Anbotslegung als Konsulenten bei der Erstellung des Urban Masterplan Dubai (Stadtplanung und Verkehr) geladen zu werden. Nach einem Blitzstart aufgrund der Zeitknappheit saßen wir auch schon im Flugzeug in die Glitterwelt des arabischen Emirats um unser Konzept auf hoher Ebene zu präsentieren. Vorab wurde die Zeit jedoch genutzt, um auf Fact-finding vor Ort zu gehen...

    Wie kann man Dubai beschreiben? Das bei uns arg inflationär gebrauchte Wort "Mega" trifft die Sache recht gut! Mega-Wolkenkratzer, Mega-Autobahnen, ein Riesen-Hafen mit dem größten Trockendock der Welt, ein Mega-Flughafen mit 9 (in Worten: neun) Pisten in Bau, enorme Stadterweiterungsvorhaben, die allseits bekannten ins Meer gebauten "Palmen", etc., etc. Alles in allem: ein enorm boomender Fleck (ehemaliger) Wüste, der nur mehr zu 3% wirtschaftlich vom Öl abhängig ist und sich heute als weltweiter Marktplatz präsentiert - 30% aller Baukräne weltweit stehen in Dubai! Aufgrund dieser rasanten Entwicklung wird die Erstellung eines Masterplans zur Steuerung der zukünftigen Entwicklung des Emirats von Regierungschef Scheich Mohammed Bin Rashid Al Maktoum zu Recht für notwendig befunden. Und wie verlief unsere Geschichte aus 1000 und einer Nacht?

    Unsere Ideen haben gefallen - den Zuschlag erhielt jedoch das Konsortium aus Singapur. Auch keine Schande, bei so einer Konkurrenz!
     
     
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    Fr, 30. März 2007
    RAUMORDNUNG & INFRASTRUKTURTRASSEN - EIN DEFIZIT
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    Im Rahmen einer Diskussionsveranstaltung, die von der Industriellen-Vereinigung am 20. März 2007 im Wiener Haus der Industrie veranstaltet wurde, konnten Defizite in der rechtlich verbindlichen Absicherung von Infrastrukturplanungen im Rahmen der örtlichen Raumplanung in Österreich herausgearbeitet werden.

    In der von Dr. Paula moderierten Diskussionsrunde zeigten Vorstandsdirektor DI Lückler von der Asfinag, Dr. Wehr von den ÖBB und Mag. Christiner von der APG (ehem. Verbund) an Hand praktischer Beispiele auf, dass die vorausschauende Trassenfreihaltung in Regional- und Flächenwidmungsplänen nicht immer effizient bzw. im Falle von Hochspannungsleitungen gar nicht möglich ist. Bei Bundesstraßen besteht ein Bauverbot erst ab dem Zeitpunkt der Erlassung einer sog. § 14-Verordnung, mit der ein "Bundesstraßen-Planungsgebiet" festgelegt wird.
    Innerhalb dieses Trassenstreifens dürfen keine Bauführungen bis zum Einreichprojekt und - nach durchgeführter UVP - dem anschließendem Bewilligungsbescheid genehmigt werden. In der vorangehenden Planungsphase, die aus der Durchführung einer Strategischen Prüfung - Verkehr (SP-V) zur Aufnahme einer neuen Bundesstraße in das Gesetz und weiters aus der Phase Trassenfindung und Korridoruntersuchung noch das Vorprojekt umfasst, bestehen nur informelle Möglichkeiten, eine Trassenfreihaltung vorzunehmen. Auf Grund der in Österreich gegebenen Kompetenzverteilung in der Raumplanung können in (Landes-)Regionalplanungen und (Gemeinde-)Flächenwidmungsplanungen nur rechtlich einwandfrei verordnete Planungen des Bundes - und das ist erst mit der Erlassung einer "§ 14 Verordnung" der Fall - kenntlich gemacht werden. Für die vorangehenden Korridorüberlegungen ist kein Platz in den Instrumenten der Landesplanung oder der örtlichen Raumplanung. Sinngemäß ähnlich wie bei den Bundesstraßen verhält es sich bei den ÖBB.

    Allerdings verfügt die Eisenbahn aber mit dem Eisenbahn-Enteignungsgesetz über ein äußerst wirksames Instrument zur Durchsetzung ihrer Interessen nach erfolgter UVP. Bei den Hochspannungsleitungen hingegen ist eine Trassenfreihaltung erst nach erfolgter UVP und Baubewilligung möglich, sodaß die vorausschauende Freihaltung von Korridoren oder Trassen nicht möglich ist.

    Es erhebt sich somit die Forderung nach einem, den Länder- und Gemeindekompetenzen übergeordnetem Planungsinstrument, das in einem abgestuften Verfahren die Möglichkeiten schafft, bereits frühzeitig Infrastrukturtrassen von Bebauung bzw. störenden Nutzungen freihalten zu können. Mit zunehmendem Detaillierungsgrad der Trassenenplanung (Korridorbündel - Trassenkorridor - Planungsgebietsverordnung - Trassenverordnung) sinkt dabei der Flächenbedarf des freizuhaltenden Gebietsstreifens.
     
     
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    So, 18. März 2007
    ADERKLAA KANN NICHTS DAFÜR ...
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    Aderklaa kann nichts dafür ... ... dass eine der Stationen an der vor geringer Zeit eröffneten Verlängerung der U-Bahn-Linie U 1 von Kagran an den Stadtrand nach Leopoldau so heißt (genauer gesagt nennt sich die Station "Aderklaaer Straße"). Aderklaa kann nichts dafür ... ... dass die Wiener Linien (so heißen die Betreiber der U-Bahnen in Wien jetzt statt wie früher "Wiener Stadtwerke - Verkehrsbetriebe") diese Station so rasch als möglich wieder zusperren wollen.

    Aderklaa kann nichts dafür ... ... dass dort nur max. 5 Personen pro Zug ein- oder aussteigen wollen.

    Aderklaa kann nichts dafür ... ... dass man ein hocheffizientes öffentliches Verkehrsmittel, wie es eine U-Bahn darstellt, in ein derart städtebauliches Nirwana führt, wo sich die Füchse Gute Nacht sagen und daher die defizitären Postkraftwagen schon lange nicht mehr hinfahren.

    Aderklaa kann nichts dafür ... ... dass aus der geplanten Umnutzung der ehemaligen Brachmühle in ein riesiges Einkaufszentrum samt zugedachten Bürohochhäusern noch nichts wurde, weil man die Rechnung ohne den Wirt (= Grundeigentümer) machte und damit die U-Bahn ohne Kunden unterwegs sein muß.

    Aderklaa kann auch nichts dafür ... ... dass die um teures Geld errichtete Park&Ride-Anlage bei der Endstelle der U 1 in Leopoldau kaum angenommen wird, weil sie exakt zwischen den beiden Haupteinfallstraßen B 7 und B 8 liegt und die p.t. Einpendler sich lieber Parkplätze bei den näher stadteinwärts gelegenen U-Bahn-Stationen suchen.

    Aderklaa kann nichts dafür ... ... dass es sich so nennt und einer vorerst unnötigen U-Bahn-Station seinen Namen borgen muß.
     
     
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    Sa, 17. Februar 2007
    DER EINSATZ DES HAUSVERSTANDES IN DER SUP
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    1. Zur (erstaunlichen) Ausgangslage - die EU-Richtlinie zur SUP gilt europaweit für Alle - das dementsprechende SP-V-(Strategische Prüfung Verkehr)-Gesetz gilt österreichweit für Alle - die Abfall-, Umgebungslärm etc.-Regelungen gelten österreichweit für Alle - die Umsetzung in den Raumordnungsgesetzen wird jedoch unterschiedlich in 9 Bundesländern nicht mehr für alle österreichischen Bürger geregelt, sondern nur mehr für die jeweiligen Landesbürger; davon wird in 7 Bundesländern in den Landes-ROG’s, in 2 Bundesländern in eigenen SUP-Umsetzungsgesetzen die (europaweite) SUP-Richtlinie umzusetzen versucht (was gilt jetzt eigentlich für "die" Österreicher ?) - die Spielwiese föderalen Vorgehens ist eröffnet: weil in einem Bundesland schon wenige m² neuen Baulandes als SUP-pflichtig angesehen werden, muß im anderen Bundesland eine gewisse Großzügigkeit gelten (ein Unterschied darf ja zur Hebung der Landesidendifikation wohl erlaubt sein ...) - ... und eine RVP (Raumverträglichkeitsprüfung) und eine NVP (Naturverträglichkeitsprüfung) und eine UVP (Umweltverträglichkeitsprüfung) gibt’s dann auch noch ... - der Einsatz des Hausverstandes ist daher überlebenswichtig und (nicht nur bei der SUP) in der örtlichen Raumplanung gefragt und dringend notwendig 2. Die Landesgrenzen bedingen (unterschiedliche) SUP-Methoden und Verfahren - Beispiele für die (verwirrende) Praxis in Österreich - z.B. Leitfaden Steiermark > die stark verschulte und reglementierte Methode bringt zwar in allen stmk. Gemeinden vergleichbare Ergebnisse, österreichweit sind diese aber nicht vergleichbar - z.B. Verfahren Niederösterreich > hier entscheidet sehr stark der persönliche Zugang des jeweiligen Amtssachverständigen über den Untersuchungsrahmen und damit die Untersuchungserfordernisse in der SUP - z.B. Verfahren Burgenland > späte Regelung im Raumplanungsgesetz getroffen, Beurteilungsspielraum erfreulicherweise nicht zu eng gefasst - z.B. Vorgangsweise Oberösterreich >: eine FWP-Änderung wird ohne eigene SUP abgehandelt, wenn der Rahmen bereits im ÖEK behandelt wurde - z.B. Vorgangsweise in Wien: Selbstprüfung durch widmungsdurchführende Behörde 3. Zur (unterschiedlichen) Anwendungspraxis ein paar Beispiele aus den Bundesländern - Wien: Widmung neuer Hauptbahnhof (UVP-pflichtiges Städtebauprojekt mit Widmung für 5.000 Whg + 20.000 AP) > [Übereinstimmung mit den Zielen der Stadtplanung erkannt, daher keine EUA durchgeführt] -

    Niederösterreich: Widmung für 1 Würstelstand, (seit 40 Jahren bestehend, benötigt auf Grund geänderter rechtlicher Regelungen eine Baulandwidmung) [keine SUP-Pflicht angenommen, nach Meinung des ASV doch EUA erforderlich, daher Umweltbericht erstellt (UB), jedoch keine Auswirkungen feststellbar, Ergebnis außer Zeitverzug: keines] -

    Burgenland: Widmung Windpark (8 Windräder) [in den unmittelbar benachbarten Gemeinden bestehen großflächige Windparks, Problem Gemeindegrenze, weil innerhalb noch kein Windrad errichtet, EUA oder nicht?;

    Entscheidung durch andere Vorgaben (politisch) gelöst] - Steiermark: Umwidmung Industriegebiet in Gebiet für Einkaufszentren (geplante Errichtung eines Factory Outlet Centers mit 16 ha Widmung) [EUA erforderlich oder nicht?, nein, weil Gebiet bereits als Industriegebiet gewidmet ist, daher kein UB erforderlich] - Kärnten: alle (?) Bebauungspläne müßen einer SUP unterzogen werden [noch keine Erfahrungen vorliegend; wo aber sind aber bei diesem Planungsinstrument die erheblichen Umweltauswirkungen ?] 4. (Kritische) Anmerkungen mit Hausverstand - Es ist alles eine Frage des Maßstabes und daher relativ zu sehen: (geprüft werden z.B.: mehrere ha vs wenige m² neuen Baulandes) - Veränderungen im Bestand (die nicht SUP-geprüft werden) können weit umwelterheblichere Auswirkungen als Neuwidmungen haben (z.B. Baulandreserven im NÖ Weinviertel: 13.000 ha bebaut / 3.000 ha unbebaut = 290.000 EW Bestand / 66.000 EW Potential, dieses ermöglicht zusätzlich 36.000 EW, die aber deutlich über den Prognosewerten liegen, somit nicht realistisch sind; welche Werte werden jetzt einer SUP unterzogen ?) - Berücksichtigung von topographischen Standortgegebenheiten: z.B. Graz, Linz &tc., hier dürften aus heutiger Sicht Siedlungen und schon gar keine Städte mehr neu erichtet werden (mangelnde Durchlüftung, hohe Umweltsensibilität) - Gesellschaftspolitische Entwicklungen - falsche Folgenabschätzung und Zeitablauf ergeben andere Zielvorgaben samt Problemen:

    z.B. Schottergrube beabsichtigt samt späterer Industrienutzung geplant; in der Zwischenzeit siedelt sich der geschützte Triell an > die ursprünglich als umweltverträglich angesehene Folgenutzung kann nicht mehr realisiert werden > welche strategischen Ziele gelten jetzt ? - Fremdkompetenzen entscheiden auch ohne SUP über erhebliche Umweltauswirkungen (Gesetzesänderungen betreffend Wohnbauförderung, Wärmedämmung, Pendlerpauschale etc.) - Wir fassen zusammen: es ist alles relativ und die Zukunft wie immer dunkel 5. (Sinnvolle, mögliche und sinnlose) Einsatzgebiete einer SUP - Notwendig für neue hochrangige Straßen, Eisenbahnen, Schiffskanäle ("SP-V") - es gibt aber keine neuen Strecken mehr in Österreich, die geprüft werden könnten - ÖEK - notwendig und sinnvoll, - jedoch 95% der räumlichen Struktur sind als Bestandsvorgabe zu berücksichtigen (Rechtssicherheit), welche Alternativenprüfung ist denn hier noch möglich? - FWP - Einsatz des Hausverstandes und Berücksichtigung des Maßstabes betreffend die geplanten Änderungen notwendig, Kommunalpolitische Entscheidung und Bodenverfügbarkeit als entscheidende Parameter; Alternativenprüfung daher mehr als fraglich, oft nur mehr als Pflichtübung möglich - BEB - Irrtum oder Überinterpretation der Richtlinie? Erhebliche Umweltauswirkungen sind z.B. nur beim geplanten Hochhaus in Vösendorf zu erwarten - diese hätten aber schon bei der Flächenwidmung berücksichtigt werden müssen (!) 6. Erste (pragmatische) Erfahrungen eines kleinen Raumplaners mit der SUP aus der Froschperspektive der örtlichen Planung - ca. 90% der seither durchgeführten Widmungen sind ohne Feststellung von EUA durchgeführt und genehmigt worden - ca. 10% der durchgeführten Widmungen wurden bei Feststellung von EUA nach einer SUP mit einem UB fertiggestellt und genehmigt - es wurde bislang kein Widmungsfall bekannt, wo nach Durchführung einer SUP eine grundsätzlich andere oder keine diesbezügliche Widmung vorgenommen worden wäre - es wurde bislang kein Widmungsfall bekannt, wo die Alternativenprüfung zu einer anderen Widmungsfestlegung geführt hätte - ein zusätzlicher Verfahrens- und Zeitaufwand für Umwidmungen samt Mehrkosten ist jedenfalls (im Ausmaß bundesländerabhängig) festzustellen, ohne jedoch die Qualität, Nachvollziehbarkeit oder Bürgerbeteiligung bei Umwidmungen gegenüber den bisherigen Regelungen zu verbessern - wer nicht schon bisher bei Umwidmungen strategisch gedacht hat - wobei die Prüfung von "erheblichen Umweltauswirkungen" neben anderen ausschlaggebenden Fakten immer schon ein Bestandteil raumplanerischer Überlegungen war - ist sowohl als Politiker wie auch als Planer längst gescheitert - ... und darf hier gar nicht mehr mitspielen! Wir aber wollen froh in eine bessere Zukunft blicken und dürfen festhalten:

    es gibt auch in Zukunft noch viel zu prüfen. Bevor uns aber auch noch eine Prüfungsverträglichkeitsprüfung in’s Haus steht, sollten wir die SUP unverzagt mit Hausverstand anpacken und glücklich hinter uns bringen. Die Raumplanung hat in ihrer langen Geschichte schon andere Probleme gemeistert ...
     
     
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    Mi, 27. Dezember 2006
    GESCHLECHTSNEUTRALE VERKEHRSZEICHEN IN WIEN
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    Wien ist anders und prescht wieder einmal vor: der poltical übercorrectness entsprechend werden die Verkehrszeichen neutralisiert. Das Männchen z.B. auf dem Schild "Bauarbeiten" wird durch ein Weibchen mit einem bei der schweren körperlichen Arbeit sehr praktischen Rock samt Roßschwanz unter dem Arbeitshelm ersetzt. And so on ...

    Das Problem ist nur, daß unsere Kinder den Inhalt des Warnzeichens nicht erkennen und verstehen werden, trägt doch heute die Damenwelt kaum mehr Röcke oder Kleider. So wird man halt Historiker in die Schulen schicken müssen, die den Kindern die Mode der vergangenen Zeiten erläutern können und auch geeignete Übersetzer, die den gesellschaftlichen Vorteil des Arbeitskleides gegenüber den muslimischen Hosenanzügen richtig "rüberbringen".

    Es lebe der Fortschritt ...
     
