Land.In.Sicht
Büro Dr. Paula
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PV ANLAGE HEIZKRAFTWERK SÜD

Büro LAND IN SICHT
2013 -2014

Am Gelände des Heizwerks Süd in Wien Liesing wurde eine Photovoltaikanlage auf etwa 20.000m² errichtet. Zu den Zielsetzungen des Photovoltaikprojektes gehört neben der Erzeugung von Energie aus Sonnenlicht auch eine auf die vor Ort vorkommenden Tier- und Pflanzenarten abgestimmte Pflege, so dass der Lebensraum weitestgehend erhalten werden kann.
Da die Fläche nicht versiegelt ist, konnte sich eine hochgrasige Ruderalflur etablieren, die aus weit verbreiteten Pflanzenarten besteht. Aufgrund der Struktur des Pflanzenbestandes war schon im Vorfeld der Untersuchung von der Eignung als Heuschreckenlebensraum auszugehen. Bei Erhebungen in der Photovoltaikanlage konnten in den Jahren 2013 und 2014 insgesamt 19 Heuschreckenarten festgestellt werden, was über den Erwartungen lag. Darunter befanden sich auch 11 gefährdete oder gesetzlich geschützte Arten: Blauflügelige Ödlandschrecke, Gestreifte Zartschrecke, Gottesanbeterin, Graue Beißschrecke, Große Goldschrecke, Grüne Strandschrecke, Italienische Schönschrecke, Kleine Beißschrecke, Schiefkopfschrecke, Ver-kannter Grashüpfer und Zweifarbige Beißschrecke. Die Artenvielfalt resultiert aus den unter-schiedlich dichten und hohen Grasbeständen der Photovoltaikanlage, da jede Art verschiedene Vegetationsstrukturen bevorzugt.
Für die Anlage wurde ein Pflegeplan ausgearbeitet, der zeitlich versetzte Mahdintervalle vorsieht und auf die Entwicklungszyklen der Heuschrecken abgestimmt wurde. Damit soll erreicht werden, dass über die gesamte Vegetationsperiode hinweg sowohl kurzwüchsige als auch hochwüchsige Pflanzenbestände vorhanden sind, wodurch die Lebensraumansprüche aller Heuschreckenarten berücksichtigt werden können. Zusätzlich konnten auch Zauneidechse und Feldhamster in der Photovoltaikanlage beobachtet werden, die ebenfalls von der vorgesehenen Pflege profitieren.