     
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    Mi, 20. Dezember 2006
    ES STINKT ZUM HIMMEL ...
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    ... und das schreit natürlich nach einer genauen Regelung durch die EU. Nach der Umgebungslärmrichtlinie (die gibt es wirklich) kommt also jetzt eine Gestanksrichtlinie, die das stille Vor-sich-hinstinken von Kuh, Schwein und Kanarienvogel (vielleicht einmal auch Mensch) unterbinden soll. Zu diesem Behufe hat man die "Geruchszahl" erfunden, die festlegt, in welcher Intensität eine gewidmete Fläche je nach ihrer Nutzungsart "bestunken" werden darf bzw. welche Menge an Gestank von dieser Fläche zu emittieren als zulässig und zumutbar angesehen wird. Da wird es in Hinkunft lustige Gespräche beim Wandern über’s Land, im Wirtshaus oder am Familientisch geben: "Hmmm, hier riecht’s fein nach 17!"

    oder

    "Der 28er heute ist wieder nicht zum aushalten!" oder "Der Herr XY riecht sehr streng nach 3!" und so fort. Ich persönlich ziehe ja den 17er-Geruch (Schweinsbraten mit Knoblauch) dem 16er (Schweinsbraten ohne Knoblauch) vor, während mich der 62er-Duft (Pitralon) fast gesundheitsschädigend belästigt und im Sinne des UVP-G als humanmedizinisch unzumutbar eingestuft wird... Die neue Geruchszahl muß in den Flächenwidmungsplänen festgelegt werden (die entsprechenden Änderungen der Raumordnungsgesetze sind bereits in Vorbereitung) und damit Verbindlichkeit erlangen. Dann wird sich auch für die Baustoffindustrie ein neues Aufgabenfeld erschließen: wenn es gelingt, das Mauerwerk eines Schweinestalles mit zulässiger Geruchszahl 11 (Gülle) nach Chanel N° 5 (381) duften zu lassen, ist die entsprechende Festlegung im Flächenwidmungsplan erfüllt. Die Geruchstönung der Mauern bzw. des Daches anstelle von 11 eher in Richtung 4711 (Hühnerfarm) vorzunehmen, ist nur in Ausnahmefällen zulässig und bedarf eines vorherigen Feststellungsverfahrens.

    Auch so kann man heimische Arbeitsplätze sichern ...
     
     
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    So, 26. November 2006
    AKUTE UMWELTGEFÄHRDUNG IM ADVENT
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    Empirische Untersuchungen zeigen in den letzten Tagen ein dramatisches Ansteigen des weihnachtlich gewichteten und an einem repräsentativen Median hochgerechneten Dreiviertelstunden-Halbmonatsmittelwertes der PM-10 Werte. Sofortige Analysen durch die Experten der GRUPPEPLANUNG haben ergeben, daß insbesondere in der Nähe von Räumen, in denen Kinder vorzugsweise ihren (oft verbotenen) Aufenthalt nehmen, eine unverantwortlich hohe Konzentration der gefürchteten weißen Zuckerfeinstäube bemerkt werden mußte. Weiters zeigte das Anzünden der Adventkerzen (insbesondere der rosafarbenen zu Gaudete) in analoger Form (also mit echtem Feuer und so) ein katastrophales Überschreiten der PM-10 Grenzwerte.

    Als einzig wirksame, jedoch verblüffend einfache Maßnahme gegen diese Gesundheitsgefährdung unserer Kleinsten stellte sich heraus, daß bereits durch die Verwendung von normalem, griffigem statt extrafeinem Mehl bei der Weihnachtsbäckerei sowie das gänzliche Vermeiden von Staubzucker eine wesentliche Reduktion der Feinstaubbelastung erreicht werden kann. Weiters kann nach einem update altertümlicher Wachskerzen durch digitale, (atom)strombetriebene Elektrokerzen ein gewichtiger Beitrag zu strahlenden, die Kinderherzen wärmenden und vor allem feinstaubfreien Weihnachten geleistet werden.

    GRUPPEPLANUNG wünscht allen Kunden und Partnern ein frohes, umweltverträgliches Fest!
     
     
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    Di, 14. November 2006
    ATOMFREIES ÖSTERREICH - ?
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    Außer der alten, kleinen Versuchsanlage der TU Wien im Prater gibt es in ganz Österreich keinen nuklearen Reaktor mehr. Es gibt auch keinen Atomstrom bei uns, denn an den Staatsgrenzen werden die verseuchten Ströme aus den Leitungen geholt und - schwuppdiwupp, hast Du’s nicht gesehen - wieder in ihre Herkunftsländer abgeschoben. Wenn notwendig, werden diese Rücktransporte auch unter Begleitung im Frachtraum von Flugzeugen durchgeführt.

    Unsere Teuren sind glücklich, denn sie haben ihren Wählern ja immer ein atomfreies Österreich versprochen - und gehalten. Da brauchen wir sich auch nicht den Kopf über ein allfälliges Endlager zu zerbrechen, wo es doch keinen Atommüll gar nicht gibt. Sollen sich die Deutschen mit den Franzosen über ihre Castor-Transporte und die nicht vorhandenen Endlager streiten - tu felix Austria, strahle auch ohne! So weit, so gut. Nur - wie kommen dann Jahr für Jahr in Österreich 20 t (!) radioaktiver Abfall zustande? Und wo wird der endgelagert?

    Bei uns jedenfalls nicht, denn wir sind ja atomfrei! Bei die Anderen? Geht auch nicht, weil es hapert überall an Endlagern - und andere Staaten für die Beseitigung des strahlenden Mülls aufkommen zu lassen, ist auch unfair, abgesehen davon, dass die dortige Bevölkerung das auch nicht gerne haben würde. Was tun also? Ganz einfach: wir stellen zu den derzeit in Seibersdorf schon "zwischengelagerten" 9.700 Fässern mit Atommüll die jährlich anfallenden 60 - 70 Fässer dazu und hoffen auf bessere Zeiten. Dann haben die Nachfolger unserer Teuren das Problem und sollen schauen, wo sie bleiben.

    Schön, dass wir heute in Österreich atomfrei sind!
     
     
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    Di, 14. November 2006
    DAS WAR DAS BÜROFEST
    Beitrag von Büro Dr. Paula
    Ein Höhepunkt des Abends waren die Festreden der ersten fünf Auftraggeber von Dr. Luzian Paula.

    >> Die besten Fotos vom Fest können Sie hier sehen.
     
     
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    Mo, 13. November 2006
    FUSSBALL-EM 2008 GEFÄHRDET
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    Das nennt man gender-mainstreaming: In einer Wiener Bezirksvertretung wurde der Antrag eines/r Grünen Politikers/in eingebracht, die für 2008 vorgesehene Fußball-Europameisterschaft in Wien abzusagen. Als Begründung wurde angeführt, - nein, nicht dass die U-Bahn vielleicht nicht fertig sein würde oder die Organisation zu viel Geld verschlingt oder wüste Ausschreitungen betrunkener Hooligans zu befürchten seien oder gar - horribile dictu - das Dienstleistungsgewerbe den internationalen Anforderungen eines solchen Großereignisses nicht gerecht werden könne.

    Nein, es geht vielmehr ans Eingemachte und um’s Prinzip: so eine Fußballveranstaltung ist nämlich laut Bezirksvertreter/innenantrag FRAUENFEINDLICH!

    Und deshalb gehört sie abgesagt!

    Im Übrigen bin ich der Meinung, dass die unsäglichen Damen-Schirennen und das Synchronschwimmen der Mädchen oder gar das meist unisexe Damentennis aus männerfeindlichkeitsvermeidenden Gründen überdacht gehören. Wird sich doch wohl ein BezirksvertretER finden lassen, der einen diesbezüglichen Antrag stellt ...
     
     
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    Fr, 10. November 2006
    PAULA IM UNTERGRUND
    Beitrag von Administrator
    Dieser ist insgesamt 3,5 Kilometer lang und kann bis zu 110.000 Kubikmeter Abwasser speichern - der Betrieb wird noch im September aufgenommen.

    Der Wiental-Kanal soll verhindern, dass bei Regenfällen Schmutzwasser aus den Abflüssen in den Wienfluss geschwemmt wird.

    Weitere Infos: www.wien.gv.at 
     
     
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    Fr, 13. Oktober 2006
    DRAISINENFAHRT IM BURGENLAND
    Beitrag von Büro Dr. Paula
    Während der Fahrt konnten interessante Informationen über diese touristische Einrichtung eingeholt werden.

    In der Gemeinde Mistelbach soll in den nächsten Monaten auch eine Draisinenstrecke zwischen den Leiserbergen und Mistelbach verwirklicht werden.
     
     
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    Fr, 29. September 2006
    STERREICHISCHER INGENIEURTAG 2006
    Beitrag von Büro Dr. Paula
    Die Beteiligten waren sich einig, dass Infrastrukturmaßnahmen sowohl in der Bauphase als auch nach Fertigstellung wesentliche Faktoren für die Wirtschaftsentwicklung darstellen. Weitere spannende Diskussionspunkte waren die Strategische Prüfung Verkehr (SP-V), Möglichkeiten zur Verkehrsvermeidung und die Frage, ob eine Grundversorgung im öffentlichen Verkehr möglich bzw. sinnvoll sei.
     
     
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    Do, 08. Juni 2006
    MARCHÜBERGANG AN DER S 8
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    Durch eine kühne höhenmäßige Festlegung der Nivellette zwischen Bisamberg und Kleinen Karpathen konnte eine Verträglichkeit mit dem natura-2000 Schutzgebiet der March-Thaya-auen sichergestellt werden.

    Zugleich bildet der Notabstieg im Raum engelhartstetten in Form doppelt gewendelter Rampen eine imposante vertikale landmark als Attraktion für den Tourismus im doch eher flachen Marchfeld. Neuland für die Behörde ist allerdings die Verordnung eines Bundesstraßenplanungsgebietes nach § 14 BSt-G in einer Höhe von mehreren Hundert Metern über Grund. Allerdings braucht dadurch auf Raumwiderstände nicht mehr Bedacht genommen werden, was zu einer weiteren Verfahrensbeschleunigung führen wird.

    Die neue Brücke muß lediglich als Luftfahrthindernis signalmäßig beleuchtet werden.
     
     
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    Fr, 12. Mai 2006
    FACHGUTACHTEN RAUMPLANUNG IN DER UVE/UVP
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    UVE B 301 - Siedlungs- und Wirtschaftsraum (Fachbeitrag Raumplanung) Die Errichtung und der Betrieb von hochrangigen Infrastrukturen (Eisenbahnen, Autobahnen und Schnellstraßen, Flughäfen etc.) haben nicht nur unmitelbare Auswirkungen auf die angrenzende Umgebung, sondern ziehen auch strukturelle Veränderungen in einem größeren Raum nach sich. Insbesondere Hochleistungsstraßen mit einer hohen Dichte nahe aneinander liegender Anschlußstellen verändern das Raumgefüge durch geänderte Erreichbarkeitsverhältnisse nachhaltig. Dieser Tatsache wurde in der Umweltverträglichkeitseklärung im Fachbeitrag Raumplanung entsprochen.

    Bereits die Abgrenzung des Untersuchungsraumes erfolgte so, dass den erwarteten strukturellen Auswirkungen entsprochen wurde. Neben einem "funktionalen" Untersuchungsraum, der neben Wien auch die nördlich der Donau angrenzenden Gemeinden umfasste, im Süden entlang der A 2 bis Traiskirchen, im Südosten bis Ebreichsdorf und im Osten bis zu den Gemeinden entlang der B 60 reichte, wurde ein "weiterer" und ein "enger" Untersuchungsraum definiert. Ersterer deckte sich mit jenem Gebiet, das auch den Verkehrsuntersuchungen zugrunde gelegt wurde und den Raum zwischen A 4, A 2 und B 11 (Mödlinger Straße von Laxenburg bis Schwechat) umfasste. In diesem Gebiet waren auch die wesentlichsten direkten Auswirkungen durch Verkehrsverlagerungen und die damit verbundene Entlastungswirkung der Ortskerne einerseits sowie die gravierendsten Veränderungen in der Standortgunst andererseits zu erwarten. Der "engere" Untersuchungsraum war durch die Standortgemeinden der S 1 (B 301) definiert, allerdings eingeschränkt auf die dem Straßenverlauf zugewandten Siedlungen bzw. Siedlungsteile.

    Unbestritten ist, dass strukturelle Auswirkungen der Straße auch längerfristig weit über den Prognosehorizont (2015) und das Untersuchungsgebiet hinaus erwartet werden können. So ist an eine massive Verbesserung in der Standortgunst des Marchfeldes und der nördlichen Wiener Bezirke zu denken, wenn es zu einer zusätzlichen Donauquerung mit der geplanten Verlängerung der S 1 nach Norden kommt (Regionenring). Die Attraktivität der transdanubischen Gebiete für Betriebsansiedlungen und Wohnbauten wird deutlich zunehmen. Zugleich ist eine Entlastung des überhitzten Wiener Südraumes zu erwarten. Des einen Leid, des anderen Freud: die heute noch niedrigeren Bodenpreise nördlich der Donau werden ansteigen, im Süden kann eine Stabilisierung des Preisniveaus eintreten. Die wachsende Wohnbevölkerung im Norden erfordert aber auch vermehrt Investitionen in den Öffentlichen Verkehr. Eine Spirale gegenseitiger Beeinflussungen beginnt sich zu drehen ... Wie das angeführte Beispiel zeigt, gilt es bei der Beurteilung der Auswirkungen der S 1 somit auch weit in die (strukturelle) Zukunft der Raumentwicklung zu denken, wobei die mathematische Exaktheit der Prognosen naturgemäß mit der Zunahme des Prognosezeitraumes abnehmen muß. Dem war bei der Erstellung des Fachbeitrages Raumplanung in der Umweltvertäglichkeitserklärung Rechnung zu tragen.

    Zur Vermeidung von Scheingenauigkeiten wurde überwiegend die Methode der qualitativen Bewertung angewandt. Externe Unwägbarkeiten, wie andere Großinvestitionen können aber jederzeit die Ergebnisse wieder verändern. Dies soll an einigen Beispielen gezeigt werden: die Errichtung des Güterterminals Wien-Inzersdorf war am Beginn der Planungsarbeiten für die B 301 als Gegebenheit anzunehmen, es wurde sogar eine eigene Anschlußstelle mitgeplant. Im Laufe des UVP-Verfahrens wurde das Projekt jedoch zurückgezogen und wird derzeit nicht weiter verfolgt. Dafür wird seitens der Stadt Wien eine neue Verbindungsspange zwischen der A 23 Südost Tangente und der neuen S 1 in diesem Raum geplant (diese neue Verbindung wurde 2006 nach erfolgter Strategischer Prüfung-Verkehr in das Verzeichnis der Bundesstraßen aufgenommen). In Rothneusiedl, wo zum Zeitpunkt der Erstellung des Fachgutachtens keine bauliche Erweiterung oder Verdichtung gemäß Planungsabsicht der Stadt Wien anzunehmen war, wird heute über die Errichtung eines Fußballstadions, eines großen Einkaufszentrums und die Verlängerung der U-Bahn nach Süden nachgedacht. Jede dieser Einrichtungen ist schon für sich alleine geeignet, die Raumstruktur wesentlich zu verändern. Nördlich der Donau wurde eine neue Straßenverbindung, die S 8 Marchfeld Schnellstraße als Verbindung zwischen Wien und Bratislava in das Bundesstraßengesetz aufgenommen. Ihre Errichtung wird auch auf die S 1 Auswirkungen haben und die Raumstruktur wieder wesentlich umgestalten. Und wenn das Land Niederösterreich im Südraum seine restriktive Regionalpolitik aufgibt und die Gemeinden wieder neues Bauland widmen dürfen, sind auch hier massive Veränderungen zu erwarten.

    Eine exakte Prognose der räumlichen Entwicklung mit genauen Zahlen der zu erwartenden Einwohner und Beschäftigten für einen Zeitraum der nächsten 20 Jahre ist demnach unseriös. Im Zuge der Umweltverträglichkeitserklärung war daher auf diese Unwägbarkeiten Bedacht zu nehmen und die Auswirkungen der Straße in einer möglichen Bandbreite der Entwicklung abzuschätzen, was als durchaus gelungen bezeichnet werden kann. Der am Beginn der Arbeiten vorhandene Widerstand in Politik, Fachwelt und Bevölkerung gegen die neue Straßenverbindung konnte durch Offenlegung aller Unterlagen und Annahmen in einem langwierigen Diskussionsprozeß weitestgehend ausgeräumt werden. Waren zu Beginn der Arbeiten in den 90er-Jahren noch bei jeder Veranstaltung mehrere hundert Gegner anwesend, sank der Widerstand beim Spatenstich im Jahre 2001 bereits auf eine kleine Gruppe von Demonstranten. Und bei der feierlichen Eröffnung im April 2006 waren alle (auch die Politiker) immer schon dafür und kein einziger Gegner mehr auszumachen.

    Es wurde alles zu Wonne und Grießschmarren ...
     
     
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    So, 30. April 2006
    HABEMUS S 1
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    Es ist erreicht und weißer Rauch steigt auf: am 28. April 2006 wurde die S 1 Wiener Außenring Schnellstraße zwischen Vösendorf (A 2 Süd Autobahn) und Schwechat (A 4 Ost Autobahn) dem Verkehr übergeben. 15 Jahre nach Beginn der Planungsarbeiten und 35 (!) Jahre nach Definition dieser Straßenverbindung im Bundesstraßengesetz konnte die Verkehrsfreigabe gefeiert werden. Und schon wenige Stunden nach der Eröffnung war die erste Bewährungsprobe zu bestehen, da nach einer Totalsperre der A 23 auf Grund eines Unfalles der gesamte Umleitungsverkehr über die neue S 1 geführt wurde.

    Nach ersten Zählungen wurde das neue Straßenstück an seinem ersten Betriebstag von rd. 20.000 Fahrzeugen (DTV) benützt. Lang hat’s gedauert, um von der Idee einer Südrandstraße über die Planung durch die immer umfangreicheren Verfahren und gegen die massiven Proteste bis zur Baudurchführung zu kommen. Nur der Bau selbst ging dann rasch: der ursprünglich für das Jahresende 2006 vorgesehene Fertigstellungstermin konnte um rd. 8 Monate unterboten werden. Die lange Vorlaufzeit dokumentiert der folgende historische Rückblick: In einer städtebaulichen Studie aus dem Jahr 1949 (!) ist bereits - scheinbar in Abwandlung großdeutscher Planungsideen eine "Autobahn London " Instanbul- mit Trassenführung südlich an Wien vorbei enthalten. Das Bundesstraßengesetz 1971 enthielt eine "Außenring Autobahn A 21", die von der West Autobahn bis zur Ost Autobahn reichen sollte, von der jedoch nur die Strecke zwischen der A 1 West- und der A 2 Süd Autobahn realisiert wurde. Im Abschnitt zwischen Süd- und Ost Autobahn erfolgten damals bereits Grundeinlösen für die Fortführung der A 21, allein die gesellschaftliche Grundstimmung nach der (negativen) Volksabstimmung über das Atomkraftwerk Zwentendorf, die leeren Staatskassen und die geschickt aufgebauten Widerstände einzelner Gemeinden verhinderten deren Umsetzung. Nach den Ereignissen von Hainburg (Widerstand in der Stopfenreuther Au gegen das geplante Donaukraftwerk) verloren unsere Politiker jeden Mut zu langfristigen Planungen und möglichen Konfrontationen zur allmächtigen "Kronen Zeitung", sodaß in der BStG-Novelle 1986 die Rückstufung der Autobahn A 21 zur "harmlosen" Bundesstraße B 301 erfolgte. Und als dann das Land Niederösterreich in seinem Landesverkehrskonzept aus 1991 explizit die Nennung einer Autobahnverbindung zwischen Süd und Ost Autobahn vermied und nur mehr von "lokalen Umfahrungen" in diesem Raum sprach, schien das Schicksal dieser Straße endgültig besiegelt. Erstaunlicherweise befanden es dann 1994 die Herren Landeshauptleute von Wien und Niederösterreich, Zilk und Pröll, dennoch für opportun, eine B 301 bauen zu lassen, nachdem man sich in langwierigen Verhandlungen auf eine Trasse geeinigt hatte, die haarscharf entlang der Landesgrenze geführt wurde und somit keines der Bundesländer zu Lasten des anderen über Gebühr strapazierte. Als solche wurde sie auch dem Umweltverträglichkeitsprüfungsverfahren unterzogen. Erst die BStG-Novelle 2002 brachte wieder die Einstufung als Bundesstraße als S 1 Wiener Außenringschnellstraße. Und heute bejubelt dieselbe Kronen Zeitung die Verkehrsfreigabe bei gleichzeitiger Kritik an der langen Planungsphase ... Chronologie der Planungsarbeiten:

    1991: Generelle Studie (Bewertung von 48 Trassenvarianten)

    1994: Verkehrskonzept Südraum Wien im Auftrag der PGO mit Festlegung auf den "Planfall 3", bestehend aus einer B 301 mit zugleich verstärktem Ausbau des Öffentlichen Verkehrs

    1994: Generelles Projekt B 301, Umwelt- und Raumuntersuchung

    1995 - 1996: Umfassende Informationsarbeit im Planungsraum mit zum Teil massiven Widerständen einzelner Gruppen und Personen April

    1996: Konzept zur Umweltverträglichkeitserklärung (Verf. WERNERCONSULT / BÜRO DR. PAULA), eingereicht beim Bundesministerium für wirtschaftliche Angelegenheiten

    Dezember 1997: Umweltverträglichkeitserklärung zur B 301 (Verf. WERNERCONSULT / BÜRO DR. PAULA), eingereicht beim BMWA

    Jän. 1998 - Nov. 1998: Prüfung des Projektes durch die Gutachter der Behörde, Erstellung des Umweltverträglichkeitsgutachtens

    Dezember 1999: Fünftägige öffentliche Erörterung des behördlichen Umweltverträglichkeitsgutachtens im Austria Center mit begleitenden massiven Protesten

    10. November 2000: Erlassung § 4 Verordnung nach Bundesstraßengesetz danach bis Okt. 2002: Nachfolgende Rechtsverfahren (Wasserrecht, Naturschutzrecht, Eisenbahnrecht, Forstrecht etc.) mit nur mehr lokalen Protesten

    Okt. 1998 - Okt. 2002: Grundeinlösung und Erwerb der Grundstücke für die Trasse der B 301 ohne wesentliche Widerstände

    Dez. 2000 - Jan. 2006: Durchführung eigener UVP - Verfahren für jede einzelne Anschlussstelle (Auf- und Abfahrten); Vorarlberger Allee, Laxenburgerstraße, Rothneusiedl, Rustenfeld, Rannersdorf, Schwechat Süd (Zwölfaxing) und Schwechat Ost (Kugelkreuz) bei sinkendem Interesse der Öffentlichkeit ("wann baut’s denn endlich?")

    21. Okt. 2001: Spatenstich bei Schwechat (Forstinger, Häupl, Pröll) mit nur mehr wenigen, aber lautstarken Protesten Nov.

    2001 - Mai 2006: unproblematische, zügige Baudurchführung

    Dezember 2004: Verkehrsfreigabe des ersten Abschnittes in
    Schwechat

    27. April 2006: Offizielle Eröffnung im Tunnel Vösendorf (Schüssel, Gorbach, Pröll, Schicker) ohne jeden Protest 28. April

    2006: Verkehrsfreigabe der gesamten Strecke zwischen Süd und Ost Autobahn bei allgemeinem Jubel Von den ersten konkreten Planungsarbeiten auf der Grundlage des damals geltenden Bundesstraßengesetzes bis zur Verkehrsfreigabe sind somit 15 Jahre vergangen. Und 35 Jahre seit der erstmaligen Aufnahme dieser Straßenverbindung in das Bundesstraßengesetz 1971 ...

    Jetzt kann man nur mehr darauf hoffen, dass unsere hohen Verantwortlichen nicht der Mut verlässt und die Arbeiten an der Fertigstellung des Autobahnringes um Wien zügig vorangetrieben werden.
     
     
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    Fr, 07. April 2006
    HOCHWASSER AN DER MARCH
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    Hochwasser - und kein Ende ...

    ... der leidigen Diskussion darüber, wer nun an dem langen Genehmigungsverfahren zur Errichtung des verbesserten Hochwasserschutzes entlang der March schuld ist. Sind es wirklich die geschützten Biber oder andere Querulanten, die wertvollen Schwarzstörche bei Marchegg, die Grünen im allgemeinen oder aufmüpfige Bürger überhaupt, die böse (Bundes)Wasserstraßendirektion, die sich jetzt so schlank "via donau" nennt oder gar die ärmelschonerverzierte (Landes)UVP-Behörde, die einem raschen Baubeginn entgegenstehen? Wir wissen es nicht, würde Kurt Ostbahn sagen ...

    Zur Erinnerung kurz die Fakten: der Hochwasserschutz entlang der March in Niederösterreich stammt in seiner Grundkonzeption aus der Zeit, als die Kaiser-Ferdinands-Nordbahn von Wien mach Krakau in Rekordzeit geplant und gebaut wurde (ab 1837, wie man eh’ weiß). "Recta sequi" war der Planungsgrundsatz dieser Bahnlinie und wird noch heute bewundert. Weitläufige Flußschlingen der March wurden kurzerhand durchschnitten und mit Dämmen gesichert. In der zweiten Hälfte des 20. Jhdts. haben diese Dämme aber immer weniger dem immer rascher werdenden Abfluß aus Tschechien standgehalten, sodaß es bereits 1965 zu verheerenden Überschwemmungen in Österreich und der Slowakei gekommen ist. Und nach dem Großereignis von 2002 haben die Slowaken (damals noch nicht EU-Mitglied) rasch und entschlossen ihren Hochwasserschutz erneuert - was natürlich zu einer höheren Belastung der Dämme am österreichischen Ufer geführt hat, sodaß auch bei uns Handlungsbedarf entstand. Ein Projekt wurde erstellt - und die Mühlen der Zuständigkeiten begannen zu mahlen ...

    Da die March blöderweise als schiffbares Bundesgewässer gilt, ist die (bundeseigene) via donau für das Hochwasserschutzprojekt zuständig. Und für die erforderliche Umweltverträglichkeitsprüfung ist als Behörde das Land vorgesehen. Und weil die March-Auen natürlich ein natura-2000 Schutzgebiet sind, haben Sachverständige und Umweltschutzorganisationen ein gewichtiges Wörtlein mitzureden. Der Gutachterkrieg konnte beginnen - Verzögerungen sind die systemimmanente Folge. Und weil das ganze Gebiet auch noch am äußersten Rande Österreichs liegt und (relativ) wenige Menschen betroffen sind, fanden sich bislang auch nur wenige Hochrangige, die dem laufenden Verfahren ein Feuer unter dem Sessel anzündeten. Bis halt das Wasser wieder einmal schneller war.

    In Tarockanien hat in solchen Fällen der Sküs helfend eingegriffen, aber bei uns wird halt leider nur mehr selten Tarock gespielt ...
     
     
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    Fr, 24. März 2006
    REGULIERUNGSPLÄNE UND IHRE VORLÄUFER
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    Eine schöne Legende besagt, dass im Mittelalter der Herzog mit quergelegter Lanze durch die Stadt geritten ist und überall dort, wo er an einem Haus anstreifte, dieses zurückgesetzt bzw. geschleift werden musste. Dadurch würden sich auch die schönen, vorkragenden Obergeschosse und Erker erklären lassen, die manches alte Stadtbild heute noch prägen ...

    Wie immer steckt in jeder Legende ein Körnchen Wahrheit, allerdings muß man der Geschichte auf den Grund gehen. Natürlich erfordert das menschliche Zusammenleben in einer Gesellschaft allgemein anerkannte Regeln und dies gilt auch für das Bauen bereits seit alters her. Schon im ersten Buch Mose des Alten Testamentes sind klare bautechnische Regeln (z.B. über die Standfestigkeit der Häuser oder das Einfriedungsgebot von Dachterrassen) enthalten, deren Nichteinhaltung allerdings noch drakonisch bestraft wurde.

    Römische Straßenbreiten und technische Vorschriften über die Hypokaustheizungen lassen bereits brandschutztechnische Überlegungen erkennen. Und unsere mittelalterliche Story von der quergelegten Lanze ist natürlich nichts anderes als der Versuch, ein Mindestmaß an Brandschutz in den engen Städten zu erreichen. Weil es immer wieder zu verheerenden Großbränden kam, war auch der Beruf des Rauchfangkehrers sowie die Verpflichtung zur regelmäßigen Feuerbeschau für die Gesellschaft lebenswichtig. Die Neuzeit brachte zunehmend schriftliche Vorgaben und Bausatzungen, bis im 19. Jhdt., verursacht auch durch das explosionsartige Wachstum der Städte erste Bauordnungen erlassen wurden, in denen das Instrument des "Regulierungsplanes" auftaucht. Inhaltlicher Schwerpunkt war noch immer die Erreichung eines höheren Brandschutzes durch entsprechende Abstandsregeln und die Anordnung von Feuermauern, aber auch bereits hygienische Aspekte. Die geforderte Einhaltung von Mindestabständen zum Nachbarn, die Festlegung von Straßenbreiten, aber auch die Einführung von Begriffen wie Belichtung und Belüftung in das Baurecht zeigt den langsamen Wandel hin zu den heutigen Bauordnungen und ihren Regelwerken, dem Bebauungsplan. In Österreich erfolgte dann in der zweiten Hälfte des 20. Jhdt. eine klare Kompetenzfeststellung und eine Strukturierung der Planungs- und Baugesetzgebung. Das in der Planerwelt berühmte Erkenntnis des Verfassungsgerichtshofes aus dem Jahre 1954 legte erstmals fest, daß die Raumplanung Angelegenheit der Bundesländer ist und die örtliche Raumplanung und die Baupolizei in die Kompetenz der Gemeinde fallen. Darauf aufbauend haben alle Bundesländer entsprechende gesetzliche Regelungen für die Landesplanung, die Gemeinde- und die Bebauungsplanung erlassen.
     
     
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    Sa, 18. März 2006
    EINFAMILIENHÄUSER UND KEIN ENDE
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    Ein eigenes Haus, ein eigener Herd ...

    ... ist, wie man im Faust nachlesen kann, gar manchem Vieles wert.

    So viel wert nämlich, daß angeblich 84% der Bevölkerung das Einfamilienhaus als ihre persönlich bevorzugte Wohnform ansehen.

    Selbstverständlich freistehend, in ruhiger Lage, wenn geht am Waldrand und möglichst weit weg von allen Nachbarn. Natürlich ungestört von einer Autobahn oder stark befahrenen Straße, ohne lärmende Eisenbahn in der Nähe und ohne Luftkorridor über dem Kopf. Klarerweise ohne Ozon- und Feinstaubbelastung - so wie man sich halt das Wohnen am Lande vorstellt. Selbstverständlich mit tadelloser Wasserversorgung, Kanalisation und pünktlicher Schneeräumung.

    Die Schule für die Kinder, der Greißler und der eigene Arbeitsplatz müssten aber bitte schön gleich um’s Eck sein und der Autobus sollte zumindest im Halbstundentakt bis Mitternacht verkehren und eine Haltestelle vor der Tür haben.

    Dort sollen aber nur wir aus- und einsteigen dürfen - und keine lärmenden Nachbarn. Und dann möchte man klarerweise noch der Letzte gewesen sein, der in dieser Grünruhelage sein Traumhaus hat errichten dürfen ...

    Ganz im Ernst: der ungebrochene Boom zum Einfamilienhaus bereitet zunehmend Probleme in Gegenwart und Zukunft. Zuerst werden mit Hilfe der räumlich undifferenziert verteilten Wohnbauförderung die Leute an die Peripherie und weit darüber hinaus getrieben, denn dort sind die Baugründe billig und ums Geld der Förderung kann man schon den Keller (selber) bauen. Dann muß man nur mehr das schwere Los des Pendelns zum Arbeitsplatz mittels Pendlerförderung und -pauschale erleichtern und darüberhinaus auch noch den Öffentlichen Verkehr massiv subventionieren. In Niederösterreich bekommen jetzt auch noch diejenigen mehr Förderung, die sich in Gemeinden mit starker Abwanderung ansiedeln. Damit sichern wir zwar die Arbeitsplätze der lokalen Abgeordneten, aber die Raumstruktur wird dadurch nicht verbessert.

    Die Allgemeinheit lässt sich das Glück des Einzelnen im Grünen somit ganz schön was kosten! Und wenn die ehemals jungen Häuselbauer alt werden, dann explodieren auch noch die Kosten für die flächendeckende medizinische Versorgung.

    So erfreulich aus architektonischer Sicht auch die Tatsache ist, daß Einfamilienhäuser nicht mehr nur aus Katalogen stammen, sondern von Architekten geplant und energieoptimiert werden, so sehr muß klar sein, daß das "beste" Haus am falschen Platz (= ungünstiger Standort) jedenfalls ein "schlechtes" Haus ist.
     
     
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    Do, 09. März 2006
    VERBUND FORSCHUNGSFORUM
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    Europa wächst zusammen und das ist gut so.

    Die Planung von hochrangigen Infrastrukturen (Eisenbahnen, Straßen, Hochspannungsleitungen etc.) erfolgt grenzüberschreitend und zwischen den EU-Mitgliedern großräumig akkordiert. Europa besteht aber nach wie vor aus souveränen Nationalstaaten, die peinlich darauf bedacht sind, ihre staatlichen Strukturen zu konservieren. Historisch gewachsene Kompetenzverteilungen und gesetzliche Regelungen in den einzelnen Mitgliedsstaaten unterscheiden sich teilweise grundlegend und erschweren die Planung und rasche Genehmigung von Infrastrukturen mit übernationaler Wirkung. In einzelnen Staaten kommen dann noch binnenföderal bedingt unterschiedliche Gesetzesregelungen innerhalb der jeweiligen Länder hinzu. Wünschenswert wäre eine europaweite Harmonisierung der Umwelt- und Planungsgesetzgebung für hochrangige Infrastrukturen sowie eine abgestimmte Vorgangsweise bei den Genehmigungsverfahren.

    Denn sonst kann es passieren, daß auch in Zukunft z.B. eine international wichtige Straßenverbindung am Naturschutzgesetz eines kleinen österreichischen Bundeslandes scheitert ...
     
     
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    So, 05. März 2006
    AMSEL, DROSSEL, FINK UND STAR ...
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    Jetzt kommen sie alle, die lang ersehnten Frühlingsboten.

    Unsere gefiederten Freunde, normalerweise den Frühling und somit das Erwachen heiterer Gefühle anzeigend, bringen diesmal bange Sorgen mit sich. Was tun, wenn zwar die Katzen eingesperrt sind und somit keinen der infizierten Vögel fressen können, die Freilandhühner unter Ausnutzung schon bisher bestehender Ausnahmeregeln unter Dach auch weiterhin ihre gesunden Freilandeier legen können, sogar die Hunde demnächst an das Katzenklo gewöhnt werden müssen - und somit endlich nicht mehr die Gehsteige vollscheißen können (nichts Schädliches, was nicht nebenher auch nützen möcht’ &tc.) -, uns aber so ein kleiner Piepmatz auf den Hut macht?

    Wir werden uns mit der lückenlosen Verwendung von Ganzkörperkondomen vertraut machen müssen ...
     
     
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    Fr, 24. Februar 2006
    PENDELN MACHT KRANK
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    Eine neue Studie der Arbeiterkammer kommt zu dem Ergebnis, daß der tägliche Streß durch das Pendeln den Pendler krank macht. Nun ist das Pendeln aber nach der allgemeinen Lebenserfahrung keine gottgewollte oder von den Regierenden angeschaffte Tätigkeit, der man sich nicht entziehen kann, sondern eine überwiegend selbstgewählte*) Sache, die noch dazu allerhöchst gefördert wird. Zuerst wird eine Wohnbauförderung in reichem Maße ausgeschüttet, damit man sich ein Haus im Grünen bauen kann, das möglichst weit vom Arbeits(leid)platz entfernt ist. Dann wird zur Minderung des Standortnachteils eine beachtliche steuerliche Pendlerförderung gewährt und danach, damit man sich die Entfernungsüberwindung auch leisten kann, fördern wir auch noch den Öffentlichen Verkehr und seine Tarife überreichlich. Und dann beklagen sich die Leute, daß sie im Auto im Stau stehen müssen und davon krank werden.

    Im bösen Amerika schaut die Sache freilich anders aus: dort zieht man seinem Arbeitsplatz nach und wenn man woanders einen besseren Job findet, verkauft man sein Haus oder tauscht es gegen ein anderes ein. Dann kann man beim Pendeln aber auch nicht krank werden ...

    _______________________________ *)

    Unvergesslich sind in diesem Zusammenhang die goldenen Worte des ehem. Bürgermeisters von Großpetersdorf und Bgld. Landesrates Krutzler aus den 70er-Jahren auf die Frage, warum so viele Leute lieber ins ferne Wien pendeln, anstatt zu Hause zu arbeiten: "Da Peindla peindelt, weul er si von seina Olden ned aunschauffn loßt, wos er orweiden sull."
     
     
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    Sa, 11. Februar 2006
    EIN TYROLER POSSENSPIEL
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    Ein Tyroler Possenspiel ...

    stellt meistens schönes, altes Brauchtum dar und kann erfreulich sein.

    Die Posse um das vom Finanzminister zu mieten gewünschte sogenannte Bauernhaus in Kitzbühel ist dagegen mehr als eine peinliche Provinzposse, - sie ist ein Trauerspiel erster Güte aus dem schönen Tyrol. Und sie gibt beredtes Zeugnis, wofür Raumplanung - nicht nur im Tyrol - oftmals herhalten muß ... Wer das Bild des in Rede stehenden neugebauten und alle musealen Anforderungen übertreffenden Hofes bei Kitzbühel gesehen hat, weiß, daß hier keine Landwirtschaft mehr betrieben werden wird und auch in Zukunft nicht mehr betrieben werden kann. Kein echter Landwirt, der auch nur den Funken einer wirtschaftlich notwendigen Nutzung seines Betriebsgebäudes im Auge hat, errichtet ein - zugegeben - formschönes museales Gebäude im Stil des vorvorvorigen Jahrhunderts, um darin die Landwirtschaft im Sinne der Sozialromatik vergangener Zeiten zu betreiben. Er müsste wegen fahrlässiger Krida dem Konkursrichter vorgeführt werden. Nur die reichlich obskuren Bestimmungen des Tyroler Raumordnungsgesetzes ermöglichen es, einen solchen Neubau im Grünland zu errichten, wenn damit die Fiktion einer "echten" landwirtschaftlichen Nutzung vorgeblich nachgewiesen werden kann.

    Und da wird von der Behörde geprüft, ob der Wohnraum mit dem Herrgottswinkel wirklich nur die vorgeschriebenen max. 47,5 m² groß ist und ob in der Küche auch ein echter gemauerter Herd mitsamt dem vorgeschriebenen Wasserschiff ist anstatt einer neuzeitlichen Warmwasserbereitung durch Photovoltaik und ob in dem vorgeschriebenen Stall auch wirkliche Schweine (natürlich nur alte Rassen, die heute keiner mehr kennt) sind und ob die Wiesen auch wirklich noch mit einer handgedengelten Sense aus norischem Eisen, vorzüglich aus Steyr, gemäht werden und überhaupt ... Und dann prüfen die tyroler Behörden, ob ein Mensch, der nicht schon mit einer krachledernen Hosen auf die Welt gekommen ist und strafverschärfend auch nicht ordentlich kkkrächzzzen kann, einen solchen Hof (ohne jede landwirtschaftliche Notwendigkeit im Grünland völlig neugebaut, wohlgemerkt) überhaupt mieten darf. Bedenkt man, daß wir in Österreich bereits darüber nachdenken müssen, wie wir die gut und intensiv nutzbaren landwirtschaftlichen Gunstlagen östlich der Kitzbüheler Alpen aus der Produktion nehmen, zeigt das tyroler Beispiel schön auf, wofür die Raumplanung - ob man den Finanzminister nun mag oder nicht - gerne herangezogen wird ...
     
     
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    Mo, 06. Februar 2006
    SCHNAPS, DROSSELN UND EXPERTEN
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    Mitte Jänner haben uns amtlich ausgewiesene UmweltexpertInnen mit schriller Stimme und großer Ernsthaftigkeit erklärt, daß nur die moderne Architektur mit ihren spiegelnden Glasfassaden den seltenen Seidenschwänzen jüngst zum tödlichen Schicksal wurde. Abgesehen davon, daß die Vögel nur deshalb so selten sind, weil sie normalerweise nicht bei uns leben, haben auch die wirklich selten gewordenen (früher Krammetsvögel genannten, wohlschmeckenden und daher gerne gegessenen) Wacholderdrosseln den Tod durch Genickbruch an spiegelnden Fensterscheiben aus anderer Ursache gefunden. Nach Meinung der ExpertInnen war jedoch eineindeutig klar, was zu tun sei: sofortiger Rückbau aller Hochhäuser und nur vorübergehend ersatzweise Verhängung der heimtückischen Glasfassaden à la Christo.

    Blöd nur, daß die ExpertInnen die Speisegewohnheiten der lieben Vögel nicht gewußt und daher übersehen haben, daß sich die Viecher in einem für sie um diese Zeit völlig normalem Vollrausch das Genick gebrochen haben. Sie lieben halt aus ernährungstechnischen Gründen die um diese Zeit gerade verfügbaren Beeren des Wacholders und des wilden Weines samt anschließender Vergärung im vogeleigenen, jedoch naturschutzfachlich wertvollen, Verdauungsapparat mit allen negativen Folgen.

    Die geschützten, seltenen Arten wären in ihrer Trunkenheit sogar über einen kleinen Stein am Wegesrand tödlich gestolpert ...
     
     
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    Mi, 25. Januar 2006
    B 301 / S 1 - EINE LANGE GESCHICHTE
    Beitrag von Büro Dr. Paula
    Mit der öffentlichen Verhandlung über die UVP zur letzten noch ausstehenden Anschlußstelle Rannersdorf konnte endlich ein Schlußstrich unter die lange Planungsphase der Wiener Südrand Straße gezogen werden.

    Jetzt haben nur mehr die Bauarbeiter das Wort und dann die Politiker die Schere in der Hand. Am 27.04.2006 soll die Verkehrsfreigabe erfolgen ... Einige historische Anmerkungen dazu: In einer städtebaulichen Studie aus dem Jahr 1949 ist bereits -  scheinbar in sinngemäßer Abwandlung großdeutscher Planungsideen eine "Autobahn London " Instanbul" mit Trassenführung südlich von Wien vorgesehen gewesen. Das Bundesstraßengesetz 1971 enthielt die "Außenring Autobahn A 21", von der jedoch nur die Strecke zwischen A 1 West- und A 2 Südautobahn realisiert wurde. Im Abschnitt zwischen Süd- und Ostautobahn erfolgten zwar bereits Grundeinlösen für die Fortführung der A 21, allein die gesellschaftliche Grundstimmung nach Zwentendorf, die leeren Staatskassen und die Widerstände einzelner Gemeinden verhinderten die Umsetzung. Nach Hainburg erfolgte in der BStG-Novelle 1986 die Rückstufung der Autobahn A 21 zur "harmlosen" Bundesstraße B 301. Als solche wurde sie auch dem Umweltverträglichkeitsprüfungsverfahren unterzogen.

    Erst die BStG-Novelle 2002 brachte die Einstufung als Bundesstraße S 1 Wiener Außenringschnellstraße. Beginn und Dauer der konkreten Planungsarbeiten: 1991: Generelle Studie ( 48 Varianten) 1994: Verkehrskonzept Südraum Wien (PGO) 1994: Generelles Projekt April 1996: Konzept zur Umweltverträglichkeitserklärung beim Bundesministerium für wirtschaftliche Angelegenheiten eingereicht. Dezember 1997: Umweltverträglichkeitserklärung beim BMWA eingereicht. Jän. 1998 - Nov. 1998: Prüfung des Projektes durch die Gutachter der Behörde. Erstellung des Umweltverträglichkeitsgutachtens. Dezember 1999: Öffentliche Erörterung des UV-GA im Austria Center 10. November 2000: § 4 Verordnung nach Bundesstraßengesetz Okt. 1999 - Okt. 2002: Nachfolgende Rechtsverfahren (Wasserrecht, Naturschutzrecht, Eisenbahnrecht, Forstrecht etc.) Okt. 1998 - Okt. 2002: Grundeinlösung: Erwerb der Grundstücke für die Trasse der B 301 Okt. 2000 - Jan. 2006: Durchführung gesonderter UVP - Verfahren für jede einzelne Anschlussstelle (Auf- und Abfahrten) 21. Okt. 2001: Spatenstich bei Schwechat Nov. 2001 - Mai 2006: Bauausführung Dezember 2004: Verkehrsfreigabe des ersten Abschnittes in Schwechat April 2006: Verkehrsfreigabe der gesamten Strecke geplant Von den ersten konkreten Planungsarbeiten bis zur Verkehrsfreigabe sind somit 15 Jahre vergangen. Und 35 Jahre seit der erstmaligen Aufnahme dieser Straßenverbindung in das Bundesstraßengesetz 1971 ... Persönliche Anmerkungen zur Planungsphase: Durch die enge Zusammenarbeit zwischen ÖSAG / ASFINAG, dem Baumanagement und der Projektsteuerung unter Baurat Werner sowie der Koordination Raum - Umwelt wurde von Projektsbeginn an versucht, das Projekt voranzutreiben und möglichst effizient zu einem positiven Abschluss zu bringen. Alle Beteiligten - auch die zuständigen Behörden - haben dabei ihr Lehrgeld bezahlt. Bemerkungen zur Haupttrasse: - Konstruktive, aber zeitaufwendige Gespräche mit den Gemeinden und Bürgern (daraus ist z.B. die ASt. Vorarlberger Allee samt Verbindungsstraße nach Vösendorf entstanden) - Abhängigkeit mit Güterterminal Wien Inzersdorf (Mehrkosten aufgrund Führung in Tieflage) - Archäologische Fundgebiete (zeitlicher Vorlauf, Ausgrabungen, Funde, Ausstellungen) - Stadtentwicklung von Wien bis heute unklar (Gebiet Rothneusiedl - Fußballstadion Stronach - Einkaufszentrum oder Stadtteil zum Wohnen ?) - Erstes großes Straßenbauprojekt in Österreich, das einer UVP unterzogen und nach dem UVP Gesetz abgewickelt wurde (viel Lehrgeld musste bezahlt werden) - Öffentliche Erörterung (50 Stunden Marathon): sind Ziele des Gesetzgebers dadurch erreicht worden ? Wird sich der einzelne Bürger aufgrund seiner abgegebenen Stellungnahmen wiederfinden ?) - Infobüro in Lanzendorf - Anlaufstelle für Bürger (ist eine wichtige Sache gewesen) Bemerkungen zu den Anschlußstellen: - Anschlussstellen sind aus dem laufenden UVP Verfahren zur S 1 (B 301) herausgenommen worden (Entscheidung des BMVIT bzw. Gesetzesänderung) - Aus diesem Umstand ist ein erheblicher Mehraufwand (zeitlich, finanziell) entstanden - Eigene Verfahren für jede einzelne Anschlußstelle mussten durchgeführt werden. - Die "Filetierung" hat die Verkehrsprognosen nicht mehr vergleichbar und schon gar nicht nachvollziehbar gemacht - Aufgrund von Gesetzesänderungen (IG Luft, Verländerung der Bundesstraßen, Verordnung über ein Regionales Raumordnungsprogramm südliches Wiener Umland, Novelle UVP-Gesetz) bzw. neuen Planungserkenntnissen und -absichten (Anschlussstelle Vorarlberger Allee) mussten Berichte und Plandarstellungen zu den einzelnen Fachbereichen mehrmals nachgeführt bzw. gänzlich überarbeitet werden. - Die Akzeptanz der zahlreichen Verfahren in der Bevölkerung hat sich laufend verringert. Verordnungen bzw. Bescheide zu Anschlussstellen 29/03/2002 Schwechat Ost 28/06/2002 Schwechat Süd 03/06/2004 Laxenburger Straße 29/04/2005 Rustenfeld 15/06/2005 Rothneusiedl 17/06/2005 Vorarlberger Allee Frühjahr 2006 (erwartet) Rannersdorf (Bescheid) Was lange währt, wird somit endlich gut ...
     
     
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    So, 15. Januar 2006
    GRENZEN UND RÄUME
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    Gute 50 Jahre sind vergangen ... ... seit aus dem damaligen 24., 25. und 26. Wiener Gemeindebezirk wieder zahlreiche eigenständige Gemeinden des Wiener Umlandes wurden. 1954 sind neben anderen z.B. auch die Kommunen Klosterneuburg, Gerasdorf, Schwechat und Vösendorf (zum Teil gegen anderslautende Gemeinderatsbeschlüsse) wiedererstanden und in das Bundesland Niederösterreich eingegliedert worden. Die Fläche von "Groß-Wien" wurde um rd. 2/3 kleiner.

    Seit der parteipolitisch motivierten Trennung des ehem. Kronlandes Niederösterreich im Jahr 1921 in die nachmaligen Bundesländer Wien und Niederösterreich hat mehrfach ein reger Flächentausch stattgefunden. Nun bedarf eine Diskussion dieses Themas allerhöchster Vorsicht, fand doch die Schaffung von Groß-Wien während der "Deutschen Zeit" statt und muss daher - wenn man die raumplanungsfachlichen Aspekte kommentieren will - mit subtilster Delikatesse behandelt werden, um nicht unversehens zwischen Skylla (= reiner Tor, sprich Fachidiot) und Charybdis (= Wolf im Schafspelz, sprich Altvorderer) zerrieben zu werden. Es soll trotz dieser Gefahr, die durch die Gnade einer späteren Geburt leider auch nicht gemildert wird, auf einige zeitliche Fakten in der jüngeren Entwicklung der Stadtregion Wien hingewiesen werden:
    - 1857 erfolgte die Schleifung der Stadtmauer um Wien ("Es ist mein Wille ...") und danach erst die Eingemeindung der - als Kommunen eigenständigen - Vorstädte (Weißgerber, Landstraße, Wieden, Josefstadt u.a.).

    Der Linienwall (heute Gürtel) bildete die neue (steuerliche) Stadtgrenze. - Parallel dazu bzw. zeitlich anschließend erfolgte die Eingemeindung der ehem. selbständigen Vororte (Simmering, Ottakring, Hernals u.a.). - Zu Beginn des 20. Jhdts. erfolgte erst der Sprung Wiens über die Donau und die selbstständigen Gemeinden Floridsdorf, Kagran, Aspern etc. wurden eingemeindet (Wäre Floridsdorf, wie damals vorgesehen, als NÖ Landeshauptstadt installiert worden, sähe heute einiges anders aus ...) - Erst 1921 wurde Wien aus Niederösterreich herausgetrennt und die lange, gemeinsame Verwaltungsgeschichte der Region fand ein Ende. Es hat also rd. 60 Jahre ständiger Grenzveränderungen bedurft, um ein den räumlichen Entwicklungen angepasstes Verwaltungsgebilde zu schaffen, das erst durch den 1. Weltkrieg in seiner Entwicklungsdynamik unterbrochen wurde. In den 17 Jahren zwischen 1921 und 1938 beherrschten andere Themen die Politik und erforderte zugleich die stagnierende wirtschaftliche Entwicklung kein Überdenken der - falsch gezogenen - Verwaltungsgrenzen. In den 7 von den folgenden 1000 Jahren wurden radikale Änderungen in den Verwaltungsstrukturen durchgeführt, die zwar in Teilräumen Österreichs funktionalen Aspekten folgten, jedoch zu Recht nicht von Dauer waren. 9 Jahre lang gab es dann noch die Reste von Groß-Wien (siehe oben) und seit 1954 ...

    ... hat es mehr als 50 Jahre gedauert - und es wird noch länger dauern - , ohne dass auch nur ansatzweise über eine, der rasanten Entwicklungsdynamik der Stadtregion Wien entsprechende Verwaltungsstruktur diskutiert wird. Grundsätzlich interessante Beiträge (von meist steyrischen Politikern, wie z.B. Zusammenlegung mehrerer Bundesländer) werden leider rascher abgewürgt, als der guten Sache zustünde und dem Vorschlager lieb ist. Die bestehenden Landes- und Gemeindegrenzen in allen österreichischen Stadtregionen sind längst obsolet geworden und erfüllen ihre Funktion nur mehr bei Wahlgängen und der (ungerechten) Zuteilung von Steuermitteln aus dem Finanzausgleich. So leidet nicht nur die Ostregion unter dem immens hohen mehrgleisigen Verwaltungsaufwand, der u.a. auch einen sinnvoll abgestimmten Ausbau der Verkehrsinfrastrukturen behindert. Einzig die Bevölkerung zeigt sich vernünftig und hat in ihrer Abstimmung mit den Füssen die antiquierten Grenzziehungen faktisch schon längst hinweggefegt. So dürfen auch Planer über Regionen diskutieren, ohne gleich ein ideologisches Mäntelchen umgehängt zu bekommen.

    Und ein bisschen träumen wird ja wohl noch erlaubt sein ...
     
     
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    Sa, 17. Dezember 2005
    WU-WIEN BAUFÄLLIG
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    Das nennt man Qualität der heimischen Architektur: da wurde mit großem Aufwand im Jahr 1982 über dem Areal des Franz-Josefs-Bahnhofes in Wien-Alsergrund der Neubau der Wirtschaftsuniversität hochgezogen. Die Architekturkritiker überschlugen sich vor Begeisterung und die Stadtplanung blickte wohlgefällig auf die gelungene Überbauung eines untergenutzten städtebaulichen Hoffnungsgebietes.

    Und jetzt - 23 Jahre später, im zarten Jünglingsalter eines Gebäudes - regnets nicht nur bei den formschönen Flachdächern herein, sondern sagt der Rektor der WU auch noch, daß das ganze Gebäude in funktionaler Hinsicht ein Fehlschlag ist und man daher froh sei, daß wegen der undichten Dächer gleich der ganze Schmarren durch einen Neubau ersetzt werde.

    Wir haben’s ja - und über eine allfällige Verantwortung des Planers wird in den Architekturführern eh’ niemals berichtet ...
     
     
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    So, 27. November 2005
    WÖRTHERSEEUFER ENDLICH BAHNFREI
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    In Kärnten geht was weiter: Zwei Tunnelstrecken mit insgesamt rd. 18,4 km Länge sollen dafür sorgen, daß das schöne Seeufer endlich vom Bahnlärm befreit wird und rd. 45 ha für zusätzliche touristische Nutzungen gewonnen werden.

    Neben dem Koralmtunnel, dem neuen Hauptbahnhof in Klagenfurt und der zweiten Autobahnröhre des Katschbergtunnels ist dies das nächste Verkehrsgroßprojekt im Süden. War die Bahn mehr als ein Jahrhundert höchst willkommen, um Touristen in das schöne Land am See zu bringen und die Durchreisenden nach Italien durch traumhafte Ausblicke davon zu überzeugen, daß es sich gar nicht lohnen würde, Kärnten nur zu durchfahren: Wo man doch Wasser (rein und blau), Berge (hoch und schön), gute Luft (klar und würzig) sowie angenehmes Essen (nahrhaft) serviert mit unvergleichlichem Dialekt (lei losen) genießen kann, ohne ins (welsche) Ausland weiter fahren zu müssen. Die Zugfahrt entlang des Wörthersees war die beste Fremdenverkehrswerbung für das Land, herrlicher Ausblick inkludiert. Man konnte sehen, wo es sich lohnt, Urlaub zu machen ...

    Doch jetzt ist alles anders: kalkuliert man die berechtigten Nutzungsinteressen an See- bzw. seenahen oder mit Seeblick gesegneten Grundstücken richtig, entsteht Handlungsbedarf. Und zwar solcher, daß die blöde Bahn, die außer Lärm und Nutzungsbeschränkungen sonst eh’ nichts bringt, möglichst verschwinden muß. Frei nach dem Motto: unsere Gäste kommen lieber mit dem Auto bzw. mit dem GTi zum "Gib Gummi" auch so daher ... Und auf die paar Billig-Touristen, die glauben, noch mit der Bahn auf Urlaub fahren zu müssen, kann man leicht verzichten - die schickt man möglichst rasch durch einen finsteren Tunnel nach Italien.

    Natürlich ist schade um den Platz, den die Schienen brauchen, man kann doch auf den zu gewinnenden 45 ha statt der störenden Bahn viele große Hotels errichten, die das Landschaftsbild nicht stören werden.

    Und da die Touristen heute eh’ mit dem Auto kommen, bauen wir lieber die Straßen neu in die Landschaft ...
     
     
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    Mo, 14. November 2005
    "AUTOBAHN" MIT BAHNSCHRANKEN
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    Das ist wirklich neu: im Weinviertel wird erstmals in einem Modellversuch gezeigt, wie zwei hochrangige, jedoch systemunterschiedliche Verkehrsträger niveaugleich gekreuzt werden können. Die Weinviertler Bundesstraße B 303 - eine international wichtige Fernverbindung von Stockerau über Hollabrunn, Znojmo, Jihlava nach Praha bzw. nach Polen - wird im Zuge der Umfahrung Jetzelsdorf von der Pulkautalbahn Zellerndorf - Laa/Thaya gequert. Die neue Umfahrung Jetzelsdorf entschärft den gefürchteten Jetzelsdorfer Berg, der für den internationalen Schwerverkehr immer und für den PKW vor allem im Winter eine Gefahrenstelle darstellte.

    Die landschaftliche Schönheit des lieblichen Pulkautales verlangte allerdings sensible Lösungen im Straßenbau, um dem zarten Tourismus keinen Gegenwind entgegenwehen zu lassen. Große Talübergänge mit Brücken oder massiven Dämmen verbaten sich somit von selbst. Eine Tieferlegung der Trasse und eine Unterführung der Straße unter die Bahn scheiterte an den möglichen Stauwirkungen im Grundwasserstrom und der damit befürchteten Gefahr für die zahlreichen Weinkeller. Eine Tieferlegung der Bahn unter die querende Straße hätte eine bauliche Veränderung des Pulkautales in einer Gesamtlänge von mehreren Dutzenden Kilometern samt teilweiser Verlegung von Ortschaften erfordert und wurde daher ausgeschieden.

    Als Lösung bietet sich somit nur eine nieveaugleiche Kreuzung an. Zur Temporeduktion der hohen Entwurfsgeschwindigkeit auf ein mit einer Eisenbahnkreuzung verträgliches Maß mussten außer verkehrsberuhigenden Maßnahmen auf der Straße und dem Einbau neuer Signalgeber auf der Schiene keine sonstigen Maßnahmen gesetzt werden. Lediglich eine gewöhnliche Normalschrankenanlage war zur Sicherung der Bahnstrecke erforderlich. Da es, bedingt durch die Grenznähe, im Pulkautal hin und wieder zu Stromausfällen kommt, wurde als weiteres Sicherungselement für Krisenzeiten der Bahnübergang mit Stop-Tafeln gemäß StVO versehen.

    Wie die beispielhafte Anlage zeigt, konnte eine optimale Abstimmung der Interessen von Ökologie, Ökonomie, Landschaftsbild, Hochleistungsstraße, Eisenbahnstrecke, transit- und Lokalverkehr sowie Straßenverkehrs- und Eisenbahnbetriebsordnung gefunden werden. Innovativ und sparsam zugleich, fürwahr!
     
     
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    So, 23. Oktober 2005
    DIE MILCH, DAS MÄDCHEN UND SEINE RECHNUNG ...
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    Global2000 rechnet also nach, wie sich durch durch den Bau der S 1 Nordostumfahrung das Steueraufkommen in Wien negativ verändern wird.

    Die "katastrophale" Bevölkerungszunahme im "Speckgürtel" um Wien, die durch die neue Straße induziert werden soll, bringt riesige "Verluste" in Wien ins Haus, so die Berechnungen von einem H. Högelsberger. Und dieser übersieht dabei geflissentlich, daß wir uns hier in EINER vielbeschworenen REGION befinden, wo lediglich die Zufälligkeit der Grenzziehung zwischen Gewinn und Verlust unterscheidet. Insgesamt steigt das Steueraufkommen in der Region insgesamt natürlich. Mit derselben hahnebüchenen Argumentationslinie könnte man auch lauter Vorteile der Nordostumfahrung, allerdings nur für die NÖ Gemeinden, schlüssig beweisen. Es ist in der Wissenschaft von der Raumentwicklung halt sehr schwer, sich vom Zielgerüst des jeweiligen Auftraggebers zu emanzipieren und objektive Kriterien anzulegen ...

    Zur fast zwangsneurotischen Annahme des "Speckgürtelwachstums" bleibt darüber hinaus anzumerken, daß nach der letzten Novelle des NÖ Raumordnungsgesetzes fast keine Möglichkeiten mehr bestehen, diesen Speckgürtel durch die zügellose Widmung von Einkaufszentren udgl. herbeizuführen. Und wenn man die Wiener Siedlungstätigkeit in Transdanubien anschaut, kann man feststellen, daß die Stadt rasant in Richtung Umland wächst und nicht umgekehrt. Global geht daher von falschen Voraussetzungen aus, die insonderheit das Problem von Grenzziehungen schlicht ignorieren.

    Die bekannte Milchmädchenrechnung ist vergleichsweise eine höhere Differentialgleichung mit mehreren Unbekannten und sonstigen Integralen. So weit, so gut. Wären da nicht unsere zeitgeistigen Magazine, die diesen pseudowissenschaftlichen Unsinn auch noch breittreten und eine Lawine von Nachahmungstätern auf den Plan rufen.
     
     
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    Fr, 30. September 2005
    STRATEGISCHE PRÜFUNG - VERKEHR
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    Ein neues Bundesgesetz (BGBl. 96/2005) regelt die Vorgangsweise bei der Festlegung hochrangiger Verkehrsträger (Bundesstraßen A und S, HL-Strecken, Schiffahrtswege). Damit wird der EU-Richtlinie über die Strategische Umweltprüfung entsprochen. Bevor eine neue Bundesstraße in das Verzeichnis aufgenommen bzw. eine HL-Strecke neu verordnet werden kann, ist nun ein SP-V Verfahren durchzuführen, in dem insonderheit die Bedeutung und Notwendigkeit sowie die Bundeskompetenz nachgewiesen werden muss. Derzeit laufen in Österreich SP-V Verfahren für eine neue Straßenverbindung zwischen Wien und Bratislava (Marchfeldkorridor), die B 317 zwischen Steiermark und Kärnten, die B 303 (Weinviertelkorridor) zwischen Stockerau in NÖ und Znojmo (Tschechien) und die B 334 (Traisentalkorridor) in NÖ. Auch in Wien wurde für die Verbindungsspange von der A 23 zur S 1 (Hanssonkurve-Inzersdorf) ein SP-V Verfahren eingeleitet. Die Öffentlichkeit kann über eine (schwer zu findende) internet-site des BMVIT Einsicht und Stellung nehmen.

    Man wird sehen, wie sich diese Beteiligungsmöglichkeit bewährt.
     
     
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    So, 28. August 2005
    FÜHRT DIE EXPERTEN NACH YBBS ...
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    Ein Spaziergang an der Donaulände in Ybbs an der Donau ist nicht nur hübsch, sondern auch sehr lehrreich. Denn am Gebäude der alten Salzmaut sind Hochwassermarken angebracht, die den Pegelstand der Donau anzeigen. Seit 1503 verzeichnet man hier die wichtigsten Hochwasserereignisse ... Und dabei fällt einem einiges auf:

    1. Das letzte große Jahrhunderthochwasser von 2002 lag um ca. 15 cm unter dem Hochwasser von 1954 (das der Verfasser als Kind im Haus der Großmutter miterlebte und durch wunderbares Sautrogfahren im Haus in bester Erinnerung hat).

    2. Die Hochwassermarke von 1503 liegt um mehrere Meter (!) über der von 1954 (obwohl es damals aber noch keine Klimaerwärmung sondern eher eine Zwischeneiszeit gab).

    3. 5 Hochwasserereignisse in den letzten 3 Jahrhunderten lagen ebenfalls über dem von 1954.

    4. Mehrere Hochwässer in den 80er und 90er-Jahren des 20. Jhdt. lagen unter dem Ereignis von 1954, haben aber immer noch ausgereicht, Teile der Unterstadt bzw. der Vororte zu überfluten.

    5. Durch den Kraftwerksbau Ybbs-Persenbeug ist die Häufigkeit kleinerer Überflutungen zwar zurückgegangen, aber wenn das große Wasser kommt, dann geht die Donau über so wie bisher.

    6. Was in Ybbs nie überflutet wurde, war der römische Stützpunkt, die spätere erste Burg und heutige Pfarrkirche an der Donau.

    7. D.h. die Stadt Ybbs hat offensichtlich gelernt, im Lauf der Geschichte mit Hochwasser umzugehen - und niemand spricht von falscher Raumplanung oder Klimaerwärmung.

    Ein Phänomen ist allerdings unbestritten: durch den höheren Versiegelungsgrad und die Hochwasserschutzmaßnahmen an den Flüssen ist der Abfluß deutlich beschleunigt worden und die Hochwasserwellen sind schneller da.
     
     
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    Mo, 25. Juli 2005
    SUP UND DER FÖDERALISMUS II
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    Kennen Sie den Unterschied in den "erheblichen Auswirkungen auf die Umwelt" zwischen der Steiermark und Salzburg, wenn Flächenwidmungspläne geändert werden?

    Ganz einfach: in Salzburg sind neue Baulandwidmungen bis zu 5.000 m² "unerheblich" - was die Steirer als willkürlich bezeichnen. Dort sind neue Widmungen nur bis zu 3.000 m² "unerheblich" - was wiederum Salzburg als willkürlich einstuft. In Niederösterreich hingegen muß sogar ein (bestehender) Würstelstand an einer Bundesstraße im Fall einer Widmungsänderung der SUP unterzogen werden. Und im schönen Burgenland? Dort wird zur Sicherheit erst im Herbst 2005 die Umsetzung der seit Juli 2004 geltenden EU-Richtlinie zur SUP in das Bgld. Raumplanungsgesetz erfolgen. Wahrscheinlich wollte man erst die Erfahrungen aus den anderen Bundesländern auswerten ....

    Und die Bürger?

    Die merken nur, daß Widmungsänderungen jetzt noch länger dauern, teurer werden - und auch keinen Vorteil für sie oder die Umwelt bringen.
     
     
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    Fr, 24. Juni 2005
    SUP UND DER FÖDERALISMUS
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    Die Umwelt muß sich in Österreich ganz schön gepflanzt vorkommen. Jetzt kommen nach und nach die Durchführungsrichtlinien der Bundesländer zur Strategischen Umweltverträglichkeitsprüfung in der örtlichen Raumplanung heraus - und siehe: wir haben offensichtlich 9 verschiedene Umwelten in Österreich. Denn so ist z.B. die Neuwidmung von Bauland im schönen Salzburg unter 5.000 m² jedenfalls unerheblich, in der grünen Steiermark aber nur unter 3.500 m², während im blau-gelben Niederösterreich jeder einzelne neue m² zumindest auf seine Unerheblichkeit "gescreent" werden muß. Und daß die Steirer statt dem "Screening" eine "Umwelterheblichkeits-prüfung" durchführen, bevor sie mit dem "Scoping" beginnen ist eigentlich nur mehr ein Detailproblem ... Und dabei hat der erstaunte Laie immer geglaubt, daß es als Kommunikations- und Abstimmungsplattform der Länderinteressen eine ÖROK, eine Verbindungsstelle der Bundesländer, eine PGO &tc., &tc. gibt.
     
     
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    Sa, 28. Mai 2005
    STADTENTWICKLUNGSPLAN 2005 FÜR WIEN
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    Gegenüber seinen Vorgängern aus 1984 und 1995 zeichnet er sich durch einen hohen Abstraktionsgrad und eine geringe Verbindlichkeit aus. Schwerpunkte sind nunmehr "Zielgebiete der Stadtentwicklung", für die grundsätzliche Entwicklungsabsichten formuliert werden.
     
     
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    Do, 19. Mai 2005
    BOOMTOWN MARCHFELD
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    Marchfeld, seine Schlösser, die Sanddünen und sein Gemüse - das war bisher das gängige Klischee. Doch jetzt wird alles anders. Große Infrastrukturentscheidungen werden die Standortgunst des Marchfeldes wesentlich verändern.

    Der Bau der S 1 Nordostumfahrung von Wien, die geplante Errichtung der Marchfeldstraße B 8a samt Brücke über die March und die Ertüchtigung der Bahnstrecke von Wien nach Bratislava stehen vor der Verwirklichung. Die berühmten Schlösser sollen koordiniert genutzt und die ökologisch so bedeutsamen und einzigartigen Habitate nachhaltig geschützt werden.
     
     
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    Mo, 28. März 2005
    MAGNA und kein Ende ...
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    Kühne Aussagen enthält eine Diplomarbeit, die an der BoKu angenommen und umgehend im Fernsehen publiziert wurde: auf Weisung des Landes seien u.a. "rechtswidrige Bescheide" von nachgeordneten Dienstellen erlassen worden, liest man da. Und nur mit Hilfe dieser Rechtsbrüche sei es MAGNA ermöglicht worden, den Pferdesportpark in Ebreichsdorf zu bauen. Dass alle bisherigen Bautätigkeiten angeblich ohne Bewilligung durchgeführt wurden, rundet die Weltsicht des Verfassers ab.

    So weit, so schön und jugendlichem Überschwang nachzusehen. Dass allerdings der Diplomvater einerseits und unser aller Fernsehliebling des Verfassungsrechtes (der DoktorDoktorDoktor) mit dem schönen 3-Tages-Bart andererseits dasselbe im "Report" öffentlich wiederholt und als gegebene Tatsache hinstellt, stimmt doch etwas bedenklich ...

    Nimmt der ORF eigentlich ung’schaut alles?
     
     
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    Do, 24. März 2005
    ES WIRD WIEDER NOVELLIERT ...
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    Allen recht getan ... ... ist eine Kunst, die - auch bei der Umweltverträglichkeitsprüfung - niemand kann. Galt dieser Satz bereits für die erstmalige Erlassung des UVP-Gesetzes, als der Bau von Kraftwerken, Schnellstraßen oder Hochleistungsbahnen noch politisch geächtet war, gilt er heute umso mehr. Der in den letzten 10 Jahren erfolgte Paradigmenwechsel - von "keine neuen Straßen mehr" zu "dringender Nachholbedarf in der Verkehrsinfrastruktur" - ist schneller erfolgt, als Gesetze darauf reagieren können.

    Und schon liegen sich Umweltschutz und Wirtschaft in den Haaren ... Blenden wir etwas zurück: Das erste grosse Straßenprojekt in Österreich, das nach dem neuen UVP-G einer Umweltverträglichkeitsprüfung unterzogen wurde, war die B 301 (heute S 1 Wiener Südrandstraße) zwischen der A 2 Südautobahn und der A 4 Ostautobahn. 1997 wurde das Einreichprojekt samt UVE der Behörde vorgelegt, 2000 wurde die Trassenverordnung erlassen. Die nachfolgenden materienrechtlichen Genehmigungsverfahren benötigen auch ihre Zeit, sind entsprechend aufwendig und dauern z.B. bei der ehem. B 301 noch an. Eine Tatsache, die nicht nur in der Wirtschaft, sondern auch in der Bevölkerung auf zunehmend geringes Verständnis stößt. Das Trassenverordnungsverfahren wurde mit der UVP-Novelle 2000 zwar gestrafft, die nachfolgend erforderlichen Materienverfahren blieben davon aber unberührt. Den größten "Erfolg" dieser Verfahrenstrennung zeigt uns die Farce um den Semmeringtunnel trefflich auf. Naturschutz ist nämlich Ländersache, und damit kann man bei einigem Geschick ungeliebte Bundesprojekte recht schön aufhalten, oder aber auch beschleunigen, wie die rasche Fertigstellung des parallel führenden Semmeringstraßentunnels anschaulich zeigt ... Hier sollte nun die Novelle 2004 des UVP-Gesetzes ansetzen. Lässt man nämlich die UVP für Infrastrukturprojekte nicht mit einer Trassenverordnung sondern mit einem Bewilligungsbescheid enden (wie bei allen anderen, einer UVP zu unterziehenden Anlagen und Einrichtungen), wären darin bereits auch die sonstigen zu beachtenden materiengesetzlichen Vorschriften abgehandelt und somit erledigt. Bei den sonstigen Anlagen nennt man dies "konzentriertes Verfahren", wo der Bewilligungsbescheid nicht nur die Umweltverträglichkeit, sondern auch gleich alle z.B. naturschutzrechtlichen oder baurechtlichen Bewilligungen umfasst. Der Nachteil dabei ist, dass die Einreichunterlagen zum UVP-Verfahren bereits bis ins letzte Detail ausgearbeitet sein müssen, was den Planungsvorlauf naturgemäß zeitlich und finanziell erhöht und spätere Änderungen erschwert. Allerdings spart man sich die nachfolgenden Verfahren (somit Zeit und Geld) und kann sofort mit dem Bau beginnen. Dieser zweite wesentliche Aspekt der UVP-Novelle, wonach durch die Konzentration der einzelnen Materienrechte in das UVP-Verfahren eine zentrale Abwicklung und Durchführung nach bundesweit einheitlichen Standards errreicht werden sollte, stieß naturgemäß dem heiligen Föderalismus sauer auf.

    Dass die UVP-Gesetznovelle 2004 kürzlich nicht einmal den Ministerrat passieren konnte, dürfte daher nicht nur auf Meinungsverschiedenheiten zwischen Weinviertler Familienangehörigen zurückzuführen sein ...
     
     
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    Do, 24. März 2005
    Strategische Umweltprüfung
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    Ab Jänner 2004 gilt die EU-Richtlinie zur Strategischen Umweltprüfung (SUP). Programme, Pläne und Verordnungen sind auf ihre "strategische" Umweltverträglichkeit zu prüfen.

    Dadurch wird vermieden, dass erst im Zuge von UVP’s die Notwendigkeit und Sinnhaftigkeit von übergeordneten Maßnahmen in Frage gestellt und - am falschen Ort und Zeitpunkt - diskutiert wird. Die GRUPPEPLANUNG bereitet sich in workshops auf die neue Herausforderung vor.

    Bearbeiter: Paul Kandl, Robert Zideck, Regine Wessig.
     
     
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    So, 20. März 2005
    SPIELBERG - EINE PROVINZPOSSE
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    So leicht kann’s gehen: da gibt man sich gerne grün wie das ganze Land, aber wenn ein paar Arbeitsplätze winken, setzt man sich über alles hinweg - und schmeißt noch ein paar Millionen hinterher ... Die Posse um die mißglückte UVP zum Umbau des ehem. A 1-Ringes in Spielberg zeigt eines deutlich auf: wenn man aus lokal- oder sonstigen politischen Gründen oder in vorauseilendem Gehorsam glaubt, sich über ein ordentliches UVP-Verfahren drüberschwindeln zu können, geht das fatal aus. Wenn sich die lokale UVP-Behörde über drei (!) negative Gutachten hinwegsetzen zu können glaubt, MUSS der Umweltsenat eingreifen und den Bescheid aufheben. Ihn dafür als "weltfremd" oder wegen seiner Situierung "im fernen Wien" tadeln zu wollen, beweist nicht nur eigene Realitätsverweigerung sondern ist schlicht und einfach dumm ...
     
     
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    Mo, 14. März 2005
    KAMPF DEN KREBSGESCHWÜREN
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    Der NÖ Landtag hat in seiner Sitzung vom 9. Dezember 2004 die Novelle des Raumordnungsgesetzes beschlossen, mit der Bestimmungen über Einkaufszentren und die Umsetzung der SUP-Richtlinie neu geregelt werden. Seit 02.03.2005 ist das neue Gesetz in Rechtskraft. In Zukunft geht außerhalb der neuen "Zentrenzonen" gar nichts mehr: die Widmung Einkaufs- bzw. Fachmarktzentrum entfällt gänzlich und außerhalb des bebauten Gebietes darf die Verkaufsfläche nur mehr 80 m² betragen. In den Zentren darf man dafür alles machen. Im bebauten Gebiet ist die bisherige Bestimmung über die Trennung von Handelsbetrieben durch öffentliche Verkehrsflächen entfallen, sodass jetzt viele Gewerbezonen zu großflächigen Einkaufszentren (aus rechtlicher Sicht) werden. Insgesamt ein mutiger, aber auch sehr restriktiver Schritt. Ob es allerdings dem kleinen Papiergeschäft oder Greißler am Hauptplatz überleben hilft, wenn in Zukunft direkt neben ihm eine Handelseinrichtung mit, sagen wir 10.000 m² Verkaufsfläche ohne weiteres errichtet werden kann, sei dahingestellt. Im Übrigen bin ich der Meinung, dass man die Zustelldienste tiefgekühlter Fertigmenüs endlich raumordnungsrechtlich verbieten sollte. Da gehen ja die Leute dann überhaupt nicht mehr aus dem Haus und das Sterben der Zentren geht weiter ...
     
     
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    Mo, 28. Februar 2005
    50 Jahre sind vergangen ...
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    1954 sind neben anderen z.B. auch die Kommunen Klosterneuburg, Gerasdorf, Schwechat und Vösendorf (zum Teil gegen anderslautende Gemeinderatsbeschlüsse) wieder in das Bundesland Niederösterreich eingegliedert worden. Die Fläche von Groß-Wien wurde um rd. 2/3 kleiner. Seit der parteipolitisch motivierten Trennung des ehem. Kronlandes Niederösterreich im Jahr 1921 in die nachmaligen Bundesländer Wien und Niederösterreich hat mehrfach ein reger Flächentausch stattgefunden. Nun bedarf eine Diskussion dieses Themas allerhöchster Vorsicht, fand doch die Schaffung von Groß-Wien während der "Deutschen Zeit" statt und muss daher " wenn man die raumplanungsfachlichen Aspekte kommentieren will " mit subtilster Delikatesse behandelt werden, um nicht unversehens zwischen Skylla (reiner Tor, sprich Fachidiot) und Charybdis (Wolf im Schafspelz, sprich Altvorderer) zerrieben zu werden. Es soll trotz dieser Gefahr, die durch die Gnade einer späteren Geburt nicht gemildert wird, auf einige wenige zeitlich Fakten in der jüngeren Entwicklung der Stadtregion Wien hingewiesen werden: - 1857 erfolgte die Schleifung der Stadtmauer um Wien ("Es ist mein Wille ...") und danach erst die Eingemeindung der -  als Kommunen eigenständigen - Vorstädte (Weißgerber, Landstraße, Wieden, Josefstadt u.a.) bis in die 80’er Jahre des 19. Jhdt. Der Linienwall (heute Gürtel) bildete die neue (steuerliche) Stadtgrenze. - Parallel dazu und teilweise zeitlich anschließend erfolgte die Eingemeindung der ehem. selbständigen Gemeinden und Vororte (Simmering, Ottakring, Hernals u.a.). - Zu Beginn des 20. Jhdts. erfolgte erst der Sprung Wiens über die Donau und die Gemeinden Floridsdorf, Kagran, Aspern etc. wurden eingemeindet. - Erst 1921 wurde Wien aus Niederösterreich herausgetrennt und die lange, gemeinsame Verwaltungsgeschichte der Region fand ein Ende. Es hat also rd. 60 Jahre ständiger Grenzveränderungen bedurft, um ein den räumlichen Entwicklungen angepasstes Verwaltungsgebilde zu schaffen, das erst durch den 1. Weltkrieg in seiner Entwicklungsdynamik unterbrochen wurde. In den 17 Jahren zwischen 1921 und 1938 beherrschten andere Themen die Politik und erforderte zugleich die stagnierende wirtschaftliche Entwicklung kein Überdenken der - falsch gezogenen - Verwaltungsgrenzen. In 7 von den folgenden 1000 Jahren wurden radikale Änderungen in den Verwaltungsstrukturen durchgeführt, die zwar in Teilräumen Österreichs funktionalen Aspekten folgten, jedoch zu Recht nicht von Dauer waren. 9 Jahre lang gab es dann noch die Reste von Groß-Wien (siehe oben) und seit 1954 ... ... hat es nunmehr 50 Jahre gedauert - und es wird noch länger dauern - , ohne dass auch nur ansatzweise über eine, der rasanten Entwicklungsdynamik der Stadtregion Wien entsprechende Verwaltungsstruktur diskutiert wird. Grundsätzlich interessante Beiträge (von meist steyrischen Politikern, wie z.B. Zusammenlegung mehrerer Bundesländer) werden rascher abgewürgt, als dem Vorschlager lieb ist. Die bestehenden Landes- und Gemeindegrenzen in den österreichischen Stadtregionen sind längst obsolet geworden und erfüllen ihre Funktion nur mehr bei Wahlgängen und der (ungerechten) Zuteilung von Steuermitteln aus dem Finanzausgleich. So leidet nicht nur die Ostregion unter dem immens hohen mehrgleisigen Verwaltungsaufwand, der u.a. auch einen sinnvoll abgestimmten Ausbau der Verkehrsinfrastrukturen behindert. Einzig die Bevölkerung zeigt sich vernünftig und hat in ihrer Abstimmung mit den Füßen die antiquierten Grenzziehungen faktisch schon längst hinweggefegt. So dürfen auch Planer über Regionen diskutieren, ohne gleich ein ideologisches Mäntelchen umgehängt zu bekommen. Und ein bisschen unrealistisch träumen wird man ja wohl noch dürfen ...
     
     
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    Do, 24. Februar 2005
    Flächenwidmung als Rohdatensatz ...
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    Wissen Sie, was ein Rohdatensatz ist? "Also des is so, ... aber das kann ich Ihnen als Laien nicht erklären", ließ einst der wortgewaltige Qualtinger seinen Herrn Karl sagen. Und heute, 43 Jahre später, müssen die Ortsplaner ihren Gemeinden im Bgld. erklären, was man mit einer von der Landesregierung übermittelten CD, auf der sich der digitale Flächenwidmungsplan der jeweiligen Gemeinde befinden soll, anfangen kann. Allerdings ist auf dieser nur der ungeprüfte "Rohdatensatz" davon ... Und das noch dazu auf einer DKM aus dem Jahre 2003 ... Jedenfalls kommt auf die Planer noch jede Menge Arbeit und die Gemeinden einiger finanzieller Aufwand zu, wie allein die folgenden Arbeitsschritte begreiflich machen: 1. Erstellung eines Ausdruckes des Rohdatensatzes und erste Kontrolle 2. Überprüfung des Rohdatensatzes mit dem geltenden Rechtsstand inkl. Dokumentation desselben; detaillierter Vergleich des Rohdatensatzes mit dem analogen Plandokument (Fehlersuche, Dokumentation und Korrektur) 3. Kontrolle der Einarbeitung der Ergebnisse der Projektbesprechung; 4. Aufbereiten von Grundlagen zur Darstellung des Flächenwidmungsplanes - Festlegen des Blattschnittes - Festlegen einer Legende - Widmungsfestlegung im Detail (Grünflächen) 5. Vorbereiten der digitalen Neudarstellung für das Auflageverfahren - Erläuterungsbericht samt Dokumentation - Verordnungstext und Kundmachung 6. Durchführung und Betreuung des Auflageverfahrens 7. Beurteilung der eingelangten Erinnerungen und Beschlussempfehlung an den Gemeinderat 8. Aufbereiten des vom Gemeinderat beschlossenen Plandokumentes zur Vorlage und Genehmigung an die Landesregierung 9. Lieferung des genehmigten Planes in digitaler Form an Land und Gemeinde Die dzt. übermittelten Rohdatensätze wurden auf der Basis der DKM 2001 erstellt . Es ist fachlich nur schwer zu vertreten, einen digitalen Flächenwidmungsplan auf einer zum Zeitpunkt seiner Rechtskraftwerdung bereits 4 Jahre alten Katastermappe zu erstellen. Sollten in der Zwischenzeit neue DKM updates geliefert worden sein - die sich erfahrungsgemäß von Jahr zu Jahr in Teilbereichen wesentlich unterscheiden - ist mit einem weiteren Aufwand (Nachführung des Flächenwidmungsplanes auf den jeweils aktuellen Katastermappenstand) zu rechnen. Die Nachführung der DKM in den Folgejahren scheint vorerst noch unklar. Und das war’s dann auch schon - die schöne, neue, digitale Flächenwidmungsplanungswelt im Burgenland.
     
     
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    Mo, 13. Dezember 2004
    UVP-Gesetz / Novelle 2004
    Beitrag von Dipl. Ing. Thomas Proksch
    Durch den vorliegenden Entwurf zu einer UVP-G-Novelle 2004 wird die Öffentlichkeitsbeteiligungs-Richtlinie der EU in österreichisches Recht umgesetzt. Wichtigster Punkt dabei ist, dass den Nicht-Regierungsorganisationen aus dem Umweltbereich Parteistellung und Beschwerdebefugnis bei den Gerichtshöfen öffentlichen Rechts gewährt wird. Weitere bedeutende Änderungen sind im Bereich der UVP für Bundesstraßen und Hochleistungsstrecken vorgesehen. Um dieses Verfahren europarechtskonform und rechtssicher zu gestalten, soll die UVP nicht mehr im Rahmen der Erlassung der Trassenverordnung, sondern in einem konzentrierten Genehmigungsverfahren durchgeführt werden.
     
     
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    Mi, 08. September 2004
    Auftragsvergabe ganz objektiv
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    Seltsames tut sich im (halb)öffentlichen Sektor: die Vergabe großer Dienstleistungsaufträge im Straßen- und Bahnbau erfolgt nach strengsten objektiven Kriterien, europaweit ausgeschrieben und nachvollziehbar. Die von den Bewerbern geforderten Unterlagen wie diverse Nachweise, Bestätigungen, Präsentationen, Hearings etc. kosten ziemlich viel Geld und Zeit, aber es gibt keine dubiosen Zuschläge mehr.So weit, so gut.Nur - und hier liegt das eigentlich Seltsame - bei den Ausschreibungen geht es immer weniger mit rechten Dingen zu. Weil, von Großprojekt zu Großprojekt werden die geforderten Referenzen immer mehr verändert. Man wird sich das näher anschauen müssen ...
     
     
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    Fr, 13. August 2004
    Freiraumplanung Landeskrankenhaus Graz West
    Beitrag von Dipl. Ing. Thomas Proksch
    Die Lage des Areals an einer durch die morphologischen Voraussetzungen sehr stark definierten Stadtkante zwischen Wohnbebauung und landwirtschaftlich genutzten Flächen mit dem noch großteils bewaldeten Hangbereich des Plabutsch als markante landschaftliche Kulisse gab den Anstoß, Elemente der traditionellen Kulturlandschaft als Gestaltungsmittel einzusetzen. Baumzeilen, Hecken und eine den Obstbaumwiesen nachempfundene Rasterpflanzung stellen die wesentlichen raumgliedernden Elemente dar, großzügige extensive Wiesenflächen sind weitere Erinnerungsträger an die örtliche Kulturlandschaft und deren Geschichte. Durch die Wahl geeigneter Gestaltungsmittel konnte ein zusammenhängender, identitätsstiftender, die unterschiedlichen Gebäudekomplexe (UKH, LKH, Schwesternheim) verbindender Freiraum geschaffen werden. Die Größe des Areals einerseits und das Volumen sowie die differenzierte architektonische Sprache der einzelnen Baukörper anderseits evozierten eine zusätzliche räumliche Gliederung durch vegetabile Mittel.

    Während extensive Wiesenflächen die raumverbindende Oberflächenstruktur darstellen, fungieren die örtlichen Baumzeilen und aufgelockerten Baumpflanzungen als vegetabile Raumteiler, ohne dabei die optische Durchlässigkeit und den weiten Blick unter den Kronendächern zu unterbinden. Die Verwendung von Schotterrasen für die ausgedehnten Feuerwehrzufahrtsbereiche erlaubt es, diese in den ausgedehnten Wiesenbereichen zu verorten, ohne dabei deren räumliches Kontinuum zu brechen. Bodendeckende Gehölze und Stauden, mit Efeu als Grundstruktur, werden primär in Böschungen und schwer zugänglichen Bereichen eingesetzt. Die der Südostfassade der Sonderklasse vorgelagerten Staudenbeete sind als örtliche Farb- und Duftakzente konzipiert und geben dem gebäudezugeordneten Bereich einen besonderen Flair. Die langgestreckten, rechteckigen Staudenbeete liegen wie eingerostete, auf die Grundfläche projizierte Schiebepaneele vor der Gebäudefassade. Die Beete werden mit plan versetzten Stahlrahmen eingefasst, dies erleichtert langfristig die Pflege und gewährleistet die Beständigkeit der strengen geometrischen Form. Die zu verwendenden Pflanzen wurden, unter Berücksichtigung der Jahreszeitenaspekte, farblich auf die Materialien der Fassade abgestimmt Das Wegesystem, das in Form interner Spazierwege ohne Anbindung an den öffentlichen Raum konzipiert ist, bindet schlüssig an die Gebäudezonen an und ermöglicht es, den zur Verfügung stehenden Raum in seiner vollen Tiefe zu erleben. Die zwei zu gestaltenden Höfe wurden als stark architektonisch geprägte Enklaven mit begrenzten Licht -und Raumverhältnissen interpretiert. Da eine "Nutzung" der Höfe als Aufenthaltsraum nicht vorgesehen ist, stellen sie primär Schauflächen dar. Die Sprengung der räumlichen Enge wurde zum Thema für die Ausgestaltung der Höfe gewählt. Als schlichtes Mittel für die gestalterische Umsetzung dieses Themas dient die gebogene bzw. die richtungsmäßig versetzte Linie. Diese Linien sind vollkommen eigenständig und unabhängig von der strengen Geometrie des jeweils angrenzenden Gebäudeteiles. Obwohl physisch unmittelbar an der Fassade gebrochen, sollten sie im Betrachter die imaginäre Fortsetzung über diese Grenzen hinaus evozieren. Die Linien stellen Grenzlinien zwischen unterschiedlichen Oberflächen dar; Kiesflächen treffen an ihnen auf unterschiedlich akzentuierte Grünbereiche. In diesem Sinn wurde versucht, unter den gegebenen Rahmenbedingungen, ein Freiraumgerüst auszubilden, das sich durch räumliche Großzügigkeit, Nutzungsoffenheit und räumliche Authentizität auszeichnet, ohne sich durch eine überzogene gartenkünstlerische Inszenierung aufzudrängen bzw. die Architektursprache des markanten Gebäudeensembles zu konterkarieren. LAND IN SICHT Büro für Landschaftsplanung Dipl.Ing. Thomas PROKSCH Ingenieurkonsulent für Landschaftsplanung und Landschaftspflege A-1030 Wien, Engelsberggasse 4 / 4.OG T +43 / 1 / 718 48 41 - 0* F +43 / 1 / 718 48 41 - 20 land.in.sicht@gpl.at  www.gpl.at  Projektteam: Dipl.Ing. Andreas Benes Dipl.Ing. Bernadette Di Centa Dipl.Ing. Karin Graf Dipl.Ing. Thomas Proksch Dipl.Ing. Katharina Stadler

     
     
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    Mo, 09. August 2004
    STRASSENBAU UND ÖKOLOGIE - AM BEISPIEL DER S 1
    Beitrag von Dipl. Ing. Thomas Proksch
    Wenn im Jahre 2006 die Wiener Südrandstraße S 1 (ehemals B 301) die Ostautobahn mit der Süd- und Südostautobahn verbinden wird, haben auch Ökologen völlig neue Erfahrungen hinter sich. Denn an der S1 gibt es im Straßenbau Umweltschutz-Begleitmaßnahmen in höchstem Ausmaß. Die S 1 der Österreichischen Autobahnen- und Schnellstraßen AG ist das erste Straßenbau-Großprojekt, das die strenge Umweltverträglichkeitsprüfung bestehen musste. Damit verbunden sind sehr hohe Anforderungen an den Natur- und Umweltschutz. Amphibien sind sensible Tiere. Sie haben eine innere Stimme, die ihnen befiehlt, zum Laichen zu wandern - nicht genug: sie müssen dies auch in eine ganz bestimmte Richtung tun. Was aber, wenn eine Großbaustelle - oder später eine Straße den Weg versperrt oder zur Todeszone für Kröte und anderes Getier macht? Dies war eine der Herausforderungen für Landschaftsplaner und Ökologen wie Robert Zideck, der in dem Ziviltechnikerbüro "Land in Sicht" mit einem Team von Fachleuten die Ökologische Bauaufsicht über die rund 16 Kilometer lange S 1 innehat. Er ist dafür verantwortlich, dass die Wechselkröte, eine v.a. im ostösterreichischen Flachland lebende Krötenart, schon während der Bauarbeiten auf Händen getragen wird.

    Etwa 250 Exemplare der Bufo viridis, wie das Tier im Zoologenjargon genannt wird, wandern östlich von Schwechat (Baustellenbereich der Grünbrücke) aus ihren Winterquartieren in die umgebende Ackerlandschaft auf der Suche nach Vernässungen, Lacken und ähnlichen Gewässern. Wenn die Männchen ein geeignetes Gewässer gefunden haben, dann locken sie mit lautem Trillern die Weibchen an. Um die Wechselkröten auf ihren Wanderungen zu schützen, wurde die gesamte Baustraße und der Baustellenbereich der Grünbrücke mit einem Krötenzaun abgesperrt, und Kübel säumen die Ränder. Die laichwilligen Kröten werden so in die Kübel abgeleitet, dort gesammelt und gefahrfrei in ihr Laichziel - wenigstens aber über die Straße - gebracht. "Nach Fertigstellung der Straße wird die gesamte S 1 mit einer etwa 40 cm hohen Metall- oder Betonleitwand versehen sein und in verschiedenen Abständen Feuchtzonen haben, sodass die Trennwirkung der Straße für die Kröten deutlich vermindert wird", erläutert Dipl.-Ing. Zideck die späteren Maßnahmen. Betroffen davon ist nicht nur die Wechselkröte, sondern z.B. auch die seltene beim Pulverturmteich von Leopoldsdorf ansässige Rotbauchunke. Die Arbeit der Ökologen und Landschaftsschützer betrifft freilich nicht nur die Amphibien und nicht immer sind es Tiere, deren Lebensraum eingeengt wird. Natürlich gibt es auch seltene Flora, die geschützt werden soll: an der Trasse bei der Pottendorfer Linie weist eine Trockenrasenvegetation seltene Pflanzen auf: dort wird sie abgetragen und auf einer der von den S 1-Bauherren angelegten Ersatzfläche neu aufgelegt. Grünbrücken sorgen überdies dafür, dass die leistungsfähige Straße auch bei starkem Verkehr für Wildtiere gefahrlos passierbar bleibt."Die ökologische Bauaufsicht und die umweltschützerischen Maßnahmen belasten zwar auf den ersten Blick wirtschaftlich so umfangreiche Projekte. Aber ohne Bedachtnahme auf die Umgebung und die Umwelt würde heute keinerlei Akzeptanz für so große Bauvorhaben erzielt werden", heißt es dazu bei der verantwortlichen Straßenerrichterin, der Österreichischen Autobahnen- und Schnellstraßen-AG.
     
     
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    Mo, 09. August 2004
    NEUGESTALTUNG DES GRAZER MURUFERS
    Beitrag von Dipl. Ing. Thomas Proksch
    Graz rückt an die Mur.....  Nach einer fünfjährigen intensiven Planungs- und Abstimmungsphase nimmt die vom Grazer Stadtplanungsamt intentierte und vom Büro LAND IN SICHT geplante Aufwertung der Mur im Stadtgebiet nun endlich Gestalt an. Zwischen dem gründerzeitlichen Stiegenabgang vor dem Marko-Haus im Norden und der Radetzkybrücke im Süden entsteht eine Flussuferpromenade, die im Zentrum von Graz den Murraum wieder als Erholungsraum zugänglich und erlebbar machen wird. Im Zuge der Planung wie insbesondere auch der Ausführung gilt es - unter Berücksichtigung der wasserbaulichen Rahmenbedingungen - zu einer bestmöglichen Harmonisierung berechtigter naturräumlicher Interessen mit jenen der landschaftsgebundenen Erholungsnutzung beizutragen. Linksufrig wird der bestehende gründerzeitliche Stiegenabgang vor dem Marko-Haus instand gesetzt und der anzulegende Weg, dessen Oberfläche aus Gründen der Pflege und Wartung in Ortbeton ausgebildet wird, daran angebunden. Weitere Erschließungspunkte, von denen aus der Murraum linksufrig zu erreichen sein wird, sind ein eingehauster Aufzug beim Edeggersteg, der gleichzeitig auch die künftige Murinsel Vito Acconcis - ein Leitprojekt von GRAZ 2003 - an den Stadtraum anbinden soll, ein frei gestellter Stiegenabgang mit angelagerter uferbegleitender, auskragender Plattform südlich der Hauptbrücke auf Höhe des Franziskaner Platzes (Projekt Büro Arch. Partl) sowie zwei niveaugleiche Anschlüsse südlich der Tegetthoffbrücke bzw. der Radetzkybrücke.

    Grundsätzlich wird der über bzw. auf Höhe des einjährlichen Hochwasserereignisses gesetzte Weg weitestgehend auf der bestehenden oberen Berme geführt, sodass über weite Bereiche der uferbegleitende Gehölzsaum nicht durch bauliche Maßnahmen tangiert wird. An ausgewählten Punkten sind an den Weg zu möblierende Sitz- und Aussichtsbereiche angelagert. Zur Attraktivierung des Weges in den Spätnachmittags- und Abendstunden sowie zur Vermeidung der Ausbildung von Angsträumen kommt ein sensibel auf den Murraum abgestimmtes Beleuchtungskonzept zur Ausführung. Im Zusammenhang mit dem Ziel der ökologischen Aufwertung des derzeit hart verbauten Ufers werden u.a. Ufervorschüttungen, teils als größerflächige gesicherte Schottervorschüttungen, ansonsten in Form eines überdeckten Blockwurfs vorgesehen. Als maßgebliche gestalterische Intervention, die gleichzeitig auch naturräumlichen Interessen genügt, wird ein linksufrig weitgehend durchgehender Strauchweidensaum als Fugenbepflanzung an der Mittelwasseranschlaglinie angelegt.

     
     
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    Mo, 19. Juli 2004
    OÖ LANDESGARTENSCHAU BAD SCHALLERBACH 09
    Beitrag von Dipl. Ing. Thomas Proksch
    Bad Schallerbach erhielt im Rahmen einer landesweiten Ausschreibung der oö Landesregierung den Zuschlag für die Abhaltung der Landesgartenschau 2009. Grundlage hiefür war ein umfassendes Organisations- und Gestaltungskonzept, das in enger Kooperation der Veranstalter (Gemeinde Bad Schallerbach & Eurotherme Bad Schallerbach) in Zusammenarbeit mit der Vitalwelt Hausruck sowie auf Basis eines Gestaltungskonzeptes des Büros LAND IN SICHT erstellt wurde. Ausgangspunkt für den Zuschlag seitens der oö Landeregierung war die Empfehlung eines Fachbeirats, der - unter Beiziehung externer Experten - die Qualitäten des textlich und planlich, in Form eines 10-minütigen Filmbeitrags sowie im Zuge eines Hearings anschaulich präsentierten Konzeptes würdigte.
     
     
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    Do, 24. Juni 2004
    Archäologie und Infrastruktur
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    Im Süden von Wien, im westlichen Tullnerfeld und im Weinviertel wird derzeit die Landschaft durch riesige Großbaustellen umgepflügt. Gewaltige Veränderungen des Landschaftsbildes entstehen durch die Neutrassierungen der S 1 Wr. Südrandstraße, der HL-Strecke Wien - St. Pölten und der A 5 Nordautobahn. Doch vor den ersten Bauarbeitern sind schon die Archäologen am Werk. Durch die großflächigen Baustellen entstehen Fenster in die Vorzeit, wie sie noch niemals aufgetan wurden. Waren bisher Funde durch die Zufälligkeit von Eingriffen in den Boden gekennzeichnet, kann nunmehr systematisch und flächendeckend archäologische Prospektion durchgeführt werden.So wurde u.a. an der A 5 im Raum Pellendorf erstmals ein germanisches Dorf aus dem 2. Jhdt. n.Ch. vollflächig ergraben und an der S 1 im Raum Schwechat der sensationelle Nachweis erbracht, dass awarische Gräberfelder zeitgleich durch bayerische Grablegungen genutzt wurden.Nichts Schädliches, was nicht nebenher auch nützen möcht ...
     
     
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    Do, 24. Juni 2004
    Versäumnisse im Straßenbau
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    15 Jahre nach der Ostöffnung kommt man nun darauf, daß hochrangige Straßenverbindungen in das naheliegende Ausland doch erforderlich sind. Minister Gorbach hat Versäumnisse auf diesem Gebiet eingeräumt. Doch nicht nur der Bund trägt Schuld: bis 1996 war es noch explizite Zielvorstellung des NÖ Landesverkehrskonzeptes, keine neuen Autobahnen zu bauen ... Wenn nun ab 1. Mai 2004 die neuen EU-Mitglieder Ungarn, Slowakei und Tschechien nach Wien oder Linz fahren wollen, stellt sich die Situation für sie so dar: für den südlichsten Abschnitt der Nordautobahn A 5 sowie für die Nordostautobahn A 6 gibt es im Herbst bestenfalls eine Trassenverordnung, für die ehem. Mühlkreisautobahn A 7 (heute nur mehr S 10) gibt es noch nicht einmal die Idee einer realisierbaren Umfahrung von Freistadt. Bis man dann endlich bauen kann, vergeht noch einiges an Zeit. Aber Gott sei Dank sind ja jetzt die Slowaken schuld, denn auf einmal wollen sie keine Brücke mehr in Marchegg und Hohenau bauen ...
     
     
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    Do, 24. Juni 2004
    BEBAUUNGSPLAN, oder ... ?
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    ... ein Bebauungsplan ? Ortsbildromantik und Gestaltungsmärchen ade! Back to the roots! 1. Was war ... - Regulierungsplan Zwettl 1908 - Friedenssiedlung Zwettl 1953 - Wohnbauförderung 1968 - NÖ schön erhalten -  schön gestalten 1980 - Teilbebauungsplan Zellerndorf 1993 2. Was ist ... - die Zeiten, Technologien und Moden ändern sich; die Geschmäcker auch - aber der Detailinhalt im BEB nicht - Architekten bekommen Preise, der BEB nicht - Nachbarn bekämpfen alles, ausser dem eigenen Haus - getrennte Wege oder feindliche Brüder - ROG vs BO - keine Verknüpfung zwischen BEB und Grundstücksgrenzen > Laxenburg, Perchtoldsdorf - Verbücherung von Teilungsplänen in der Praxis - Unzufriedenheit führt zu Radikallösungen: - Geringfügige Ausnahme > siehe Wien - Aufhebung > siehe Bgld. 3. Was sein sollte ... - Ziele und angestrebte Entwicklungstendenzen (Baumassen-, -dichten und -höhenentwicklung) im örtlichen Gestaltungskonzept festlegen (Teil des ÖEK?) - Regelbares regeln - und sonst nichts; das aber eindeutig, genau und begründet (Öffentlichen Raum und Abtretungsverpflichtungen, Straßen- und Baufluchtlinien, Gebäudehöhen, Bebauungsweisen und - dichten mit Verknüpfung von Grundstücksgrenzen) - sonst städtebauliche Strukturkonzepte als Rahmenfestlegungen - Verknüpfung mit ROG herstellen z.B. Bauten innerhalb der HW-Linie - Dummheiten ausräumen (Bauverbot im hint. Bauwich im BS-Schule/KG; § 56 aufheben und andere Feinheiten) - Back to the roots 4. Was nie sein wird ... - Politische Planungszufriedenheit allerorten - Wertschätzung für Planung, ihre Instrumente und die Planer - Angemessenes Salär
     
     
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    Fr, 18. Juni 2004
    Buchankündigung: Abenteuer Garten - Gartenspaß für Kinder
    Beitrag von Dipl. Ing. Thomas Proksch
    Kindern das Thema Garten näher zu bringen ist eine reizvolle Aufgabe. Die kindliche Neugier, die Lust Neues zu entdecken, konkrete Naturerfahrungen zu sammeln und den Garten vor der eigenen Wohnungstüre spielerisch zu erobern, müssen dabei phantasievoll geweckt werden. Das im Herbst 2004 beim Agrarverlag erscheinende, von Andreas BENES verfasste und Thomas PROKSCH als Mitautor begleitete Buch ist dabei eines der wenigen Bücher am Markt, das Kinder ab dem Lesealter direkt anspricht. Anhand zahlreicher ausgesuchter Spiele, Experimente, Bastel- und Bauanleitungen erleben sie das vielfältige Thema Garten. Dabei spannt sich der Bogen der behandelnden Themen vom Pizza- und Zuckerlgarten bis zu Gartenklassikern wie der Weidenhütte und dem Baumhaus. Sinnes- und Bewegungserfahrungen werden im Buch aber genauso thematisiert wie die geheimnisvolle Welt der Pflanzen. Die Autoren, deren Erfahrung und Wissen aus ihrer Praxis als im Büro LAND IN SICHT langjährig tätige Landschaftsarchitekten resultiert, stellen im vorliegenden Buch den spielerischen Zugang zum Thema Natur im Garten in den Vordergrund. Die Mitarbeit an zahlreichen umweltdidaktischen Projekten sowie die Planung kindgerechter Außenanlagen zeigte ihnen wiederholt, wie wichtig es ist, Kindern ein sinnliches, aber auch spielerisches Wahrnehmen ihrer Umwelt zu ermöglichen und ihnen hiefür notwendige Hilfestellungen zu geben. Dieses Anliegen teilen sie mit der Aktion "Natur im Garten", deren Leitziele und Ideen im Buch aufgegriffen und kindgerecht aufbereitet wurden. Abenteuer Garten - Gartenspaß für Kinder Andreas BENES / Thomas PROKSCH / LAND IN SICHT 168 Seiten, durchgehend vierfärbig, Zahlreiche Illustrationen und Farbbilder, Hardcover Service-Telefon: zu bestellen beim AV-Buchversand unter Tel. 02235/404 441 oder 404 442, Fax 02235/404 459 oder 404 929
     
     
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    So, 06. Juni 2004
    Verkehrsmodelle auf dem Prüfstand I
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    Im Großraum Wien/Niederösterreich stehen derzeit zahlreiche Straßenprojekte vor der Umweltverträglichkeitsprüfung. Für das zusammenhängende System Nordautobahn A 5 - S 1 Nordrandstraße sind abgestimmte Prognosedaten zur künftigen Entwicklung des Verkehrs notwendig. Leider divergieren diese zwischen den beauftragten Verkehrsplanern je nach angewandtem Modell und/oder von diesen getroffenen Annahmen zur räumlichen Entwicklung beträchtlich und zum Teil sogar extrem. Mit ein Grund ist dabei die gemeindeweise (!) Prognose von Einwohner- und Arbeitsplatzzahlen für die nächsten 20 (!) Jahre. Seriöse Aussagen über einen solchen Zeitraum sind nicht möglich.
     
     
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    Mo, 19. April 2004
    ERHOLUNGSACHSE MUR_GRAZ
    Beitrag von Dipl. Ing. Thomas Proksch
    Obgleich die Mur als Hauptfluss der Steiermark auf mehr als 14 km Länge das Stadtgebiet von Graz zentral durchschneidet, liegt bei Betrachtung der stadträumlichen Bezüge zwischen dem, großteils tief liegenden Flussraum und anliegenden Stadtgebieten die Landshauptstadt über weite Bereiche nicht am, sondern bestenfalls beidseits oder neben der Mur. So ist es auch nicht verwunderlich, dass die Erholungs- und Freizeitnutzung an der Mur bis dato in erster Linie informellen Charakter hat. Hier können noch inmitten der Hektik der Stadt von Naturliebhabern, spielenden Kindern, Fischern und anderen "Stadtindianern" stille, heimliche Orte entdeckt werden und bestehen nicht nur für die Tier- und Pflanzenwelt in ruderaler Umgebung individuelle Rückzugsräume. Dem ist allerdings das stadtplanerische Ziel gegenüberzustellen, das derzeit weitgehend exklusive Flusserlebnis auch einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Der Archetyp Flusslandschaft bietet auch inmitten einer Großstadt Wahrnehmungs- und Aufenthaltsqualitäten, die einmalig und keinesfalls austauschbar sind. Die spezifischen Milieubedingungen, das besondere Kleinklima der "Tallandschaft", die akustische Erlebbarkeit eines Flusses, die olfaktorische Komponente wie auch das unverwechselbare Bild einer Wasserlandschaft und das besondere Naturerlebnis prädestinieren den Murraum auch als Freizeit- und Erholungsraum. Die räumlichen Gegebenheiten, die sich in weiten Bereichen durch steile Uferböschungen und einen nur schmalen Uferbegleitsaum auszeichnen, engen dabei von vornherein den Spielraum für gestalterische Interventionen und infrastrukturelle Maßnahmen im Interesse der Erholungsnutzung ein, will man die vorhandenen Werte der Grazer Murlandschaft dabei nicht leichtfertig aufs Spiel setzen. Mit der Muruferpromenade im zentralen Grazer Stadtgebiet wurde diesbezüglich ein erster Schritt gesetzt, um Erholungssuchenden die Möglichkeit zu bieten, sich am Fluss zu bewegen, sich an ausgewählten Aussichtspunkten aufzuhalten und die Mur sinnlich erleben zu können. Verbunden wurde mit dieser Intervention eine Aufwertung der gewässerökologischen Situation durch die Neustrukturierung der Uferlinie und strömungsdifferenzierende Maßnahmen, die nicht zuletzt auch wiederum dem gebotenen Flusserlebnis zugute kommen. Um die Interessen der städtischen Naherholungsnutzung bestmöglich mit jenen des Natur- und Landschaftsschutzes in Einklang bringen zu können, erscheint der eingeschlagene Weg einer "sanften Murerschließung" unter besonderer Berücksichtigung der Qualitäten und Potentiale des jeweiligen Ortes jedenfalls geeignet, um auch in anderen Grazer Murbereichen den Fluss wieder näher zur Stadt und ihren Bewohnern zu rücken.
     
     
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    Di, 24. Februar 2004
    Verkehrsmodelle auf dem Prüfstand II
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    Nach einem durchgeführten Abgleich der von den Verkehrsplanern bisher verwendeten räumlichen Strukturdaten mit aktuellen Zahlen zeigt sich, dass die bisher geübte Praxis in der Anwendung von Verkehrsprognosen nicht mehr weiter zielführend sein kann. Insbesondere bei der Dimensionierung künftiger Straßen muss umgedacht werden. Es geht nicht an, dass - sinnbildlich gesprochen - die Notwendigkeit und Breite einer Donaubrücke nach der Zahl der in einem Modell mit obskuren Annahmen errechneten Schwimmern auf zwei Kommastellen genau ermittelt wird. Es wird Zeit, dass wir von der Nachfragedimensionierung wieder auf die Angebotsplanung zurückkehren. Setzt allerdings auch etwas Kühnheit bei den Planern und Verantwortungsbereitschaft bei den Politikern voraus ...
     
     
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    Di, 24. Februar 2004
    So gehts nicht weiter ...?
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    65 % - sagt Ihnen diese Zahl etwas? Vor allem wenn davor ein Minus (-) steht? Um diesen Prozentsatz unterbieten zur Zeit einander die Straßenplaner bei den grossen Aufträgen! Bald wird man noch dafür zahlen müssen, um überhaupt arbeiten zu dürfen. Wie damit ein hoher Qualitätsstandard erreicht werden soll, wird immer schleierhafter. Wenn sich die heimischen Planer schlussendlich alle gegenseitig ruiniert haben werden, ist der Weg frei für die großen internationalen Planungsbüros, die solche Dumpingschlachten nicht notwendig haben. Und die heimischen Auftraggeber werden sich dann nicht mehr mit so handzahmen Auftragnehmern beschäftigen müssen. Wir haben es scheinbar so haben wollen ...
     
     
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    So, 09. November 2003
    Wettbewerbserfolg in Schwechat - Rannersdorf
    Beitrag von Dipl. Ing. Thomas Proksch
    Im Rahmen eines geladenenen städtebaulichen Wettbewerbes für die Entwicklung des Zentrumsbereichs von Schwechat - Rannersdorf ("Wallhof") wurde das Projekt des Architekturbüros PODSEDENSEK, zu dem vom Büro LAND IN SICHT die freiraumplanerischen Beiträge beigesteuert wurden, zum Sieger gekürt. Fragen der Freiraum- und Landschaftsplanung sollte in diesem Sinn bei der kommenden Entwicklung des historischen Zentrums von Rannersdorf ein zentraler Stellenwert zukommen, wobei insbesondere eine großzügige neue Platzfigur, das bewusste Aufgreifen des raumakzentuierenden Altbaumbestandes, ein sensibler Umgang mit dem tangierten Gewässerraum des Frauenbaches sowie unter anderem die Ausgestaltung eines attraktiven öffentlichen Spiel-, Sport- und Bewegungsraumes mit hochrangiger Anbindung an das übergeordnete fuß- und radläufige Wegenetz den Entwurf auszeichnen.
     
     
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    Di, 14. Oktober 2003
    Katalog Wildwuchs
    Beitrag von Dipl. Ing. Thomas Proksch
    Begleitend zu einer breit angelegten Aktionsreihe der MA 22 - Umweltschutz zum Thema "Stadtwildnis" entstand das Nachschlagewerk Wildwuchs - vom Wert dessen, was von selbst ist. Naturschützer, Psychoanalytiker, Pädagogen, Stadtplaner, Architekten, Künstler und Kinder haben sich in Fachbeiträgen, Text- und Bildessays der Wildnis in und um uns genähert. Aus landschaftsplanerischer Sicht nähert sich Thomas PROKSCH vom Büro LAND IN SICHT in seinem Beitrag dem Thema von Seiten der Praxis städtischer Freiraumplanung. "Muss man Natur verehren, Wildnis dulden? Muss man ab jetzt eine Gstettn schön finden? Muss man ab nun ein schlechtes Gewissen haben, wenn man seinen Rasen mäht? Braucht man wissenschaftliche Argumente?"
     
     
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    Fr, 26. September 2003
    GRUPPEPLANUNG expandiert
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    Die GRUPPEPLANUNG steht vor neuen Herausforderungen: nach dem Ausstieg des Büros a.i.r.-Christine Zwingl verbleiben die Büros "Land in Sicht" und "Büro Dr. Paula" als alleinige Inhaber der Betriebsgemeinschaft Engelsberggasse bestehen. Neue Kooperationen mit engagierten und innovativen Büros werden angestrebt. Neue Aufgabenfelder werden erschlossen und unsere personelle Kapazität aufgestockt. Die Zukunft kann kommen ...
     
     
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    Fr, 09. August 2002
    DATENHIGHWAY oder FELDWEG - MANIFEST der BFG
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    5. Österreichischer Planertag 2002 - Eisenstadt DATENHIGHWAY ODER FELDWEG - Manifest der Bundesfachgruppe Raumplanung - Motto: "Die Gedanken sind frei, warum sind Daten nicht frei?" - mit öffentlichen Geldern erzeugte Daten sollen nach bundesweit einheitlichen Strukturen erzeugt werden - sie sollen nicht gehortet und verkauft, sondern öffentlich (auch über das Internet) zugänglich gemacht werden - einheitliche Standards bei Datenstruktur und Schnittstellen würden die Standortqualität Österreichs als Wirtschaftsstandort verbessern - die Raumordnung leistet sich 9 verschiedene Planungsgesetze und zig-verschiedene Bauordnungen, mit denen ein und dieselbe Sache (die Raumordnung und das Bauen) möglichst unterschiedlich geregelt wird - mit ebenso vielen Planzeichenverordnungen werden gleiche oder ähnliche Planinhalte unterschiedlich dargestellt - grenzüberschreitende Datenanalysen werden dadurch erschwert bzw. unmöglich gemacht (z.B. Bauklasse I in Wien max. 9 m; in NÖ max. 5 m) - eine Vereinheitlichung der Planzeichen und ihrer Inhalte lukriert ökonomische Vorteile in Österreich und verbessert die Informationsmöglichkeiten über Österreich - Softwareerzeuger leben sehr gut von dem kleinen, zersplitterten Markt in Österreich (9 verschiedene Planzeichenmodule in Österreichs Flächenwidmung und noch mehr für die Bebauungsplanung - für max. 1,5 Mio. EW und eine Hand voll Planer vs. 1 Planzeichenmodul für 12 Mio. EW in Bayern) - die vorliegenden Datenmengen und -informationen würden sich schon zu einem "Flächenwidmungsplan von Österreich" zusammenführen lassen, wenn nicht ... siehe oben - daher fordern wir: "Freie Daten für freie Bürger und freie Planer!" Eisenstadt, 4. Oktober 2002
     
     
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    Fr, 19. Juli 2002
    GRÜNER WÜRFEL IM ÖKOPARK HARTBERG
    Beitrag von Dipl. Ing. Thomas Proksch
    Aus der Idee, einen Ausstellungsraum der anderen Art zu errichten, ist nun Wirklichkeit geworden. Seit wenigen Tagen steht der grüne Würfel mit den eindrucksvollen Maßen 10 x 10 x 7 m am Gelände des Ökoparks Hartberg. Bauherr: Stadtwerke Hartberg Planung: Büro LAND IN SICHT & Arch. DI Peter ZINGANEL Ausführung: Stadtwerke Hartberg & AS Erdenwerke

    Alltägliche Sehgewohnheiten werden gebrochen, indem die Vegetation an den Fassaden die Lotrechte als ultimativen Extremstandort erobert. Nur hoch spezialisierte Pflanzen, wie die verwendeten Hauswurz- und Fetthennenarten, sind in der Lage, unter diesen Bedingungen langfristig zu überleben. Ein gut wasserspeicherndes, speziell für solche Zwecke entwickeltes Bodensubstrat sowie eine gezielte computergesteuerte Bewässerung über hinter den Vegetationsmatten verlegten Schwitzschläuchen sollen ganzjährig das Bild grüner Wände gewährleisten.
     
     
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    Mi, 17. April 2002
    ZUR UMWELTGESCHICHTE WIENS
    Beitrag von Dr. Luzian Paula
    Die Umweltgeschichte einer Stadt ist auch durch nicht unmittelbar als geschichtsbeeinflussende Faktoren zu erkennende Randbedingungen und Zufälligkeiten geprägt. Insonderheit politisch und fiskalisch motivierte und oftmals auch gutgemeinte gesetzliche Regelungen bewirken gravierende Veränderungen in der Raum- und Umweltentwicklung. 1. Finanzausgleich Die gegenwärtige und seit vielen Jahren schon praktizierte Verteilung des Steueraufkommens zwischen Bund, Ländern und Gemeinden erfolgt u.a. nach zwei wesentlichen Kriterien, die die Stadt- und Regionsentwicklung prägen: einerseits entscheidet die Zahl der Betriebe und ihrer Beschäftigten am jeweiligen Standort darüber, welche Gemeinde die Lohnsummensteuer, heute Kommunalsteuer genannt, erhält. Weiters wird das Steueraufkommen nach dem sog. abgestuften Bevölkerungsschlüssel ausschließlich auf den Ort des Hauptwohnsitzes verteilt. Die "Abstufung" bedeutet, daß größere Gemeinden mehr und kleinere Gemeinden weniger Steuermittel pro Kopf erhalten. Das erzwingt praktisch, daß jede Gemeinde Betriebe innerhalb ihrer Gemeindegrenzen ansiedeln muß, um nicht auf Steuerleistung zu verzichten. Weiters erfolgt die Zuteilung der Steuermittel nicht nach der Zahl der tatsächlich vorhandenen Personen in einer Gemeinde (Hauptwohnsitzer und Nebenwohnsitzer), sondern nur nach dem Kriterium des Hauptwohnsitzes. Die kommunalen Leistungen, die eine Gemeinde zu erbringen hat, werden jedoch nicht nach der Zahl eines Teils der Bevölkerung beurteilt. Jede Gemeinde muß daher danach trachten, möglichst viele Hauptwohnsitzer zu besitzen. Der Finanzausgleich in seiner langjährig geltenden Regelung verhindert dadurch eine regionalpolitisch sinnvolle räumliche Verteilung von Betrieben und Bevölkerung, aber auch Freihaltezonen. Funktionale Überlegungen bleiben auf der Strecke. 2. Wohnbauförderung Mit dem Wirksamwerden der Wohnbauförderung 1968 wurde ein regelrechter Bauboom ausgelöst. Als Anreiz zur Schaffung von Wohnraum gedacht, ermöglichte diese neue Förderung die Errichtung eines eigenen (meist Einfamilien-)hauses für eine Vielzahl von Personen, deren ökonomische Leistungsfähigkeit dies bislang nicht ermöglichte. Das Kriterium des - möglichst niedrigen - Bodenpreises erhielt überproportional hohes Gewicht. Die Nachfrage und das Angebot an billigen Bauplätzen wuchs und wächst konzentrisch von den großen Ballungsräumen weg in das Umland. Verbunden mit der immer mehr verstärkten Pendlerförderung bei gleichzeitigem Ausbau der Verkehrsinfrastrukturen entstanden somit Konkurrenzstandorte für das Grundbedürfnis Wohnen an immer weiter vom Arbeitsplatz bzw. den Zentralen Einrichtungen entfernten Standorten. Die Folge daraus sind u.a. auch jene Verkehrsprobleme in den Ballungsräumen, die uns heute so große Probleme bereiten. 3. Effizienz von Planungsinstrumenten Die in Österreich vorherrschende Kompetenzverteilung beschränkt die Effizienz von an sich gleichen Planungsinstrumenten innerhalb verschiedener Gebietskörperschaften. Durch die seit 1954 festgestellte Eigenkompetenz der Gemeinden (groß und klein) in der örtlichen Raumplanung und die seit 1962 eingeführte Stellung des Bürgermeisters als Baubehörde erster Instanz ergeben sich notgedrungen je nach Gemeindegröße divergierende Maßstäbe in der Umsetzung der Planungsinstrumente. Durch das räumlich unmittelbare Aufeinandertreffen von großen und kleinen Gemeinden (z.B. Wien mit 1,6 Mio. EW grenzt direkt an eine NÖ Kleingemeinde mit 2.000 EW) ergeben sich unterschiedliche Anwendungsmuster in der planenden Verwaltung und Behörde. Die Effizienz der eingesetzten Planungsinstrumente spiegelt sich in diesem Kräfteverhältnis oftmals wider. Die propagierte und oftmals versuchte Kooperation über Verwaltungsgrenzen hinweg scheitert in vielen Fällen an diesen oft unüberwindlichen Randbedingungen. 4. Zufälligkeiten des Grundeigentums Ein wichtiger Parameter in der Realisierung von Planungen ist die Verfügbarkeit über Grund und Boden. Planungsmaßnahmen sind dort effizient und rasch realisierbar, wo die Verfügbarkeit der Grundstücke für oder durch den Planenden gegeben ist oder sichergestellt werden kann. Das Beispiel Linz-Puchenau oder die Wiener Gemeindebauten und Stadterweiterungsgebiete zeigen dies sehr deutlich. Planungsmaßnahmen in Gebieten mit kleinteiligem, vielfach verstreutem Grundbesitz setzen vor der Realisierung jeweils das - meist mühsam - herzustellende Einverständnis mit den Eigentümern voraus. Zufälligkeiten wie offene Erbschaftsfragen, private Vorlieben oder ökonomische Zwänge verhindern oftmals die Realisierung sinnvoller Planung. In solchen Gebieten entstehen zufällig erscheinende Stadtstrukturen teilweise großer Langlebigkeit, deren heterogenes Bild durch zwischenzeitliche Änderungen in den Zielvorstellungen verstärkt wird. Als interessantes Beispiel kann dies am Arenbergpark in Wien-Landstraße gezeigt werden. Der Regulierungsplan aus dem Ende des 19. Jhdts. zeigt eine rasterförmig geplante Erschließung des gesamten Areals für Blockbebauung. Die Regulierungspläne aus dieser Zeit erlangten Rechtskraft und hinterließen den Ziehrer- und Sebastian-Platz. Das im Alleinbesitz einer Familie stehende zentrale Planungsgebiet verweigerte sich aber einer städtebaulichen Umnutzung und schuf damit die Voraussetzungen für den heute als Oase gerühmten Arenbergpark, der in den modernen Planungsinstrumenten bereits entsprechend berücksichtigt wird. Von der ursprünglichen Regulierungsplanung sind nur einige Straßenstücke und -ansätze (z.B. verlängerte Boerhaavegasse) übriggeblieben. In den benachbarten Bereichen des Arenbergparkes hingegen konnte die geplante Rasterbebauung erfolgreich umgesetzt werden. Fazit:  In der tatsächlichen Entwicklung einer Stadt oder Region spielen viele, nicht oder nur schwer durch planerische Maßnahmen zu beeinflußende, Faktoren eine strategische Rolle. Raumentwicklung muß immer auch unter diesem Aspekt gesehen werden.
     
     
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    Mo, 15. April 2002
    LAND IN SICHT - KINDERREICHSTES LANDSCHAFTSPLANUNGSBÜRO ÖSTERREICHS
    Beitrag von Dipl. Ing. Thomas Proksch
    Felix, Theresa, Franziska, Hannah, Lena, Bruno, Felix, Max, Moritz, Adrian, Lukas, Laura, Emil......die Kinderschar ist gewachsen. Unsere Mitarbeiterin Karin GRAF hat einen gesunden Buben namens Adrian zur Welt gebracht. Wir freuen uns mit ihr.
     
     
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